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Divertikel im Darm - nicht immer ein Grund zur Sorge

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Bei den Darmdivertikeln handelt es sich um eine weit verbreitete Erscheinung, die in der Regel zu keinen weiteren Komplikationen führt – kann aber bei Entzündung in einer Divertikulitis münden.

Darmausstülpungen© Adobe Stock – nobeastsofierce

Darmdivertikel sollten ernst genommen werden, auch wenn sie nicht immer akut gefährden, besteht immer ein Risiko für eine Divertikulitis.

Darmdivertikel bezeichnen Aussackungen der Darmwand und gelten als eine typische Zivilisationserscheinung.

Als eine der Ursachen für die Ausbildung solcher Darmausstülpungen machte man den Verzehr industriellgefertigter Nahrungsmittel und einen Mangel an Ballaststoffen aus. Bewegungsmangel scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der Missbrauch von Abführmitteln.

Wenn Sie sich ballaststoffreich ernähren, bleibt der Nahrungsbrei nicht im Darm hängen

Eine vorbeugende oder unterstützende Maßnahme ist eine ballaststoffreiche Ernährung, die für Sie ohnehin gesünder ist. Aufgrund ihrer Quellfähigkeit bewirken die Ballaststoffe ein früheres Sättigungsgefühl und fördern eine schnellere Passage des Speisebreis durch den Dickdarm. Darüber hinaus wird den Ballaststoffen noch eine Reihe weiterer gesundheitsfördernder Wirkungen zugeschrieben. Sie
  • vermindern das Krebsrisiko,
  • regulieren den Blutzuckerspiegel,
  • senken den Cholesterinspiegel und
  • stimulieren das Immunsystem.

Empfohlen wird eine tägliche Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen. Die wichtigsten Quellen sind Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte. In tierischen Lebensmitteln kommen sie nicht vor. Dabei sollte die eine Hälfte aus Getreideprodukten und die andere aus Obst und Gemüse bestehen.

Isolierte Ballaststoffe wie Getreidekleie sind nur ausnahmsweise und nicht für die tägliche Einnahme zu empfehlen.Wissenschaftler vermuten, dass diese isolierten Ballaststoffe nicht mit normalen Nahrungsmitteln und ihren natürlichen Ballaststoffen konkurrieren könnten.

Zudem müssen Sie zu isolierten Ballaststoffen Immer recht viel trinken (auf 3 Teelöffel Kleie mindestens einen Viertelliter Wasser). Fehlt die Flüssigkeit, wird dem Darm das Wasser entzogen, die Gleitfähigkeit der Darmschleimhaut eingeschränkt und eine Verstopfung verstärkt.

Empfehlung für Sie

Essen Sie lieber ballaststoffreich, als sich auf irgendwelche isolierten Hilfsstoffe zu verlassen. Dann bekommen Sie auch alle anderen guten Inhaltsstoffe, die in den Pflanzen stecken und Ihrer Gesundheit dienlich sind.

Das hilft Ihnen nicht nur gegen die Ausbildung von Divertikeln, sondern schützt Sie auch vor einer Reihe weiterer Darmerkrankungen. Zusätzlich dankt es Ihnen Ihr Darm, wenn Sie sich ausreichend bewegen.

Ballaststoffarme Ernährung begünstigt Entstehung

Eine ballaststoffarme Kost mit einem geringen Anteil an Obst, Gemüse und Getreide führt dazu, dass der Körper den Nahrungsbrei zu langsam transportiert und dieser oft zu fest ist.

Um diese feste Masse weiterzuschieben, strengt sich der Darm extrem an. Dabei baut sich Druck auf. Bei zu viel Druck weicht die Darmwand an bestimmten Stellen aus und stülpt sich nach außen. Dies geschieht meist an Stellen, an denen das Bindegewebe schwach ist oder Blutgefäße in die Darmwand einziehen.

Bei Frauen sind das oft Gewebestellen, die durch Schwangerschaften in Mitleidenschaft gezogen sind. In vielen Fällen verursachen die Darmdivertikel keinerlei Symptome.

Häufig entdeckt man sie bei routinemäßigen Darmuntersuchungen. Bemerkbar machen sich die Darmdivertikel jedoch des Weiteren durch Bauchweh, Blähungen, unregelmäßigen Stuhlgang, häufigen Stuhldrang und Verstopfung.

