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Pankreatitis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie entsteht eine Pankreatitis?
  2. Typische Symptome bei einer Pankreatitis
  3. Möglichkeiten der Behandlung
  4. Schmerzlinderung bei chronischer Entzündung
  5. Hohe Blutzuckerwerte erhöhen Pankreaskrebsrisiko

Pankreatitis - Bauchspeicheldrüse© Adobe Stock – decade3d

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei wichtige Aufgaben: Sie produziert die Hormone zur Regulierung des Blutzuckerspiegels (Insulin und Glukagon) und die Enzyme für die Verdauung der Nahrung. Ihre Hormone gibt die Drüse dabei ins Blut ab, die Verdauungsenzyme gelangen über einen feinen Gang mit dem Bauchspeichel in den Zwölffingerdarm. Pro Tag bildet die wichtigste Verdauungsdrüse des Körpers etwa zwei Liter von diesem Verdauungssaft. Er enthält die Enzyme für die Aufspaltung aller Nahrungsbestandteile.

Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden bereits im Mund durch die Amylasen im Speichel vorverdaut, die Aufspaltung der Nahrungseiweiße beginnt im Magen durch die Magensäure. Im oberen Dünndarm findet der erste Verdauungsschritt der Fette statt, indem sie durch die Gallenflüssigkeit emulgiert werden. Die so vorverdauten Nahrungsbestandteile müssen anschließend durch die Pankreasenzyme in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt werden, damit sie im Dünndarm resorbiert und ans Blut abgegeben werden können.

Wie entsteht eine Pankreatitis?

Bei 20 Prozent der Patienten mit einer chronischen Pankreatitis und 10 bis 25 Prozent der Fälle mit der akuten Krankheitsform findet sich keine offensichtliche Ursache. Zu den bekannten Ursachen gehören dagegen:

  • langjähriger Alkoholmissbrauch: 70 Prozent der Fälle von chronischer Pankreatitis und 35 Prozent der akuten Fälle sind mit übermäßigem Alkoholkonsum verbunden.
  • Gallensteine: 30 bis 50 Prozent aller akuten Erkrankungen sind auf Gallensteine zurückzuführen. Letztere blockieren den Ausführgang der Bauchspeicheldrüse und damit den Ausfluss der Pankreasenzyme in den Zwölffingerdarm. Die Verdauungsenzyme aktivieren sich in der Bauchspeicheldrüse und greifen gesundes Gewebe an, anstatt die Nahrung im Darm zu zersetzen.

Eine Reihe seltenerer Faktoren trägt ebenfalls zu einer Pankreatitis bei. Zu den beeinflussbaren Faktoren gehören:

  • erhöhte Mengen an Fett (v. a. Triglyzeride) oder Kalzium im Blut
  • Rauchen, vor allem wenn Sie gleichzeitig Alkohol trinken
  • bestimmte Medikamente einschließlich Blutdruck senkender Mittel aus der Klasse der Thiaziddiuretika, Antibiotika wie Tetrazykline und Sulfonamide und einige Wirkstoffe zur Therapie von Krebs und Autoimmunerkrankungen wie Azathioprin (Colinsan® oder Imurek®)

Akute vs. chronische Pankreatitis

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse lässt sich in akute und chronische Pankreatitis unterteilen. Symptome einer akuten Erkrankung sind mitunter heftige Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber. Im Verlauf der akuten Pankreatitis kommt es zu einer Selbstverdauung der Bauchspeicheldrüse, was sie zu einer lebensbedrohlichen Krankheit machen kann. Ursachen einer akuten Pankreatitis können Gallensteine sein, die den Abfluss der Bauchspeicheldrüse blockieren, Alkoholmissbrauch, vorhergehende Infektionen wie beispielsweise Mumps, Medikamentenunverträglichkeiten, Verletzungen der Bauchspeicheldrüse oder erhöhte Blutfettwerte. Eine akute Pankreatitis kann sich aber auch idiopathisch, das heißt ohne konkrete Ursache, entwickeln. Behandelt wird sie üblicherweise mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmitteln.

Die chronische Pankreatitis ist eine anhaltende entzündliche Krankheit. Die auffälligsten Symptome einer chronischen Pankreatitis sind Oberbauchschmerzen, die oft im Endstadium nachlassen oder sogar ganz aufhören, Übelkeit und Gewichtsverlust sowie ein aufgeblähter Bauch. Als Hauptursache gilt Alkoholmissbrauch, obwohl nur 10 Prozent aller gewohnheitsmäßigen Trinker eine chronische Pankreatitis entwickeln. Die Diagnose wird neben der Überprüfung der Schmerzempfindlichkeit des Pankreasdruckpunkts durch die Untersuchung von Blut- und Stuhlproben, den Sekretin-Pankreozymin-Test sowieso bildgebenden Methoden wie Ultraschall, Röntgenaufnahmen und Computertomografien gestellt, mit denen sich Verkalkungen der Bauchspeicheldrüse feststellen lassen.

