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Bei unruhigen Beinen hilft eine Kombination aus Sport, Hausmitteln und Medikamenten

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie wissen, dass Sie mir Ihre Fragen per Mail schicken können.

Die meisten kann ich auch schnell beantworten, bei anderen dagegen merke ich, dass sie so interessant sind, dass ich das Thema gerne auch breiter aufgreifen möchte. So ging es mir auch mit dem Thema „Restless Legs“ (Unruhige Beine).

Unruhige Beine – hierzulande ein Massenphänomen

Mehrere Leser hatten angefragt, woher diese Krankheit kommt und wie sie ausgelöst wird. Ich hoffe, ich kann Ihnen heute weiterhelfen.

Dass das Thema von breiterem Interesse ist, habe ich daran gemerkt, dass in Deutschland schätzungsweise bis zu 4 Millionen Menschen unter dem Symptom des Beinekribbelns leiden.

Die ersten Anzeichen

Oft wird das Krankheitsbild nicht erkannt, vielen Menschen ist es sogar völlig unbekannt. Experten nennen es das Restless Legs Syndrom (RLS).

Restless Legs heißt wörtlich übersetzt „unruhige Beine“ – eine Übersetzung, die schon gleich eines der Hauptsymptome der Krankheit aufzeichnet: Ein Unruhegefühl in den Beinen, zu dem sich das Bedürfnis gesellt, einfach loszulaufen, um das Kribbeln, dass die Betroffenen verspüren, zu vergessen.

Oft wachen Betroffene auf, weil die Muskeln ihrer Beine unwillkürlich zucken und sie ihre Beine vermehrt im Schlaf bewegen.

Beinbewegungen sind typisch für das RLS. Ebenso typisch für das RLS ist, dass die Beschwerden gewöhnlich in Ruhe auftreten, gegen Abend schlimmer werden und gegen 2 Uhr in der Nacht ihren Höhepunkt erreichen.

Patienten leiden deshalb oft unter massiven Ein- und Durchschlafstörungen.


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Mögliche Ursachen des RLS

Primäres RLS: Primär bedeutet, dass eine eigenständige Ursache der Krankheit vorliegt.

Experten vermuten, dass die Informationsübertragung durch bestimmte Botenstoffe (Dopamin) bei den Nervenzellen im Gehirn gestört ist. Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler, dass RLS vererbt wird.

Restless Legs als Folgeerkrankung: RLS kann auch durch folgende Krankheiten verursacht werden (symptomatische RLS):

  • ausgeprägte Nierenfunktionsschwäche
  • Blutarmut infolge Eisenmangel
  • Polyneuropathie.

RLS kann außerdem durch die Einnahme von bestimmten Psychopharmaka oder durch Genussmittel (Kaffee, Alkohol) hervorgerufen werden.

Wenn die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist, kann RLS – unter ärztlicher Kontrolle – mit Medikamenten wie z.B. Opiaten behandelt werden. Opiate (z.B. Codein) werden in besonders schweren Fällen gezielt gegen die nächtlichen Beinbewegungen eingesetzt.

Das Mittel erster Wahl ist für viele RLS-Betroffene ein Kombinationspräparat, mit dem auch Parkinson-Kranke behandelt werden.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Wirkstoffe dieser Arzneimittel (Levodopa und Benserazid) die unangenehmen Beschwerden von RLS deutlich lindern können.

Was können Sie gegen „unruhige Beine“ tun?

  • Betreiben Sie regelmäßig einen Sport, bei dem Sie Ihre Beine bewegen (z.B. Gymnastik, Schwimmen, Radfahren).
  • Geben Sie Ihrem Schlafbedürfnis nach, auch am Tag. Starke körperliche Anstrengung am Tag kann den Schlaf nicht erzwingen.
  • Kaffee und Alkohol sollten Sie lieber meiden.
  • Einfache Hausmittel helfen bei leichten Beschwerden, z.B. Wechselduschen, Massagen oder Wärme- bzw. Kälteanwendungen (Eispackungen, Wärmflasche).

RLS: Zu viel Glutamat verhindert genügend Schlaf

Restless Legs Syndrom ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen. Immerhin rund 10 Prozent aller Deutschen sind von dieser Krankheit betroffen, von der wir nur wissen, dass Dopamin, ein Nervenbotenstoff, an ihr beteiligt ist.


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Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Patienten gerade abends und nachts unter einem starken Drang leiden, sich zu bewegen.

Jeder Entspannungsversuch sorgt dafür, dass die Symptome noch stärker werden – erst wenn dem Drang nachgegeben wird, verringern sich die Beschwerden.

Hinzu kommen starke Schlafprobleme, die auch dann oft nicht verschwinden, wenn die Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden.

Forscher der John Hopkins University School of Medicine haben nun herausgefunden, dass die schlaflose Nächte, die viele der RLS-Patienten zusätzlich quälen, durch Glutamat, einen bestimmten Botenstoff, ausgelöst werden können.

Sie hatten eine kleine Musterstudie mit 28 erkrankten und 20 gesunden Menschen durchgeführt. Angewandt wurde die Magnetresonanztherapie – mit ihr wurde die Aktivität von eben diesem Glutamat bestimmt.

Es handelt sich dabei um einen Neurotransmitter, der regelt, wie wach wir wann sind. Bei der Untersuchung konzentrierten sich die Forscher auf den Thalamus.

Dieser Bereich im Gehirn reguliert Bewusstsein und Schlaf.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Patienten, die unter RLS litten, einen unnormal hohen Glutamat-Spiegel im Gehirn aufwiesen. Je mehr Glutamat sich nachweisen ließ, umso schlechter war der Schlaf.

Bei den gesunden Studienteilnehmern war dieser Zusammenhang nicht zu finden.

Auch lässt sich so eventuell erklären, warum Patienten mit RLS nur rund 5,5 Stunden pro Nacht schlafen, tagsüber aber nicht müde sind. Das Glutamat hält das Gehirn Tag und Nacht wach.

Nach Aussage der Forscher sollte die Therapie von RLS überdacht werden – es gibt bereits Medikamente, die sich auf den Glutamatspiegel auswirken; diese werden aber nur selten eingesetzt.

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Alte Kommentare
  • Margret Vennemann schrieb am 28.03.2013, 09:35 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren. Ich rauche nicht,ich trinke nicht, treibe viel Sport,mache jeden Tag Wechselduschen der Beine und leide auch am Tag unter diesem Syndrom der Nachts seinen Höhepunt erreicht. Bekomme Restex verschrieben. Aber die helfen auch nicht die ganze Nacht.