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Natürlich vorbeugen: Die besten Verfahren gegen Thrombosen

Jedes Jahr erkranken 250.000 Bundesbürger an einer Venen-Thrombose: Plötzlich bildet sich ein Blutgerinnsel und verstopft eine Vene. Dies geschieht in den meisten Fällen im Bein. Eine solche Blockade behindert nicht nur die Durchblutung des umliegenden Gewebes und verursacht Schmerzen. Reißt sich das frische Blutgerinnsel los, tritt blitzschnell eine lebensgefährliche Lungenembolie ein.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sterben jährlich mindestens 25.000 Menschen in Deutschland an dieser Komplikation. Seit im Jahr 2000 eine junge Britin nach einem 14-stündigen Langstreckenflug an einer Lungenembolie starb, betrachtet man das Thema Thrombose in der Laienpresse oft nur unter dem Aspekt der Reisethrombose.

Thrombose© Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Thrombosen entstehen im Verborgenen

Blutgerinnsel (Thromben) aus roten Blutkörperchen, Blutplättchen und Fibrin bilden sich meist unterhalb einer Venenklappe, da sich hier das Blut leicht staut. Akute Lebensgefahr entsteht, wenn der Thrombus abreißt, wandert und die Lunge verstopft (Lungenembolie). Es führen jedoch zahlreiche weitere Risikofaktoren zur Bildung der gefährlichen Blutgerinnsel. Die meisten verringern Sie ohne großen Aufwand auf ein Minimum.

Die wichtigsten Risikofaktoren

  • Venenerkrankungen, z. B. Nierenschwäche, Krampfadern, Entzündungen, Verengungen (auch durch eine vorangegangene Thrombose)
  • Bettlägerigkeit (z. B. infolge von OPs, Infektionskrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall)
  • Herzschwäche und chronische Nierenerkrankungen
  • Einnahme von Pille und Hormonersatzpräparaten
  • Diabetes mellitus
  • langes Sitzen (in Flugzeug, Bus, Bahn, Auto oder am PC)
  • geringe Flüssigkeitszufuhr bzw. Flüssigkeitsverlust (Durchfall, Entwässerungsmittel)
  • erhöhte Blutgerinnung und erhöhte Blutzellanzahl
  • weibliches Geschlecht
  • Übergewicht
  • Alkohol- und Nikotinmissbrauch
  • Leberzirrhose

Unentdeckte Krebstumore sind unter Umständen für die Thrombose verantwortlich, da sie Substanzen absondern, die zu einer erhöhten Blutgerinnung führen. In diesen Fällen benötigt es eine umfassende Krebsdiagnostik, um einen möglichen Tumor im operablen Stadium zu lokalisieren.

Schmerzhafte Schwellungen des Beins als Warnsignale

Mit Ausnahme der Reisethrombosen, die innerhalb von Stunden entstehen, entwickeln sich Thrombosen über einige Tage bis Wochen. Dabei macht sich das langsam wachsende Blutgerinnsel durch typische Signale bemerkbar. Zur Diagnose einer Thrombose dienen die röntgenologische Kontrastmitteluntersuchung der Venen (Phlebographie), die Ultraschalltechnik (Dopplersonographie) und die Kernspintomographie.

Als Therapie erhalten die meisten Patienten Blutverdünner (z. B. Heparin bzw. Urokinase), um das Blutgerinnsel aufzulösen. In selteneren Fällen entfernt man das Gerinnsel per Operation, was innerhalb der ersten sieben bis zehn Tage möglich ist. Nur in Einzelfällen setzen die Gefäßchirurgen ein Metallröhrchen (Stent) ein, um eine erneute Thrombose zu verhindern.

Blutverdünner nach einer Thrombose

In den ersten sechs Monaten nach der Erkrankung kommen Sie nicht um schulmedizinische Medikamente herum. Sie erhalten Blutverdünner zum Einnehmen. Dazu gehört beispielsweise Phenprocoumon, das man ursprünglich aus dem Steinklee gewann (z. B. Marcumar®) oder Warfarin (Coumadin®). Da Vitamin K die Wirkung der Blutverdünner aufhebt, verzichten Sie auf große Portionen Vitamin-K-haltiger Nahrungsmittel. Dazu zählen Sauerkraut, Rosen- und Grünkohl, Brokkoli, Kopf- und Feldsalat, Spinat, Weizenkeime, Mangold und Algen sowie Eigelb und Innereien.

Darüber hinaus tragen Sie unbedingt Kompressionsstrümpfe, um ein Versacken des Bluts in den Beinvenen zu verhindern. Kompressionsstrümpfe gehören zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen, wenn Sie keine Thrombose hatten, aber gefährdet sind. Das gilt besonders im Sommer, weil der Körper bei Wärme die Venen weiter stellt, um das Blut abkühlen zu lassen. Dadurch fließt es jedoch langsamer, was die Bildung eines plötzlichen Blutgerinnsels stark begünstigt.

