MenüMenü

Mädesüß - das feine und gesunde Rosengewächs

Inhalt

Mädesüß, auch Geißbart, Spierstaude oder Wiesenkönigin genannt, ist eine in Europa heimische Pflanze, die zu den Rosengewächsen gehört. Mädesüß wächst bevorzugt auf feuchten Böden, beispielsweise auf sumpfigen Wiesen oder an Bachufern.

Echtes Mädesüß mit Blüte
Mädesüß hat ein herb-süßliches Aroma, das an Mandeln und Honig erinnert. © unpict – Fotolia

In Flüssigkeit eingelegt, übertragen die Blüten ihr Aroma, weshalb sie zum Aromatisieren von Wein und Süßspeisen genutzt werden können. Mädesüß wird durch den hohen Gehalt an Acetylsalicylsäure oft als natürliches Aspirin bezeichnet.

Für eine Verwendung als Heilkraut sollte Mädesüß zwischenJuni und August geerntet werden, dabei ist darauf zu achten, dass die Blüten wahlweise noch nicht oder gerade erst geöffnet sind, damit der Wirkstoff möglichst konzentriert ist. Es können Blüten, Blätter und Wurzeln verwendet werden. Möchte man die Wurzeln verwenden, sollte man sie im Frühjahr oder Herbst sammeln.

Heilpflanze der europäischen Volksmedizin

Die auch Spierstaude genannte Heilpflanze Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist in ganz Europa zuhause und liebt als Standort Gräben, Bachufer und moorige feuchte Wiesen. Die Pflanze wird bis zu 2 Meter groß, wobei die Blütenspieren weit über das Kraut herausragen.

Die wohlriechenden Blüten und das Kraut haben seit Jahrhunderten ihren Platz in der traditionellen Heilkunde Europas. Arzneilich verwendet werden auch heute ebenfalls das blühende Kraut und die Blüten. Mädesüß entfaltet positive Wirkungen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und Gicht.

In der Volksmedizin wird die Heilpflanze zur Blutreinigung empfohlen. Außerdem soll sie bei Wasser in den Beinen helfen.

Die Vorteile der Power-Pflanze

Mädesüß ist eine der besten Heilpflanzen gegen Verdauungsbeschwerden. Sie legt sich schützend und lindernd auf die Schleimhäute des Verdauungstraktes. Mädesüß verringert die Übersäuerung des Körpers und lindert Übelkeit, Brechreiz, Sodbrennen und Magenschleimhautentzündung.

Der Gehalt an aspirinähnlichen Substanzen sorgt dafür, dass das Heilkraut auch bei Fieber und rheumatischen Schmerzen in Gelenken und Muskeln wirkt. Die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung wurde in Studien nachgewiesen. Einige Untersuchungen ergaben sogar Hinweise darauf, dass Mädesüß vor Krebs schützen kann.

In einer klinischen Studie wurde eine Salbe mit einer Abkochung aus den Blüten der Heilpflanze an 48 Frauen mit einer Zervixdysplasie (Zellveränderungen am Muttermund) getestet: Sie wirkte bei 32 Frauen positiv, bei 25 Frauen bildete sich das Leiden vollständig zurück.

Mädesüß, Mädesüßblüten auf Holzbrett
Mädesüß wirkt harn- und schweißtreibend. © Heike Rau – Fotolia

Die Inhaltsstoffe des Mädesüß

  • Salicylsäure-Abkömmlinge
  • Phenolglycoside (die sich beim Trocknen in ätherische Öle umwandeln)
  • Phenylethylalkohol
  • Benzylalkohol
  • Flavonoide (u. a. Quercetin)
  • Gerbstoffe und andere Substanzen

Auszüge aus der frischen Wurzel werden zur Herstellung homöopathischer Mittel verwendet:

Es ist denkbar, dass Mädesüß in Zukunft eine bedeutendere Rolle in der Naturheilkunde spielen wird als heute.

In den 90er Jahren wurde aus der Pflanze einheparinähnlicher Wirkstoff isoliert, der bei der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen Verwendung finden könnte.

