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8 Tipps: So übersteht die Beziehung die erste Zeit mit Kindern

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Ein Kind ist für viele die Krönung ihrer Liebe. Bei den einen hat es schon nach kurzer Zeit mit einer Schwangerschaft geklappt, andere wiederum mussten es etwas länger versuchen. Viele Frauen werden auch ungeplant schwanger und die Freude kommt dann meist im Laufe der Schwangerschaft. Eine Familie zu gründen steht bei viele Menschen auf dem Lebensplan und wenn es dann endlich soweit ist, ist die Euphorie groß.

So verändern Kinder eine Beziehung

Was sich viele Paare dabei im Vorfeld noch nicht so recht vorstellen können ist, dass Kinder für eine Beziehung oft eine große Umstellung bedeuten. Mit dem Tag der Geburt verschieben sich die Prioritäten von heute auf morgen. Die ersten Monate mit Baby sind anstrengend, Schlaf ist Mangelware und in die neue Rolle als Eltern müssen sich beide Partner erst einmal einfinden.

Häufig kommt es dann zu Reibereien – sowohl in Erziehungsfragen als auch bei der Gestaltung des eigenen, verbliebenen Freiraums:

  • Darfst du heute ausgehen oder ich?
  • Hast du das Baby auch richtig gewickelt?
  • Wieso hast du den Müll nicht heruntergebracht?
  • Und wann haben wir eigentlich das letzte Mal etwas nur zu zweit gemacht?

Diese und andere ähnliche Fragen werden viele frischgebackene Eltern sicher kennen. Damit die Kinder Ihre Beziehung nicht belasten, müssen Sie an ihr arbeiten. Schließlich wollen Sie vermeiden, dass es eines Tages aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen zur Trennung kommt.

Paare können sich auf die Zeit mit Kindern nur schwer vorbereiten

Fakt ist, dass die Aufmerksamkeit der Partner füreinander abnimmt, sobald ein Baby in ihr Leben tritt. Die eigenen Bedürfnisse und die des Partners werden zurückgestellt und im Mittelpunkt steht das Kind. Viele Paare malen sich die Zeit mit einem Baby in den schönsten Farben aus. Wenn es dann anstrengend ist, etwas nicht funktioniert und die Zeit zu zweit fehlt, sind sie frustriert und stellen die Partnerschaft infrage.

Sich auf die erste Zeit mit Kindern vorzubereiten ist schwierig bis unmöglich. Schließlich kann man das neue Leben mit Kind nicht vorher üben. Erst wenn das Baby auf der Welt ist, wird deutlich, welche Veränderungen es mit sich bringt. Wer sich jedoch intensiv damit auseinandersetzt, was ihn erwarten könnte und sich auf ein paar Schwierigkeiten einstellt, kann mit der Situation möglicherweise besser umgehen.

8 Ideen zur Beziehungsgestaltung mit Kindern

1. Pläne und Alternativen zurechtlegen 

Auch wenn keiner weiß, wie das Kind sein wird und wie sich das Leben mit ihm einspielen wird. Es schadet nicht, im Vorfeld so gründlich wie möglich zu planen:

  • Wie wird die Elternzeit aufgeteilt?
  • Wer geht ab wann wieder mit welchem Pensum arbeiten? Der Arbeitgeber sollte rechtzeitig informiert werden.
  • Wie soll die Betreuung geregelt werden?
  • Wie wird das Kind krankenversichert?
  • Muss das Paar die Vaterschaft noch anerkennen lassen, da es nicht verheiratet ist?
  • Welche Ausstattung wird benötigt? Zum Tag der Geburt sollte wenn möglich alles da sein.