Vorbeugung im Sommer: Beine hoch und viel trinken

Aus diesem Grund legen Sie Ihre Beine so oft wie möglich hoch, damit der Körper das Blut schneller zum Herzen pumpt. Trinken Sie darüber hinaus reichlich. Bei hohen Temperaturen verliert Ihr Körper viel Flüssigkeit über die Haut und die Ausatemluft. Mindestens 2,5 l reine Flüssigkeit, etwa stilles Wasser, verdünnte Fruchtsäfte und kühle Früchtetees, sollten es schon sein.

Diese Säulen der Thrombosevorbeugung unterstützen Sie durch bewährte naturheilkundliche Verfahren und Medikamente, beispielsweise Heilpflanzen und Schlangengifte. Unverzichtbar zur Verhinderung von Blutgerinnseln ist tägliche Bewegung.

Geeignete Sportarten

  • Schwimmen (optimale Wassertemperatur 28 bis 30 °C)
  • Gehen
  • Wandern
  • Power- bzw. Venen-Walking (schnelles Gehen)
  • Skilanglauf
  • Radfahren
  • Golfen
  • Tanzen

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Von Krafttraining, Abfahrtsskifahren, Rudern und Squash rät man dagegen ab, da diese Sportarten einen zu starken Druck auf das Venensystem ausüben.

Stützstrümpfe entlasten Ihre Venen

In den Urlaub zu fliegen, heißt meistens vor allem langes und beengtes Sitzen in Flugzeug, Zug oder Auto, wenig Bewegung und birgt somit das Gesundheitsrisiko Reisethrombose. Die Folge von zu wenig Bewegung im Flugzeug, kann ein Blutstau in den Beinen und der Leiste sein; das Blut wird nicht mehr zum Herzen zurückgepumpt. Die Beine fühlen sich unangenehm dick und schwer an und können schmerzen. Besonders Übergewichtige, Ältere oder Schwangere sind gefährdet. Nehmen Sie während des Fluges genug Flüssigkeit zu sich. Verzichten Sie hierbei auf Alkohol. Tragen Sie weite und bequeme Kleidung, die nirgends einschneidet oder spannt. Stehen Sie ab und zu auf und gehen Sie ein paar Schritte. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung.

Während des langen Sitzens und ohne Bewegung werden die Venen besonders im Knie und Leistenbereich zusammengedrückt oder sogar abgeklemmt. Um das Risiko einer Reisethrombose zu senken und auch nach einem langen Flug fit am Ziel anzukommen, empfehlen sich spezielle Reisestützstrümpfe (z. B. Varilind Travel aus der Apotheke). Durch den stufenlosen Druckverlauf verbessern sie Ihre Blutzirkulation und unterstützen das Venensystem. Der Strumpf ist mit einem hohen Baumwollanteil gefertigt. Dadurch ist er einerseits scheuer- und reißfest, andererseits weich und anschmiegsam und somit für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet. Bereits vor Reiseantritt angezogen, können die Strümpfe auch bei langem Sitzen das Risiko eines Blutstaus in den Beinen mindern.

Reisethrombose© Adobe Stock – Bergringfoto

Praktische Anschaffungen

Schaffen Sie sich ein Fußbänkchen mit einem beweglichen Trittbrett an (15 bis 20 Euro im Bürofachhandel oder Sanitätsgeschäft). Durch rhythmisches Hin- und Herbewegen dieses Brettchens trainieren Sie die Muskelpumpe Ihrer Beine schnell und praktisch nebenbei. Ähnlich hilfreich ist das Rollen der Fußsohlen auf einem Fußroller oder einem Igelball. Ein Venenkissen unterstützt den Blutabfluss aus den Beinen während der Nacht.

Viele dieser Venenhilfen erhalten Sie zeitweise bei Discountern wie Aldi, Lidl, Norma oder Penny. Stürmen Sie nicht gleich in das nächste und teure Sanitätshaus, sondern achten Sie auf Saisonangebote. Für das gesparte Geld gönnen Sie sich einen hochwertigen Früchtetee aus dem Bioladen. Dafür eignet sich etwa Sanddorntee, der gut gekühlt einen gesunden Durstlöscher und Flüssigkeitslieferanten im Sommer darstellt.

Zusammenfassung geeigneter Thrombose-Vorbeugung

  • Schlangengifte, z. B. Horvi-Therapie zur Blutverdünnung
  • Blutegel zum „Absaugen“ von Blutstauungen
  • Enderlein-Therapie mit homöopathisierten Pilzpräparaten zur Blutverdünnung
  • Kneipp-Anwendungen zur Verbesserung des Blutflusses
  • Heilpflanzen wie Rosskastanie, Steinklee, stechender Mäusedorn, Raute und rotes Weinlaub gegen Venenentzündungen
  • Vitalstoffe wie Vitamin A und C, Folsäure, Selen und Zink gegen Venenentzündungen
  • Aderlass bei zu hoher Anzahl von Blutzellen (Hämatokrit > 45 %)
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