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Zu hohe Cholesterinwerte?

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Telefonnummern, Geburtstage, Ihr Körpergewicht, Geheimzahlen und PIN-Nummern: Es sind eine ganze Menge Zahlen, die Sie im Kopf haben. Aber kennen Sie die Werte Ihres Cholesterin- und Triglyzeridblutspiegels?

Die Konzentration dieser Fette in Ihrem Blut hat bedeutende Auswirkungen auf Ihre Gesundheit, besonders auf die Ihres Herz-Kreislauf-Systems. Daher ist es wichtig, darüber Bescheid zu wissen.

 

Cholesterin verursacht Fettablagerungen in den Gefäßen
© Alexandr Mitiuc – Fotolia

Cholesterinwerte sollten immer im Auge behalten werden, denn ein zu hoher Cholesterinwert kann gesundheitliche Folgen haben.

Was Sie über Blutfette wissen sollten

Obwohl man Cholesterin oft als „Bösewicht“ darstellt, benötigt der menschliche Körper diese wachsartige Substanz in begrenzten Mengen. Die Gesundheit der Körperzellen hängt von ihr ab.

Cholesterin ist beteiligt an der Produktion folgender körpereigener Substanzen:

  • Hormone
  • Vitamin D
  • Zellwände
  • Gallensäuren, die Ihre Fettverdauung im Darm unterstützen

Cholesterin ist ein wesentlicher Baustein in der Isolierung von Nervenzellen und bei der Bildung bestimmter Hormone. Es trägt darüber hinaus zur Verdauung bei. Die Leber produziert das meiste Cholesterin im Körper. Alle zusätzlichen Mengen im Blut resultieren aus der Aufnahme von Cholesterin und gesättigten Fetten durch die Nahrung.

Gesättigte Fette erhöhen die Cholesterinproduktion. Sie kommen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern sowie in Ölen tropischer Herkunft (Palmöl) vor. Des Weiteren steigern gehärtete Pflanzenfette den Cholesterinspiegel.

Der schlechte Ruf des Cholesterins rührt aus der Tatsache, dass hohe Cholesterinwerte im Blut zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Sie sind eine Folge der Arteriosklerose, bei der sich in den Arterienwänden Ablagerungen bilden.

In den Herzkranzgefäßen verlangsamen diese die Durchblutung oder bringen sie völlig zum Stillstand. Das kann zu Schmerzen im Brustkorb (Angina pectoris), Herzinfarkt oder sogar zum Tod führen.

Cholesterin + Proteine = Lipoproteine

Das Cholesterin geht mit Proteinen eine chemische Verbindung ein. Diese Substanzen heißen Lipoproteine. Im Blut finden sich vier Arten von Lipoproteinen:

  1. Das Low-density Lipoprotein (LDL-Cholesterin) ist als „schädliches“ Cholesterin bekannt. Es gilt als Haupttransportform von Cholesterin im Blut und als Hauptquelle der Ablagerungen in den Arterienwänden.
  2. Das High-density Lipoprotein (HDL-Cholesterin) stellt das „gute“ oder „günstige“ Cholesterin dar. Es vermindert die Bildung von Ablagerungen in den Arterienwänden. Darüber hinaus nimmt es die Cholesterinablagerungen auf und transportiert sie zur Leber, die sie abbaut.
  3. Ein dritter Typus von Lipoproteinen im Blut sind die so genannten Very-low-density Lipoproteine VLDL-Cholesterin). Sie enthalten Cholesterin und Protein und transportieren die im Körper selbst gebildeten Triglyzeride.
  4. Chylomikronen, die die Triglyzeride aus dem Nahrungsfett transportieren

Cholesterin: Wann wird es gefährlich?

Als Faustregel gilt: Je höher die LDL-Cholesterinwerte sind, desto mehr Cholesterin lagert sich an den Gefäßwänden ab. Dies ist äußerst ungünstig für die Herzgesundheit. Je höher die HDL-Cholesterinwerte, desto mehr Cholesterin wird zur Leber geschleppt und dort unschädlich gemacht. Dies dankt uns das Herz.

