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Alles zur Antibabypille: Von Wirkung bis Alternativen

Inhalt

Die Antibabypille ist ein beliebtes Verhütungsmittel für Frauen und gilt als sehr sicher. Sie enthält die künstlich hergestellten Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen, die auf den natürlichen Zyklus der Frau einwirken. Sie bietet einige klare Vorteile, ebenso wie eindeutige Nachteile. Alternativen zur Antibabypille gibt es viele, dennoch nutzten im Jahr 2017 fast ein Drittel aller Frauen in Deutschland (28 Prozent, Quelle: statista.de) die Pille zur Empfängnisverhütung.

Antibabypille: So wirkt sie

Das in der Pille enthaltene Östrogen und Gestagen hat eine dreifache Wirkung auf den Körper der Frau.

  1. Der Eisprung wird unterdrückt, indem das Gehirn an der Ausschüttung verschiedener Hormone gehindert wird. Die Frau hat dadurch keine fruchtbaren Tage und es kann gar nicht erst zu einer Befruchtung kommen. Der Hormonspiegel ist an allen Tagen mit Pilleneinnahme weitestgehend konstant.
  2. Der Schleim im Gebärmutterhals wird dicker, sodass Spermien erst gar kein Durchkommen mehr haben.
  3. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird verhindert. Falls doch ein Ei befruchtet wurde, kann es sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Diese 5 verschiedene Pillenarten gibt es

Der Unterschied der Pillen liegt vor allem in der Zusammensetzung der Hormone.

Mikropille: Die Pillenart, die am meisten erhältlich ist und auch am häufigsten verschrieben wird, ist die Mikropille. Sie erhält nur wenig Östrogen, was zu weniger Nebenwirkungen führt als andere Präparate. Wichtig ist, dass sie immer zur selben Zeit eingenommen wird (in etwa alle 24 Stunden). Die Mikropille wird 21 Tage lang eingenommen, anschließend wird eine Pillenpause von 7 Tagen eingelegt, in der es zu einer Blutung aufgrund des abfallenden Hormonspiegels kommt.

Minipille: Mit der Minipille wird der Eisprung nicht verhindert, was die Sicherheit schmälert. Sie ist aber für die Stillzeit geeignet, da sie nur Gestagen enthält. Östrogen in der Muttermilch wäre zu gefährlich für das Baby.

Einphasenpille: Mit einer Einphasenpille nehmen Frauen 28 Pillen ein. 21 davon enthalten Gestagen und Östrogen zu gleichen Teilen und 7 Pillen enthalten keinen Wirkstoff. Sie werden nur eingenommen, um im Rhythmus zu bleiben und nicht durcheinanderzukommen.

Zweiphasenpille: Die Zweiphasenpille enthält in den Tabletten für die ersten 7 Tage nur Östrogen. Erst danach kommt stärker dosiertes Gestagen hinzu.

Stufenpräparat: Bei dem Stufenpräparat wechselt die Hormondosierung der einzelnen Tabletten und passt sich dadurch am ehesten dem natürlichen Hormonhaushalt der Frau an. Mal enthalten die Tabletten mehr Gestagen, mal mehr Östrogen, je nachdem welcher Prozess im Körper gerade angeregt oder unterdrückt werden soll.

Wo gibt es die Antibabypille und wer trägt die Kosten?

In einem Beratungsgespräch mit dem Frauenarzt versucht dieser herauszufinden, welche Pille für welche Frau am besten geeignet ist. Die Antibabypille gibt es nur auf Rezept. Unter 18 Jahren werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, zwischen dem 18. und 20. Lebensjahr müssen Frauen die Rezeptgebühr zwischen fünf und zehn Euro dazuzahlen und ab dem 20. Lebensjahr müssen die Kosten für die Pille selber getragen werden. Unter Umständen können die Kosten für die Pille auch noch nach dem 20. Lebensjahr von der Kasse übernommen werden, wenn zum Beispiel ein medizinischer Grund für die Einnahme der Pille vorliegt (beispielsweise starke Akne oder eine Gefährdung der eigenen Gesundheit durch eine Schwangerschaft).

Die Vorteile der Pille

  • Sicherheit: Sie gilt als sehr sicher – bei richtiger Anwendung beträgt die Sicherheit 99,9 Prozent.
  • Sofortiger Schutz: Sie wirkt ab dem ersten Tag der Einnahme.
  • Bequeme Einnahme: Die Einnahme erfolgt oral und ist absolut unkompliziert auch ohne Wasser möglich.
  • Schwächere Blutung: Blutungsdauer und -intensität nehmen durch die Pille ab.
  • Keine Regelschmerzen: Da die Blutung keine natürliche Regelblutung, sondern nur eine Abbruchblutung ist, entfallen Unterleibskrämpfe und Menstruationsbeschwerden.
  • Schöne Haut: Durch die Hormone wird das Hautbild verbessert, Pickel verschwinden und selbst Akne kann durch die Pille gelindert werden. Sie wird dadurch auch aus medizinischen Gründen verschrieben und nicht nur als Verhütungsmittel.
  • Bestehende Fruchtbarkeit: Trotz langjähriger Pilleneinnahme können Frauen nach dem Absetzen der Pille ganz normal schwanger werden, die Fruchtbarkeit wird nicht beeinflusst.
  • Regelmäßiger Zyklus: Mit der Pille haben Frauen eine gute Zykluskontrolle und wissen immer, wann sie ihre Periode bekommen.
  • Kein PMS: Das prämenstruelle Syndrom (körperliche und emotionale Beschwerden wie zum Beispiel Stimmungsschwankungen oder Unterleibsschmerzen in den vier bis 14 Tagen vor der Regelblutung) bleibt aus, da der natürliche Zyklus unterdrückt wird.