Zu Beginn der 90er Jahre berichteten russische Wissenschaftler überimmunsteigernde und krebshemmende Wirkungen des Mädesüß-Dekokts (Abkochung).

Die Heilwirkungen von Mädesüß

  • antirheumatisch
  • entzündungshemmend
  • verdauungsfördernd
  • harntreibend
  • fiebersenkend
  • schmerzlindernd
  • säurebindend
  • brechreizstillend
  • zusammenziehend (astringierend)

Die richtige Verwendung der Heilpflanze

Die beste Erntezeit für Mädesüß ist von Juni bis August, wenn die Pflanze involler Blüte steht. Meist werden die Blütenstände abgeschnitten und erst danach die einzelnen Blüten gepflückt.

Hier sind ein paar Tipps, wie Sie Mädesüß trocken sollen:

  • Lassen Sie die Heildroge an einem luftigen Ort bei Temperaturen nicht über 35 Grad Celsius trocknen
  • Bewahren Sie sie anschließendin gutschließenden Gefäßen auf. Auch junge Blatttriebe können Sie in der Blütezeit pflücken.
  • Trocknen Sie das Mädesüßkraut auf gleiche Weise wie die Blüten.
  • Im Mai und im Oktober können Sie die Wurzelder Pflanze ausgraben und kleingeschnitten trocknen lassen.

Mädesüß für innerliche sowie äußerliche Anwendung

Mädesüß eignet sich gut für innerliche und äußerliche Anwendung als Tee, Tinktur oder Kompresse.

So bereiten Sie einen Mädesüß-Tee zu

  1. Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel des Krauts mit einem1/4 Liter kochendem Wasser.
  2. Lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen, bevor sie ihn abseihen.
  3. Trinken Sie davon 2-mal täglich eine Tasse.

Dieser Tee hilft Ihnen bei Wassersucht, Rheuma, Gicht, Fieber und Erkältungen.

Mädesüßtee und Blüten
3-5 Tassen Mädesüßtee am Tag helfen Migräne und Kopfschmerzen zu lindern. © Heike Rau – Fotolia

Teemischung gegen Migräne und Kopfschmerzen:

  1. Mischen Sie 20 g Mädesüßblüten, 20 g Mutterkraut, 20 g Schlüsselblumenblüten, 30 g Frauenmantelkraut, 30 g Gänsefingerkraut und30 g Weidenrinde miteinander.
  2. Übergießen Sie 2 Teelöffel dieser Mischung mit einer Tasse heißem Wasser.
  3. Seihen Sie den Tee ab.

Trinken Sie davon im akuten Fall 3 bis 5 Tassen über den Tag verteilt. Bei Überdosierung kann es zu Magenbeschwerden und Übelkeitkommen.

VORSICHTSchwangere sollten diese Teemischung nicht zu sich nehmen.

Fiebersenkende Mädesüß-Tinktur:

  1. Füllen Sie eine Handvoll kleingeschnittene Mädesüßblüten in ein Schraubdeckelglas.
  2. Gießen Sie so lange Wodka oder Doppelkorn auf, bis alle Blütenteile gut bedeckt sind.
  3. Schütteln Sie den Ansatz 1-mal täglich gut durch.
  4. Filtern Sie ihn nach 3 Wochen in eine dunkle Flasche ab.

Von dieser Tinktur können Sie bei Fieber 10 Tropfen in1 Glas Wasser einnehmen.

Schmerzstillende Mädesüß-Kompresse:

  1. Erhitzen Sie 2 Handvoll Mädesüßblüten in1 Liter Wasser bis kurz vor dem Siedepunkt.
  2. Lassen Sie den Ansatz 10 Minuten auf der heißen Herdplatte ziehen.
  3. Tränken Sie nach dem Abseihen eine Kompresse mit dem heißen Sud.
  4. Legen Sie diese bei Rheuma oder Arthritis auf die schmerzende Stelle auf.
Nach oben
Über den Autor
Redaktionsteam FID Gesundheitswissen

Profitieren Sie von der Expertise unserer jeweiligen Experten und erhalten Sie detaillierte Informationen zu Ihrem Lieblingsthema.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter vom Redaktionsteam FID Gesundheitswissen. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz