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Verdauungsprobleme: Was hilft wirklich bei Verstopfung?

Rezepte gegen Verstopfung gibt es viele: Täglich mehrere Joghurts essen, Müsli mit Leinsamen anreichern, jeden Tag einen Löffel Flohsamen oder pflanzlicher Abführtee gehören zu den gebräuchlichsten Tipps. Doch welche halten auch wirklich, was sie versprechen?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Chronische Verstopfung schwächt Ihr Immunsystem
  2. Die besten Tipps für eine gute Verdauung

Darmtrakt© dimdimich - Fotolia

Chronische Verstopfung schwächt Ihr Immunsystem

Hinter Verstopfung steckt meist eine ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel. Womöglich kommt noch Stress hinzu. Aus dem Gefühl heraus, immer in Eile zu sein, unterdrücken viele Menschen (insbesondere Frauen) den natürlichen Reflex zur Darmentleerung oder nehmen sich morgens nicht genügend Zeit für die Toilette.

Verstopfung, die länger als drei Monate anhält, gilt als chronisch. Hierbei ändert sich die Besiedlung des Darms und unerwünschte Keime vermehren sich zu stark. Dadurch wird das Abwehrsystem in Alarmbereitschaft versetzt. Die Abwehrleistung der weißen Blutkörperchen wird geschwächt, so Studienergebnisse des Staatlichen Forschungsinstitutes für Dickdarmerkrankungen in Moskau. Kommen zusätzlich zur Verstopfung noch Virus- oder bakterielle Infektionen oder auch eine Pilzbesiedlung im Darm hinzu, kann sich das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Entzündungen erhöhen. Darmprobleme können sich auf vielfältige Weise auswirken. Sie äußern sich nicht nur in Verstopfung, sondern auch in Blähungen, Völlegefühl oder Darmkrämpfen. Wenn der Stuhl zu lange im Darm verbleibt, kann es zu einer Art Selbstvergiftung des Körpers kommen, denn unter Umständen wird ein Teil der schädlichen Abbauprodukte des Stoffwechsels durch die Darmwand wieder in den Körper aufgenommen.


Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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Die besten Tipps für eine gute Verdauung

Sehr beliebt und schwer umworben, jedoch bei Verstopfung wirkungslos sind probiotische Joghurts. Zwar können Milchsäurebakterien die Darmflora durchaus positiv beeinflussen. In den angebotenen probiotischen Milchprodukten finden sich diese aber oft in viel zu geringer Konzentration und nur bei dauerhaftem Gebrauch können sich die Bakterien in der Darmflora tatsächlich ansiedeln. Wenn Sie bei Darmproblemen etwa nach der Einnahme von Antibiotika auf Probiotika setzen, besorgen Sie sich lieber in der Apotheke ein entsprechendes Präparat mit Bifidobakterien (z. B. Kijimea Reizdarm®).

Viele setzen bei Verstopfung auch auf Ballaststoffe wie Leinsamen und Flohsamen. Diese entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Tagen und nur dann, wenn Sie dazu ausreichend trinken. Zu den klassischen Arzneipflanzen bei Verstopfung zählen die Sennesblätter. Aufgrund der Nebenwirkungen sind sie aber nicht für jeden geeignet, beispielsweise nicht für Schwangere und stillende Mütter. Stark abführend wirken Drastika wie Rizinusöl, Glaubersalz und Bittersalz, die unangenehm einzunehmen sind und leicht zu Nebenwirkungen führen. Bei langfristigem Gebrauch von Abführmitteln kommt es häufig zu einem Elektrolytverlust.

Das hilft bei Neigung zu Verstopfung

  • sauer vergorene Nahrungsmittel wie rohes Sauerkraut
  • Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Buttermilch
  • morgens auf nüchternen Magen: Essigwasser (ein Esslöffel Obstessig auf ein Glas Wasser) oder ein Glas heißes Wasser
  • sauer eingelegtes Obst und Gemüse
  • saure Äpfel, Zitronen und Pampelmusen
  • kühle Getränke (verringern die Transportzeit der Nahrung)
  • eingeweichte Backpflaumen, Weizenkleie und Leinsamen
  • Bauchmassage: kreisende Bewegungen mit dem Luffa-Handschuh
  • Morgengymnastik

Stopfende Lebensmittel sollten Sie möglichst meiden. Dazu zählen Bananen, Schokolade oder Schokoladenprodukte, schwarzer Tee und Kakao. Auch Lebensmittel mit viel Zucker oder ausgemahlenem Mehl (Type 405) sollten Sie so selten wie möglich verzehren.

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Alte Kommentare
  • Evelin Geisler schrieb am 29.06.2011, 09:17 Uhr

    Ich habe die besten Ergebnisse erzielt mit kalifornischen Trockenpflaume; entsteint und entkernt und ohne Schwefel, die ich bei den Discountern kaufe. Morgens, mittags und abends je 3 - 4 Stück . Sie schmecken noch dazu sehr gut. Ich bekam Probleme mit dem Stuhlgang, seit ich ein Medikament einnehmen muss, bei dem u.a. als Nebenwirkung Optstipation angegeben war... Viele Grüße, Evelin Geisler

  • Fritz Ulrich Hein schrieb am 29.06.2011, 10:11 Uhr

    Ein Schnapsglaserl Speiseöl kann auch helfen. Ansonsten sind Verstopfungen selten, da der Darm sich von der Arbeit nicht abhalten lässt und sich seinen Weg sucht.

  • Peter Wingender schrieb am 29.06.2011, 11:56 Uhr

    morgens eine Tasse Haferflocken mit Wasser oder Papaya mit Kernen bei Verstopfung wie Durchfall

  • Lacky schrieb am 29.06.2011, 11:56 Uhr

    Verstopfung kann auch durch einen trockenen Darm resultieren. Abhilfe nach spätestens sechs Wochen verschafft täglich ein Eßlöffel gutes Olivenöl auf nüchternen Magen. Danach kann sofort etwas gegessen o. / u. getrunken werden. Gute Besserung

  • Walter Rutz schrieb am 29.06.2011, 14:26 Uhr

    Ich sehe, es werden gern Empfehlungen ausgesprochen, was die Verstopfung angeht. Meiner Meinung nach ist die Wurzel des Übels mangelnde Flüssigkeit. Wenn im Darm die letzten Flüssigkeitsreste aus den Nahrungsrückständen gezogen werden, weil nicht genügend getrunken wird, produziert man natürlich Steinkohle. unsere Richtlinie: 1 Liter Wasser täglich pro 20 Kg Körpergewicht den ersten halben Liter sofort nach dem Aufstehen, kein Zucker, Alkohol, kein Weißmehl und auch keine stark salzhaltigen Nahrungsmittel. Wer dann noch glaubt, 75 % des Tages oder mehr auf dem Hintern sitzen zu müssen, der darf sich nicht wundern. Ich persönlich praktiziere täglich morgens eine Walking-Runde von 5 Km. Da habe ich kurz vor der Haustür ganz andere Probleme als eine Verstopfung.

  • Linda K schrieb am 29.06.2011, 14:44 Uhr

    Zu viel Zucker sollte man sowieso meiden, da Zucker sehr schädlich ist. Buch von Dr.med. M. O. Bruker Zucker Zucker lesen !!!!!!!!!!!!! Mehl soll man erst ab Typ 550 nehmen, erst dann ist es wertvoll, Typ 405 ist nur Auszugsmehl.

    • Manuela H antwortete am 01.07.2011, 13:37 Uhr

      Und Dinkel, gibt es ab Typ 630, hat grundsätzlich noch viele andere gute Eigenschaften von denen wir profitieren können.

  • Sven Uwe Zimmermann schrieb am 29.06.2011, 19:25 Uhr

    Ich lebe seit vielen Jahren in den Tropen.Unser wirkungsvollstes Mittel bei Verstopfung sind Papayafruechte.Der Samen soll noch wirksamer sein, Sven Uwe

  • Manuela H schrieb am 01.07.2011, 13:51 Uhr

    wirklich wichtig ist das Trinken von unbelastetem Wasser; - Quelle, Osmose, oder ähnliches, entlastende leicht verdauliche Ernährung sowieso, aber man darf auch den seel./geistigen Auslöser nicht vergessen, wenn wir zu viel unausgesprochenes, schweres Material, - Selbstzweifel&, einfach schluckt und schluckt und schluckt...... Habe diese sehr schmerzhafte Erfahrung gerade selber durchlebt!

  • Maritta M schrieb am 17.08.2011, 16:29 Uhr

    Es gibt eine sehr bekannte und effektive Übung aus der TCM - jeden Morgen nach dem Aufstehen ( gerne auch öfter) angewandt - wirkt sie Wunder!