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Zu viel Eisen: Subtile Anzeichen, aber einfach zu behandeln

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Zu viel Eisen im Blut
Der Eisenhaushalt des Körpers kann durch viele Faktoren – teils erblich bedingt und teils durch äußere Einflüsse – beeinflusst werden, weshalb Sie unbedingt auf Symptome achten sollten.

 

Eisen ist eines der chemischen Elemente, die in der Natur sehr häufig vorkommen. Es ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt und daher lebenswichtig. Während es bei Frauen aber meist in zu geringen Dosen vorhanden ist, besteht bei Männern die Gefahr, dass sie über zu viel Eisen verfügen.

Das chemische Element Eisen
© www.fzd.it - Fotolia

Der Körper sorgt selbst für eine ausgeglichene Eisenbilanz

Ihr Körper benötigt eine gewisse Menge an Eisen, um den roten Blutfarbstoff Hämoglobin zu bilden. Durch diesen werden die Organe mit demlebenswichtigen Sauerstoff versorgt. Zudem werden aus Eisen Proteine mitgebildet, die an der Energiegewinnung und an der Vernichtung von freien Radikalen beteiligt sind.

Der Eisenspeicher in Ihrem Körper ist in der Regel mit drei bis vier Gramm immer gut gefüllt. Normalerweise nehmen Sie Eisen über Ihre Nahrung zu sich. Aus den Lebensmitteln, die Eisen enthalten, kann Ihr Körper rund ein bis zwei Gramm pro Tag gewinnen.

Durch natürlichen Blutverlust und die Erneuerung von Hautzellen geht genauso viel Eisen wieder verloren, sodass dadurch der Eisenspiegel in Ihrem Körper im Normalfall immer konstant bleibt. So sorgt Ihr Körper von selbst für eine ausgeglichene Eisenbilanz.

Eisenerhöhung durch Krankheiten

Es gibt krankheitsbedingte Situationen, bei denen sich zu viel Eisen im Körper sammelt. Sie können durch folgende Auslöser entstehen:

  1. häufige Bluttransfusionen: Bei einer Blutarmut (Anämie) werden dem Patienten Bluttransfusionen verabreicht. Nach und nach werden die so zugeführten Blutkörperchen in Ihrem Körper abgebaut, das ist ein natürlicher Prozess. Das in ihnen enthaltene Eisen wird dadurch freigesetzt und in den körpereigenen Eisenspeichern gesammelt. Allerdings können diese nicht unendlich gefüllt werden. Jede dieser Transfusionen enthält bis zu 250 mg Eisen. Sind viele Transfusionen nötig, entsteht im Körper eine Eisenüberladung.
  2. leberbedingte Eisenüberladungen: Sie sind Folge von Lebererkrankungen. In deren Folge sammelt sich zu viel Eisen in der Leber an und kann hier zu schweren Organschäden führen.
  3. erblich bedingte Ursachen: Eisen wird in einem komplizierten Prozess durch den Darm aufgenommen. Wenn Ihr Erbgut verändert ist, kann es zu Veränderungen bei diesem Aufnahmeprozess kommen. Die bekannteste Erkrankung dieser Art ist die hereditäre Hämochromatose. An ihr erkranken fünfmal so viele Männer wie Frauen. Bei dieser Erkrankung wird bis zu dreimal so viel Eisen vom Körper aufgenommen wie bei einem gesunden Menschen.

Nur selten ist ein hoher Eisenspiegel auch dadurch bedingt, dass Sie ein Eisenpräparat einnehmen und dadurch zu viel Eisen zuführen.

Hämochromatose als Ursache für einen Eisenüberschuss

Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und nachlassendes Interesse an Sex: Hat dies nur mit Ihrem Alter zu tun, sind Sie einfach nicht in Form oder steckt vielleicht etwas anderes dahinter? Eine enorme Anzahl an Problemen kann zu den oben aufgeführten Symptomen führen.

Eine mögliche Ursache, die übersehen werden kann, wird als Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) bezeichnet. Dies ist eine genetische Krankheit, die dazu führt, dass Ihr Körper zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt und speichert. Daraus können sich mit der Zeit schwerwiegende Gesundheitsprobleme entwickeln.

Wenn einmal der Verdacht auf eine Hämochromatose besteht, ist die Diagnose ebenso einfach wie die Behandlung. Wenn sie rechzeitig entdeckt wird, was gewöhnlich der Fall ist, kann der Eisenspeicher in der Regel wieder mühelos auf ein normales Niveau zurückgeführt werden. Und zwar ohne anhaltende Gesundheitsprobleme.

