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Der Weg zur stabilen Partnerschaft: 3 Phasen der Liebe!

Inhalt

Paare, die schon lange zusammen sind, werden die verschiedenen Phasen der Liebe kennen. Sie haben sie durchlebt und es bis zum jetzigen Punkt geschafft, ihre Beziehung aufrecht zu erhalten. Wer frisch verliebt ist, schwebt gerade auf Wolke Sieben. Dass der Gefühlsrausch jemals wieder abklingt, ist zu dem Zeitpunkt nur schwer vorstellbar.

Je nachdem in welcher Phase der Liebe man sich gerade befindet, stehen unterschiedliche Empfindungen im Vordergrund. Die verschiedenen Phasen der Liebe sind zwar bei jedem Paar anders ausgeprägt und Beziehungen zwischen zwei Menschen sind immer ganz individuell. Dennoch gibt es viele Parallelen und gerade wer schon mehrere längere Beziehungen hatte, wird die immer ähnlich verlaufenden Phasen wiedererkennen.

1. Phase: Die Hormone regieren – Verliebtheit und Glück pur

Die erste Phase der Liebe ist immer die Verliebtheit. Sie ist berauschend, aufzehrend und aufregend zugleich. In dieser Phase will man den neuen Partner so oft es geht sehen, möglichst viel Zeit mit ihm verbringen und alles über ihn erfahren. Im Bauch fliegen Schmetterlinge, jede Berührung des anderen kribbelt am ganzen Körper und auf Nachrichten des anderen wird sehnsüchtig hingefiebert.

Selbst wenn der andere vermeintliche Fehler oder Macken hat – in dieser Phase werden sie nicht oder kaum wahrgenommen. Die rosarote Brille lässt alles im besten Licht erscheinen und die positive Wahrnehmung überwiegt deutlich. Streit gibt es in dieser Phase selten oder gar nicht. Zu aktiv sind die alles überlagernden Hormone.

Biologische Vorgänge übernehmen die Regie

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass der Serotoninspiegel (auch Glückshormon genannt) von frisch Verliebten so hoch ist wie bei Menschen mit einer Zwangsstörung. Sie können also gar nicht anders als den anderen so viel wie möglich sehen zu wollen. Die Umwelt des frisch Verliebten muss damit rechnen, dass er ein Dauergrinsen im Gesicht trägt, Freundschaften für eine gewisse Zeit vernachlässigt und auch seinen Hobbys weniger nachgeht. Der gesamte Fokus liegt auf dem neuen Partner und man will – wenn es geht – keine Minute ohne ihn verbringen.

Bei dem Zusammensein mit dem neuen Partner sind in der Verliebtheitsphase dieselben Gehirnregionen aktiv wie beim Konsum von Koks. Frisch verliebt zu sein mit einer Sucht zu vergleichen, ist daher gar nicht so verkehrt. Der Botenstoff Dopamin wird im Gehirn ausgeschüttet und sorgt für Glücksgefühle. Frisch Verliebte sind voller Energie, aufgedreht und strahlen ihr Glück aus. Sie haben weniger Appetit, brauchen weniger Schlaf und überstehen selbst stressige Tage im Büro mit Leichtigkeit.

Wie lange dauert die Verliebtheitsphase und weshalb ist sie so wichtig?

Die Verliebtheitsphase ist der Grundstein einer langfristigen Beziehung und sehr wichtig, um eine Bindung zueinander aufzubauen. In dieser Phase lernt man sich kennen, entdeckt Gemeinsamkeiten und entwickelt Vertrauen. Sie dauert in der Regel zwischen 3 und 18 Monaten und sollte intensiv genossen werden, da sie in dieser Form nicht mehr wiederkommt.

2. Phase: Die Realität erkennen und Vertrauen aufbauen

Nicht, dass man sich in der ersten Verliebtheitsphase nicht gut kennenlernt. Dadurch, dass die Hormone aber verrückt spielen, werden viele Eigenheiten des anderen vielleicht noch gar nicht so wahrgenommen. Die Verliebtheit ist so beherrschend, dass Streit oder Meinungsverschiedenheiten häufig noch gar keinen Raum hatten. In der zweiten Phase einer Beziehung schärft sich aber der Blick für den anderen und schon Kleinigkeiten können plötzlich störend wirken. Etwa:

  • Der andere ist sehr unordentlich und verteilt überall seine Sachen.
  • Der andere ist unzuverlässig und kommt immer zu spät.
  • Der andere kaut immer mit offenem Mund und hat keine Tischmanieren.

