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Innenohrentzündung: So überstehen Sie den „Schleudergang“

Plötzlicher Schwindel, Übelkeit mit Erbrechen und Schmerzen: Zunächst einmal sind diese Symptome recht unspezifisch und können auf viele Krankheiten hinweisen. Wenn aber Schmerzen im Ohr hinzukommen, eventuell sogar mit einem verminderten oder gar nicht mehr vorhandenen Hörvermögen, dann ist klar, dass Sie unter einer Innenohrentzündung leiden.

Diese wird durch Viren ausgelöst, meist verschwindet sie von selbst wieder. Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich vom Arzt untersuchen lassen. Denn eine Innenohrentzündung dürfen Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein Verlust des Gehörs kann dauerhaft sein.

Schmerzen bei Innenohrentzündung© Adobe Stock - pathdoc

Nehmen Sie eine Innenohrentzündung nicht auf die leichte Schulter

Sie haben sich noch nie so schlecht gefühlt. Plötzlich auftretende Schwindelgefühle, unerbittliche Übelkeit und Erbrechen machen Ihnen zu schaffen. Derart schwerwiegende Krankheitssymptome sollten auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden, besonders wenn sie dauerhaft auftreten.


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Eine Innenohrentzündung nennt man auch Labyrinthitis, der meist eine Virusinfektion zugrunde liegt. Deshalb kommt es zu vorgenannten Symptomen. Die Ursache der Virusinfektion kann auf verschiedenen Faktoren beruhen. Auch wenn die Symptome meist nach einigen Wochen nachlassen, sollten Sie von Ihrem Arzt abklären lassen, ob eine medikamentöse Behandlung notwendig ist.

Wie funktioniert das Innenohr?

Die schneckenförmige, mit Flüssigkeit gefüllte Cochlea (Hörschnecke), die im Innenohr sitzt, ist der komplizierteste Teil unseres Hörapparates. Sie wandelt ankommende Schallwellen in Nervenimpulse für das Gehirn um. Angrenzend an die Cochlea befindet sich der Vestibularapparat, der für das Gleichgewicht und die Augenbewegung zuständig ist. Dieser ist in einem knöchernen Labyrinth untergebracht. Er besteht aus drei Bogengängen (halbrunde Röhren), die ebenfalls mit Flüssigkeit gefüllt sind und winzige Haarzellen besitzen. Diese Haarzellen registrieren jegliche Bewegung der Flüssigkeit und ermöglichen uns, das Gleichgewicht zu halten.

Bei einer Entzündung der Cochlea und des Vestibularapparates ist aufgrund der Entzündung manchmal nur der Gleichgewichtsnerv betroffen, der Informationen über die Kopfhaltung vom Innenohr zum Gehirn weiterleitet. In diesem Fall spricht man von Neuritis vestibularis (anhaltender Drehschwindel).

Alles dreht sich

Die Ursachen für Labyrinthitis und Neuritis vestibularis sind verschiedener Natur. Meistens ist nur ein Ohr entzündet, was auf eine Virusinfektion der oberen Atemwege zurückzuführen sein kann. In Frage kommt als Auslöser aber auch eine bakterielle Infektion in einer benachbarten Region. Auch bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Schädeltraumata können als Ursache infrage kommen. Manchmal sucht man jedoch vergeblich nach einer Ursache.