Zu viel Eisen wird gespeichert

Die Hämochromatose ist in den USA und Nordeuropa eine der häufigsten erblich bedingten Stoffwechselerkrankungen. Die Erkrankung wird durch eine Mutation des HFE-Gens hervorgerufen.

Das HFE-Gen ist eines der Gene, die die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung steuern. Eine Hämochromatose tritt dann auf, wenn zwei Kopien eines mutierten HFE-Gens vererbt werden, jeweils eine Kopie von einem Elternteil.

Wenn Sie nur eine Kopie dieses mutierten Gens tragen, werden Sie die Eisenspeicherkrankheit nicht entwickeln.


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Frauen neigen in den ersten Jahrzehnten im Erwachsenenalter nach Schwangerschaft, Stillzeit und Menstruationsblutungen dazu, Eisen zu verlieren. Dennoch ist dieser Eisenverlust nicht ausreichend, um den krankheitsbedingten Zugewinn an Eisen auszugleichen.

Mit der Zeit wird das überschüssige Eisen in verschiedenen Organen gespeichert, hauptsächlich in der Leber und im Herz. Ohne Behandlung kann im Lauf von Jahrzehnten die Eisenmenge bis auf das 20-Fache des üblichen Eisengehalts anwachsen.

Wenn die Eisenspeicherung dieses Niveau erreicht hat, kann dies unter anderem zu folgenden Gesundheitsproblemen führen:

Männern droht eher Überversorgung

Männer sind anders als Frauen, wenn es um Eisen geht. Wenn Sie als Mann häufig Müdigkeit verspüren, liegt das nur in 2 Prozent der Fälle an einem Eisenmangel.

Nur rund 0,17 Prozent aller Männer leiden aufgrund von zu wenig Eisen unter Blutarmut. Dagegen haben sehr viele Männer sogar eine Eisenüberladung, also zu viel Eisen im Blut.

Sie sollten als Mann nicht unbedacht ein Präparat mit Eisen zu sich nehmen. Es schadet Ihnen eher, denn Ihr Körper scheidet pro Tag nur rund 1 mg Eisen wieder aus.

Der Rest, den Sie zu viel zuführen, lagert sich in Ihrem Körper an. Aufgrund dieser gestiegenen Eisenmenge in Ihrem Körper erhöht sich das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten.

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Frauen nehmen zu wenig Eisen zu sich

In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, Frankfurt) Frauen zwischen 10 und 51 Jahren eine tägliche Dosis von 15 mg Eisen. Für Frauen ab der Menopause ebenso wie Männern aller Altersstufen empfehlen sich 10 mg Eisen pro Tag.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist die Versorgung deutscher Männer mit Eisen unproblematisch. Die der deutschen Frauen läge jedoch bis zu 30 Prozent unter den Empfehlungen.

Wissenschaftler vermuten aufgrund verschiedener Studien einen Zusammenhang zwischen einem hohen Eisenspiegel im Blut und einer hohen Rate von tödlichen Herzinfarkten. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Eisen den schädlichen Oxidationsprozess von LDL („böses“ Cholesterin) fördert, das zu Herzkrankheiten führt.

In einer finnischen Studie wiesen Männer mit den höchsten Eisenspiegeln ein dreifach höheres Herzinfarktrisiko auf wie Männer mit den niedrigsten Spiegeln. Andere Studien wiesen keinen Zusammenhang zwischen Eisenspiegel und Herzinfarktrisiko nach.

In einer Veröffentlichung stellten die Autoren fest, dass eine hohe Eisenaufnahme durch die Nahrung das Herzinfarktrisiko senkte. Einige Arbeiten zeigten, dass das größere Herzinfarktrisiko im Wesentlichen vom „Hämeisen“ herrührt. Es kommt in rotem Fleisch vor.

Von Nicht-Hämeisen gehe kein höheres Risiko aus. Es kommt in Getreiden und Kornprodukten, grünen Gemüsen, Hülsenfrüchten, Datteln, Pflaumen und Trauben vor. Personen mit einer erblichen Erkrankung (Hämochromatose) schaden zusätzlich eingenommene Eisenpräparate.

Bei dieser Erkrankung besteht ein Überschuss an Eisen. Hämochromatose und Eisenmangel stellt man durch Blutuntersuchungen fest.


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Symptome und erste Schritte

Glücklicherweise erreichen heutzutage nur noch wenige Menschen ein Stadium der fortgeschrittenen Eisenüberladung. Dank routinemäßiger Blutuntersuchungen, Gentests sowie einem gestiegenen Bewusstsein wird bei 75 Prozent der Menschen mit einer Hämochromatose die Diagnose gestellt, bevor Symptome auftreten.

