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Auch Ihre Leber kann schuld sein, wenn Ihnen die Augen zufallen

Kennen Sie das? Eigentlich haben Sie nachts ganz gut geschlafen, aber schon in den frühen Vormittagsstunden überkommt Sie eine unerklärliche, bleierne Müdigkeit?

Jeder zweite Deutsche klagt beim Arzt über chronische Müdigkeit: „Herr Doktor, schon um 10 Uhr morgens bin ich müde, nur noch im Liegen geht’s!“

Während sich die Wissenschaft bemüht, dieses immer häufiger werdende „chronic fatigue syndrome“ (chronisches Müdigkeitssyndrom) zu katalogisieren und zu verwalten, ist die schnelle Heilung dieser Zivilisationskrankheit einfacher als gedacht.

Die Fettleber

Die meisten chronisch müden Menschen haben ein gemeinsames Merkmal: eine Fettleber. Und die Fettleber ist der stärkste Müdemacher, den wir kennen.

Denn das Fett, dass sich in der Leber ansammelt, hindert diese an ihrer eigentlichen Arbeit. Die Verdauung läuft langsamer, die Leber kann nicht mehr so viele Vitamine speichern oder den Körper schnell entgiften.

Alle Leberfunktionen laufen auf Sparflamme.

Woher eine Fettleber kommt

Eine der häufigsten Ursache für die Bildung einer Fettleber ist das späte Abendessen.

Besonders wenn das Essen viele Kohlenhydrate enthält, z. B. eine Portion Pasta beim Italiener, werden alle Kalorien, die Sie vor dem Schlafengehen nicht mehr in Energie umwandeln, als Fett gebunkert. Und zwar in der Leber.

Der Körper kann nur 500 Gramm Kohlenhydrate speichern. Alles, was wir darüber hinaus zu uns nehmen, wird in unserer Leber in Fett umgewandelt.

Das gilt natürlich nicht für Sportler oder Schwerarbeiter, die tagsüber ihren Kohlenhydratvorrat aufgebraucht haben und abends lediglich wieder auffüllen. Hier stimmt die Bilanz.

Anders verhält es sich beim reinen Kopfarbeiter: Die normale Nahrung tagsüber liefert ohnehin oft mehr Kohlenhydrate, als wir verbrauchen können. Also sind abends die Speicher voll. Und voller als voll geht nicht.

Darum werden Nudeln, Kartoffeln und Brot direkt in Fett umgewandelt. Beschleunigt wird dieser Prozess noch durch das Gläschen Chablis, Chianti oder ein Glas Bier.

Sagen Sie der Fettleber einfach den Kampf an

Wenn Sie diese Zusammenhänge erst einmal erkannt haben, können Sie schnell Abhilfe schaffen. Amerikanische Wissenschaftler raten: Essen ab 17.00 Uhr gib nur Deinem Feind.

Ganz so dogmatisch müssen Sie sich gar nicht verhalten. Sie dürfen ruhig auch nach 17.00 Uhr noch essen, aber bitte das Richtige.

Fett bleibt Fett, darum sollten Sie Fett ohnehin meiden, nicht nur abends. Denn selbst wenn Sie auf alle sichtbaren Fette verzichten, essen Sie noch doppelt so viel Fett wie die 40 bis 60 Gramm, die Sie heutzutage eigentlich brauchen.

Und auch bei Kohlenhydraten ist aus oben genannten Gründen Vorsicht geboten. Doch etwas können Sie immer essen, und zwar ganz ohne Reue. Und dieser Zauberstoff heißt Eiweiß.

Eiweiß kann nämlich biochemisch niemals in Fett umgewandelt werden.

Leberwickel entlasten Ihre Leber

Die Entgiftungsarbeit können Sie durch einen Leberwickel unterstützen. Er kurbelt die Arbeit der Leber an und löst ein sehr entspannendes, wohliges Gefühl im ganzen Körper aus.

So geht es: Je nach dem, was Ihnen angenehmer ist, legen Sie sich ein mit kaltem oder warmem Wasser getränktes Küchenhandtuch auf den rechten Oberbauch unter den Rippenbogen – an die Stelle also, wo Ihre Leber sitzt.

Das nasse Tuch decken Sie mit einem Frotteehandtuch ab und nun wickeln Sie ein großes Moltontuch um die Körpermitte.

Legen Sie sich mit Ihrem Bauchwickel ins Bett und lassen Sie ihn 45 bis 60 Minuten liegen. Dabei dürfen Sie ruhig schlummern.

Wenn Sie einen warmen Wickel machen, können Sie zusätzlich noch eine Wärmflasche auf das nasse Handtuch legen, um die Wärme länger zu halten. Bestens geeignet ist auch ein Heusack aus der Apotheke.

