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Hämorrhoiden: Den Juckreiz besiegen und die Heilung fördern

Was man vereinfacht Hämorrhoiden nennt, ist ein Geflecht aus feinen Arterien und Venen (Plexus haemorrhoidalis), das sich bei jedem Menschen eingebettet in Bindegewebe vor dem Schließmuskel des Afters befindet.

Hämorrhoiden© Adobe Stock – absolutimages

Verstopfung begünstigt Hämorrhoiden

Dieser ringförmige Gefäßschwamm unterstützt den Schließmuskel in seiner Funktion. Wenn sich der Enddarm mit Kot füllt, fließt vermehrt Blut in dieses Gefäßgeflecht, wodurch es anschwillt. So entsteht eine perfekte Abdichtung zum Darm hin. Nach dem Stuhlgang vermindert sich die Durchblutung des „Dichtungsrings“ wieder und er schwillt ab.

Bleiben die kleinen Blutgefäße jedoch dauerhaft erweitert und entspannen sich nach der Stuhlentleerung nicht, sind krankhafte Hämorrhoiden entstanden. Wenn dauerhaft ein zu hoher Druck auf das Gefäßgeflecht des Enddarms ausgeübt wird, leiern die feinen Blutgefäße aus und stülpen sich mit Aussackungen hervor.

So entstehen Hämorrhoiden

Der gefäßschädigende Druck kann entstehen durch:

  • chronische Verstopfung
  • zu starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • ballaststoffarme Ernährung
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • überwiegend sitzende Tätigkeit oder Lebensweise
  • regelmäßige Einnahme von Abführmitteln

Zusätzlich gilt auch eine erbliche Belastung als Risikofaktor, ebenso wie eine angeborene Bindegewebsschwäche.

Unbehandelt weiten sich die Hämorrhoiden nach und nach aus

Zunächst werden Sie von den sich bildenden Gefäßaussackungen nichts bemerken. Doch mit der Zeit schreitet die Erkrankung fort und durchläuft dabei vier Stadien, wenn Sie nicht aktiv werden. Im zweiten Stadium treten die Schwellkörper beim Pressen aus dem After heraus und verursachen Jucken, Brennen und gelegentliches Nässen. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn Sie Blut beim Stuhlgang bemerken. Das kann zwar harmlos sein, dennoch muss ein bösartiges Krebsgeschehen ausgeschlossen werden. Beginnen Sie also bei den ersten Anzeichen damit, Ihren Lebensstil zu ändern und mit natürlichen Maßnahmen gegenzusteuern.

Hämorrhoiden© Adobe Stock – Henrie

Die richtige Behandlung von Hämorrhoiden

In der Apotheke erhalten Sie eine Reihe von wirksamen Fertigpräparaten (zum Beispiel Tannosynt® oder Tannolact®), die einfach in der Anwendung sind. Hier erhalten Sie auch entzündungshemmende Cremes und Salben mit Eichenrinde (von Wala) sowie eine Quercus-Essenz. Auch Quercus-Zäpfchen sind im Handel. Von Weleda erhalten Sie ein blutflusshemmdes Präparat (Menodoron). Darüber hinaus gibt es einige Tipps und Tricks, um auf natürliche Weise mit den lästigen Analbeschwerden umzugehen:

Eine gesunde Ernährung ist das A und O

Nicht nur die Naturheilkunde, sondern auch die Schulmedizin sieht in einer geregelten Verdauung die Basis zur Vermeidung und Behandlung eines Hämorrhoidenleidens. Bringen Sie daher reichlich Ballaststoffe in Form von Vollkornprodukten, Gemüse und Obst auf Ihren Speiseplan und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dadurch wird der Stuhl weich gehalten und Sie müssen nicht pressen.

Stopfende Nahrungs- und Genussmittel wie Schokolade, Kaffee, Cola und schwarzen Tee sollten Sie ebenso zurückhaltend zu sich nehmen wie Weißmehlprodukte und Süßigkeiten. Vermeiden Sie scharfe Gewürze wie Curry oder Chili, da sie die zarte Analschleimhaut reizen können.


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Sitzbad mit Eichenrinde

Damit sich die Hämorrhoiden etwas zusammenziehen, haben sich besonders Sitzbäder mit Eichenrinde bewährt. Die in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend auf das erkrankte Gewebe, wodurch sowohl der Juckreiz als auch das Nässen gelindert werden. Für ein solches Sitzbad köcheln Sie auf kleiner Flamme 15 Minuten lang eine Handvoll Eichenrinde (aus der Apotheke) in einem Liter Wasser. Gießen Sie den Sud nach dem Abkühlen in eine kleine Wanne und nehmen Sie darin zehn Minuten lang ein Sitzbad. Wiederholen Sie die Prozedur täglich einmal.

Ringelblume und Hamamelis wirken entzündungshemmend

Die in der Ringelblume enthaltenen Saponine und Flavonoide wirken entzündungshemmend und wundheilend. Dadurch können Ringelblumenextrakte Blutungen und entzündlichen Veränderungen im Analbereich entgegenwirken. Tränken Sie dazu einen Wattebausch mit Ringelblumen-Tinktur, drücken Sie ihn wie einen kleinen Tampon vorsichtig ein paar Zentimeter in den After und lassen Sie ihn über Nacht einwirken.

Hamamelis ist reich an Tanninen, die kühlend und reizlindernd wirken. Wenn Ihre Hämorrhoiden schmerzen, hilft Ihnen ein Gemisch aus Hamamelissalbe und Honig. Vermischen Sie die Salbe zu gleichen Teilen mit naturreinem Honig und streichen Sie die Mischung auf die schmerzenden Stellen auf.

Mit Hygienemaßnahmen unterstützen Sie die Behandlung

Verwenden Sie nach dem Stuhlgang zum Säubern ausschließlich weiches Toilettenpapier. Waschen Sie anschließend den Analbereich mit einem in kaltem Wasser getränkten Einmalwaschlappen oder Wattebausch ohne Reiben ab. Durch das kalte Wasser erreichen Sie zusätzlich zur besseren Hygiene auch, dass sich die Analgefäße zusammenziehen, wodurch der Juckreiz nachlässt. Feuchtes Toilettenpapier oder Intimwaschlotionen sollten Sie nicht verwenden. Die darin enthaltenen Duftstoffe und Reinigungssubstanzen könnten zu Reizungen der Afterschleimhaut führen.

Tragen Sie ausschließlich Unterwäsche aus Baumwolle. Kunstfasern können die Feuchtigkeit nicht aufsaugen und verhindern zusätzlich das Verdunsten. Die Folge sind vermehrtes Brennen und Jucken.

Homöopathische Mittel

Die folgenden Mittel können Sie in der Potenz D6 unbedenklich in Eigenregie einnehmen. Lassen Sie dazu einmal täglich drei Globuli von dem zu Ihren Beschwerden am besten passenden Mittel langsam im Mund zergehen.

  • Acidum nitricum hilft bei blutenden Hämorrhoiden, die schmerzen, als ob ein Splitter im After stecken würde.
  • Aesculus ist angezeigt bei sichtbar dunkelroten Gefäßerweiterungen mit dem Gefühl, als würde der After nach außen fallen oder ein Fremdkörper darin stecken.
  • Nux vomicaist ein gutes Mittel, wenn das Problem durch zu viel Sitzen und Genussmittel entstanden ist. Es besteht ein Gefühl, als ob der After sich zusammenschnüren würde.
  • Sulfursollten Sie einnehmen, wenn sie neben brennenden Hämorrhoiden unter unerträglichem Afterjucken leiden und sich am liebsten blutig kratzen würden.
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