Das Thema Betreuung und Rollenverteilung ist entscheidend. Viele Paare wählen die Rollenverteilung, in der der Vater weiterhin in Vollzeit arbeitet und die Mutter ihr Pensum reduziert. Dabei sind Frauen und Männer heutzutage meist gleich gut ausgebildet und für viele Mütter ist der Schritt aus dem Berufsleben einschneidend. Für Väter steigt dadurch der Druck im Job, schließlich sind sie nun diejenigen, die das Geld einbringen. Um Verständnis füreinander zu entwickeln kann es sinnvoll sein, Modelle durchzuspielen, in denen eine gleichmäßigere Aufgabenverteilung stattfindet. Elternzeitmodelle und elternfreundliche Arbeitgeber können das ermöglichen. Mehr Ausgleich schafft mehr Respekt füreinander und kann für ein entspannteres Verhältnis zwischen beiden Partnern sorgen.

Eventuell müssen die geschmiedeten Pläne wieder geändert werden. Schließlich kann es sein, dass das Kind mit einer Behinderung oder Krankheit auf die Welt kommt, dass es überraschenderweise doch Zwillinge sind oder dass der Vater kurz vor der Geburt noch seinen Job verliert. Alles ist möglich und darauf sollten sich Paare einstellen.

2. Zeit einplanen

Für die ersten Wochen nach der Geburt sollten sich Paare nicht zu viel vornehmen. Um in die neue Rolle als Eltern hineinzuwachsen ist es wichtig, viel Zeit als kleine Familie zu verbringen. Schließlich muss man sein Kind erst einmal kennenlernen und verstehen welche Aufgaben nun tagtäglich anstehen. Auch körperlich sind viele Mütter nach der Geburt noch einige Wochen geschwächt.

Um Verständnis für die gegenseitige Situation zu haben, sollten beide Elternteile von Beginn an die Aufgaben wie Wickeln, Beruhigen, Spielen, Tragen und Füttern übernehmen. In den meisten Beziehungen bleibt nach der Geburt die Frau mit dem Kind zu Hause und der Mann geht wieder arbeiten. Wichtig ist die gegenseitige Wertschätzung für das, was der andere tut.

3. Zusammenhalten und reden

Zeit für Paargespräche ist als frischgebackene Eltern selten. Die Bedürfnisse des Kindes stehen im Vordergrund und viele Konflikte werden heruntergeschluckt und nicht direkt ausdiskutiert. Über kurz oder lang kann dies die Konfliktsituation zuspitzen und in einer Negativspirale resultieren. Die Partner machen sich nur noch Vorwürfe, sind gereizt und gestresst. Sie fragen sich was sie am anderen so geliebt haben und sehen seine positiven Seiten nicht mehr. Schlafmangel, Anspannung und Überforderung lösen diesen Stress aus und können die Beziehung bedrohen.

Paare sollten sich klarmachen, dass diese erste anstrengende Phase vorübergeht und sich das Leben mit Kindern einpendelt. Auch für die Partnerschaft wird es wieder mehr Zeit und Raum geben. Wichtig ist, dass das Paar zusammenhält. Es kann helfen, konkrete Zeiten festzulegen, in denen sich Paare über ihre Beziehung austauschen. Auch wenn das häufigste Gesprächsthema das Kind ist, sollten sich Paare bewusst fragen:

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  • Wie geht es dir?
  • Stört dich etwas an der aktuellen Situation?
  • Was können wir ändern?

4. Zeit zu zweit einplanen

Eltern müssen lernen ihre Kinder abzugeben. Häufig sind es die Mütter, die damit Schwierigkeiten haben. Zeit für die Paarbeziehung ist aber auch als Eltern unerlässlich, weshalb bewusst Zeit zu zweit eingeplant werden sollte. Dies kann nach ein paar Monaten eine Stunde pro Woche sein, die das Kind von Eltern, Tanten oder Freunden beaufsichtigt wird.

Wenn das einige Male gut geklappt hat, können im nächsten Schritt freie Abende zu zweit eingeplant werden, zum Beispiel einmal im Monat. Wichtig ist natürlich, dass das Kind dies gut mitmacht. Auch wenn Eltern in der freien Zeit wahrscheinlich viel über das Kind sprechen werden, sollten sie auch in diesen freien Zeiten den Dialog miteinander suchen. Ihre eigenen Bedürfnisse, Empfindungen und Gedanken sind wichtig und sollten mit dem anderen geteilt werden.

