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Falsches Essen als potentieller Auslöser für Migräne?

Migräne beschert ungefähr 8 Millionen Deutschen unerträgliche Kopfschmerzen – das sind 10 Prozent der Bevölkerung! Bei manchen Betroffenen kann die Ernährung von entscheidender Bedeutung sein. Falls Ihre Migräne von bestimmten Nahrungsmitteln ausgelöst wird, kann der Verzicht darauf möglicherweise dazu beitragen, dem Kopfschmerz zu entgehen.

Migräne beschert den Betroffenen unerträgliche Kopfschmerzen
Migräne beschert den Betroffenen oft unerträgliche Kopfschmerzen © WavebreakmediaMicro - Fotolia

Migränekopfschmerzen: Anders und schmerzhaft

Ein Migränekopfschmerz kann vier bis 72 Stunden anhalten. Er ist anders und auch schmerzhafter als ein Spannungskopfschmerz, den Sie vielleicht nach einem stressigen Tag bekommen. Eine Migräne kann einen pochenden Kopfschmerz hervorrufen, der in manchen Fällen den Betroffenen an der Verrichtung jeglicher Aktivitäten hindert. Einige oder alle der folgenden Symptome können den Schmerz begleiten:

  • verschwommenes Sehen
  • Flimmern vor den Augen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kribbeln in den Armen oder Beinen
  • ungewöhnliche Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen

Bei einigen Personen mit Migräne tritt auch das Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln auf sowie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und häufiges Gähnen.

Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln?

Nahezu alle Äußerungen Ihres Lebensstils oder Reize Ihrer Umwelt können Triggerfaktoren für bestimmte Veränderungen im Gehirn sein, die zu einer Migräne führen. Bis zu 20 Prozent der Anfälle können jedoch mit bestimmten Nahrungsmitteln oder einer Kombination von Nahrungsmitteln in Verbindung gebracht werden. Obwohl in medizinischen Kreisen immer noch über diese These diskutiert wird, enthalten wahrscheinlich einige Nahrungsmittel chemische Verbindungen, die eine Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn von Migränepatienten verursachen. Diese Gefäßerweiterung ist es, die den Migränekopfschmerz auslöst, nicht das Nahrungsmittel selbst.

Folgende Nahrungsmittel und Nahrungsmittelzutaten gehören zu den Triggerfaktoren:

  • Alkohol, besonders Rotwein und Bier
  • reife Käsesorten
  • Koffein, besonders bei beginnendem Koffeinentzug
  • Schokolade
  • vergorene, eingelegte oder marinierte Nahrungsmittel
  • Fleisch, das mit Nitrat konserviert wird
  • Nüsse
  • Pizza
  • Lebensmittel, die mit Glutamat hergestellt werden

Außerdem kann ein Zusammenhang zwischen der Temperatur der Nahrungsmittel und Migränekopfschmerzen bestehen (zum Beispiel sehr kalte Lebensmittel).

Auch Schokolade kann bei manchen Menschen einen Migräneanfall auslösen.
Schokolade kann bei manchen Menschen eine Migräne auslösen. © Adobe Stock – Marco Mayer

Ihre Aufgabe: Erkennen Sie den Zusammenhang

Das Wichtigste darf man jedoch nicht außer acht lassen: Nicht alle diese Nahrungsmittel rufen bei jedem Menschen eine Migräne hervor. Die meisten Migränepatienten können sie ohne nachfolgenden Anfall genießen. Außerdem ist es möglich, dass selbst bei einer nahrungsmittelbedingten Migräne nur ein einziges Produkt auslösend wirkt. Und dieses ruft möglicherweise auch nicht jedes Mal eine Migräne hervor, wenn Sie es essen.

Leider heißt das auch, dass es Zeit und Geduld braucht, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Ihren Kopfschmerzen und bestimmten Lebensmitteln herauszufinden.

