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Senk- und Spreizfüße: Wenn Ihre Schritte nicht mehr federn

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Wahrscheinlich schenken Sie Ihren Schritten nicht viel Aufmerksamkeit. Dabei ist das Gehen ein komplexer Vorgang – vor allem für Ihre Füße.

Da Ihre Füße das gesamte Körpergewicht tragen und im Stehen ausbalancieren müssen, unterliegen sie einem höheren Druck und Verletzungsrisiko als jedes andere Körperteil.

Senkfüße Spreizfüße
Jahre der Beanspruchung können die hintere Schienbeinmuskelsehne schwächen, die sonst das Fußgewölbe stützt, sodass eine Fußfehlstellung enorm begünstigt werden kann.

 

Eine der häufigsten Fußstörungen ist der Senkfuß. Dazu kommt es, wenn die Sehnen, die die Fußgewölbe stützen, an Spannkraft verlieren. Es kann auch zu ernsteren Problemen von Fuß, Knöchel, Knie und Hüfte führen. Einfache orthopädische Hilfsmittel können vor diesen Komplikationen schützen.

Warum die Fußgewölbe wichtig sind

Ihre Füße sind hoch spezialisierte Strukturen. Jeder einzelne besteht aus 26 Knochen, die durch 33 Gelenke verbunden sind und Ansatzpunkt für über 100 Muskeln, Sehnen und Bänder sind. Die einzigartige Struktur resultiert in der Bildung der Fußgewölbe.

Während Sie gehen, helfen diese elastischen Bögen dabei, das Körpergewicht optimal auf den Füßen zu verteilen.

Ebenso wichtig sind die Bögen beim Laufen. Sie fungieren als starre Hebel für flüssige Bewegungen, gleichzeitig müssen sie Spannkraft und Elastizität vereinen, um Unregelmäßigkeiten des Bodens auszugleichen.

Im Alter von 12 bis 13 Jahren ist die Fußform schon fertig

Bei den meisten Menschen entsteht die gewölbte Fußform während der Kindheit und ist im Alter von 12 bis 13 Jahren fertig. Probleme können erst entstehen, wenn sich der Fuß danach allmählich wieder absenkt.

Jahre der Beanspruchung können die Sehne schwächen, die sich an der Innenseite Ihrer Knöchel bis zu den Zehen zieht. Es ist die Sehne des hinteren Schienbeinmuskels. Sie ist die Hauptstütze des Fußgewölbes.

Wenn diese Sehne an Spannkraft verliert, sehen Ihre Füße sehr flach aus. Vielleicht verspüren Sie Schmerzen auf der Innenseite Ihres Knöchels, was sich besonders beim Treppensteigen oder Laufen über unebenes Gelände bemerkbar machen kann. Auch eine Schwellung kann auftreten.

Senkfüße können weitere Probleme nach sich ziehen

Einige Menschen verlieren den Halt in ihren Fußgewölben auf Grund von Belastungen ihrer Füße. Ursache können Übergewicht, Verletzungen des Fußes, der Gelenke oder bestimmte Arthroseformen sein. Außerdem kommen Senkfüße vor allem bei Diabetikern vor, da häufig die Blutversorgung der Füße und damit der Sehnen gestört ist.

Senkfüße können wiederum weitere Probleme nach sich ziehen, darunter Entzündungen und Schmerzen in den Bändern der Fußbettes (Plantar Fasciitis), Achilles-Sehnenentzündung, Schienbeinschmerzen, Ermüdungsbrüche, entzündete Fußballen und Schwielen. Da Senkfüße auch die gesamte Körperhaltung beeinflussen, können auch Probleme mit den Knie- und Hüftgelenken entstehen.

Wie der Arzt Ihren Füßen hilft

Ihr Arzt kann meistens die Diagnose nur durch Untersuchung der Füße feststellen. Operationen sind bei den meisten Senkfüßen nicht notwendig. Aber wenn Sie unter chronischen Schmerzen leiden, die auf Senkfüße zurückgehen, kann Ihnen das Tragen einer speziellen Schuheinlage – eine so genannte Orthese – Linderung verschaffen. Orthesen, die speziell an Ihre Füße angepasst werden, werden wie andere Schuheinlagen getragen.

 Senk Spreizfüße
Eine Orthese kann Ihnen dabei helfen, Senk- und Spreizfüße wieder in ihre richtige Form zu bringen und so letztlich zu einem Ende der Schmerzen führen. © Adobe Stock – Dan Race

 

Wenn Sie ein Paar Orthesen bestellen, wird man wahrscheinlich einen Abdruck Ihrer Füße anfertigen. Dieser Fußabdruck wird an den Orthesenhersteller geschickt, wo Techniker eine Schuheinlage formen, die den Vorgaben Ihres Arztes entspricht. Vielleicht empfiehlt Ihnen Ihr Arzt zusätzlich noch einen Stützverband für den Knöchel.

Nach Anpassen der Orthesen können die Symptome vollständig verschwinden

Je nach Schwere der Symptome kann Ihr Arzt dazu raten, innerhalb der ersten 6 Wochen nach Anpassung der Orthese das Transportieren schwerer Lasten zu vermeiden. Dadurch können Schwellung und Schmerzen aus Ihrem Fuß verschwinden und die alte Beweglichkeit ist wiederhergestellt.

Wenn die Symptome erst einmal verschwunden sind, können viele Menschen Ihre normalen Aktivitäten inklusive Sport wieder aufnehmen. Jedoch eignen sich besonders solche Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, die keine Gewichte mit einbeziehen. Außerdem wird Ihr Arzt Ihnen vielleicht empfehlen, die Orthese auch später beim Laufen zu tragen.

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