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Diabetes Typ 2: Schon eine fettreiche Mahlzeit fördert Stoffwechselerkrankung

Circa ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fettleibig oder übergewichtig. Neben der verminderten Lebensqualität erhöht sich aufgrund dessen das Risiko für Diabetes mellitus (Typ 2). Aktuell weisen rund 6,7 Millionen Personen in Deutschland diese Diagnose auf. 95 Prozent dieser leiden unter Diabetes Typ 2. Ein europäisches Forscherteam untersuchte einen möglichen Zusammenhang zwischen fettreicher Ernährung und der Entwicklung von Diabetes. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie sich der Leberstoffwechsel bereits lange Zeit vor Auftreten von Diabetes verändert.

Diabetes Rezepte Ernährungsumstellung© Adobe Stock - Photographee.eu

Zusammenhang von fettreichem Essen und Diabetes bestätigt

Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Helmholtz-Zentrums München realisierten einen Tierversuch. Zudem zogen sie Ergebnisse aus einer weiteren Teilstudie mit 14 schlanken, gesunden Männern heran.

Nach dem Zufallsprinzip erhielten alle Probanden je ein Glas Palmölgetränk mit Aromastoffen. Die Wissenschaftler fügten diesem 1,18 Gramm Palmöl pro Kilogramm Körpergewicht hinzu. Vergleichbar war die Menge an Palmöl mit dem enthaltenen Fett (gesättigt) von einer Portion Pommes Frites (groß), zwei Pizzen mit Salami beziehungsweise zwei mit Speck belegten Cheeseburgern.

In einem weiteren Durchgang erhielten die übrigen Teilnehmer (Kontrollgruppe) lediglich ein Glas Wasser ohne Zusätze. Nach einem Zeitraum von acht Wochen erhielten menschliche Teilnehmer eine erneute Portion Wasser beziehungsweise ein Getränkt mit Palmöl. Genutzt wurde ebenso das Zufallsprinzip. Eine ähnliche Vorgehensweise nutzte das Forscherteam für den Tierversuch mit Mäuse. Auch diese wurden unterteilt in eine Versuchs- sowie Kontrollgruppe.

Zur Ermittlung notwendiger Studienergebnisse werteten die Wissenschaftler bei teilnehmenden Männern sowie bei den Mäusen Blutproben aus. Ergänzt wurden diese durch die Analyse von Gewebeproben.

Fett verändert die Insulinwirkung

Bei den aktiven Tieren als auch gesunden Menschen wurde die Insulinwirkung durch ein fetthaltiges Getränk stark verändert.


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Dies belegt die Tatsache, dass bereits eine fettreiche Mahlzeit genügt, um eine Insulinresistenz auszulösen. Gleichzeitig erhöht dies den Fettgehalt der Leber aufgrund eines veränderten Stoffwechsels.

Im gesamten Körper sank die Insulinsensivität um durchschnittliche 25 Prozent. In der Leber selbst nahm diese um 15 Prozent ab. Demgegenüber reduzierte sich die Insulinsensivität im adipösen Gewebe um 34 Prozent.

Forscher überrascht vom Einfluss auf den Leberstoffwechsel

Entgegen der vorherigen Annahme wiesen die Studienergebnisse auf einen stark veränderten Leberstoffwechsel hin.

Erhöhte Einzelergebnisse stiegen um folgende Werte an:

  • hepatische Triglyceride: 35 Prozent
  • Adenosintriphosphat: 16 Prozent
  • Glukoneogenese: 70 Prozent

Darüber hinaus sank der Abbau von Glukose als auch Glukose-1-Phosphat um je 20 Prozent. Diese veränderten Werte sind insofern spektakulär, als dass ein Getränk mit Palmöl ähnliche Prozesse im Körper auslöst, wie Diabetes mellitus (Typ 2) oder die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD).

Die Leberwerte bestätigen, dass neben der verminderten Empfindlichkeit für Insulin, verstärkte Fetteinlagerungen in der menschlichen Leber stattfinden. NAFLD gehört zu einer der in Industrienationen am häufigsten auftretenden Lebererkrankungen. Sie steht in enger Verbindung mit Adipositas (Fettleibigkeit) und einem stark erhöhten Risiko für die Entwicklung von Diabetes mellitus (Typ 2). Im fortgeschrittenen Stadium verursacht NAFLD akute Leberschädigungen.


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Veränderungen des Leberstoffwechsels kann Diabetes auslösen

Das Forscherteam resümiert, dass jene Veränderungen des Leberstoffwechsels auf lange Sicht gesehen Diabetes (Typ 2) auslösen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn fettreiche Mahlzeiten regelmäßig Bestandteil des Speisplans sind. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass die Auswirkungen einer fetthaltige Speise bei Übergewichtigen oder bereits adipösen Personen stärker sind.

Genießen gesunde Menschen ab und zu eine sehr fetthaltige Mahlzeit, vermuten die Forscher, dass eventuelle Folgen im engen Zusammenhang mit genetischen Faktoren stehen. Erste Analyseergebnisse weisen bereits auf spezifische menschliche Gene hin. Sind diese günstig, ist anzunehmen, dass der menschliche Organismus die kurzzeitigen Veränderungen gut verarbeiten kann.

Die Studienergebnisse des internationalen Forscherteams bieten neue Erkenntnisse zur Entwicklung von Diabetes mellitus (Typ 2). Genutzt werden können diese zur gezielten Früherkennung bei Patienten. Dennoch bleiben laut Angaben der leitenden Wissenschaftler weitere Untersuchungen aus, da die Anzahl der Studienteilnehmer relativ gering war.

Bis dato vermuteten Mediziner lediglich einen engen Zusammenhang zwischen einer weltweit stark zunehmenden Ausbreitung von Übergewicht, Diabetes und NAFLD sowie dem regelmäßigen Konsum gesättigter Fettsäuren. Dabei gingen Forscher davon aus, dass hauptsächlich Palmöl negative Konsequenzen auf die körperliche Entwicklung hat.

Die oben aufgeführten Untersuchungsergebnisse liefern einen ersten empirischen Beleg für einstige Annahmen. In anderen Studien wurden lediglich Teilaspekte dieser Hypothesen beleuchtet. Mit der aktuellen Untersuchung gelang es erstmals, mithilfe eines kombinierten, klinischen Studiendesigns wertvolle Belege zu erhalten.

 

Quellen:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5272194/
  2. https://www.euroclinix.net/de/diabetes/ernaehrung
  3. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/adipositas/article/862048/adipositas-jeder-dritte-weltweit-uebergewichtig.html
  4. https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/zunahme-von-diabeteserkrankungen-nicht-allein-durch-uebergewicht-zu-erklaeren.html
  5. http://ddz.uni-duesseldorf.de/de/ueber-das-ddz/gleichstellungsbeauftragte/11-pressemitteilungen/9236-pizza-burger-und-co-eine-einzige-fettreiche-mahlzeit-kann-den-stoffwechsel-schaedigen-und-den-weg-zu-fettleber-und-diabetes-erkrankungen-bereiten
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