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Aufzeichnungen führen auf die richtige Spur

Die Führung eines Migränetagebuches ist eine der besten Methoden, migräneauslösender Nahrung auf die Spur zu kommen. Benutzen Sie ein Heft zur Aufzeichnung Ihrer Migräneattacken und der dazugehörigen Einzelheiten. Achten Sie darauf, dass Sie folgende Daten notieren:

  • Datum und Uhrzeit des Auftretens der Kopfschmerzen
  • Symptome vor, während und nach der Migräneattacke
  • Beschreibung des Schmerzes, der Schmerzregion im Kopf und seiner Stärke
  • Behandlung des Schmerzes, zum Beispiel durch Einnehmen eines Schmerzmittels (z. B. Acetylsalicylsäure) oder die Anwendung einer Eispackung
  • Was Sie gegessen und getrunken haben und welcher Beschäftigung Sie am Tage des Kopfschmerzes und den Tagen davor nachgingen

Es ist sinnvoll, eventuelle Veränderungen im Alltag festzuhalten, die sich unmittelbar vor dem Migräneanfall ereignet haben. Standen Sie beispielsweise anders als gewohnt unter Stress oder schliefen Sie an dem Tag länger oder kürzer als sonst?


Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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Die Migräne in den Griff bekommen

Wenn Sie ein Muster in Ihrem Migränetagebuch erkennen können, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, auch wenn die Diagnose bereits gestellt worden ist. Wenn Ihr Arzt mit Ihnen übereinstimmt, dass Ihre Migräne nahrungsmittelbedingt ist, wird er Ihnen wahrscheinlich raten, bestimmte Produkte zu meiden.

Sie können sich zusätzlich auch an eine anerkannte Ernährungsberatungsstelle wenden, um Migräneanfälle zu reduzieren. Dort kann man Ihnen als Ersatz für die verdächtigten Lebensmittel Alternativen empfehlen und Ihnen bei der Planung von Mahlzeiten helfen. Allerdings ist das Aufspüren und Vermeiden nahrungsmittelbedingter Migräneauslöser nur Teil einer umfassenden Behandlung. Sie sollten auch die Möglichkeiten in Betracht ziehen, die eine Migräne verhindern oder den Schmerz eindämmen, sobald er beginnt.

Je weniger Magnesium, desto mehr Migräne

Studien zeigen: Migränepatienten haben einen erniedrigten Magnesiumgehalt in Serum, Speichel und Blutzellen. Je niedriger die Magnesium-Blutspiegel bei Patienten sind, desto häufiger ist mit Migräne zu rechnen. Wissenschaftler bringen Mangel unter anderem mit einer Gefäßverengung im Gehirn und einer erhöhten Empfindlichkeit der Nervenzellen auf Botenstoffe wie Serotonin in Verbindung.

Wenn Sie unter Migräne leiden, kann es also hilfreich sein, auf eine gute Magnesiumversorgung zu achten. Das gilt besonders, wenn Sie öfter unter Stress stehen, denn Ihr Körper verliert unter Stress vermehrt Magnesium über den Urin. Dies spielt für Sie als Migränepatient eine doppelte Rolle, denn Stress kann einerseits selbst ein Auslöser Ihrer Kopfschmerzen sein, andererseits erhöht ein schlechter Magnesiumstatus Ihr Risiko.

Ein Magnesiummangel kann einen Migränekopfschmerz hervorrufen.
Ein Magnesiummangel kann einen Migränekopfschmerz hervorrufen. © www.fzd.it - Fotolia

So einfach steigern Sie Ihre Magnesiumversorgung

Eine einfache Möglichkeit, Ihre Magnesiumzufuhr gezielt zu verbessern, ist der tägliche Genuss von magnesiumreichem Mineralwasser mit mindestens 100 mg pro Liter. Außerdem:

  • Ersetzen Sie Weißmehlprodukte durch Vollkornprodukte.
  • Grüne Bohnen, Grünkohl, Spinat, Naturreis und Kartoffeln sind eine gute Quelle.
  • Essen Sie fettarme Milchprodukte.
  • Bauen Sie Hülsenfrüchte in Ihren Speiseplan ein.
  • Gönnen Sie Ihrem Körper immer wieder Kürbiskerne, Leinsamen oder Sesamsamen.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, der die Magnesiumaufnahme behindert.

Kaffee mit Zitrone hilft gegen akute Schmerzen

Eine natürliche Hilfe bei leichter Migräne kann Kaffee mit Zitrone sein. Das Koffein erhöht die Durchblutung Ihres Gehirns und das Vitamin C aus der Zitrone begünstigt die Bildung von Noradrenalin, das Ihren Kopfschmerz dämpft. Wichtig ist, dass der Kaffee wirklich stark ist und Sie dazu den Saft von mindestens einer halben Zitrone verwenden.

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