Ist der Fettstoffwechsel intakt, fängt der Körper das Cholesterin aus dem Blut ab und leitet es zur Verarbeitung weiter. Sind die Zellen jedoch ausreichend versorgt, verweigern sie die Annahme und im Blut kreist „herrenloses“ Cholesterin. Der Cholesterinspiegel steigt.

Durch einen zu hohen Zuckerkonsum und zu viel Alkohol steigen darüber hinaus die Triglyzeridwerte an. Je höher die Triglyzeridwerte, umso niedriger liegen die „guten“ HDL-Werte. Beides wirkt sich gleichermaßen ungünstig aus.

Vorsicht bei diesen Fetten

  • Gesättigte Fettsäuren regen Ihren Stoffwechsel zur Cholesterinbildung an. Ihr LDL-Wert kann dadurch in die Höhe klettern. Gesättigte Fettsäuren stecken vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Käse, Sahne, Schmalz, Fleisch und Wurst. Aber auch in Kokosfett und Palmöl.
  • Transfettsäuren erhöhen das LDL-Cholesterin, senken das HDL-Cholesterin und fördern damit die Entstehung von Arteriosklerose. Transfettsäuren stecken beispielsweise in frittierten Lebensmitteln (z. B. Pommes, Chips) oder auch in Fertigsuppen, Blätterteig und Wurst.

Diese Fette sind die bessere Alternative

  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren senken Ihren LDL-Cholesterinwert. Allerdings auch etwas Ihren HDL-Cholesterinwert, wenn Sie große Mengen davon aufnehmen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren stecken beispielsweise in Distelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Maiskeimöl, Sojaöl oder Sesamöl.
  • Essentielle Fettsäuren sind bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die lebensnotwendig sind und die Sie mit der Nahrung aufnehmen müssen, weil Ihr Körper sie nicht selbst herstellen kann. Dazu gehören die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Studien deuten darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren vor Arteriosklerose schützen, indem sie unter anderem den Cholesterinspiegel normalisieren. Omega-3-Fettsäuren (empfohlene Tagesmenge 250 mg) kommen in Lein, Walnuss- und Rapsöl in größeren Mengen vor, außerdem auch in Nüssen und fettreichen Fischsorten wie Lachs, Hering oder Makrele. Allein in 100 Gramm Lachs stecken 750 mg Omega-3-Fettsäuren, in Hering sogar über 2.000 mg. Auch Omega-6-Fettsäuren wirken cholesterinsenkend, reichlich enthalten in Sonnenblumen, Maiskeim- und Sojaöl.
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren senken ebenfalls Ihr LDL-Cholesterin und können zusätzlich die Menge an HDL-Cholesterin leicht anheben. Einfach ungesättigte Fettsäuren stecken beispielsweise in Olivenöl, Rapsöl, Haselnüssen oder Avocado. Idealerwiese sollte etwa die Hälfte des von Ihnen aufgenommenen Gesamtfetts aus ungesättigten Fettsäuren bestehen.

US-amerikanische Richtlinien zum Cholesterinspiegel

In der folgenden Tabelle finden Sie die US-amerikanischen Richtlinien zum Cholesterinspiegel im Blut zur schnellen Orientierung:

