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Distel: Natürliche Unterstützung für die Leber

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Wie die Artischocke ist ihre enge Verwandte, die Mariendistel, eine sehr wirkungsvolle Heilfplanze für die Leber. Den Namen Mariendistel erhielt die Pflanze wegen ihrer milchweißen Streifen auf den Blättern. Eine Legende sagt, dass diese von der Milch Marias stammen, die beim Stillen des Jesuskindes auf die Blätter der Pflanze träufelte.

Die Heimat der schönen Distel ist Südeuropa, Südrussland, Kleinasien und Nordafrika. Auch in deutschen Gärten wächst sie auf nicht zu mageren und mäßig feuchten Böden und an sonnigen Standorten. Ihre Wurzeln können bis zu einem Meter lang werden, was ihre Bekämpfung erschwert.

Die Distel wird häufig nur als lästiges Unkraut betrachtet, doch tut man ihr damit Unrecht: Sie ist ein wertvolles Heilkraut. Besonders die Mariendistel, Benediktendistel und Gänsedistel haben vielerlei positive Wirkung auf den menschlichen Körper.

Disteln und Lavendel
Kaum zu glauben, aber eine nahe Verwandte der Distel ist die Artischocke. Somit wird die Distel oft als Ersatz für die diese genommen. © adobe – Printemps

Mariendistel und Gänsedistel für unterschiedliche Zwecke

Früher wurden die Wurzeln als Gemüse gekocht. Die Blütenköpfe wurden als Ersatz für Artischocken verwendet, die jungen Blätter aß man wie Spinat.

Die Früchte der Mariendistel werden heute ausschließlich medizinisch genutzt. Denn sie enthalten den Wirkkomplex Silymarin. Er gehört zur Gruppe der Flavonoide – also zu den sekundären Pflanzenstoffen, die zu den potentesten Heilmitteln der Natur zählen.

Sowohl Mariendistel als auch Benediktendistel wirken anregend auf Leber, Galle und Verdauung, können Fieber senken und den Magen beruhigen.

Die Mariendistel hat zusätzlich Einfluss auf das zentrale Nervensystem und lindert Kreislaufstörungen; sie kann außerdem bei Erschöpfungszuständen helfen. Beide Pflanzen lassen sich leicht im Garten ziehen.

Die Gänsedistel wirkt tonisierend, gegen Fieber, Kurzatmigkeit, Sodbrennen und Leberprobleme; sie kann eingenommen werden, um eine ausbleibende Menstruation anzuregen und bekämpft Warzen, Hausausschläge und Hautreizungen.

Mariendistel kann lebensrettend wirken

Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel. Sie ist sogar synthetischen Mitteln überlegen und wird in der Intensivmedizin bei Vergiftungen mit Knollenblätterpilz, der die Leber zerstört, hoch dosiert zur Lebensrettung eingesetzt.

Das sind die Hauptwirkungen von Mariendistel:

  • antitoxisch durch Abschirmung der Leberzellen vor Zellgiften
  • regeneriert die Leberzellen
  • antioxidativ (= Radikalfänger)
  • gallefördernd
  • leicht abführend

Wegen ihrer hohen Wirksamkeit hat das Bundesgesundheitsamt die Mariendistel bei zahlreichen toxischen Leberschäden sowie chronischen Leberentzündungen und Leberzirrhose als offizielle Heilpflanze zur inneren Anwendung anerkannt.

Leber und Arzt
Mariendistel hilft bei diversen Leberleiden © sector2010 – Fotolia

Hier kommt die Mariendistel zum Einsatz:

  • Leberentzündung (Hepatitis) – akut durch Pilz-, Alkohol- und Medikamentenvergiftungen – chronisch durch Umweltgifte, Langzeiteinnahme von Medikamenten, Alkoholmissbrauch und Viren
  • Leberschwäche nach akuten schweren Erkrankungen wie z. B. einer schweren Grippe, Verbrennungen und Operationen
  • Leberschwäche bei chronischen Erkrankungen wie z. B. Rheuma
  • allgemeine Entgiftung und Leberstärkung
  • Gelbsucht
  • Leberzirrhose
  • Gallenbeschwerden
  • Fettleber

Wichtig: Akute Vergiftungen können nur im Krankenhaus behandelt werden!

