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Das kleine 1×1 der Fußpflege: So machen Sie es richtig

Ihre Füße sind ein hochkompliziertes und extrem belastbares Funktionssystem. Das gilt allerdings nur, wenn Sie sie auch gut pflegen. Sie haben es sich verdient, denn Ihre Füße müssen jeden Tag eine Menge leisten: Sie tragen das gesamte Körpergewicht und sind damit die am meisten belasteten Körperteile. Doch viele Menschen kümmern sich erst dann um das Wohlergehen ihrer Füße, wenn sich die ersten Beschwerden einstellen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Ursache ist oft falsches Schuhwerk
  2. Hilfe bei eingewachsenen Nägeln
  3. Fußpflege bei Verhornungen und Schrunden
  4. Selbsthilfe bei Fersensporn und Ballenzeh
  5. So werden Sie Ihre Blasen am Fuß los
  6. Nicht jeder Fußpfleger hat eine fundierte Ausbildung
  7. So bringen Sie Ihre Füße in Topform

Fußpflege© Adobe Stock – Dmytro Flisak

Die Ursache ist oft falsches Schuhwerk

Ihre Stoßdämpfer-Funktion verdanken die Füße besonders stabilen Knochen, die von einer Vielzahl haltgebender Bänder und Muskeln gestützt werden. In jedem Fuß arbeiten 26 Knochen und 33 Gelenke zusammen. Kein Wunder, dass diese komplizierten Gebilde den täglichen Belastungen oft nicht mehr standhalten.

Das sind die häufigsten Fußleiden:

  • eingewachsene und verdickte Fußnägel
  • verdickte Hornhaut
  • Hühneraugen
  • Blasen, Druckstellen
  • schmerzhafte Hauteinrisse (Rhagaden)
  • Hammerzehe (Hallux valgus)
  • Fersensporn
  • Verspannungen der Fußmuskulatur
  • Warzen
  • Fußpilz

Oft sind falsche Schuhe die Ursache für diese Leiden.

Hilfe bei eingewachsenen Nägeln

Meistens ist Ihre Großzehe betroffen. Dabei wächst nicht der Nagel ins Fleisch, sondern umgekehrt der Nagelwall in den Nagel. Ursachen sind meistens schlecht sitzendes Schuhwerk und/oder falsche Nagelpflege. Bei leichten Entzündungen helfen Ihnen Fußbäder mit Kamillenextrakt. Oder Sie pinseln die betroffene Stelle mit einer desinfizierenden Lösung ein, zum Beispiel mit Povidonjod (PVP-Iod/Apotheke, ca. 3 €).

Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Ihr Zeh Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung) aufweist und pocht. Es könnte sich um eine ernsthafte bakterielle Infektion handeln. Die Gefahr: Die Entzündung kann sich unter dem Nagelbett ausbreiten. Bei einer Eiterung unter dem Nagel muss Ihr Arzt den Nagel zumindest teilweise entfernen.

Schneiden Sie die Nägel möglichst gerade ab

Die gute Fußpflege beginnt beim regelmäßigen Schneiden der Nägel. Benutzen Sie dazu stets eine gut geschliffene, stabile Nagelschere. Stumpfe Scheren erzeugen Bruchkanten und Spitzen, welche die Haut verletzen können. Das schafft ein Einfallstor für Bakterien und Fußpilz. Wenn Sie die Ecken Ihrer Fußnägel abschneiden, können diese in die Haut wachsen und dort Entzündungen verursachen. Schneiden Sie die Nägel möglichst gerade und in den Ecken nicht zu kurz, da sonst die Gefahr des Einwachsens steigt. Vermeiden Sie es, Ihre Fußnägel (gilt auch für die Fingernägel) vorne abzurunden.

Die Feinarbeit können Sie mit einer Nagelfeile (am besten sind Diamantfeilen) erledigen. Das feine Nagelhäutchen schützt die Furche zwischen Nagel und Nagelfalz vor Schmutz und Krankheitserregern. Es sollte daher möglichst nicht geschnitten oder zurückgeschoben werden.