Funktionen der Leber

Die Leber spielt im Stoffwechsel des Körpers eine wichtige Rolle. Durch die Pfortader gelangen Stoffe, die aus dem Darm in die Blutbahn aufgenommen wurden, in die Leberzellen. Je nach Bedarf werden sie dort sofort verwertet, gespeichert, umgewandelt oder abgebaut. Die Leber speichert in ihren Zellen Zucker, Fett, Eiweißbausteine (Aminosäuren) und Vitamine, wenn sie nicht unmittelbar benötigt werden. Zucker wird in Form von Glykogen in der Leber gespeichert und als Traubenzucker (Glukose) ins Blut abgegeben, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt. Außerdem können die Leberzellen Zucker in Fette und Eiweiße umwandeln.

Aus den Eiweißbausteinen stellt die Leber viele wichtige Eiweiße her. So produziert sie zum Beispiel die Gerinnungsfaktoren, die das Blut bei Verletzungen gerinnen lassen und das C-reaktive Protein (CRP), das eine wichtige Rolle bei Entzündungen im Körper spielt. Außerdem bildet sie Eiweiße für den Transport von Fetten oder von Hormonen im Blut. Auch ein Großteil des körpereigenen Cholesterins wird von der Leber hergestellt und zur Bildung der Gallenflüssigkeit verwendet. Jeden Tag produziert die Leber so 1 Liter Galle, die die Fette in der Nahrung verdaulich machen. Die Leber ist außerdem ein wichtiges „Entgiftungsorgan“ für geschädigte und alte rote Blutkörperchen, Alkohol oder Medikamente.

Testen Sie: Wie geht es Ihrer Leber?

Mit diesem einfachen Test können Sie einschätzen, wie es um die Gesundheit Ihrer Leber bestellt ist. Antworten Sie mit „ja“ oder „nein“. Einen Besuch bei Ihrem Arzt kann der Test nicht ersetzen.

                                                                                                                                                                          Ja            Nein

  • Fühlen Sie sich müder und weniger leistungsfähig als sonst?
  • Leiden Sie unter augenscheinlich grundlosen Blähungen oder Druckschmerzen im Oberbauch?
  • Fehlt Ihnen in letzter Zeit der Appetit?
  • Haben Sie unerklärlicherweise ab- oder zugenommen?
  • Leiden Sie an quälendem Juckreiz am ganzen Körper – ohne dass sich ein Hautausschlag zeigt?
  • Trinken Sie täglich Alkohol oder alkoholhaltige Tonika?
  • Spannt Ihre Haut nach dem Duschen ungewöhnlich stark?
  • Bekommen Sie schneller Blutergüsse als früher?
  • Neigen Sie zu Nasen- oder Zahnfleischbluten?
  • Leiden Sie unter Brustziehen oder nachlassender Libido?
  • Ernähren Sie sich weder gesund noch ausgewogen?
  • Nehmen Sie regelmäßig drei oder mehr Medikamente ein?
  • Hat sich Ihre Haut oder das Weiß Ihrer Augen in letzter Zeit leicht gelb gefärbt?
  • Haben Sie Gallenprobleme?
  • Gab es in Ihrer Familie Lebererkrankungen?
  • Haben Sie sich kürzlich tätowieren lassen?

Ihr Testergebnis:

Wenn Sie mehr als 3-mal mit „Ja“ geantwortet haben, sollten Sie Ihre Leber zur Sicherheit bei Ihrem Arzt untersuchen lassen. Er stellt fest, ob hinter Ihren Beschwerden ernsthafte Lebererkrankungen stecken.

Mit jeder Ja-Antwort wächst Ihr Risiko, dass das Stoffwechselorgan gestört ist. Davon jedoch abgesehen sollten Sie lebergesund leben, wie ich es Ihnen in der vergangenen Woche beschrieben habe.

Leberkur: So funktioniert sie

Eine Leberkur besteht in erster Linie darin, alles zu vermeiden, was Ihrer Leber schadet. Der 4-Stufen-Plan von Anne Baker, Nourish Hoistic Nutrition, packt die Prävention ganzheitlich an. Sie geht in folgenden Stufen vor:

Stufe 1

1. Umweltgifte, die Sie einatmen, eliminieren oder drastisch reduzieren:

  • Rauch (jeglicher Rauch und natürlich vor allem Zigarettenrauch)
  • Benzingase
c. Farb- und Leimgase
  • Reinigungsmittel
  • Nagellack und Parfums

2. Reduktion von Giften in Nahrungsmitteln und Getränken:

  • Alkohol
  • Konservierungsstoffe
  • Farbstoffe
  • Pestizide
  • Düngemittel
  • Schwermetalle in großen Fischen
  • Verschmutztes Wasser
  • Kosmetikprodukte, die nicht 100 % natürlich sind, enthalten Petroleumbestandteile.

Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

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3. Elektromagnetischen Feldern ausweichen, eliminieren, reduzieren:

  • Mobiltelefon nicht am Körper tragen, so oft wie möglich auf Flugmodus stellen (nachts unbedingt mindestens 1 Meter vom Bett weg platzieren und auf Flugmodus stellen, besser überhaupt
nicht ins Schlafzimmer mitnehmen)
  • WiFi abstellen, wenn es nicht benutzt wird (vor allem nachts)
  • Kabellose Festnetz-Telefone vermeiden
  • Radiologischen Strahlen ausweichen und sich solchen Behandlungen nur unterziehen, wenn es wirklich notwendig ist.
  • Flüge reduzieren oder vermeiden

Stufe 2: Ernährung umstellen

Gewohnheiten ändern, Nahrungsmittel eliminieren, die der Leber schaden:

  • Keine industriell verarbeiteten Produkte
  • Keine raffinierten Mehle
  • Kein Zucker
  • Biologische Nahrungsmittel bevorzugen
  • Nahrungsmittel öfter roh essen
  • Nahrungsmittel nicht „über“-kochen
  • Auf Mikrowelle verzichten
  • Keine industriell hergestellten Pflanzen
  • Kein Fleisch von gemästeten Tieren

Nahrungsmittel-Allergien und -Intoleranzen

Nahrungsmittel-Allergien und -Intoleranzen sind ernst zu nehmen. Nahrungsmittel, die Unverträglichkeiten und Allergien auslösen unbedingt meiden. Bei Intoleranzen kann eine temporäre Eliminations-Diät möglicherweise die Sensibilität heilen und das Nahrungsmittel kann wieder in die Ernährung integriert werden.

Empfehlenswerte Tests bei einem Naturheilpraktiker oder Nährstoffexperten durchführen:

  • Nahrungsmittel-Allergien
  • Pilz-/Candida über Normalbestand
  • Schwermetall-Depots
  • Parasiten-/Wurmbefall

Stufe 3

Gesundheitsfördernde Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen zu sich nehmen. Organe (Leber, Darm etc.) können sich erholen, regenerieren und neue gesunde, kräftige Zellen bilden.

Essen Sie mehr davon:

  • Bio-Gemüse (roh und leicht gedämpft), vor allem dunkelgrüne, blättrige Sorten
  • Bio-Früchte (täglich 1 bis 2 Portionen)
  • fermentierte Nahrungsmittel (nicht pasteurisiertes Sauerkraut und 
Apfelessig, Kimchi, Kefir etc.)

Ergänzen Sie Ihren Speiseplan mit (aus Nahrungsmittel oder mit Nahrungsergänzung): 


  • Vitamin K (aus dunkelgrünem blättrigem Gemüse, Alfalfa Sprossen, Eigelb, Rohmilch und Rohmilchbutter von grasgefütterten Kühen) Antioxidantien (aus farbigem Gemüse, Chlorella, Spitrulina, Zirtrus- früchten)
  • Selenium (aus Paranüssen, Kelp, Meeresfrüchten, Zwiebeln, Knob- lauch)
Methionine (aus Eiern, Fisch, Zwiebeln, Knoblauch, Fleisch von art- gerecht gefütter ten und gehaltenen Tieren)
  • Essentielle Fettsäuren (aus Meeresfrüchten, Fisch, Leber tran, Fischöl, Avocados, rohen Nüssen, grünem Gemüse, Leinsamen frisch gemahlen, Nachtkerzenöl, schwarzem Johannisbeere-Kernöl, Borretschöl)
  • Natürlichen schwefelhaltigen Stoffen (aus Bio-Eiern, Zwiebeln, Eiern, Lauch, Blumenkohl, Broccoli, Rosenkohl und anderen Kohlarten)

Fettsäuren

Die Fettsäuren werden in jeder Zelle für die gesunden Zellmembranen benötigt. Für die Leber sind sie besonders wichtig, damit sie alle Funktionen ausreichend ausführen können. Deshalb sind Leberkuren, die vollkommen auf Fett verzichten, nicht zu empfehlen. Wichtig ist, dass Sie nur die gesunden natürlichen Fette zu sich nehmen und die industriell hergestellten Öle (z. B. Margarine, Sonnenblumenöl, Maisöl, Erdnussöl, Sojaöl etc.) strikt vermeiden.

Ebenfalls sind tierische Fettsäuren von gemästeten Tieren nicht zu empfehlen. Durch die Mast mit Getreide verändern sich die Fettsäuren im tierischen Produkt. Tiere, die nicht artgerecht gefüttert werden, sind oft krank und erhalten Medikamente, Antibiotika etc. Rückstände dieser Behandlungen lagern sich in den Fettdepots der Tiere ab. Essen Sie deshalb am besten nur Fleisch von artgerecht gehaltenen und gefütterten Tieren.

Stufe 4

Die Leber neu aufbauen und stärken mit Kräutern und Nährstoffen. Diese Maßnahmen sollten Sie mit einem Umweltarzt, Nährstoffexperten oder Naturheilarzt besprechen und dosieren lassen.

Dazu gehören:

  • Vitamin B (gesamter Komplex)
  • Vitamin C
  • Vitamin E

  • Beta Carotin
  • Extrakt von Mariendistel
  • Extrakt von Löwenzahn
  • Extrakt von Artischocke
  • Gelbwurz (Kurkuma)
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