MenüMenü

Sellerie - die heilenden Kräfte der Superknolle

Sellerie ist äußerst vielseitig und sehr gesund. Mit seinem speziellen dezent-würzigen Aroma bringt er Geschmack in Salate, Eintöpfe oder Saucen. Heute spielt die vitaminreiche Knolle oder auch die ganze Pflanze die wichtigste Rolle in der Naturheilkunde.

Echter Sellerie, Zeller© Adobe Stock – Björn Wylezich

Knollensellerie

Hintergründe zum kultivierten Sellerie

Während er früher wild anzutreffen war, findet man den Knollensellerie (Apium graveolens) heute nur noch in Gemüsegärten. Doch auch in seiner Kulturform hat er nichts von seinen Heilwirkungen verloren. Er gehört zur neuen Familie der Apiaceae, die mit den Doldenblütlern eng verwandt ist, und war ursprünglich eine zweijährige Pflanze.

Neue Sorten bilden heute schon im ersten Herbst eine erntereife Knolle. Die ca. 30 cm hohen dunkelgrünen und mehrfach gelappten Blätter dienen v. a. als Suppengewürz. Im zweiten Jahr erscheint die halbkugelige weiße Blütendolde, an der bis zu 1,5 mm lange ovale Früchte reifen.

Das sind die Hauptinhaltsstoffe von Sellerie:

  • ätherisches Öl (Früchte bis 3 %)
  • Flavonoide (z. B. Apiin)
  • Furanocumarine (Gerinnungshemmer)
  • Vitamine (C: 8,25 mg/100g, E: 2,6 mg, B-Gruppe: 0,35 mg)
  • Mineralstoffe (Kalium: 321 mg, Calcium: 68 mg, Phosphor: 80 mg

Heilende Kräfte der Knolle

Schon die alten Ägypter, Römer und Indianer schätzten die stark duftende Knolle als Entschlackungsmittel. In Deutschland hielt der Sellerie im 8. Jahrhundert n. Chr. Einzug in die Klostergärten. In der modernen Phytotherapie spielt Sellerie kaum noch eine Rolle, in der Volksheilkunde dagegen umso mehr. Er wird nur innerlich angewendet.

Zu Heilzwecken kommen das Kraut, die Knolle und die Wurzeln zum Einsatz. In der Naturheilkunde werden der Saft aus den Wurzeln und Blättern sowie das aus der Knolle gewonnene ätherische Öl erfolgreich angewendet.

So wirkt Sellerie:

  • harntreibend
  • entwässernd und abführend
  • entschlackend
  • schleimlösend
  • entstauend
  • stimmungsaufhellend

In China zählt Sellerie zusammen mit Spinat, Rettich und Gurken zu den Yin-Lebensmitteln mit kalter bzw. kühlender Wirkung, die hitzige Yang Zustände ausgleichen können. Auch hierzulande ist die Kombination von Sellerie- und Rettichsaft im Rahmen von Entschlackungskuren beliebt. Sie gilt als stark basisch.

Die Knolle des Knollenselleries © Adobe Stock – M.Dörr & M.Frommherz

Knolle des Selleries

Bei diesen Beschwerden sollten Sie auch an Sellerie denken:

  • Blasenerkältung
  • Rheuma und Gicht
  • Bluthochdruck
  • Bronchitis
  • nervöse Unruhe und Angst
  • Erschöpfung mit Niedergeschlagenheit
  • „Verschlackung“

Manche Menschen schwören auch auf das Kochwasser von Sellerie als Haarspülung gegen Kopfschuppen und zur Kräftigung der Haarwurzeln.

Vorsicht bei Vorerkrankungen!

Wegen seiner harntreibenden Wirkung darf Sellerie nicht bei akuten Nierenentzündungen angewendet werden. Auch Sonnenbäder und UV-Licht-Behandlungen sind ungünstig, da die Pflanze die Lichtempfindlichkeit der Haut verstärkt.

Wenn Sie auf Beifuß, Anis, Dill, Fenchel, Kerbel, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Petersilie, Möhren oder Pastinaken allergisch reagieren, sollten Sie auch keinen Sellerie zu sich nehmen.

Tipps und Rezepte

So wenden Sie den Sellerie an
Selleriezubereitungen sollten Sie frisch herstellen. Verwenden Sie dazu eigene Pflanzen aus dem Garten oder gekaufte Frischware. Diese sollte aus biologischem Anbau stammen, da die Knollen sehr viel Nitrat aus belasteten Böden speichern können. Nur für Tee können Sie getrocknete Früchte und Blätter verwenden (selbst hergestellt oder aus der Apotheke).

Sellerietee, getrocknete Selleriefrüchte© Finanzfoto – Fotolia

Eine frisch gebrühte Tasse Sellerietee zur inneren Anwendung

Grundrezept für Sellerietee
Setzen Sie 2 gehäufte TL Selleriekraut oder 1 TL zerdrückte Selleriefrüchte mit 1/4 l kaltem Wasser
an. Bringen Sie den Tee schnell zum Sieden, seihen Sie ihn dann sofort ab und lassen Sie ihn zugedeckt abkühlen. Trinken Sie nicht mehr als 2 Tassen täglich. Dieser Tee sollte kurmäßig ca. 4 bis 6 Wochen angewendet werden.

Frischer Selleriesaft wirkt besonders kräftig
Entsaften Sie 1/2 kleingeschnittene Sellerieknolle in Ihrer Zentrifuge und nehmen Sie 2- bis 3-mal täglich 1 EL gegen Husten, zum Entwässern und Entschlacken. Bereiten Sie den Saft täglich frisch zu
und bewahren Sie die Tagesmenge zugedeckt im Kühlschrank auf.

Basisch und vitaminreich: Gemüsefrischsaft mit Sellerie
Schneiden Sie 3 Teile Rote Bete, je 1 Teil Sellerieknolle und Möhren sowie je 0,5 Teile Rettich und Kartoffeln in kleine Stücke und geben Sie das rohe Gemüse in Ihre Zentrifuge. Schmecken Sie den Saft mit einigen Spritzern Zitronensaft sowie Thymian, Pfeffer, Rosmarin oder Basilikum ab. Trinken Sie 3-mal täglich 1/8 l Saft über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen, um Ihre Vitaminspeicher aufzufüllen und Ihr Bindegewebe zu entsäuern.

Selleriesirup löst Ihre Bronchitis
Stellen Sie mit Ihrer Saftpresse ca. 150 g frischen Selleriesaft her und verrühren Sie ihn vorsichtig bei kleiner Flamme mit 150 g naturreinem Honig (z. B. Thymian-, Fenchel- oder Lavendelhonig). Die Masse darf nicht kochen. Luftdicht verschlossen hält sich dieser Sirup ca. 3 Monate im Kühlschrank. Nehmen Sie 3-mal täglich 1 EL Sirup bei festsitzendem Husten, körperlicher und seelischer Erschöpfung sowie nervöser Unruhe.

Nach oben
Über den Autor

Regelmäßig Informationen über Pflanzenheilkunde erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Redaktionsteam FID Gesundheitswissen. Über 344.000 Leser können nicht irren.