Die Nachteile der Pille

Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen ist die Antibabypille zunehmend in der Diskussion. Immer mehr Frauen bzw. Paare interessieren sich für alternative Verhütungsmethoden. Dies sind die Nachteile der Antibabypille:

Kondom - Nahaufnahme vor weißem Hintergrund

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  • Einnahmefehler: Die meisten Schwangerschaften trotz Pille passieren aufgrund von Einnahmefehlern. Die Pille sollte immer in etwa zur selben Zeit genommen werden. Wenn eine Tablette ausgelassen wird, ist die Wirkung nicht mehr gewährleistet. Falls die Pille durch Durchfall oder Erbrechen kurz nach der Einnahme wieder ausgeschieden wurde, ist die Wirksamkeit ebenfalls stark eingeschränkt.
  • Kein Schutz vor Krankheiten: Die Pille schützt vor einer Schwangerschaft, nicht aber vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Um sich davor zu schützen, ist die zusätzliche Verwendung von Kondomen nötig.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: In Kombination mit anderen Medikamenten (z.B. Antibiotika) kann die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigt sein. Hier empfiehlt sich die Nachfrage beim Arzt und unter Umständen einer zusätzlichen Verhütung durch Kondome für den Monat.
  • Nebenwirkungen: Die Liste der möglichen Nebenwirkungen von Antibabypillen ist lang. Stimmungsschwankungen, Depressionen, weniger Lust auf Sex, Gewichtszunahme, Übelkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in der Brust, erhöhtes Thrombose-Risiko (besonders in Kombination mit Rauchen), erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, negative Auswirkungen auf das Baby in der Stillzeit über die Milch bei zu viel Östrogen.
  • Fruchtbarkeit: Auch wenn die Pille die Fruchtbarkeit nicht einschränkt, kann es nach dem Absetzen lange dauern, bis der Zyklus wieder natürlich funktioniert. Frauen, die die Pille absetzen, um schwanger zu werden, müssen sich gegebenenfalls auf eine längere Wartezeit einstellen.
  • Eingriff in den Hormonhaushalt: Die Pille unterdrückt den natürlichen Zyklus und verändert durch die künstlichen Hormone den Körper der Frau.

Antibabypille: Diese Alternativen gibt es

Die vielen Nebenwirkungen und der starke Eingriff in den Hormonhaushalt sind für viele Frauen ein Grund, die Pille entweder irgendwann wieder abzusetzen oder gar nicht erst zu nehmen. Durch das Ausbleiben des natürlichen Zyklus sagen viele Frauen, dass sie ihren Körper gar nicht richtig kennen und berichten von einem Gefühl der Befreiung, nachdem sie die Pille abgesetzt haben. Andere wiederum vertragen sie nicht und müssen sich daher nach Alternativen umsehen.

Das sind Beispiele für alternative Verhütungsmethoden:

Kondome: Sie sind das einzige Verhütungsmittel, das auch zuverlässig vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Die Sicherheit liegt je nach Zuverlässigkeit der Anwendung bei 88 bis 98 Prozent.

Dreimonatsspritze: Alle drei Monate wird eine Kombination aus Östrogen und Gestagen gespritzt. Die Wirkung und auch die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei der Pille, allerdings entfallen Einnahmefehler.

Verhütungsring: Der Vaginalring gibt konstant geringe Hormonmengen ab, die denselben Effekt wie die Pille haben. Auch hier entfallen tägliche Einnahmefehler und die Hormonmenge ist niedriger als bei der Antibabypille. Dennoch treten auch mit dem Verhütungsring Nebenwirkungen auf. Er muss nach 21 Tagen entnommen werden und nach 7 Tagen Pause wird ein neuer eingesetzt.

Hormonimplantat: Das Hormonimplantat wird unter die Haut gesetzt und gibt über drei Jahre konstant Hormone ab, die eine Schwangerschaft wie auch bei der Pille verhindern.

Kupferspirale: Die Kupferspirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und ermöglicht eine hormonfreie Verhütung. Das Kupfer verändert die Gebärmutterschleimhaut, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Zusätzlich werden Spermien in ihrer Beweglichkeit und Fruchtbarkeit eingeschränkt.

Temperatur messen: Bei der Temperaturmessmethode muss täglich die Körpertemperatur zur selben Uhrzeit gemessen werden. Auf diese Weise können furchtbare und unfruchtbare Tage ermittelt werden. An den fruchtbaren Tagen muss zur Verhütung dann zusätzlich ein Kondom benutzt werden. Diese Methode ist sehr natürlich, allerdings auch recht unsicher und funktioniert nur bei einer sehr genauen und disziplinierten Anwendung.

Diaphragma: Das Diaphragma ist eine Silikon- oder Latex-Membran, die mit Spermizid (ein Gel, das Spermien abtötet) eingerieben und in die Vagina eingesetzt wird.

Sterilisation: Eine Sterilisation ist der radikalste Schritt der Verhütung und sollte erst dann bedacht werden, wenn das Thema Kinderplanung ganz sicher abgeschlossen ist.

Vom Frauenarzt zum Thema Verhütung beraten lassen

Jede Frau ist anders. Für die einen ist die Pille ein unkompliziertes und sicheres Verhütungsmittel, das sie gerne anwenden. Andere vertragen sie nicht oder möchten sie nicht einnehmen, da sie stark in den Hormonhaushalt eingreift. Ein Beratungsgespräch beim Frauenarzt hilft, herauszufinden, welches das beste Verhütungsmittel für eine Frau sein kann und ob die Antibabypille wirklich eine geeignete Option ist.

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