Bauchspeicheldrüse© Adobe Stock – lom123

Typische Symptome bei einer Pankreatitis

Bei einer plötzlich beginnenden Pankreatitis verspüren die Patienten starke Oberbauchschmerzen, die aus heiterem Himmel auftreten und von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Oft strahlt der Schmerz in den Rücken aus. Die Symptome können den Beschwerden von Nierenkoliken bei einem Nierenstein oder denen eines durchgebrochenen Magengeschwürs ähneln. Es ist sehr wichtig, sich sofort in medizinische Behandlung zu begeben.

Die üblichen Untersuchungen zur Diagnose einer akuten Pankreatitis umfassen Blut- und Urinuntersuchungen und möglicherweise ein CT (Computertomogramm). Ihr Arzt kann auch Ihren Bauch mit Ultraschall untersuchen, um zu klären, ob Gallensteine die Ursache der Krankheitsattacke sind.

Möglichkeiten der Behandlung

Eine schwere akute Pankreatitis macht einen Krankenhausaufenthalt unumgänglich. Essen aktiviert das Pankreas. Aus diesem Grund können Patienten nichts essen oder trinken, bis die Schmerzen aufhören. Im Krankenhaus erhalten sie Nährflüssigkeiten über eine Magensonde. Falls die Patienten das nicht tolerieren, bekommen sie Ihre Nährstoffe über eine intravenöse Kanüle. Wenn die bildgebenden Untersuchungen zeigen, dass die Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse durch Gallensteine oder andere Steine verstopft sind, könnte Ihnen Ihr Arzt empfehlen, die Steine und die Gallenblase sofort operativ entfernen zu lassen. Wenn Gallensteine die Pankreatitis verursacht haben, ist nach der operativen Entfernung der Steine eine erneute Erkrankung selten.

In der Regel klingt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Dennoch sollten Sie sich in Zukunft an die Ernährungsregeln halten, die Ihnen der Arzt gibt, um ein schnelles Wiederaufflammen der Entzündung zu verhindern. Bei einer kleinen Zahl von Personen kann eine schwere Pankreatitis auftreten. Komplikationen können eine Operation der Bauchspeicheldrüse selbst notwendig machen, zum Beispiel die Behandlung eines Abszesses oder einer Zyste. Vielleicht müssen die Ärzte auch den geschädigten Teil der Bauchspeicheldrüse entfernen. Schwere Krankheitsverläufe benötigen einige Wochen zur Abheilung.

Hilfe aus der Naturapotheke

Bei einer leichten Schwäche der Bauchspeicheldrüse können Sie Ihre Enzymproduktion wirkungsvoll mit Heilpflanzen ankurbeln, die Bitterstoffe enthalten.

Diese Heilpflanzen aktivieren die Enzymproduktion:

Fertigpräparate mit bitterstoffhaltigen Heilpflanzen:

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  • Enziagil®, 50 Kps. ab 8 €
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  • Infi-tract® V, 100 ml ab 13 €
  • Abdomilon® N, 500 ml ab 20 €
  • Präparate mit Harongarinde (z. B. Harongan®, 50 ml ab 12 €; Enzym Harongan®, 50 Tbl. ab 12,40 €)

Reich an Bitterstoffen sind auch Artischocken und Löwenzahn, aus denen Sie sich einen Tee zubereiten können: Übergießen Sie je einen Teelöffel getrocknete Artischockenblätter und Löwenzahnblätter (jeweils aus dem Kräuterladen) mit 250 ml kochendem Wasser. Lassen Sie den Ansatz zehn Minuten lang ziehen und trinken Sie den abgeseihten Tee nach dem Essen.

Löwenzahntee© LianeM – Fotolia

Schmerzlinderung bei chronischer Entzündung

Das Hauptziel bei der Behandlung der chronischen Pankreatitis besteht in der Schmerzlinderung und einer verbesserten Nährstoffaufnahme. Dauerhafte Schmerzen stellen das größte Problem bei der chronischen Pankreatitis dar. Neben Schmerzmitteln verschreiben Mediziner Pankreasenzyme. Gesteigerte Enzymmengen im Zwölffingerdarm verringern die Sekretion von Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse und helfen bei der Verdauung. Dadurch verringert sich der Druck aus dem Pankreas, der Schmerzen verursacht.