Während Sie bei den genannten schwerwiegenden Erkrankungen hoch dosierte Fertigpräparate in Kapselform einnehmen müssen, können Sie zur allgemeinen Entgiftung auch selbst zubereiteten Tee verwenden.

Zusätzlich zur Einnahme von Präparaten sollten Sie sich fettarm ernähren und auf Alkohol verzichten, um Ihre Leber zu entlasten.

Teekur und Fertigpräparate für äußere und innere Anwendung

Distel Pflanze - Gänsedistel
Der Saft der Gänsedistel kann zur Behandlung von Warzen verwendet werden © Adobe Stock – Xeron

Gänsedistel kann innerlich und äußerlich angewendet werden: Innerlich kann der von der Pflanze produzierte Milchsaft, allerdings nur in verdünnter Form, eingenommen werden. Auch die Zubereitung eines Tees aus Blättern und Stängeln ist möglich.

Unverdünnt kann der Milchsaft Warzen zum Verschwinden bringen, verdünnt als Umschlag auf entzündete Haut aufgebracht werden.

Selbst die Blätter der Gänsedistel sind verwertbar: Als Salat oder gedünstetes Gemüsegericht.

Wenn Sie Ihre Leber durch zu viel Alkohol strapazieren, sollten Sie ihr ab und an eine Kur mit Mariendistel gönnen – entweder mit einem Fertigpräparat oder einer Teekur.

Es gibt Mariendistel als Tabletten, Dragees oder als Tropfen in Reformhaus und Apotheke. Sie können sich auch einen Mariendistel-Tee aus den Samen zubereiten: Überbrühen Sie einen gehäuften Teelöffel Samen mit 1/4 Liter Wasser, kochen dies einmal kurz auf und lassen es fünfzehn Minuten ziehen, dann seihen Sie den Tee ab. Der Tee wird dreimal täglich vor den Mahlzeiten schluckweise und sehr warm getrunken.

Probieren Sie auch folgende Zubereitung gegen Reisekrankheit aus: Stellen Sie einen Sud aus einem Liter Wasser, einem Distelblatt, einer Prise Marienkörner und einem Stückchen der Wurzel her. Übergießen Sie dazu die Pflanzenteile mit kochendem Wasser, lassen Sie fünfzehn Minuten ziehen, sieben sie ab und trinken den Tee am Vorabend und Morgen der Reise mit Honig gesüßt.

Das sind die Inhaltsstoffe der Distel-Früchte:

  • Silymarin (bestehend aus den
    Einzelsubstanzen Silibinin, Silychristin
    und Silydianin)
  • Flavonoide
  • fettes Öl (20 bis 30 %)
  • Eiweiß (25 bis 30 %)
  • ätherisches Öl
  • Tyramin
  • Bitterstoffe
  • Harz

Achtung bei Distel-Öl

Das aus der Färberdistel ohne Erhitzen gewonnene Öl enthält zu 75 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zum Beispiel die Linolsäure. Hinzu kommen einfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Karotinoide.

Wenn Sie erhöhte Blutfettwerte aufweisen, sollten Sie lieber auf Distelöl verzichten und Raps- oder Olivenöl wählen. Ist dies nicht der Fall, eignet sich Distelöl mit seinem nussigen Geschmack vor allem für die kalte Küche.

Gerade die Linolsäure ist es, die Distelöl zu einem nicht unbedingt empfehlenswerten Öl macht. Sie gehört zu den Omega-6-Fettsäuren. Die meisten nehmen zu viele Omega-6- und zu wenige Omega-3-Fettsäuren zu sich, was das Risiko für eine Arteriosklerose erhöhen kann.

Beachten Sie bei der Verwendung, das Öl nicht zu erhitzen. Außerdem darf es nicht lange aufbewahrt werden – kaufen Sie daher nur kleine Mengen ein!

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