MenüMenü

Mönchspfeffer - das Sinnbild der Keuschheit

Mönchspfeffer (lateinisch: Vitex Agnus-Castus) gehört zur Familie der Lippenblütler. Er blüht vor allem in südlicheren Gefilden. Als Strauch treibt er im April bis in den Frühsommer aus und kann mehrere Meter hoch werden.

Seine Dolden schimmern blau, violett oder rosafarben. Die kleinen schwarzen Samen befinden sich in der schwarzroten Frucht.

Mönchpfeffer mindert Lust
Mönchspfeffer wurde in der Antike besonders von Mönchen verwendet um ihre Lust zu mindern. © Adobe Stock – womue

Bekannt wurde Mönchspfeffer bereits in der Antike, vor allem durch die Nutzung in der Nahrung zur Eindämmung des Sexualtriebes bei Männern und Frauen, insbesondere in Klöstern (Überlieferung der Schriften von Dioscurides).

Dazu gab man die pfeffrig-scharfen Früchte zum Bettstroh dazu, um Nonnen und Mönche von unzüchtigen Gedanken und Taten abzuhalten. Mönchspfeffer galt daher im Altertum auch als Sinnbild für die Keuschheit, das brachte ihm auch den Namen Keuschlamm ein. Um die triebstillende Wirkung jedoch eintreten zu lassen, musste die Heilpflanze kräftig dosiert werden.

Mönchspfeffer, Heilpflanze, violette Blüten
Mönchspfeffer (auch Keuschlamm genannt) blüht von Juni bis September. © Adobe Stock – tunedin

Mönchspfeffer-Wirkung in der Frauenheilkunde

In der Frauenheilkunde wird Mönchspfeffer vor allem bei Folgendem eingesetzt:

Mönchspfeffer ist besonders zur Behandlung von Beschwerden zu Beginn des Klimakteriums geeignet. Bei längerer Einnahme bessern sich Brustbeschwerden wie schmerzhafte Knoten (Mastopathie). Auch bei prämenstrueller Akne und Ödemen wurden gute Ergebnisse erzielt.

Nach dem Absetzen der Pille kann der Mönchspfeffer den Körper dabei unterstützen, sein natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Außerdem ist die Pflanze wirksam gegen Menstruationsveränderungen aller Art. Ebenso wird sie bei Stillproblemen eingesetzt.

Bei manchen Frauen zeigt Mönchspfeffer eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung. Man geht davon aus, dass das der Fall ist, wenn die unerwünschte Kinderlosigkeit auf eine erhöhte Prolaktin-Bildung zurückzuführen ist.

Jedoch kann die Heilpflanze auch bei Männern, zur Beeinflussung des Testosteronspiegels und sogar bei Tieren mit Stoff wechsel- oder Hormonproblemen therapeutisch verwendet werden.

Mönchspfeffer reguliert Hormonhaushalt

Viele Studien weisen nach, dass Mönchspfeffer den Hormonhaushalt auf ganz natürliche Weise reguliert.
Das liegt an den in den Früchten enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen. Dazu gehören unter anderem:

  • Flavonoide
  • Ölsäure, Linolsäure
  • Farb- und Bitterstoffe
  • Iridoid-Glukoside
  • Triglyceride
  • Phytoöstrogene
Frohmedizin Glück glücklich
Mönchsfpeffer, Steigerung natürlicher Dopamin-Produktion © Adobe Stock – drubig photo

Bei der Einnahme von Mönchspfeffer tritt eine Steigerung der körpereigenen Dopamin-Produktion auf – das verbessert sofort unser Laune! Die Pflanze wirkt primär auf die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) ein, die unseren Hormonhaushalt reguliert.

Eine der vielen Studien konnte zum Beispiel nachweisen, dass sie die Opiat-Rezeptoren im Gehirn „besetzt“. Außerdem blockiert Mönchspfeffer die Dopamin-2-Rezeptoren, was wiederum die Produktion des Hormons Prolaktin steigert. Bei den Frauen wird damit der Eisprung verhindert, bei Männern die Testosteronproduktion heruntergefahren.

Entwarnung: kein Krebsrisiko durch Mönchspfeffer

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Mönchspfeffer-Präparate, wie vor einigen Jahren gemeldet wurde,
besteht nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand nicht. Das berichtete Professor Wolfgang Wuttke, Endokrinologe und Arzt für Naturheilkunde an der Göttinger Universitäts-Frauenklinik,
der den Mönchspfeffer seit Jahren erforscht, im September 2002 in der Fachzeitschrift Ärztliche Praxis.

Brustkrebs, Mönchspfeffer
Mönchspfeffer bewirkt kein gesteigertes Brustkrebsrisiko © Adobe Stock – hin255

Rezeptideen und Tipps

Für einen Tee übergießen Sie 1 TL der Früchte (Apotheke) mit 1 Tasse kochendem Wasser, nach 10 bis 15 Minuten abgießen und in kleinen Schlucken trinken. Bei akuten Beschwerden vor und während der Regel oder der Wechseljahre 3 Tassen täglich trinken.

Generell wird jedoch empfohlen, auf Fertigpräparate aus der Apotheke zurückzugreifen, da diese besser wirksam sind als Tee. Dazu gehören beispielsweise „Agnolyt“, und „Mastodynon“ beziehungsweise Sarei Hartkapseln oder Feminon-A Hartkapseln. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Frauen mit Leber- oder Alkoholproblemen sollten die Präparate nicht einnehmen, sofern sie Alkohol enthalten (Tropfen).

Der Mönchspfeffer wird zum Teil auch mit Auszügen aus anderen Pflanzen kombiniert. Wie bei allen pflanzlichen Präparaten brauchen Sie auch beim Mönchspfeffer einige Zeit Geduld (etwa
8 bis 12 Wochen), bis sich die Wirkung einstellt. Dann harmonisiert sich die Regelblutung, und das Spannungsgefühl in den Brüsten lässt nach.

Die Hersteller empfehlen eine drei- bis sechsmonatige Behandlung. Naturheilkundlich erfahrene Frauenärzte empfehlen, den Mönchspfeffer nur in der 2. Zyklushälfte einzunehmen – also vom 12. bis zum 28. Zyklustag beziehungsweise bis zur Blutung. Verstärken sich die Symptome, ist das Mittel für Sie nicht geeignet.

Wässrig-alkoholische Extrakte aus Mönchspfefferfrüchten sind „Agnus castus D6“ von Weleda und „Agnucaston“ von Madaus. Diese Extrakte werden beim prämenstruellen Syndrom zur Normalisierung von Zyklusunregelmäßigkeiten und bei schmerzhaften Spannungsgefühlen in den Brüsten empfohlen.

Nach oben
Über den Autor

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter vom Redaktionsteam FID Gesundheitswissen. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz