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In welchem Alter sind Frauen am fruchtbarsten?

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Für viele Frauen zwischen 15 und 30 ist vor allem das Thema Verhütung entscheidend. Sie haben Angst vor einer ungeplanten Schwangerschaft und wollen selber den Zeitpunkt für ein Baby bestimmen. Sie nehmen die Pille, lassen sich eine Spirale einsetzen oder gleich für drei Monate empfängnisunfähig spritzen. Dass sie irgendwann Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit bekommen könnten, haben viele dabei noch nicht auf dem Schirm. Schließlich sind in den Medien immer wieder Frauen präsent, die noch mit 40 oder mehr Jahren ein gesundes Baby zur Welt gebracht haben.

In den Dreißigern findet dann bei vielen Frauen ein Umdenken statt. Plötzlich geht es nicht mehr darum, wie sie um jeden Preis eine Schwangerschaft verhindern können. Sie wollen schwanger werden und versuchen ein Baby zu bekommen. Wenn es dann nicht klappt, wächst bei vielen die Verzweiflung.

Die Fruchtbarkeit lässt mit dem Alter nach

Das Alter um Kinder zu kriegen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark nach hinten verschoben. 29,5 Jahre alt sind Frauen heutzutage im Schnitt bei ihrem ersten Kind. Aus biologischer Sicht ist das noch ein unproblematisches Alter. Dennoch lässt die Fruchtbarkeit ab 30 immer stärker nach. Ab 35 Jahren gelten Frauen offiziell sogar als Spätgebärende. Die Risiken während der Schwangerschaft nehmen zu und die medizinische Betreuung dieser Frauen ist dichter als bei jüngeren Frauen.

Wieso werden Frauen mit dem Alter unfruchtbar?

Der Grund für Probleme mit der Fruchtbarkeit bei älteren Frauen liegt in der Abnahme der Eizellen. Frauen sind von Geburt an mit rund einer Million Eizellen ausgestattet. Schon im Pubertätsalter ist die Zahl auf 500.000 geschrumpft. Mit zunehmendem Alter werden es dann immer weniger. Dies liegt nicht nur an den durchschnittlich 400 Eisprüngen, die eine Frau in ihrem Leben hat. Vielmehr ist es die Natur, die die Eizellen absterben lässt.

Alter der FrauVerbleibende Eizellen der bei der Geburt angelegten Reserven
30 Jahre12 Prozent
40 Jahre3 Prozent

Zwar wird durch hormonelle Verhütungsmittel der Eisprung unterdrückt und auf diese Weise werden vermeintlich Eizellen “eingespart”. Diese Anzahl ist aber verschwindend gering im Vergleich zu der Anzahl der Eizellen, die einfach so mit den fortschreitenden Lebensjahren abstirbt. Es gibt sogar Faktoren, die das Absterben der Eizellen noch beschleunigen können:

Rauchen: Beim Rauchen werden sogenannte freie Radikale im Körper freigesetzt, die die Zellen schädigen. Dies trifft auch auf die Eizellen zu.

Über- oder Untergewicht: Ein starkes Über- oder Untergewicht erschwert den Eisprung und kann somit die Fruchtbarkeit einschränken.

Die Qualität der Eizellen nimmt mit dem Alter ab

Mit dem Alter nimmt nicht nur die Anzahl der Eizellen ab, sondern auch ihre Qualität. Wichtige Eigenschaften der Zellen funktionieren möglicherweise im fortgeschrittenen Alter nicht mehr richtig. Chromosomenfehler und daraus resultierende Gendefekte werden wahrscheinlicher. Zudem kommt es häufiger zu Fehlgeburten, da die Föten aus geschädigten Zellen entstehen und nicht überlebensfähig sind.

In diesem Alter haben Frauen die höchste Fruchtbarkeit

Je jünger Frauen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft.

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Alter in JahrenWahrscheinlichkeit schwanger zu werden
20 bis 2486 Prozent innerhalb eines Jahres
25 bis 2978 Prozent innerhalb eines Jahres
30 bis 3463 Prozent innerhalb eines Jahres
35 bis 3952 Prozent innerhalb eines Jahres
40 bis 4436 Prozent innerhalb eines Jahres
45 bis 495 Prozent innerhalb eines Jahres
50 plusweniger als 1 Prozent

Frauen sind zwischen 20 und 24 Jahren am fruchtbarsten. Innerhalb eines Jahres werden sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent schwanger. Zwischen 35 und 39 Jahren haben Frauen nur noch eine 50:50-Chance (grob), innerhalb eines Jahres schwanger zu werden.