Risiko-KategorieWer gehört dazu? Einteilung basiert auf den Risikofaktoren für Herzerkrankungen*LDL-Zielwerte der Therapie (mg/dl**)Medikamente erforderlich, wenn LDL-Wert (mg/dl) höher als:
NiedrigMenschen, die keinen oder nur einen Risikofaktor für Herzerkrankungen habenNiedriger als 160190
MittelmäßigMenschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren, deren Zehn-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt unter 10 Prozent liegtNiedriger als 130160
Leicht erhöhtMenschen mit zwei oder mehr Risikofaktoren, deren Zehn-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt zwischen 10 und 20 Prozent liegtNiedriger als 130 (mit dem Ziel, den Wert 100 zu erreichen)130
ErhöhtHerzkranke oder Diabetiker oder Träger von zwei oder mehr Risikofaktoren, deren Zehn-Jahres-Risiko für einen Herzinfarkt über 20 Prozent liegtUnter 100100
Stark erhöhtHerzkranke oder Menschen, die entweder mehrere Risikofaktoren (insbesondere Diabetes) haben, ernste und schlecht kontrollierte Risikofaktoren (besonders Rauchen) oder die am metabolischen Syndrom leiden. Patienten, die wegen akuter Herzprobleme (z. B. Herzinfarkt) stationär behandelt werden.Weniger als 100 (mit dem Ziel, den Wert 70 zu erreichen)100
*Risikofaktoren für eine Herzerkrankung bzw. Träger solcher Faktoren sind: Männer über 45 Jahre; Frauen über 55 Jahre oder nach den Wechseljahren; Raucher; erhöhter Bluthochdruck; Diabetes; niedrige HDL-Blutwerte (HDL: erwünschtes, gutes Cholesterin) oder eine familiäre Vorbelastung für Herzerkrankungen.

** mg/dl Milligramm pro Deziliter

Quelle: Richtlinien des Nationalen Cholesterin Erziehungsprogramms aus den USA, Juli 2004

Welche Blutfettwerte sind „normal“?

Faustregel: Ist Ihr HDL-Wert hoch und Ihr LDL-Wert niedrig, ist das positiv; im umgekehrten Fall besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gut ist es, wenn Ihr LDL-Wert maximal fünfmal höher ist als das HDL (HDL 40/LDL 200). Am besten ist er sogar nur dreimal höher (HDL 40/LDL 120).

Ideal ist es, wenn der HDL-Wert bei Frauen über 40 mg/dl liegen und bei Männern über 35 mg/dl. Als wünschenswert gilt ein LDL-Wert von unter 130 mg/dl. Liegt außer einem erhöhten LDL-Cholesterin kein anderer Risikofaktor (Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen) vor, dann gilt ein Wert von 160 mg/dl als tolerierbar.

Fersenschmerz als typisches Symptom

Schmerzen in der Achillessehne können auf eine vererbte Neigung zu hohen Cholesterinwerten hinweisen. Das haben Forscher der englischen Klinik Manchester Royal Infirmary herausgefunden. Nach einem Bericht der britischen Fachzeitschrift Annals of Rheumatic Diseases im März 2006 lagert sich überschüssiges Cholesterin nicht nur in den Blutgefäßen, sondern auch in der Achillessehne ab und führt dort sehr frühzeitig zu charakteristischen Fersenschmerzen.

Das Ärzteteam unter der Leitung von Dr. Paul Durrington hatte 133 Patienten mit einer angeborenen Hypercholesterinämie und 67 Gesunde untersucht. Von den Patienten hatten 62 (47 Prozent) bereits lange vor der Diagnose ihrer erhöhten Cholesterinwerte starke bis sehr starke unerklärliche Schmerzen in der Ferse gespürt, die im Durchschnitt vier Tage anhielten.

35 Patienten konsultierten deswegen ihren Arzt, ohne dass dieser eine Ursache fand. In der gesunden Kontrollgruppe hatten nur sechs Probanden in der Vergangenheit leichte Fersenschmerzen gespürt, deswegen aber keinen Arzt aufgesucht.

Tipp: Sollten Sie unter starken Fersenschmerzen leiden, die nicht zum Beispiel durch eine Verletzung oder kaum eingelaufene Schuhe erklärbar sind, sollten Sie Ihren Arzt um eine Bestimmung Ihrer Cholesterinwerte bitten.

Cholesterin-Langzeittherapie

Die Entscheidung für ein lipidsenkendes Medikament zur Cholesterintherapie ist eine ernste Angelegenheit. Wenn Sie einmal damit begonnen haben, sollten Sie wahrscheinlich den Rest Ihres Lebens dabei bleiben. Auch sollte Ihre Leber regelmäßig untersucht werden.