Viele Beziehungen scheitern in dieser Phase, da die Schmetterlinge im Bauch weniger geworden sind und die Realität die Paare einholt. Einer der Partner oder auch beide stellen fest, dass der andere doch nicht so gut zu ihnen passt oder dass die Vorstellungen eines gemeinsamen Lebens weit auseinandergehen. Unterschiedliche Einstellungen oder Ansichten, über die in der Verliebtheits-Phase noch hinweggesehen wurde, werden nun bedeutsam. Auch haben sich zu dieser Zeit häufig schon Erwartungen an den anderen herausgebildet. Nun wird geprüft, ob er diese einhalten kann oder nicht.

Wer an der Beziehung festhält, versucht in dieser Phase den Partner nach den eigenen Vorstellungen zu verändern. Für Kleinigkeiten kann das funktionieren wie zum Beispiel pünktlich zu sein. Viele Menschen tun sich aber schwer damit nicht so akzeptiert zu werden wie sie sind.

Der Körper will sich erholen

Aus biologischer Sicht holt sich der Körper in der Zeit nach der Verliebtheitsphase wieder seinen Normalzustand zurück. Verliebt zu sein ist anstrengend für ihn – zu wenig Schlaf und das rauschartige Glücksgefühl kann er nicht auf Dauer aufrecht erhalten. Auch der Sex wird in dieser Phase meist weniger.

Diese Phase legt den Grundstein für die Liebe

Wenn Paare diese zweite Phase meistern, sind sie auf dem besten Weg, dass aus Verliebtheit Liebe wird. Sie haben sich aufeinander eingestimmt und begonnen, Vertrauen zueinander entwickeln. Sich aufeinander verlassen zu können, wird in vielen Situationen überprüft und wenn der Partner da ist und auch da bleibt, ist ein wichtiger Grundstein gelegt. Meinungsverschiedenheiten auszutragen akzeptieren beide Partner in dieser Phase ohne direkt die ganze Beziehung in Frage zu stellen. Möglicherweise werden sie sogar als bereichernd empfunden, da sie sich auf diese Weise noch intensiver mit dem Gegenüber auseinandersetzen. Sie dringen zum Kern der Persönlichkeit des anderen vor und spüren, ob sie diese mögen oder nicht. Kompromisse zu finden ist ein wichtiger Bestandteil dieser zweiten Phase – auf ihnen basiert jetzt und vor allem spät ein Teil der Beziehung.

Glückliches Paar

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Qualität vor Quantität: Das Gefühl muss stimmen

Wenn diese Phase durchlebt wurde, sind die Paare häufig schon mindestens 1 Jahr, oft eher 2 Jahre zusammen. Natürlich hängt es auch davon ab wie viel Zeit man miteinander verbracht hat, schließlich machen zum Beispiel lange Distanzen es nur schwer möglich sich in kurzer Zeit mit Haut und Haaren kennenzulernen. Dennoch ist die reine Zeit für viele gar kein Faktor beim Aufbau einer langfristigen Beziehung. Viel mehr zählt die Qualität dieser Zeit:

  • Was hat man in dieser Zeit schon zusammen erlebt?
  • Gab es einen Schicksalsschlag oder eine sehr stressige Phase, die zusammengeschweißt hat?
  • Ist man gemeinsam verreist und hat auch in dieser besonderen Situation gemerkt, dass es passt?
  • Kennt man bereits die Freunde oder Familie des anderen und ist schon tiefer in sein Leben eingetaucht?
  • Hat man sich im Alltag gut kennengelernt oder ist vielleicht sogar schon zusammengezogen?

Viele Entscheidungen zum Eingehen einer langfristigen Partnerschaft mit gemeinsamer Zukunftsplanung, basieren häufig rein auf Gefühl. Manche Paare können sich schon nach einem Jahr vorstellen zu heiraten und Kinder zu bekommen. Andere haben dieses Gefühl auch nach mehreren Jahren immer noch nicht und kommen dann ins Grübeln, ob die Beziehung wirklich das Wahre ist.

3. Phase: Paare richten sich bequem ein

Wenn die Verliebtheit und der darauffolgende Realitätscheck gemeinsam durchlebt wurden, geht die Beziehung in die nächste Phase. In dieser Phase bildet sich eine Identität als Paar heraus, der Partner wird immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil des eigenen Lebens. Die Liebe vertieft sich. Das Paar nimmt sich immer stärker als ein “Wir” wahr, wird gemeinsam eingeladen oder sagt auch gemeinsam für Abendveranstaltungen ab.

