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Schlüsselblume - die „Erste des Frühlings“ und die Nummer eins bei Husten

Auf Wiesen und Weiden und in lichten Wäldern erblüht im Frühling an sonnigen Standorten die Schlüsselblume in zwei wildwachsenden Sorten: die Frühlings- oder Wiesenschlüsselblume und die Hohe beziehungsweise Waldschlüsselblume.

Auch Himmelschlüssel oder Primel wird die zierliche Heilpflanze genannt. Neben den medizinisch wirksamen Wildsorten zieren zahlreiche gezüchtete Kreuzungen die Vorgärten und – als Topfpflanze – Fenster und Balkonkästen.

Primula veris
Schlüsselblume © Adobe Stock – womue

Zu medizinischen Zwecken dienen die Blüten mit Kelch und die Wurzeln, die sofort nach der Ernte zur Teeherstellung getrocknet werden. Aus der frischen Wurzel wird außerdem ein Extrakt für Tropfen und Tabletten gewonnen.

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Schlüsselblume zählen:

  • Saponine (vor allem die Primulasäure)
  • Flavonoide
  • Carotinoide
  • geringe Mengen ätherischen Öls
  • Enzyme
  • Zuckeralkohole

Der Wirkstoffgehalt der Wurzel liegt etwa sechsfach höher als der derBlüten. Zusätzlich enthält die Primelwurzel noch geringe Gerbstoffmengen und einige Zuckerverbindungen

In der Primelwurzel sind enthalten:

  • Triterpensaponine (in bis zu sechsfacher Konzentration im Vergleich zur Blüte)
  • Phenolgylkoside (Primulaverin)
  • seltene Zuckeralkohole
  • kleine Mengen an Gerbstoffen

Wirkung der Schlüsselblume

Bereits in der mittelalterlichen Klostermedizin war die Schlüsselblume wegen ihrer Heilkraft bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, die mit einer starken Sekretbildung einhergehen, sehr geschätzt.

So wirkt die Schlüsselblume:

  • Sie löst fest sitzende Sekrete
  • Sie erleichtert das Abhusten
  • Sie stillt den Hustenreiz
  • Sie hemmt Entzündungen, v. a. bei Virusinfekten
  • Sie entwässert
Husten, Schlüsselblume, Primel
Herausragende Wirkung der Schlüsselblume bei Husten und ähnlichen Beschwerden © The Rock – Fotolia

Das ehemalige Bundesgesundheitsamt hat die Schlüsselblume in seine Liste der wissenschaftlich anerkannten Heilpflanzen gegen Atemwegsentzündungen aufgenommen. Weitere Anwendungsgebiete aus der Volksmedizin wie Kopfschmerzen und Migräne, Herzschwäche, Schwindel und Nervenschmerzen konnten wissenschaftlich bislang nicht bestätigt werden.

Das gilt auch für die Gicht, obwohl eine Erhöhung der Harnmenge natürlicherweise zu einer vermehrten Ausscheidung von Harnsäure führt. Die Schlüsselblume wird ausschließlich innerlich als Tee, Tropfen oder Tabletten angewendet.

Die Primel ist als mild wirkendes Sekretolytikum (schleimlösendesMittel) und Expektorans (Hustenmittel) bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen aus der modernen Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Für die erwähnten Wirkungen werden Saponine (Seifenstoffe) als die verantwortliche Hauptkomponente angesehen.

Homöopathische Anwendungsgebiete

Ein Aufguss der Blüten kurbelt die Entgiftung des Körpers an, wirkt schweißtreibend, fiebersenkend und schleimlösend. Damit ist die Schlüsselblume auch ein wirksames Heilkraut beiErkältungen und Katarrhen der oberen Luftwege.

Bei Reizhusten wirken zudem die schlaffördenden Eigenschaften wohltuend. Die Wurzel hemmt zudem aufgrund ihres hohen Anteils Salizylaten Entzündungen und ist damit bei Gicht und Arthritis von Nutzen. Zur Linderung von Hautproblemen ist die Schlüsselblume in Lotionen und Heilsalben enthalten.

Als Homöopathikum wird die Schlüsselblume überall dort verschrieben, wo Hitze mit im Spiel ist – sei es körperlicher oder seelischer Art. Es lindert brennende Hautbeschwerden und beruhigt ein aufgebrachtes Nervensystem. Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus und Herzklopfen – all dies sind Einsatzgebiete der homöopathisch aufbereiteten Schlüsselblume.

Warnung vor Anwendung der Primula veris

Bei einer Primelallergie dürfen Sie die Schlüsselblume nicht anwenden. Das gilt auch für den Wurzelextrakt. Bei einer Überdosierung können Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Wenden Sie die Schlüsselblume maximal 4 Wochen lang an.

Tipps zur Zubereitung und Anwendung

Schlüsselblume, getrocknete Teekräuter, Primel, Blüten
Primelblüten und auch die Wurzel eignen sich sehr gut für Teeaufgüsse zur inneren Anwendung © Adobe Stock – dima_pics

Sie können Primelblüten leicht selbst sammeln: Primeln eignen sich gut für Anfänger, die noch keine Erfahrungen im Sammeln von Heilkräutern haben. Die Blüten werden samt dem grünen Kelch gepflückt. Die günstigste Erntezeit sind April und Mai.

Transportieren Sie die gepflückten Blüten in Papiertüten oder Taschen aus leichter Baumwolle, in Plastiktüten oder -gefäßen beginnen sie leicht zu „schwitzen“ und verderben. Breiten Sie die Blüten in einer dünnen Schicht auf Papier an einem luftigen Ort aus und lassen Sie sie trocknen.

Sie können die Blüten auch auf einem Backblech dünn ausbreiten und das Blech auf einen nur mäßig warmen Herd legen. Beim Trocknen verändern die Blüten zum Teil ihre Farbe (sie werden blassgrün).

Schlüsselblumentee gegen negative Stimmung, Husten und Kopfweh: Übergießen Sie 1 bis 2 TL getrocknete Blüten oder 1 TL der getrockneten Wurzel (Apotheke) mit einem Viertelliter kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, nach Geschmack süßen und 2 bis 3 Tassen täglich trinken.

Teemischung gegen Erkältungskrankheiten (nach Apotheker Mannfried Pahlow): Mischen Sie 3 Teile getrocknete Schlüsselblumenwurzeln, je einen Teil zerstoßene Anissamen, Malvenblätter und zerstoßene Fenchelsamen miteinander und übergießen Sie 2 TL dieser Mischung mit einem Viertelliter kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, mit Honig süßen und warm trinken.

Die frischen Blüten des Himmelsschlüsselchens eignen sich auch zum Essen. Sie können sie im Frühjahr selbst aus Samen ziehen und im Herbst durch Teilung vermehren. Schlüsselblumen fühlen sich auch in Kübeln wohl.

Frühlingssalat mit Schlüsselblumen für die gute Laune (4 Personen):Vermischen Sie 2 Bund geputzte und klein gezupfte Brunnenkresse mit 200 g Portulakblättern und 15 Schlüsselblumenblüten. Bereiten Sie aus 1 TL frischem fein gehacktem Estragon, 1 TL fein gehackter Minze, 1 EL Weißweinessig sowie 3 EL nativem Olivenöl eine Vinaigrette zu und übergießen Sie die Salatmischung damit. Geben Sie noch einige Blüten zur Dekoration oben drauf.

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