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Diese Verhütungsmittel für Männer gibt es

Verhütung scheint leider immer noch zum größten Teil Frauensache zu sein und fast alle Verhütungsmittel auf dem Markt richten sich an das weibliche Geschlecht. Dennoch ist die Forschung nicht untätig. Endlich mehr  geeignete Mittel auf den Markt zu bringen, mit dem auch Männer die Verhütungs-Verantwortung übernehmen können, ist das Ziel.

Dabei wollen viele Frauen gar nicht, dass Verhütung zur Männersache wird. Schließlich sind die Frauen diejenigen, die die Konsequenzen einer missglückten Verhütung zu spüren bekommen – sie werden schwanger und tragen das Kind aus. Dennoch gibt es auch immer wieder weibliche Stimmen, die sagen, dass sie sich mehr Initiative des Mannes wünschen, was die Verhütung angeht – die Möglichkeiten sind aber rar gesät.

Kondome: Das gängigste Verhütungsmittel für Männer

Kondome sind ein bewährtes Verhütungsmittel und das einzige, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Sie bestehen in der Regel aus Naturkautschuk (für Allergiker gibt es Alternativen) und werden vor dem Geschlechtsverkehr über den Penis gestreift. Ihr Pearl-Index, also der Indikator wie sicher sie sind, liegt bei 2 bis 12. Das bedeutet, dass Kondome somit nicht sonderlich sicher sind, da von 100 Frauen jährlich zwei bis zwölf trotz der Verhütung mit einem Kondom schwanger werden.

Der Grund dafür liegt in den zahlreichen Anwendungsfehlern, die beim Sex mit Kondom unterlaufen können. Es kann reißen, abrutschen oder sogar falsch herum aufgezogen werden, was die Sicherheit ebenfalls beeinträchtigt. Kondome gibt es von verschiedenen Firmen in unterschiedlichen Größen und Beschaffenheiten und mit ein bisschen Übung ist ihre Anwendung kein Problem.

Kondome schützen als einziges Verhütungsmittel vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Kondome sind ein häufig eingesetztes Verhütungsmittel und zudem ein wichtiges Instrument beim Schutz vor Krankheiten. Gerade bei flüchtigen Sexualkontakten werden sie daher oft benutzt, selbst wenn die Frau eigentlich die Pille nimmt oder auf eine andere Form der mechanischen oder hormonellen Verhütung zurückgreift.

Die Übertragung von HIV, Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe (besser bekannt als Tripper) oder bakterieller Chlamydien kann durch Kondome verhindert werden. Dank des Kondoms kommen die vaginalen Schleimhäute nicht in Kontakt mit den Spermien, die Krankheiten übertragen können und andersherum kann sich auch der Mann nicht über die Schleimhäute der Frau anstecken.

Auch für Paare, die mit der sehr natürlichen Temperaturmethode verhüten, ist das Kondom eine nötige Ergänzung beim Sex während der fruchtbaren Tage. Bei Frauen, die aufgrund von Magen-Darm-Erkrankungen oder der Einnahme von Antibiotika kurzzeitig in ihrer hormonellen Verhütung eingeschränkt sind, sind Kondome ebenfalls das Mittel der Wahl zur zusätzlichen Verhütung.

Frei von Nebenwirkungen und trotzdem ungeliebt

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Hormone oder Kupfer? Alles zur Langzeitverhütung mit SpiraleDie Spirale ist ein beliebtes Verhütungsmittel - das sind die Vorteile und Nachteile der beiden Varianten. › mehr lesen

Kondome haben keine Nebenwirkungen, nur ganz selten kommt es zu Hautreizungen oder Allergien und im Großen und Ganzen sind sie problemlos verträglich. Sie können in jedem Drogeriemarkt oder in der Apotheke gekauft oder sogar aus dem Automaten gezogen werden, ihre Anwendung ist spontan möglich und sie haben keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt des Körpers. Wichtig ist auf das Haltbarkeitsdatum der Kondome zu achten. Auch das Prüfsiegel “CE” sollte auf der Packung stehen. Die gleichzeitige Anwendung von Verhütungsgels oder sonstigen Cremes wird nicht empfohlen, da sie die Wirkung beeinträchtigen können.

Trotz ihrer vielen positiven Eigenschaften sind Kondome für viele Paare aber keine dauerhafte Lösung. In der Handhabung werden sie als lästig empfunden und darüber hinaus können sie das Empfinden beim Sex beeinträchtigen. Wenn die Frau die Verhütung jedoch gerne dem Mann überlässt, sind Kondome die einzige Möglichkeit, ebenso wenn es um den Schutz vor Krankheiten geht.

Dank Sterilisation zur dauerhaften Verhütung

Eine Sterilisation (der medizinische Fachbegriff lautet Vasektomie) ist eine weitere Verhütungsmethode für Männer, allerdings eine ziemlich endgültige. Dabei werden in einem operativen Eingriff die Samenleiter durchtrennt und verschlossen, sodass im Ejakulat keine Spermien mehr enthalten sind. Männer sind durch diesen Eingriff dann unfruchtbar.

Die Sterilisation als Verhütungsmittel zu nutzen, kommt daher nur für Männer infrage, die mit der Familienplanung abgeschlossen haben und keine Kinder (mehr) wollen. Ärzte führen diese Methode in der Regel nur bei Männern ab dem 30. Lebensjahr durch, die eine feste Partnerin haben und die psychisch stabil sind. Sie müssen dem Arzt dann glaubwürdig versichern können, dass sie sich der Folgen des Eingriffs bewusst sind.

Der Pearl-Index der Sterilisation liegt bei 0,1 wodurch sie als sehr sicher gilt. Nur einer von 1000 Männern kann danach trotzdem noch Kinder zeugen, was dann an einem operativen Fehler liegt. Eine Vasektomie kann unter Umständen auch wieder rückgängig gemacht werden, in 50 bis 70 Prozent der Fälle klappt das aber nicht. Männer sollten sich daher sehr gut überlegen, ob sie sich wirklich sterilisieren lassen wollen. Schließlich hält das Leben immer wieder Unabwägbarkeiten bereit und es kann möglicherweise doch nochmal zu einem Kinderwunsch kommen.

Pille für den Mann, Verhütungsgel und Samenleiter-Ventil – wie vielversprechend sind diese Verhütungsmittel für den Mann?

Weitere Ansätze zur Verhütung durch den Mann gibt es viele. Von einer Pille für den Mann ist immer wieder die Rede, die – regelmäßig eingenommen – Auswirkungen auf die Spermienproduktion haben soll. Auch ein Verhütungsgel, das mit einer Spritze injiziert wird und die Samenleiter vorübergehend verklebt, wurde bereits an Tieren getestet, sogar mit Erfolg. Die Wirkung dieses Gels soll zehn Jahre anhalten und mit einer Gegensubstanz bei einem Kinderwunsch auch ganz einfach wieder rückgängig gemacht werden können.

Das Samenleiter-Ventil wurde von einem Deutschen erfunden und wird in den Hodensack implantiert. Die Samenleiter können dann auf Knopfdruck abgeklemmt werden, sodass die Spermien nicht passieren können. Der Erfinder sieht das Ventil als eine Alternative zur dauerhaften Sterilisation, da das Ventil jederzeit wieder geöffnet werden könne.

Bisher konnte sich keine dieser neuen Verhütungsvarianten durchsetzen beziehungsweise hat es überhaupt auf den Markt geschafft. Solange bleibt das Kondom das einzige Verhütungsmittel für den Mann, die Sterilisation ist der deutlich extremere Schritt und will wohl überlegt sein.

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