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Riesenzell-Arteriitis: Wenn Sie von Kopfschmerzen geplagt werden

Kopfschmerzen sind neu für Sie. Und diese Kopfschmerzen, die Sie seit Neuestem verspüren, sind so schmerzhaft, dass Sie überlegen, ob Sie Migräne haben. Sogar Ihre Kopfhaut ist empfindlich. Eigentlich tut Ihnen alles weh. Vor allem sind Ihre Schultern steif und Sie brauchen morgens eine ganze Weile, bis Sie sich gelockert haben.

Solche Symptome können mit einer Entzündung zusammenhängen, die vor allem die Kopfarterien betrifft. Der medizinische Fachbegriff für diese Erkrankung lautet Riesenzell-Arteriitis (auch Arteriitis temporalis oder kraniale Arteriitis). Obwohl diese Krankheit bislang nicht heilbar ist, kann eine frühzeitige Behandlung die Symptome lindern und die Entzündung abklingen lassen. Die Entzündung zu verringern, ist sogar ein wichtiges Behandlungsziel, da die Ärzte so eine mögliche Erblindung der betroffenen Patienten verhindern können.

Kopfschmerzen© WavebreakmediaMicro - Fotolia

Riesenzell-Arteriitis: Was geschieht im Körper?

Bisher weiß niemand, wodurch eine Riesenzell-Arteriitis ausgelöst wird. Diese Gesundheitsstörung betrifft die innere Auskleidung von Arterien, insbesondere der mittelgroßen Arterien am Kopf, Nacken und den Armen. Wenn sich diese Arterien entzünden und anschwellen, fließt weniger Blut ins Körpergewebe, welches dann schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ab einem bestimmten Schweregrad der Entzündung können sich die Arterien sogar komplett verstopfen, was sowohl zur Erblindung des Betroffenen als auch zu einem Schlaganfall führen kann.

Eng verwandt mit Polymyalgia rheumatica

Die Riesenzell-Arteriitis befällt meist ältere Menschen. Im Durchschnitt tritt sie im Alter von etwa 70 Jahren auf. Nur selten sind Personen betroffen, die jünger als 50 Jahre sind. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Riesenzell-Arteriitis zu erkranken, höher als bei Männern. Zudem ist das Risiko bei den Menschen höher, die bereits eine andere entzündliche Erkrankung haben, die Polymyalgia rheumatica: Etwa 40 Prozent der Patienten mit Riesenzell-Arteriitis erkranken gleichzeitig daran. Polymyalgia rheumatica ist eine entzündliche Erkrankung, die in der gleichen Bevölkerungsgruppe auftritt wie die Riesenzell-Arteriitis. Allerdings ist sie weiter verbreitet als letztere.

Viele Ärzte sind der Meinung, dass beide Erkrankungen nahe Verwandte sind. Polymyalgia rheumatica verursacht großflächig mäßige bis schwere Muskelschmerzen und Gelenksteife, die sich häufig an den Schultern, den Hüften oder dem Nacken manifestieren. Steifheit und Schmerzen sind in der Regel am Morgen stärker. Die Symptome können sowohl langsam oder auch sehr plötzlich auftreten. Wenn diese Erkrankung unbehandelt bleibt, kann sie über Jahre hinweg Schmerzen verursachen, bevor sie langsam abklingt. Durch die Behandlung mit relativ niedrigen Dosen von Prednison können die Symptome der Betroffenen vollständig beseitigt werden. Die Anfangsdosis wird dabei langsam mit der Besserung der Krankheit über einen Zeitraum von ein oder zwei Jahren, manchmal auch mehr, verringert.


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Klassische Anzeichen der Erkrankung

Das klinische Bild und die Symptome der Riesenzell-Arteriitis sind recht variabel. Am häufigsten verspüren die Patienten neuartige und starke Kopfschmerzen. Zu den weiteren Symptomen zählen:

  • empfindliche, verdickte Arterie in der Schläfenregion
  • empfindliche Kopfhaut
  • ungewöhnliche Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • geringes Fieber (bzw. leicht erhöhte Temperatur)
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • Schmerzen der Kaumuskulatur des Kiefers (Claudicatio) beim Kauen
  • neu auftretende Schmerzen und Steifheit der Schultern und Hüften, die sich bei Bewegung kurzfristig bessern
  • verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
  • zeitweiliger oder dauerhafter Verlust des Sehvermögens an einem oder beiden Augen
  • unterschiedlicher Blutdruck an den Armen, verursacht durch verengte Arterien

Dianose und Behandlung

Ihr Arzt wird zur genauen Diagnosestellung außer einer körperlichen Untersuchung auch einen speziellen Bluttest durchführen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist ein spezifischer Hinweis für eine Entzündung im Körper. Bei der Riesenzell-Arteriitis ist dieser Wert stets erhöht. Falls Ihr Arzt diese Erkrankung vermutet, kann die Diagnose mit einer Gewebeentnahme unter örtlicher Betäubung bestätigt werden. Gewöhnlich wird die Biopsie von den Schläfenarterien entnommen.

Die beste Therapie dieser Erkrankung ist die Sofortbehandlung. Denn so können eine Erblindung oder möglicherweise ein Schlaganfall verhindert werden. Typisch ist das schnelle Ansprechen der betroffenen Patienten auf die Einnahme hoher Dosen von Prednison. Danach wird der behandelnde Arzt entsprechend der Besserung der Blutwerte und der klinischen Symptome die Dosis langsam über Monate hinweg stufenweise reduzieren. In den meisten Fällen müssen die Betroffenen über zwei Jahre behandelt werden. Obwohl die Langzeiteinnahme von Prednison auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringt, gibt es keine erprobte Alternativtherapie. Allerdings werden derzeit neue Medikamente zur Behandlung der Riesenzell-Arteriitis in Studien getestet, unter anderem auch in der Mayo Clinic. Grundsätzlich kann es bei einigen Patienten im Verlauf von Jahren zu einer Wandschwäche der Hauptschlagader (Aorta) kommen. Sie kann zu einer Aussackung des Blutgefäßes führen (Aneurysma) mit der Gefahr des Einreißens.

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