Häufig zieht in dieser Zeit immer stärker die Bequemlichkeit in die Beziehung ein. Das muss aber nicht negativ sein. Vielmehr können sich beide Partner nun völlig entspannt beim anderen fallen lassen. Es geht nicht mehr darum sich an den anderen zu gewöhnen oder ihn auf Herz und Nieren zur prüfen. Die Rede ist viel mehr davon anzukommen und das Zusammenleben zu genießen. Auch muss sich keiner mehr nur noch von seiner besten Seite zeigen, sondern kann ganz er selbst sein.

Viele Paare ziehen in dieser Phase zusammen, wenn sie es nicht vorher schon getan haben. Reisen werden selbstverständlich miteinander geplant, Wochenenden häufig auch. Abends ohne Sex einfach nur nebeneinander ins Bett zu fallen wird immer mehr zur Regel als zur Ausnahme.

Gemeinsam an der Beziehung arbeiten

Diese Phase zieht sich bei vielen Paaren über Jahre oder sogar Jahrzehnte hin. Um das Glücksempfinden für beide Partner aufrecht zu halten, ist es wichtig gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten:

  • Paare sollten viel miteinander sprechen und Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten wenn möglich immer zeitnah klären.
  • Zeit aktiv zu gestalten hilft dabei, eine Beziehung auch nach Jahren nicht als langweilig zu empfinden. Gemeinsame Hobbys und gemeinsame Freizeitbeschäftigungen stärken immer wieder das Zusammengehörigkeitsgefühl.
  • Paare sollten sich (wie auch schon in den Phasen zuvor) zugestehen auch getrennt voneinander Zeit zu verbringen, Freunde ohne den anderen zu treffen oder sogar mal alleine in den Urlaub zu fahren. Sich zu vermissen kann die Beziehung auch noch nach Jahren immer wieder auf Trab bringen und die Liebe für den anderen bestärken.
  • Der andere sollte niemals als selbstverständlich angesehen werden. Das Ziel der Bequemlichkeit sollte nicht sein sich gehen zu lassen. Sich hübsch machen, gemeinsam ausgehen und sich zusammen an die erste Verliebtheitsphase erinnern stärkt die Liebe und erinnert Paare auch in schwierigen Phasen wieder daran, weshalb sie eigentlich zusammen sind.

Je länger Paare zusammen sind, desto unwahrscheinlicher ist, dass sie sich trennen. Die gemeinsam erlebte Zeit wird wichtiger, Meinungsverschiedenheiten oder Streits werden bereitwilliger hingenommen. Dennoch gibt es natürlich immer wieder Herausforderungen, die Beziehung spannend zu halten und dieselben Vorstellungen zu haben. Das wichtige ist, dass die Basis stimmt und dass die Paare auch in schwierigen Zeiten zueinander stehen.

Der nächste Schritt

Für viele Paare sind Heiraten und die Gründung einer Familie der nächste Schritt nach der dritten Phase. Besonders Kinder wirbeln die bisher bekannten Paar-Strukturen ordentlich durcheinander und stellen Liebespaare gehörig auf die Probe. Je stabiler sich die Basis der Beziehung in den ersten drei Phasen der Liebe herausgebildet hat, desto besser können Paare Herausforderungen gemeinsam meistern.

Die 3 Phasen der Liebe sind nicht statisch

Frisch Verliebte oder Paare, die sich gerade in einer der anderen Phasen wiedererkennen, sollten sich darüber bewusst sein, dass diese Phasen schleichend verlaufen. Die Empfindungen ändern sich nicht von heute auf morgen und auch die Schmetterlinge verschwinden nicht von einem auf den anderen Tag. Vielmehr findet eine langsame Gewöhnung an den anderen statt und der Übergang in die jeweiligen Phasen verschwimmt.

Entscheidend ist, dass beide Partner sich zur selben Zeit in den jeweiligen Phasen befinden. Ist der eine noch total verknallt und der andere hat bereits begonnen sich kritischer mit dem anderen auseinanderzusetzen, kann eine Beziehung daran scheitern.

Im Laufe einer längeren Beziehung wird vor allem das Thema Lebensplanung irgendwann relevant. Wollen beide Partner Kinder und wenn ja wann? Wollen beide Partner ihr Leben in Deutschland verbringen oder vielleicht doch auswandern? Wollen sie sich gemeinsam selbstständig machen oder ein Haus bauen? Nicht selten kommt es vor, dass die eigenen Lebenspläne höher bewertet werden als die Beziehung. Dies sagt aber nicht zwingend etwas über die Liebe aus. Schließlich kann zum Beispiel ein Kinderwunsch sehr stark sein und wenn der andere ihn nicht teilt, wird es oft schwierig.

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