Wenn Sie anhaltend Beschwerden haben, die auf Divertikel hindeuten, sollte dies natürlich ärztlich abgeklärt werden.

Darmdivertikel: Fast immer harmlos

Darmdivertikel sind meist harmlos und verursachen fast nie Beschwerden. Sind sie vorhanden, sollten Sie sich allerdings ballaststoffreich ernähren, viel trinken und sich ausreichend bewegen.

So können Sie einer Divertikelkrankheit oder einem Reizdarmsyndrom vorbeugen.

Bei ersterer kommt es zu sehr heftigen Schmerzen, manchmal auch zu regelrechten Schmerzanfällen, ein Reizdarm kann zu Krämpfen, starken Blähungen, häufigen Durchfällen oder Verstopfung führen. Operativ müssen Divertikel nur entfernt werden, wenn sie sich entzünden.

Darmausstülpungen (Divertikel) können sich entzünden

In rund 20 % aller Fälle entzünden sich die Darmausstülpungen, und es entwickelt sich eine Divertikulitis, bei der vor allem ein hoher Blutverlust gefürchtet wird. Bei diesen Symptomen sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen, denn sie sprechen für eine Divertikulitis:

  • plötzlich einsetzende, heftige, kolikartige Schmerzen im Bauch
  • Fieber
  • Übelkeit
  • schmerzende, gespannte Bauchdecke
  • Blut im Stuhl
  • Durchfall oder Verstopfung

Man nimmt an, dass die Ursache Kotreste sind, die in der Ausstülpung hängen bleiben. Es entstehen Miniverletzungen, durch die Bakterien in benachbarte Gewebeschichten eindringen und dort eine Infektion hervorrufen können.

In äußerst seltenen Fällen kann eine solche Ausstülpung dann platzen, so dass Stuhl in die Bauchhöhle gelangt. Das ist lebensgefährlich und muss sofort operiert werden.

Kleine Veränderung, große Wirkung

Kleine Veränderungen des Lebensstils verhindern unter Umständen das Fortschreiten der Divertikelkrankheit oder das erneute Auftreten einer Divertikulitis. Beginnen Sie mit einer allmählichen Steigerung des Faseranteils in Ihrer Nahrung.

Viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verleihen dem Nahrungsbrei mehr Volumen und machen ihn weicher, sodass der Körper ihn leichter und schneller durch den Dickdarm transportiert.

In der Vergangenheit galten Nahrungsmittel wie Nüsse, Mais und Körner als Auslöser für eine Divertikulitis.

Hören Sie auf Ihren Körper!

Obwohl einige Ärzte zum Verzicht auf diese Lebensmittel raten, existieren kaum handfeste Beweise, die eine solche Empfehlung stützen. Wenn Sie über normale Nahrungsmittel nicht genügend Faserstoffe aufnehmen, integrieren Sie natürliche Faserzusätze in Ihren Speiseplan (z. B. Weizenkleie).

Trinken Sie zudem viel, da Ballaststoffe Flüssigkeit absorbieren. Ziel sollte sein, jeden Tag etwa zwei Liter koffeinfreier Getränke zu sich zu nehmen.

Darüber hinaus ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören. Darmträgheit führt zu härterem Stuhl, der den Druck im Dickdarm erhöht. Schließlich sollten Sie an den meisten Tagen 30 bis 60 Minuten Bewegung oder Sport einplanen. Regelmäßige körperliche Übungen fördern die Darmtätigkeit.

Bewährter Tee gegen Darmdivertikel

Lassen Sie sich in der Apotheke mischen:

  • 30 g Hibiskusblüten
  • 70 g Schachtelhalmkraut

Zubereitung: Überbrühen Sie zwei Teelöffel der Teemischung mit kochendem Wasser und lassen Sie den Ansatz eine halbe Minute weiterköcheln. Danach zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.

Trinken Sie zweimal täglich zwischen den Mahlzeiten (z. B. um 10 Uhr und 16 Uhr) jeweils eine Tasse frisch zubereiteten Tee (nur geeignet bei nicht-entzündeten Divertikeln).

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