Die Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit pro Zyklus liegt selbst bei jungen Frauen nur bei 1:3

Frauen zwischen 20 und 30 Jahren haben pro Monatszyklus eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent schwanger zu werden – wenn sie denn überhaupt regelmäßig Sex haben. Mit 33 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 15 Prozent und nimmt dann konstant weiter ab. Nicht mehr in jedem Zyklus erfolgt in diesem Alter ein Eisprung. Das sorgt dafür, dass Frauen länger auf eine Schwangerschaft warten müssen.

Frauen, die ihren Zyklus gut kennen, können die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden selbst beeinflussen – zumindest ein wenig. Wenn sie ihren Eisprung mit der Temperaturmethode berechnen und den Zeitpunkt kennen, können sie die fruchtbaren Tage optimal ausnutzen. Je mehr Sex Frauen in diesen Tagen haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass die gereifte Eizelle befruchtet wird.

Ein Jahr und immer noch nicht schwanger: Wann sollten Frauen zum Arzt?

Wenn eine Frau zwischen 20 und 30 trotz regelmäßigem Sex nicht innerhalb eines Jahres schwanger wird, sollte sie zum Arzt gehen. Er wird ihr wahrscheinlich raten ihren Eisprung zu berechnen (zum Beispiel mit der Temperaturmethode) und dann empfehlen vor allem innerhalb dieses Zeitfensters Sex zu haben.

Eine 35-jährige Frau, die nicht innerhalb eines Jahres schwanger geworden ist, wird ein Arzt hingegen sehr wahrscheinlich direkt genauer untersuchen. Mögliche hormonelle Störungen können ebenso unter die Lupe genommen werden wie die Anzahl der Eizellen pro Monat. Mit einer Kinderwunschbehandlung wird in diesem Alter nicht mehr so lange gewartet wie in jüngeren Jahren. Schließlich ist es irgendwann zu spät, um überhaupt noch Kinder zu bekommen.

Diesen Einfluss haben Verhütungsmittel auf die Fruchtbarkeit

Nach dem Absetzen der Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel dauert es bei einigen Frauen, bis sich ihr natürlicher Zyklus wieder eingependelt hat. Einige bekommen direkt nach dem Absetzen wieder ihre Regel, also nach Ablauf des ersten natürlichen Zyklus. Bei anderen bleibt sie möglicherweise noch ein paar Monate aus oder kommt nur sehr unregelmäßig.

Falls sich nach einem halben Jahr noch nicht wieder ein normaler Zyklus eingestellt hat, sollten Frauen ihren Frauenarzt aufsuchen. Gerade ältere Frauen, die ein Baby bekommen wollen, sollten mit dem Absetzen ihres hormonellen Verhütungsmittels nicht zu lange warten. Wer mit anderen Methoden verhütet wie zum Beispiel der Kupferspirale, hat nach dem Ziehen der Spirale keine Wartezeit. Dadurch, dass nicht in den Hormonhaushalt eingegriffen wurde, muss sich der Zyklus auch nicht erst wieder einpendeln.

Schwangerschaft: Auch mit 35 stehen die Chancen nicht schlecht

Grundsätzlich gilt, dass Frauen unter 35 mit größerer Wahrscheinlichkeit schwanger werden als Frauen über 35. Auch der Verlauf der Schwangerschaft birgt weniger Risiken. Dennoch sollten auch Frauen über 35 ihren Kinderwunsch keinesfalls aufgeben.

Schließlich kann es sein, dass sie jahrelang nicht den richtigen Partner hatten und erst jetzt die Möglichkeit haben überhaupt schwanger zu werden. Auch andere berufliche oder persönliche Gründe können dazu führen, dass es erst im fortgeschrittenen Alter zum Kinderwunsch kommt.

Der Großteil der Schwangerschaften älterer Frauen verläuft unauffällig und die meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Mit einer Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent pro Jahr stehen die Chancen im Alter von 35 bis 39 zudem noch ganz gut. Frauen, die ihren Zyklus mit der Temperaturmethode begleiten, können die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden optimal ausreizen. Wenn es nach einem Jahr immer noch nicht mit einer Schwangerschaft geklappt hat, sollten sie ihren Arzt um Rat fragen.

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