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Kava Kava - erfahren Sie alles über den heilenden Pfeffer

Kava Kava, auch Rauschpfeffer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse, die dem schwarzen Pfeffer Ähnelt. Sie stammt aus dem pazifischen Raum, wird aber schon so lange kultiviert, dass ihre Herkunft nicht mehr zweifelsfrei zu klären ist.

Bunter Pfeffer auf einem Löffel
In Deutschland ist Kava Kava seit 2015  wieder zugelassen © Adobe Stock – Printemps

Kava Kava wird in seinem angestammten Kulturraum, Melanesien, Mikronesien und Polynesien, zur Herstellung eines Zeremonialgetränks verwendet, welches nur von Männern konsumiert wird; hierzu wird der Wurzelstock zerrieben und bei Zimmertemperatur durch ein feines Tuch geseiht und ausgepresst und die gewonnene Flüssigkeit mit Wasser gestreckt.

Kava Kava Getränk gegen Angst und Stress

Das hieraus resultierende Getränk ist hellgelb, aufgrund von schwebenden Pflanzenteilchen milchig, und wirkt:

  • beruhigend
  • angstlösende
  • schlaffördernd
  • schmerzstillend

In hoher Dosierung kann Kava Kava ähnlich wie Schlafmittel wirken, was aber Leberfunktion beeinträchtigen kann und untersagt ist.

Kava-Kava-Getränk mildert auch Muskelverspannungen und kann zu leichter Euphorie führen, verbunden mitgesteigertem Redefluss.

Diese Wirkung – die Wirkstoffe des Kava Kava nennt man Kavalactone – hat die Pflanze in den letzten Jahren auch in Europa und den USA beliebt gemacht, wo sie ähnlich wie Baldrian verwendet wird. Sie ist in mehreren Darreichungsformen erhältlich, unter anderem Tropfen, für die der Wirkstoff in Alkohol, Wasser oder Aceton gelöst wird, Pulver oder Dragee.

Kava Kava wird fürdie Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Probleme vertrieben:

  • Angstzustände
  • Stress
  • Schlaflosigkeit

Achtung: In Deutschland war Kava Kava aufgrund einer vermuteten Schädigung der Leber bereits seit 2007 nicht mehr zugelassen, aber 2015 wurde der Widerruf aufgehoben. Trotzdem wegen möglicher Risiken sind die Kava-Kava-Arzneimittel nun rezeptpflichtig und streng reguliert.

Richtige Dosierung von Kava-Pyrone

Kava-Kava-Medikamente sind rezeptpflichtig und dürfen auf keinen Fall bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Die maximale Dosierung beträgt 200 mg Kava-Pyrone täglich. Die übliche Behandlungsdauer ist auf 4 Wochen (maximal auf8 Wochen) beschränkt.

Kava Kava Nebenwirkungen

Wie bei nahezu jeder Heilpflanze oder jedem Medikament kommt es unter Umständen neben der erwünschten Wirkung zu Nebenwirkungen. Sie heben die eigentlich positiven Effekte mehr als auf. Unerwünschte Begleiterscheinungen sind selten, jedoch nicht ohne Gewicht.

Bei länger andauernder und hoch dosierter Anwendung färben sich Haut und Nägel gelb. Ebenso treten eventuell Magen- und Darmbeschwerden, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen sowie Rede- und Bewegungsdrang auf. Das Sehvermögen kann ebenso beeinträchtigt sein wie die Reaktionsfähigkeit (etwa im Straßenverkehr).

Leberprbleme und Kava Kava, Kava Kava Nebenwirkung auf Leber
Es besteht ein Risiko, dass Kava-Kava-Medikamente zu Leberschäden bzw.-versagen führen können. © Adobe Stock – ag visuell

Sehr selten kommt es zu schwersten Leberschäden. Dem Deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel meldete man in den vergangenen fünf Jahren neun solcher Zwischenfälle. Vermutungen zufolge sind sie nicht auf die Heilpflanze selbst, sondern den Extraktionsstoff (z. B. Aceton) zurückzuführen.

Widerrufene Zulassung von Kava Kava

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn) widerrief im Juni 2002 die Zulassung von Kava-Kava-haltigen Arzneimitteln. Diese Entscheidung begründet sich damit, dass diese Arzneimittel schwere Nebenwirkungen an der Leber verursachen. Laut Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen war der Widerruf der Zulassung rechtswidrig und Kava-Kava konnte wieder auf den Markt kommen.

Darüber hinaus stehe diesem Risiko kein ausreichender Nutzen entgegen. Homöopathische Präparate mit geringer Kava-Kava-Konzentration betrifft diese Anordnung nicht. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA reagierte auf die Zurücknahme der Zulassung von Kava Kava durch das BfArM mit der Herausgabe einer Verbraucherinformation über pflanzliche Zusätze.

Machen Sie einen Leberfunktionstest

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verbietet die Verwendung eines pflanzlichen Zusatzes oder dessen Verkauf erst, wenn eine schädliche Wirkung des entsprechenden Produkts nachgewiesen ist. Es empfiehlt betroffenen Patienten, ihren Arzt darüber zu informieren, dass sie an Beschwerden leiden, die auf eine Erkrankung der Leber hindeuten, wenn Kava-Kava-Medikamente in Frage kommen. Außerdem sind regelmäßige Blutuntersuchungen sowie eine Beschränkung der Behandlungsdauer (4 bis 8 Wochen) empfohlen.

Laut Patientenheft von BfArM soll man dem Arzt sofort informieren, wenn man die folgenden Symptome hat:

  • Gelbsucht/ Gelb verfärbte Haut und Augen
  • brauner Urin
  • hellen Stuhlgang
  • Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Appetitverlust
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Diese Symptome deuten wahrscheinlich auf Leberprobleme, die durch die Einnahme von Kava-Kava-Medikamente verschlimmern können. Weitere Anzeichen von Problemen sind:

  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Schwächegefühl, Magenschmerzen
  • Appetitlosigkeit

Die Mayo Clinic-Ärzte empfehlen Menschen, die regelmäßig Kava-Kava-Produkte einnehmen, bei ihrem Arzt einen Leberfunktionstest zu machen. Das BfArM besteht auf wöchentliche Blutuntersuchungen und bietet deswegen eine Erinnerungskarte dafür.

Ist Kava Kava wirklich so gefährlich?

Einige Hersteller von Kava-Kava-Arzneimittel sind mit den strengen Sicherheitsauflagen und der Schlussfolgerung, dass Kava Kava Leberprobleme auslösen kann, nicht einverstanden. Sie behaupten, es sei nicht nachgewiesen, dass Kava-Kava die Leberschädigung in Patienten verursacht hat. Außerdem seien die Studien, die die schädigen Nebenwirkungen untersucht haben, fragwürdig. Die Hersteller werden die Sache weiter rechtlich verfolgen, um die strengen Sicherheitsmaßnahmen aufzuheben oder mindestens zu mildern.

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