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Schleudertrauma: Ihre Psyche bestimmt den Heilungsverlauf mit

Schwindelgefühl
Schleudertraumas durch eine Halswirbelsäulen-Distorsion © ArTo - Fotolia

Ausgelöst werden die Symptome eines sogenannten Schleudertraumas durch eine Halswirbelsäulen-Distorsion (lat.: Verdrehung). Typisch ist, dass die Schmerzen erst später, manchmal sogar erst nach Tagen einsetzen.

Das hat nicht – wie oft vermutet – mit dem anfänglichen Schockzustand zu tun, sondern beruht auf Entzündungsreaktionen. Durch das Schleudern des relativ schweren Kopfes kommt es zu kleinsten Rissen in Muskeln, Sehnen und Bändern, woraufhin der Körper mit Entzündungen reagiert. Entzündung gleich Heilung, beide Prozesse gleichen sich inhaltlich sehr stark. Sie können dies mit einer Art Muskelkater vergleichen.

Schleudertrauma beruht auf vielen Kleinstverletzungen

Diese minimalen Verletzungen klingen meist schnell ab. 80 bis 90 Prozent der aller Betroffenen sind nach ein bis zwei Wochen wieder beschwerdefrei, wenn sie möglichst unmittelbar nach dem Unfallereignis mit schmerzlindernden Medikamenten eingestellt wurden und dann einfach abwarten und Ruhe bewahren.

Die übrigen 10 bis 20 Prozent klagen jedoch dauerhaft über Nackensteifigkeit und oft hartnäckige Schmerzen. Dafür scheint offenbar weniger die Schwere des Traumas verantwortlich zu sein als vielmehr eine gestörte sogenannte Schmerzverarbeitung.

Fragen bei chronischen Beschwerden

Folgende Fragen sind für diese Patienten mit ihren chronischen Beschwerden wichtig:

  • Denken Sie eher pessimistisch über die Prognose Ihrer Schmerzen?
  • Beschäftigen Sie sich ständig mit Ihren Schmerzen oder dem Unfall?
  • Bestanden schon vor dem Unfall Ängste oder andere psychische Probleme?
Schwindel

Wenn der Kreislauf in den Keller gehtEine Ohnmacht, auch Kollaps genannt, ist ein Verlust des Bewusstseins, der durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff ausgelöst wird. › mehr lesen

Übertriebene Angst und das permanente Sich-Beschäftigen mit den Schmerzen können die Genesung massiv beeinträchtigen – wie dänische Forscher in einer Studie (Danish Medical Journal) veröffentlichten.

Fazit

Mein Rat: Lassen Sie sich nach einem solchen Schleudertrauma vom Arzt ausführlich darüber aufklären, was passiert ist, welche Beschwerden danach normal sind und in welchem Zeitraum die Schmerzen üblicherweise wieder verschwinden. Nehmen Sie die von Ihrem Arzt verordneten Medikamente zur Schmerzlinderung ein. Die früher häufig verordnete Halskrause (Schanz’sche Halskrawatte) und eine lange Krankschreibung durch den Arzt haben meist keinen positiven Effekt auf die Genesung. Unmittelbar nach dem Unfall für wenige Tage verwendet schadet sie nicht, aber sie sollte auch baldmöglichst wieder abtrainiert werden.

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Über den Autor
Prof. DHfPG Dr. Thomas Wessinghage
Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage

Der gebürtige Hagener Prof. Dr. Thomas Wessinghage ist beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen Chefredakteur im Sektor Präventivmedizin.

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