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Beifuß - ein Allerweltskraut mit großer Wirkung

Der Beifuß überzeugt nicht gerade durch seine Schönheit. Er ist ein Allerweltskraut, das Sie in großen Mengen an Straßen- und Wegrändern sowie auf Bahndämmen und Schuttplätzen finden. Doch einst galt der Beifuß (Artemisia vulgaris) als beschützendes Frauenkraut, das den Menstruationszyklus regulierte und über Geburten wachte. Heute wird es hauptsächlich zur Anregung des Magensaftes und des Gallenflusses empfohlen.

Artemisia vulgaris© Adobe Stock – Heike Rau

Beifuß

Seinen Namen verdankt der Beifuß – das Artemisia-Kraut – der Mondgöttin Artemis. Ihr wurde ein bedeutender Einfluss auf die weibliche Gesundheit nachgesagt. Eng verwandt ist das Heilkraut mit der Eberraute und dem Wermut.

Wirkung des Beifuß zu medizinischen Zwecken

Es wird heute verwendet, um die Magensaftbildung anzuregen und den Gallefluss zu fördern. Dabei wirkt Beifuß etwas milder als Wermut, was vielen Menschen entgegenkommt, denn Wermut schmeckt ziemlich bitter.

Auch in der Küche spielt Beifuß als Gewürz eine große Rolle. Das Kraut ist reich an Bitterstoffen. Seine ätherischen Öle entfalten eine wohltuende Wirkung auf den Magen- und Darmbereich.

Sie fördern den Appetit, erhöhen die Bildung der Gallensäfte und regen die Verdauung an. Beifuß gilt als entlastendes Gewürz für schwere und fette Speisen.

Bei Magen- und Darmproblemen entfaltet Beifuß eine reinigende Wirkung. Bei Hämorrhoiden, Stein-, Blasen-, Leber- und Galleleiden wird Beifuß in der Volksmedizin angewendet. Das Heilkraut hat außerdem leicht beruhigende Eigenschaften und eignet sich zur Bekämpfung von Nervosität.

Die frische Pflanze verströmt einen eigenartigen Geruch, die getrocknete riecht angenehm würzig. Tees und Aufgüsse schmecken recht bitter. Süßen ist in diesem Fall zwecklos.

Wenig bekannt ist der Beifuß als Heilmittel für wunde und müde Füße. Dieser Wirkung verdankt er jedoch seinen Namen. Früher empfahl man Frauen, sich Beifußzweige in die Schuhe zu legen.

Da das natürlich drückt und Blasen verursacht, ist es besser, Beifuß als Massageöl oder Badezusatz zu verwenden. Dazu eignen sich sowohl die Blätter als auch der Stängel.

Die Wurzel der Artemisia vulgaris wird in homöopathischer Verdünnung als Frauenheilmittel und zur Linderung von Nervosität eingesetzt.

Artemisia vulgaris medizinisch© Adobe Stock – behewa

Beifuß

Das bewirkt Beifuß:

  • regt den Magensaft an
  • fördert den Gallefluss
  • regt den Appetit an
  • reinigt Magen- und Darm
  • bekämpft Nervosität
  • heilt wunde und müde Füße

 

Inhaltsstoffe

  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • ätherische Öle (z. B. Cineol, Campfer, Thu jon)
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Harz
  • Schleim
  • Inulin

Was heute die Petersilie ist, war früher der Beifuß Bis ins 18. Jahrhundert war Beifuß ein beliebtes und sehr gebräuchliches Küchenkraut. Er regt die Verdauungssäfte und den Gallenfluss an. Deshalb ist er gerade zur Martinsgans ein wertvoller Begleiter. Schon bei den alten Griechen priesen Hippokrates, Plinius, Dioskurides und Galenes den Beifuß als wichtigste Pflanze in der Frauenheilkunde.

So verwendet die TCM Artemisia

  • „gegen Kältegefühl
  • gegen Schmerzen im Unterbauch
  • „bei kältebedingten Menstruationsstörungen
  • bei Unfruchtbarkeit der Frau
  • bei blutigem Erbrechen
  • bei Nasenbluten
  • bei übermäßigen gynäkologischen Blutungen und starken Menstruationsblutungen
  • bei Blutungen während der Schwangerschaft
  • äußerlich bei Hautjucken.

Achtung: Wichtige Warnung vor der Verwendung

Beifuß weder innerlich noch äußerlich in der Schwangerschaft anwenden!

Zubereitung und Anwendung

Massageöl für müde Beine und geschwollene Füße: Nehmen Sie eine kleine Flasche mit weiter Öffnung, und füllen Sie diese mit Beifußblüten und -blättern so voll wie möglich. Dann gießen Sie Mandelöl aus der Apotheke darüber. Lassen Sie das Öl drei bis vier Wochen in der Sonne stehen, und schütteln Sie die Flasche regelmäßig kräftig durch. Dann seihen Sie es in eine dunkle Flasche mit Schraubverschluss ab und stellen diese kühl. Bei Bedarf Beine und Füße einmassieren.

Fußbad für müde und geschwollene Füße: Übergießen Sie vier Tassen Beifußblätter mit 4 Litern kochendem Wasser, eine halbe Stunde ziehen lassen und dann ins warme Fußbad abseihen.

Beifußtee bei Magen- und Darmbeschwerden: Übergießen Sie einen Teelöffel getrocknetes Beifußkraut (Apotheke) mit einem Viertelliter kochendem Wasser, ein bis zwei Minuten ziehen lassen, abseihen und ungesüßt trinken.

Beifußdrink zur besseren Fettverdauung: Geben Sie zwei getrocknete Zweige Beifuß in eine Flasche und übergießen Sie diese mit einer Flasche lieblichem Sherry. Lassen Sie die Flasche zwei bis drei Tage an einem warmen Platz (am besten auf einer warmen Fensterbank) ziehen, und schütteln Sie sie einmal täglich kräftig durch. Beifußzweige entfernen und Flasche kühl stellen. Vor mächtigen Mahlzeiten ein kleines Gläschen als Aperitif trinken. Behalten Sie jedoch den Alkoholgehalt im Auge.

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