5. Zeit für Sex nehmen

Sex hält als Paar die Bindung zueinander aufrecht. In den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt haben viele Eltern da keinen Kopf für. Wenn beide Partner dies als Phase akzeptieren, ist das völlig okay. Wenn einer von beiden aber darunter leidet (und das sind häufig die Männer), sollte auch hier das Gespräch gesucht und eine Lösung gefunden werden.

6. Die Erziehung klären

Um Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich Erziehungsfragen im Vorfeld zu klären.

  • Wer wird für die Erziehung zuständig sein?
  • Werden sie beide übernehmen?
  • Und wenn ja, wie soll sie erfolgen?

Wenn sich die Eltern gegenseitig reinreden und die Erziehung des anderen ständig in Frage stellen, führt das zu Konflikten. Jeder hat zwar seine andere Herangehensweise, da auch jeder anders aufgewachsen ist und erzogen wurde. Dennoch sollten Eltern versuchen an einem Strang zu ziehen und sich in Erziehungsfragen nicht gegenseitig zu untergraben, denn das spürt auch das Kind.

Wichtig: Jedes Kind ist anders. Während die einen kaum schreien, viel schlafen und ihre Eltern unentwegt anlächeln, leiden andere unter Koliken, schreien nächtelang durch und machen ihren Eltern die erste Zeit nicht leicht. Die Stimmung der Eltern kann sich auf das Kind übertragen. Je nervöser, unharmonischer und gereizter die Eltern sind, desto unruhiger ist womöglich auch das Kind.

7. Die neue Situation akzeptieren

Das “alte Leben” vermissen, fehlende Freiheiten beklagen, den Schlafmangel verfluchen und überfordert sein mit der neuen Situation – viele frischgebackene Eltern erwischen sich bei diesen Gedanken, auch wenn sie ihr Kind über alles lieben. Je früher sie akzeptieren, dass es sich nun um einen neuen Lebensabschnitt handelt, desto besser kommen Paare mit der neuen Situation klar. Die Entscheidung, das Kind zur Welt zu bringen, ist bewusst gefallen und nun startet das Abenteuer mit all seinen Facetten. Klagen ist erlaubt, sollte aber nicht übertrieben werden. Schließlich rauben negative Gedanken Energie, die für andere wichtige Aufgaben benötigt wird.

Der Austausch mit anderen kann helfen, um sich in die Situation besser einzufinden. Wer merkt, dass andere dieselben Probleme und Gedanken haben, wird sich besser verstanden fühlen. Der Austausch mit anderen frischgebackenen Eltern kann auch der Paarbeziehung guttun, schließlich beschäftigen sich die meisten Paare nach der Geburt eines Kindes mit denselben Themen.

8. Zeit für sich selber einplanen

Um als frischgebackene Eltern eine schöne Partnerschaft zu führen, sollten beide Partner auch Zeit nur für sich einplanen. Freunde treffen und Hobbies aufrechterhalten hilft dem eigenen Wohlbefinden und sorgt dafür, dass sich die Partner nicht nur über ihre Rolle in der Familie definieren. Dies stärkt das Selbstbild, was letztlich auch zu einer ausgeglicheneren Partnerschaft führen kann.

Beziehung: Wann Paare sich Hilfe suchen sollten

Eltern sollten versuchen, eine Balance zwischen Zeit nur für sich, Zeit für die Partnerschaft und Zeit als Familie zu finden. Besonders am Anfang ist das schwer. Wenn aber beide Partner daran arbeiten und auch in Stresssituationen zusammenhalten, pendelt sich das Zusammenleben mit der Zeit immer besser ein.

Wenn Entfremdung, Konflikte und Distanz das Zusammenleben bestimmen, können Paare darüber nachdenken sich professionelle Hilfe zu suchen. Eine Paartherapie kann dabei helfen, die Beziehung wieder aufleben zu lassen, wenn das Paar es alleine nicht schafft. Entscheidend ist, wie sehr beide bereit sind an der Beziehung zu arbeiten und ob die Liebe zueinander noch ausreicht.

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