Fußpflege bei Verhornungen und Schrunden

Leichtere Verhornungen an Ihren Füßen können Sie in der Regel selbst entfernten. Baden Sie Ihre Füße zunächst etwa zehn Minuten lang in lauwarmem Salzwasser. Dann rubbeln Sie die überflüssige Hornhaut behutsam mit einem Hornhautschwamm, einer speziellen Hornhautfeile oder Bimsstein ab. Verwenden Sie niemals einen Hornhauthobel oder spitze Gegenstände zum Entfernen der Hornhaut. Dadurch können Sie sich schnell Verletzungen zufügen. Danach cremen Sie Ihre Füße mit einer Fußcreme aus der Apotheke oder Drogerie ein, damit sie geschmeidig bleiben. Die regelmäßige Entfernung der Hornhaut schützt Sie auch vor Hühneraugen.

Schrunden sind kleine spaltförmige Risse in Ihrer Haut. Betroffen sind oft die Fußsohlen und die Fersen mit zu dicker Hornschicht. Gönnen Sie Ihren Füßen eine Intensivkur: Tragen Sie eine Schrundensalbe (Drogeriemarkt) mit Harnstoff (Urea) vor dem Zubettgehen dick auf die gereinigten und gut abgetrockneten Füße auf. Ziehen Sie Socken darüber und lassen Sie die „Salben-Packung“ über Nacht einwirken. Bessern sich Ihre Beschwerden nicht, hilft Ihnen nur eine Behandlung bei einem professionellen Fußpfleger (Podologe).

Selbsthilfe bei Fersensporn und Ballenzeh

Wenn die Ferse dauerhaft zu stark belastet wird, kann sich dort eine kleine, aber sehr schmerzhafte und druckempfindliche Verdickung bilden: der Fersensporn. Der Ursprung sind kleine Risse und Entzündungen im Sehnengewebe, die vom Körper nach und nach mit Kalk umhüllt werden. Folgende Therapiemöglichkeiten gibt es bei einem Fersensporn:

  • speziell angepasste Einlagen, um den Schmerzpunkt zu entlasten
  • entzündungshemmende Schmerzmittel als Injektion
  • Stoßwellentherapie (Zerstörung der Kalkablagerungen durch Schallwellen)
  • operative Entfernung

Um einem Fersensporn vorzubeugen, sollten Sie stets darauf achten, dass Ihre Schuhe nicht zu eng sind. Wichtig sind eine gute Fersenstütze und (vor allem bei Sportschuhen) ein dämpfendes Kissen unter der Ferse. Zu enge und spitze Schuhe sind nicht nur die Ursache von Hühneraugen, sondern auch für einen Ballenzeh (Hallux valgus). Dabei ist die große Zehe nach innen abgewinkelt und liegt über den anderen Zehen. Der Fußballen wölbt sich nach vorne. Im fortgeschrittenen Stadium hilft meist nur noch eine Operation. Tragen Sie deshalb möglichst breite Schuhe und Sandalen so oft wie möglich.

So werden Sie Ihre Blasen am Fuß los

Schmerzhafte Blasen, Nagel- und Fußpilz sind typisch für Sportlerfüße. Blasen entstehen als Reaktion auf Reibung. Der Körper schützt auf diese Weise die tiefer gelegenen Gewebeschichten. Zunächst läuft man sich die Stelle wund und es brennt. Danach bildet sich eine mit Gewebeflüssigkeit gefüllte Blase. Erst wenn die Blase aufplatzt und eine Wunde entstanden ist, kümmern sich die meisten Betroffenen darum, weil der Schmerz zu stark wird. Die modernen Pflaster aus der Apotheke (z. B. Compeed) können jedoch zu jedem Stadium der Blasenbildung eingesetzt werden. Die Blasen heilen schneller ab als mit herkömmlichen Pflastern.

Im Gegensatz zu früheren Annahmen ist es nicht günstig, wenn Luft an die Blase kommt. Bei der Wundheilung gilt heute: Das verletzte Gewebe sollte feucht gehalten werden. Da sich dann keine Kruste bildet, heilt die Wunde bedeutend schneller ab. Dabei helfen Ihnen Pflaster mit Hydrokolloiden, die Wasser binden. So wird die Wunde feucht gehalten und der natürliche Heilungsprozess beschleunigt. Je früher das Blasenpflaster angewendet wird, desto schneller klingt die Blase ab.