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Mögliche Anzeichen und Symptome bei Labyrinthitis

  • Plötzlich auftretende, heftige Schwindelgefühle (Vertigo), die über mehrere Tage anhalten können, sodass Sie weder sitzen, stehen noch laufen können. In manchen Fällen bleibt der Gleichgewichtssinn dauerhaft geschädigt.
  • Übelkeit und Erbrechen
  • unkontrollierbare Augenbewegungen (Nystagmus)
  • Verlust der Hörfähigkeit, was in einigen Fällen auch zum dauerhaften Hörverlust des betroffenen Ohres führen kann
  • Klingel- und Brummgeräusche im Ohr (Tinnitus)

Bei anhaltendem Drehschwindel (Neuritits vestibularis) treten ähnliche Symptome auf, jedoch kommt es nicht zum Verlust der Hörfähigkeit oder zu Tinnitus-Problemen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn Sie Anzeichen einer Innenohrentzündung feststellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Bei bakteriellen und viralen Infektionen sind zwar die Symptome ähnlich, aber die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich. Wenn Ihr Arzt eine Labyrinthitis aufgrund einer bakteriellen Infektion feststellt, wird er Ihnen vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. Ist die Ursache jedoch eine Virusinfektion und wird die Diagnose innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Beschwerden gestellt, werden Sie wahrscheinlich mit antiviralen Medikamenten behandelt. Kann keine Infektion nachgewiesen werden, werden Ihnen möglicherweise Steroide (entzündungshemmende Mittel) verschrieben. Auch ist ein Einsatz von Medikamenten gegen Schwindel und Übelkeit denkbar.

Bei anhaltendem Erbrechen kann es durch zu hohen Flüssigkeitsverlust zur Austrocknung Ihres Körpers kommen, sodass für Sie möglicherweise ein kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Um Schwindelgefühle zu reduzieren, sollten Sie ruhig sitzen und abrupte Bewegungen vermeiden. Die Genesungszeit kann unterschiedlich sein und liegt zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten. Typisch für den Verlauf einer Labyrinthitis sind relativ starke Beschwerden während der ersten Tage, die dann innerhalb weniger Wochen immer mehr nachlassen. Gleichgewichtsstörungen bei schnellen Bewegungen halten oft noch mehrere Wochen an. Wird eine Innenohrentzündung sofort behandelt, bleiben meist keinerlei Schäden zurück. Bei anderen Patienten bleiben leichte Schwindelgefühle bestehen. In ganz seltenen Fällen kann es zu dauerhaften Schädigungen kommen, obwohl eine schnelle und angemessene Behandlung erfolgt ist.

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Alte Kommentare
  • Beatrice Wiedmann schrieb am 26.08.2012, 15:30 Uhr

    Gut beschrieben. Habe vor 5 Tagen diese "Krankheit" erlebt und musste Notfall in Spital. Wurde 4 Tage intravenös mit Kortison und Antibrechmittel behandelt. Nun seit 1 Tag wieder zu Hause mit Kortisontabletten bis und mit Dienstag (also 1 Woche Kortison). Schwindel noch immer leicht vorhanden, jedoch ohne Übelkeit. Werde mich in eine Schwindeltherapie begeben, auf Anraten des Spitals.

  • Peggy schrieb am 22.08.2014, 15:29 Uhr

    Ich hab seit einer Woche diese Probleme ohne große Schmerzen und ohne Erbrechen und der Arzt sagte es sei diese Entzündung des Gleichgewichtsorgans und er sagt es müsste operiert werden. Er gab mir nur was gegen Schwindelgefühle wo ich keine Wirkung bemerke. Ist eine OP wirklich nötig? Was kann ich tun für die Besserung? Kann so nix tun weder zu Hause geschweige den arbeiten.

  • bocheli schrieb am 11.09.2015, 12:51 Uhr

    Ich habe die Krankheit letztes Jahr bekommen. musste 4x4 Kortison spritzen machen und 1 eingriff für das palkenrörchen. anschliessend war alles gut. das Röhrchen ist von selbst rausgeflogen und mir ging es wieder gut. Bis heute ca.8 Monate später fing alles wieder an. ich wollte ins Spital für eine 2te Meinung, aber ich glaube die nehmen mich nicht so ernst. Jetzt gehe ich wieder zur Ohrenärztin Spritzen machen. Hofendlich kommt das wieder gut. ich wünsche diese Krankheit keinem Menschen auf dieser Welt.