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Kondome: Verhütungsmittel und sicherer Krankheitsschutz in einem

240 Mio. Kondome werden in Deutschland jedes Jahr gekauft und die Tendenz steigt. Anwender können zwischen unzähligen Farben und Größen wählen. Ob mit Geschmack, genoppt, gerippt oder extra dünn sind nur einige der zur Auswahl stehenden Varianten. Namen für das Kondom gibt es fast so viele wie Kondomvarianten – Gummi, Präservativ, Pariser und so weiter.

Schon im 18. Jahrhundert wurden erste wirksame Formen von Kondomen genutzt, sie bestanden zum Beispiel aus Schafsdärmen. 1855 wurde dann das erste Kondom aus vulkanisiertem Kautschuk von Charles Goodyear hergestellt und 1870 gingen sie in Serienproduktion. Damals waren Kondome noch ohne Reservoir zum Auffangen der Samenflüssigkeit gefertigt und 2 mm dick. Zum Vergleich: Heutzutage sind Kondome nur noch zwischen 0,04 und 0,05 mm dünn – Wandstärke nennt sich dieser Wert. 1930 entdeckte man die Kondomherstellung aus Latex. Latex ist ein Stoff der Kautschukpflanze und bis heute das am meisten verwendete Material bei Kondomen.

Die Verhütung dem Mann überlassen? Mit Kondomen kein Problem

Kondome sind das einzige Verhütungsmittel für Männer, das keine durchtrennten Samenleiter bedeutet. Alle anderen Verhütungsmittel und -methoden müssen von Frauen eingenommen oder angewendet werden – für Männer gibt es nach dem aktuellen Stand der Forschung bisher keine weiteren erprobten Alternativen.

So funktioniert die Verhütung mit Kondomen

Das Kondom wird vor dem Sex über den errigierten Penis gestreift und fängt den Samenerguss des Mannes beim Orgasmus auf. Beim Herausziehen des Penis nach dem Geschlechtsverkehr sollte das Kondom festgehalten werden, damit es nicht abrutscht. Anschließend kann es einfach in den Hausmüll geworfen werden.

Standardmäßig gibt es Kondome mit einem Durchmesser von 52 bis 56 mm. Manche Hersteller bieten Sonderausführungen an, die eine größere Bandbreite abdecken und von 47 bis 69 mm reichen. Auch für den Oralverkehr können Kondome verwendet werden – dafür gibt es sogar spezielle Kondome mit Geschmack.

Diese Vorteile bieten Kondome

Kondome haben einen ganz entscheidenden Vorteil. Sie sind das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Tripper, Syphilis und Co schützt.

Auch diese Argumente sprechen für Kondome:

  • Sie können in allen Apotheken, Supermärkten und Drogeriemärkten gekauft werden. In vielen Bars und Clubs stehen auch Kondomautomaten und sogar in Tankstellen gibt es die Gummis zu kaufen.
  • Sie sind klein und handlich und sowohl Männer als auch Frauen können sie jederzeit dabei haben.
  • Sie sind nach ein wenig Übung einfach anzuwenden.
  • Im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln oder anderen Varianten (Kupferspirale, Vasektomie) haben Kondome keinerlei Nebenwirkungen.
  • Sie können auch in der Stillzeit nach einer Geburt angewendet werden (hormonelle Verhütungsmittel sind in dieser Zeit nicht geeignet, da die Hormone in die Muttermilch übergehen).
  • Männer können Kondome in verschiedenen Größen kaufen und somit das für ihren Penis am besten passende Modell auswählen.
  • Kondome können die Empfindsamkeit herabsetzen, was besonders für Männer positiv ist, die zu einem frühen Samenerguss neigen.

Dass HIV vor allem in Afrika immer noch ein großes Problem ist, liegt unter anderem daran, dass Kondome dort nicht flächendeckend erhältlich sind. Viele können sie sich schlichtweg auch nicht leisten. Dieses Problem ist in etlichen armen Ländern verbreitet – für Verhütung fehlt häufig das Geld. Da die katholische Kirche die Nutzung von Kondomen nicht gutheißt, werden sie in katholischen Ländern häufig auch bei Verfügbarkeit nicht genutzt.

Diese Nachteile haben Kondome

Sicherheit: Kondome sind nicht das Sicherste aller Verhütungsmittel. Die Anwendung und auch ihre Aufbewahrung tragen entscheidend zu ihrer empfängnisverhütenden und vor Krankheiten schützenden Wirkung bei. Der Pearl-Index von Kondomen liegt bei 2 bis 12, das heißt zwei bis zwölf von 100 Frauen werden trotz der Anwendung eines Kondoms schwanger. Kondome können während des Geschlechtsverkehrs oder auch beim Abziehen danach abrutschen und in seltenen Fällen auch platzen.

Aufbewahrung: Die Aufbewahrung im Portemonnaie ist beliebt, um immer eins dabei zu haben. Sie kann Kondome aber porös werden lassen und auch starke Hitze oder Kälte haben einen Einfluss auf die Qualität. Beim Öffnen der Kondomverpackung kann das Kondom unbemerkt durch Fingernägel beschädigt werden und auch Intimpiercings können das Kondom einreißen lassen. Vor dem Aufziehen eines Kondoms auf den Penis sollte daher ein kurzer Check durchgeführt werden, ob die Verpackung und das Kondom unbeschadet sind. Anwender sollten das Haltbarkeitsdatum von Kondomen im Blick behalten – falls es überschritten ist, ist das Gummi ein Fall für den Mülleimer.