Bei schweren und unkontrollierbaren Schmerzen kann man mithilfe einer Operation die geschädigte Bauchspeicheldrüse entfernen oder den Drüsengang ableiten. Als letztes Mittel identifiziert und verödet man Nerven, die zum Pankreas führen.

Wenn die Krankheit chronisch wird

Eine bestehende Entzündung Ihrer Bauchspeicheldrüse kann das Organ und die umgebenden Gewebe zerstören, auch wenn Jahre vergehen, bevor die ersten Symptome auftreten. Im Frühstadium der chronischen Pankreatitis erleben Sie möglicherweise leichte bis schwere Attacken, die den akuten Formen ähnlich sind. Die Schmerzen einer Attacke können scharf sein und einige Stunden anhalten, oder sie sind dumpf und dauern über Wochen oder sogar Jahre. Selten verspüren Menschen mit einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse keinerlei Unwohlsein.

Eine laufende Schädigung der Enzym produzierenden Gewebe bei der chronischen Krankheitsform führt zu schlechterer Nährstoffaufnahme über den Darm (besonders von Fetten), zu Gewichtsverlust und öligem, fauligen Stuhl. Eine Schädigung oder Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen im Pankreas bedeutet, dass Zucker nicht mehr richtig im Körper verstoffwechselt wird, was häufig zu Diabetes führt.

Unterstützung durch Antioxidantien

Pankreatitispatienten profitieren des Weiteren von Antioxidantien-Präparaten. Bei der Entzündungsreaktion entstehen freie Radikale, die mitunter für die Schmerzen verantwortlich sind. Antioxidantien fungieren als Schutzstoffe und fangen diese freien Radikale ab. Indische Mediziner der Universität Neu-Delhi behandelten jeweils 70 Patienten täglich mit einer Antioxidantien-Mischung oder einem Scheinmedikament (Placebo).

Die Ergebnisse waren überraschend eindeutig: Nach sechsmonatiger Einnahme litten die Patienten aus der Placebo-Gruppe an 3,5 Tagen im Monat an heftigen Schmerzen. In der Antioxidantien-Gruppe gab es nur halb so viele Schmerztage. Der Schmerzmittelverbrauch sank um die Hälfte. Ein Drittel der Patienten war sogar ganz schmerzfrei.

Hohe Blutzuckerwerte erhöhen Pankreaskrebsrisiko

Wissenschaftler der National Taiwan University haben herausgefunden, dass es einen großen Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt: Einen erhöhten Nüchternblutzuckerspiegel. Die Forscher wertete Daten von über 2.000 Menschen aus, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt waren. Entscheidend war, dass bei allen die erhöhten Blutzuckerwerte vor der Krebserkrankung aufgetreten waren, denn auch Bauchspeicheldrüsenkrebs kann Diabetes auslösen.

Es zeigte sich, dass ein um 10 mg/dl erhöhter Nüchternblutzucker ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zur Folge hat. Das gilt nicht nur für Menschen, bei denen Diabetes ausgebrochen ist, sondern auch bei denen mit leicht erhöhten Werten, die zwischen 100 und 125 mg/dl lagen. Wahrscheinlich fördern die erhöhten Blutzuckerwerte das Tumorwachstum, aber auch der erhöhte Insulinspiegel im Blut kann das Krebsrisiko ansteigen lassen.

Körperliches Training reduziert das Risiko

Als Übergewichtiger senken Sie mit eineinhalb Stunden körperlicher Bewegung in der Woche Ihr Risiko für Pankreaskrebs. Das besagt eine im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie. Die Autoren des Berichtes analysierten zwei große Studien. Sie wollten herausfinden, inwiefern Körperbau und körperliche Aktivität das Pankreaskrebsrisiko beeinflussen.

Sie zeigten in ihrer Studie, dass als fettleibig eingestufte Menschen ein um 72 Prozent höheres Risiko für Pankreakrebs aufwiesen als Normalgewichtige. Wiederum fiel das Risiko der aktiven fettleibigen oder übergewichtigen Studienteilnehmer geringer aus als das der weniger Aktiven. So zeigten fettleibige Menschen, die eineinhalb Stunden pro Woche gehen oder Fahrrad fahren, ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko als die Überwichtigen, die wenig oder keinen Sport betrieben. Körperliches Training beeinflusste bei Normalgewichtigen das Pankreaskrebsrisiko nicht.

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