Dennoch kann die Eisenspeicherkrankheit in manchen Fällen unentdeckt bleiben. Im frühen Stadium kann sie ohne Symptome verlaufen oder es treten nur vage Anzeichen und Symptome auf, wenn sich der Eisengehalt erhöht. Dazu gehören zum Beispiel folgende Symptome:

  • Gelenkschmerzen oder Arthritis
  • Müdigkeit
  • Verlust an Libido oder bei Männern
  • ektile Dysfunktion (Impotenz)
  • hoher Blutzuckerspiegel
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • schlechte Leberfunktionswerte, auch wenn keine anderen Symptome vorliegen

Bei Männern tritt die Krankheit am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Die Beschwerden und Symptome treten bei Frauen meist nicht vor dem 50. Lebensjahr und häufig erst nach der Menopause auf.

Schon einfache Blutuntersuchungen (Transferrinsättigung und Serumferritin) können auf eine Hämochromatose hinweisen. Wenn diese Werte erhöht sind, kann mit Hilfe eines weiteren Bluttests festgestellt werden, ob eine Mutation des HFE-Gens vorliegt und damit eine Hämochromatose bestätigt werden kann.

Durch eine Gewebeprobe der Leber sowie eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Bauchs kann der Eisengehalt und das Stadium der Hämochromatose bestimmt werden.

Aderlass als Therapie

Um den Körpereisenspeicher wieder auf ein normales Niveau zu bringen, bietet sich als Therapie ein Aderlass an, so, als würden Sie Blut spenden. Zunächst wird alle ein bis zwei Wochen ein Aderlass von 500 ml Blut durchgeführt, bis der Serumferritinwert im Blut wieder auf ein normales Niveau abfällt.

Die Entleerung des Eisendepots kann von mehreren Wochen bis zu einem Jahr und länger dauern. Damit der Eisengehalt auf einem normalen Niveau gehalten wird, sind regelmäßige Aderlässe zwei- bis viermal jährlich erforderlich.

Darüber hinaus gibt es Medikamente zur Behandlung einer Hämochromatose. Allerdings werden diese selten eingesetzt, da die Aderlasstherapie einfacher und genauso wirksam ist.

Durch die Normalisierung des Eisenspiegels lassen sich die mit der Hämochromatose verbundenen Symptome Schwäche, Müdigkeit und Dunkelfärbung der Haut drastisch verbessern oder ganz abstellen.

Gleiches gilt sogar für Leber- und Herzerkrankungen im frühen Stadium. Wenn sich jedoch bereits eine Leberzirrhose entwickelt hat, wird diese vermutlich bestehen bleiben und damit auch das mit einer Leberzirrhose verbundene erhöhte Risiko von Leberkrebs.

Eisenchelatoren können die Eisenspeicher entleeren

Sind die Eisenspiegel in Ihrem Blut krankhaft erhöht, kann Ihr Arzt Sie mit Eisenchelatoren behandeln. Das sind Medikamente, die das Eisen in Ihrem Körper umhüllen. Dann werden sie mit dem Eisen zusammen ausgeschieden. Wichtig ist, dass diese Medikamente so eingestellt werden, dass sie 24 Stunden lang wirken. Es darf keine Unterbrechung in der Behandlung erfolgen.

Studien haben gezeigt, dass es sich bei Eisenchelatoren um sehr wirksame Medikamente handelt. Bei Patienten, bei denen der Eisenspiegel optimal durch Chelatoren kontrolliert wird, ist das Todesrisikodurch den zu hohen Eisenspiegel deutlich verringert.

So ernähren Sie sich bei Eisenüberlastung richtig

Das in der Nahrung enthaltene Eisen wird in der Regel nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen. So können Sie über Ihre Ernährung eigentlich nur ein bis zwei Gramm pro Tag zuführen.

Liegt bei Ihnen aber eine erblich bedingte Eisenspeicherkrankheit vor, bei der aus dem Darm die dreifache Menge Eisen in den Körper gelangt, wird Ihr Arzt Ihnen eventuell raten, den Eisengehalt Ihrer Nahrung zu reduzieren, um Ihren Körper nicht zu überlasten.

In der Regel müssen Sie dennoch keine strenge Diät halten. Vielmehr sollten Sie auf eisenreiche Nahrungsmittel wie Fisch oder Fleisch verzichten. Empfehlenswert ist eine Ernäh­rung, bei der vielfrisches Gemüse auf dem Speiseplan steht, dazu Reis, Brot, Nudeln und Salat.  Trinken Sie zu den Mahlzeiten regelmäßig schwarzen Tee, können Sie die Eisenaufnahme aus der Nahrung weiter reduzieren.

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