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Pilze: So gesund und vielfältig sind die behüteten Waldbewohner

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Die asiatische Medizin setzt bereits seit Jahrtausenden auf die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten mit Heilpilzen von Eichhase bis Klapperschwamm oder Reishi. Die bei uns erhältlichen Pilze entfalten ebenfalls eine Vielzahl von Heilwirkungen. Sie beeinflussen die Entstehung von Altersdiabetes, Gicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sogar Krebs sollen Pilze in Schach halten. Grund genug, sie öfter auf den Tisch zu bringen oder als Pulver beziehungsweise Extrakt einzunehmen.

Pilze
Pilze haben viele Heilwirkungen, die den meisten nicht bekannt sind. Sogar Krebszellen können Pilze unter Kontrolle halten. © Adobe Stock – minadezhda

So gesund sind Pilze

Judasohr oder Lackporlin, Fliegenpilz, Satanspilz oder Igel-Stachelbart: So phantasievoll wie die Namen, so groß ist die Vielzahl der Pilze. Nicht alle sind genießbar, ein Gutteil von ihnen ist sogar höchstgiftig – zumal wenn Sie sie selbst sammeln.

Das Angebot an Sorten im Handel hat sich in den vergangenen Jahren sehr erweitert. Neben Champignons und Austernpilzen sind auf dem Markt heute Pfifferlinge, Steinpilze, Schafsköpfe, Kaiserlinge, Mu-errh-Pilze und eine Vielzahl anderer zu finden. Sie sind nicht nur kleine Küchenwunder, sondern Pilze sind obendrein auch noch sehr gesund.

Shiitake-Pilze

Bereits vor Hunderten von Jahren erkannten die Chinesen die Heilkraft der behüteten Waldbewohner. Seitdem wurden sie gegen kleine und große Beschwerden vielfach eingesetzt. Der Shiitake-Pilz (Lentinula edodes), den es mittlerweile auch auf unseren Märkten gibt, galt schon in der Mingdynastie (1368 bis 1644) als Lebenselixier, das die Abwehrkräfte auf Trab bringt. Inzwischen bestätigen auch amerikanische und europäische Wissenschaftler ihre heilende Kraft.

Neuere Untersuchungen von der Universität Weihenstephan bei München belegen, dass Shiitake-Pilze den Cholesterinspiegel senken, vor Viren schützen und gegen Krebs wirken sollen. Dies wird auf das Polysaccharid Lentinan zurückgeführt. Ferner soll der Pilz eine günstige Wirkung auf Herz- und Kreislauf sowie bei Gelenkerkrankungen ausüben. Eine Studie mit 30 an Gicht erkrankten Personen ergab, dass durch eine vierzehntägige Einnahme von Shiitake-Pilzen bei über 90 Prozent der Harnsäurewert im Blut sank.

Engelwurz

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Shiitake-Pilze
Shiitake-Pilze haben kein Fett und einen hohen Eiweißgehalt. Aber auch für starke Knochen ist mit dem Vitamin C und D Gehalt gesorgt. © Adobe Stock – Gresei

So nehmen Sie die Heilpilze zu sich

Da nicht alle Heilpilze frisch auf dem Markt sind, können Sie sie auch als Pulver oder Extrakt kaufen; vornehmlich von Eichhase, Maitake (Klapperschwamm), Schopftintling oder Reishi (glänzender Lackporling). Das Pulver enthält dabei noch die größten Mengen der ursprünglichen Wirkstoffe. Die Extrakte verfügen nur noch über die löslichen Bestandteile, allerdings stecken die sekundären Pflanzenstoffe noch drin. Beide Zubereitungen bekommen Sie auf Bestellung in Ihrer Apotheke und teilweise auch im Reformhaus.

Positive Heilwirkungen der ganz normalen Pilze

  • Der Wiesenchampignon (Agaricus campestris) bringt Ihre Verdauung auf Trab und mildert Bluthochdruck.
  • Ähnliche Wirkungen werden dem Riesenscheidenstreifling (Amanita inaurata) nachgesagt.
  • Der Hallimasch (Armillariella mellea), einer der bekanntesten Herbstpilze, soll sich positiv bei Schwindel auswirken. In der Volksmedizin wird er auch als Mittel gegen Epilepsie genannt.
  • Der Steinpilz (Boletus edulis) soll Muskeln und Gelenke entspannen.
  • Pfeffermilchling (Lactarius piperatus), Pechschwarzer Milchling (Lactarius picinus) und Wolliger Milchling (Lactarius vellereus) wird eine entspannende Wirkung nachgesagt.
  • Butterpilz (Suillus luteus) und Körnchenröhrling (Suillis granalatus) sollen Menschen mit Gelenkentzündungen helfen.
  • Der Riesenbovist (Calcatia gigantea) wirkt blutstillend und abschwellend.
  • Der Pfifferling (Cantharellus cibarius) zeigt positive Einflüsse bei Sehstörungen und Lungenerkrankungen.
  • Durch den Schopftintling soll ein erhöhter Blutdruck gesenkt werden können. Auf alle Fälle regt er die Verdauung an und kuriert Hämorrhoiden.
  • Der Faltentintling bringt ebenfalls die Verdauung auf Trab.

Vorsicht Knollenblätterpilz!

Leider haben viele der genießbaren Speisepilze einen ungenießbaren und teilweise sogar giftigen Zwilling. Besonders gefährlich ist der Knollenblätterpilz, den es in verschiedenen Varianten gibt. Der kegelhütige Knollenblätterpilz kann schnell mit dem Wiesenchampignon verwechselt werden. Darüber hinaus gibt es den grünen Knollenblätterpilz.

Beide sind extrem giftig. Es reicht, wenn sich ein Knollenblätterpilz zwischen Ihren gesammelten Pilzen befindet. Schon kurz nach dem Essen kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Nach rund zwei Tagen dann wird die Leber geschädigt, es kommt zu Blutgerinnungs- und Nierenfuktionsstörungen. Schlimmstenfalls ist der Leberschaden so groß, dass nur eine Lebertransplantation helfen kann. Der Knollenblätterpilz ist für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Wenn Sie kein absoluter Pilzspezialist sind, sollten Sie daher Ihren Fund immer von einem Pilzsachverständigen untersuchen lassen.

Grüner Knollenblätterpilz
Der Knollenblätterpilz ist der giftige Zwilling vom Wiesenchampignon. Wenn sich auch nur einer untermischt, führt es zu erst zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und schlimmsten Falls kann nur noch eine Lebertransplantation helfen. © Adobe Stock – awfoto

Weitere Vorteile von Pilzen

  • sind fettarm
  • haben kaum Kalorien
  • enthalten kein Cholesterin
  • haben einen geringen Gehalt an Purinen (können Gicht auslösen)
  • sind natriumarm
  • haben einen großen Anteil an Ballaststoffen
  • enthalten lebenswichtige Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien
  • bringen wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe mit
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