Nachdenklicher Mann mit Haftnotitz auf der Stirn

Diese Verhütungsmittel für Männer gibt esVerhütungsmittel für den Mann gibt es wenige. Zwar wird immer wieder an neuen Methoden geforscht, bewährt haben sich bisher aber nur Kondome. › mehr lesen

Anwendung: Ein häufiger Fehler bei der Anwendung ist auch das Verwechseln der Innen- und Außeseite des Kondoms. Wurde es bereits falschherum aufgezogen, müssen sich Paare ein neues Kondom schnappen, denn andernfalls ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Vorsichtig sein sollten sie auch mit fetthaltigen Gleitgelen, Salben oder Cremes. Sie können das Latex beschädigen und ebenfalls die Sicherheit beeinträchtigen. Nach dem Sex sollte mit dem Herausziehen des Penis nicht zu lange gewartet werden. Er sollte noch steif sein, da andernfalls das Kondom in der Scheide abrutschen kann.

Weitere Nachteile des Kondoms:

  • Wer kein Kondom dabei hat, hat keine Möglichkeit Geschlechtsverkehr ohne einen zuverlässigen Schutz vor Krankheiten (und auch einer Schwangerschaft, falls die Frau nicht zusätzlich hormonell verhütet) zu haben.
  • Es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die Kondome als Lustkiller bezeichnen. Es nähme dem Liebsspiel die Spontaneität und die Empfindungsstärke beim Sex sei reduziert.
  • Hat einer der beiden Partner eine Latex-Allergie, kann nicht jedes Kondom verwendet werden. Für Allergiker gibt es Kondome aus anderen Materialien wie zum Beispiel Polyurethan.

Ein zuverlässiger Schutz, der Verantwortung beweist

Wenn das Kondom sorgfältig angewendet wird, schützt es in der Regel zuverlässig vor Schwangerschaften und Krankheiten. Gute Kondome erhalten in Deutschland ein Prüfsiegel von der Deutschen Latex-Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft und können bedenkenlos verwendet werden. Bei Billigware ist hingegen Vorsicht geboten, denn nicht immer erfüllen Kondome aus dem Ausland die strengen Qualitätsnormen.

Für Frauen, die mit der Temperaturmethode verhüten, ist das Kondom an den fruchtbaren Tagen die einzige Möglichkeit eine Schwangerschaft zu verhindern. Auch Frauen, die auf eine hormonelle Verhütung verzichten wollen, haben mit dem Kondom eine gute Alternative. Homosexuelle Männer können sich mit Kondomen ebenfalls vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Manche Frauen oder Männer tun sich schwer damit, beim Sex auf ein Kondom zu bestehen. Es sollte jedoch nie verwerflich sein, seine Gesundheit schützen zu wollen. Schließlich weiß man besonders bei neuen sexuellen Bekanntschaften nicht, welche Krankheiten jemand in sich trägt und Vorsicht ist in diesem Fall immer besser als Nachsicht.

Falls ein Kondom mal reißt oder abrutscht, haben Frauen die Möglichkeit mit der “Pille danach” noch eine Schwangerschaft zu verhindern. Bis zu fünf Tage haben sie nach dem “Sexunfall” Zeit, sie sich vom Frauenarzt verschreiben zu lassen. Der Schutz vor Krankheiten ist bei einem geplatzten oder abgerutschten Kondom, das bereits mit Samenflüssigkeit gefüllt ist, nicht mehr gewährleistet.

Alternativen zum Kondom

Alternativen zum Kondom hinsichtlich der Empfängnisverhütung gibt es viele. Für Männer kann es das Durchtrennen der Samenleiter sein, das aber nur schwer rückgängig gemacht werden kann. Für Frauen gibt es weitaus mehr Möglichkeiten zur Verhütung wie zum Beispiel die Antibabypille, die Hormon- oder Kupferspirale, das Verhütungspflaster oder das Hormonstäbchen.

Da aber keine dieser Methoden vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, hat das Kondom ein klares Alleinstellungsmerkmal und kann in Verbindung mit anderen Verhütungsmitteln angewendet werden.

Das Kondom für die Frau – was ist das?

Eine noch nicht sehr verbreitete Alternative zum Kondom ist das sogenannte Femidom, das Kondom für die Frau. Es ist nur in Apotheken erhältlich, gilt als genauso sicher und wird vor dem Sex in die Vagina eingeführt. Es hat ein geschlossenes Ende, das die Frau vor dem Muttermund platziert und ein offenes Ende, das vor den Scheideneingang gesetzt wird. Wie auch das Kondom hat es keine Nebenwirkungen und schützt ebenfalls vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Nach der einmaligen Anwendung gehört es wie auch das Kondom in den Müll.

Von der Funktion ist das Femidom dem Kondom somit sehr ähnlich, viele kennen es aber gar nicht geschweige denn haben es schon ausprobiert. Die Nachteile sind die etwas komplizierte Anwendung, die reduzierte Empfindung und das knisternde Geräusch beim Sex durch das Polyurethan. Auch sind Femidome teuer, drei Stück kosten zwische 8,50 Euro und 10,50 Euro. Für diesen Preis gibt es je nach Hersteller eine Packung Kondome mit bis zu 20 Stück.

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