Sportler: Halten Sie ein Auge auf Ihre strapazierten Füße

Besonders Ihre Füße müssen beim Sport wahre Höchstleistungen erbringen. Darum sollten Sie diese gut pflegen. Nach jedem Duschen sollten diese gründlich abgetrocknet werden, auch in den Zwischenräumen zwischen den Zehen. Hornhaut sollte vorsichtig mit einer Hornhautraspel abgetragen werden. Danach können die Füße mit spezieller Pflegesalbe eingecremt werden. Da Sportler besonders häufig von Fuß- oder Nagelpilz betroffen sind, müssen die Füße täglich inspiziert werden. Denn in gemeinschaftlichen Umkleide- und Nassbereichen besteht eine hohe Ansteckungsgefahr mit Fuß- oder Nagelpilz. Zudem werden die Zehnägel beim Sport stark belastet, denn sie stoßen im vorderen Teil des Fußes innen an den Schuh. Kleine Verletzungen öffnen dann Pilzsporen Tür und Tor.


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Fußpilz macht sich durch schuppige Haut und Rötungen zwischen den Zehen bemerkbar, wogegen sich Nagelpilz durch eine gelbliche Verfärbung der Zehnägel zeigt. In beiden Fällen sollte der Pilz mit einem Anti-Pilzmittel aus der Apotheke schnell behandelt werden. Pedikürewerkzeug, Handtücher und Socken sollten Sie nicht mit anderen teilen und nach jedem Gebrauch säubern oder waschen.

Nicht jeder Fußpfleger hat eine fundierte Ausbildung

Bei größeren Problemen kann sich für Sie ein Besuch bei einem gut ausgebildeten medizinischen Fußpfleger (Podologen) lohnen. Das gilt vor allem für Diabetiker. Als Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels werden die Nerven der Füße zunehmend unempfindlicher und die Durchblutung ist gestört. Die Folge können langwierige Geschwüre und schlecht heilende Wunden sein. Im Extremfall droht die Amputation. Als Diabetiker sollten Sie sich deshalb die Füße immer von einem Spezialisten pflegen lassen und niemals selbst Hand anlegen, da Sie kleinere Verletzungen möglicherweise nicht bemerken würden.

Aber Vorsicht: Die Bezeichnung „Fußpfleger“ ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt. Also darf sich im Grunde fast jeder so nennen. Eine fundierte Ausbildung haben meistens medizinische Fußpfleger. In der Regel kann Ihnen auch Ihr Arzt einen gut ausgebildeten medizinischen Fußpfleger in Ihrer Nähe nennen.

Podologin bei der Fußpflege© Adobe Stock – D. Ott

So bringen Sie Ihre Füße in Topform

Im Folgenden finden Sie vier Übungen, die Ihre Fußmuskulatur lockern und kräftigen.

Übung 1: Gehen Sie so oft wie möglich barfuß

Barfußlaufen stärkt Ihre Fußmuskulatur. Ohne Schuhsohlen, Dämpfung und Halt müssen Ihre Füße sensibler auf Unebenheiten im Boden reagieren. Barfußgehen auf Naturböden (Sand, Wiese, Flusskiesel) ist für Ihre Füße eine Art Allheilmittel. Ziehen Sie auch in Ihrer Wohnung öfter mal die Schuhe aus und gehen Sie auf Socken umher.

Übung 2: Zehengymnastik

Pro Fuß fünf Wiederholungen:

  • Ziehen Sie so oft wie möglich Ihre Schuhe aus und wackeln Sie mit allen Zehen.
  • Spreizen Sie Ihre Zehen so weit wie möglich auseinander.
  • Ziehen Sie Ihre Zehen anschließend so kräftig wie möglich zusammen.
  • Stellen Sie sich im Sitzen auf die Zehenspitzen, Spannung kurz halten.

Übung 3: Kleines Stretching

Pro Fuß fünf Wiederholungen: Ziehen Sie einfach Ihre Zehen sanft mit der Hand nach oben. Das dehnt Ihre Zehenbeugemuskulatur.

Übung 4: Zehenzange

Greifübungen kräftigen Ihre Zehenbeugemuskulatur und stabilisieren Ihr Fußgewölbe. Pro Fuß zehn Wiederholungen:

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder den Boden.
  • Legen Sie ein Handtuch vor Ihre Füße auf den Boden.
  • Versuchen Sie, mit Ihren Zehen das Tuch zu greifen, es aufzuheben und danach wieder fallenzulassen.
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