Wie bei jedem Medikament sollten Sie die Vorteile einer Medikamenteneinnahme sorgfältig gegen eine Nichteinnahme abwägen. Sollten Sie jedoch an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden oder ein hohes Risiko dafür haben, sind lipidsenkende Medikamente eine der wichtigsten Behandlungsoptionen, die Ihnen offenstehen.

Vorsicht bei cholesterinsenkenden Arzneien!

In der Diskussion um Cholesterin steckt auch viel Ideologie. Angeheizt von der Pharmaindustrie und den nahrungsmittelherstellenden Unternehmen wurde das Cholesterin in der Nahrung lange Zeit auf den Index gestellt, damit deren Medikamente und Produkte auch reichlichen Absatz fänden. Denn etwa 20 Prozent der Bundesbürger haben zu hohe Blutfettwerte.

Cholesterinsenkende Mittel (Lipidsenker) wurden so zu einem Verkaufsschlager. Sie verringern eine bestimmte Form des Blutfetts. Damit sollen sie das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.

Die Wirkstoffgruppe der Statine gilt als derzeit wirksamste Substanz zur Senkung des Cholesterinfetts im Blut. Sie hemmen die Entstehung der Fettproteine in der Leber. Bei starker Überdosierung oder Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kann es aber zur Zerstörung von Muskelzellen kommen. Deutliche Alarmzeichen: Muskelkater, Hautjucken, Übelkeit.

Die gefürchtetste Nebenwirkung, zu der es vor allem kommen kann, wenn mehrere Fettsenker kombiniert werden, ist die Rhabdomyolyse. Dabei zerfallen die Muskelfasern unter großen Schmerzen. Abfallstoffe aus dem absterbenden Gewebe werden über die Blutbahn zu den Nieren transportiert. Dort verstopfen sie die Nierenkanälchen und können zu akutem Nierenversagen führen.

Dieses Risiko nehmen all jene Millionen Menschen in Kauf, bei denen Statine medikamentös eingesetzt werden, um den Cholesterinspiegel zu regulieren. Experten schätzen, dass etwa mindestens 75 Prozent derjenigen, die solche Lipidsenker einnehmen, ihre Blutfette auch ohne Medikamente harmonisieren könnten.

Überflüssig sind auch Lebensmittel, die Cholesterin senkende Substanzen enthalten, wie Joghurt, Margarine, Diätmilch, Käse oder Erfrischungsgetränke. Kinder, Schwangere und stillende Mütter seien sogar vor dem Verzehr ausdrücklich gewarnt: Das Bundesinstitut für Risikobewertung wies unlängst daraufhin, dass diese Produkte die Vitaminaufnahme einschränken.

Im Alter kann zu wenig Cholesterin ungesund sein

Wird erst einmal ein Nahrungsinhaltsstoff als Übeltäter und Risikofaktor für Erkrankungen eingekreist, schießt man im Bemühen, ihn möglichst ganz zu vermeiden, nicht selten übers Ziel hinaus.

Eine US-amerikanische Langzeit-Untersuchung hat gezeigt, dass ein zu niedriger Cholesterinspiegel für Menschen über 70 offensichtlich nicht gesund ist.

Die Forscher zogen den Schluss daraus, dass in jungen Jahren ein niedriger Blutfettspiegel zwar vor Arterienverkalkung schützen kann. Ab einem Alter von 60 Jahren schwäche sich dieser Schutzeffekt jedoch ab und ab 70 kann ein niedriger Cholesterinspiegel sogar zum Gesundheitsrisiko werden.

Cholesterin Wert
Zu wenig Cholesterin im Alter kann entgegen aller Annahmen sogar gefährlich für die Gesundheit werden. © Adobe Stock- jd-photodesign

Keine Panik vor Cholesterin!

Ihr Körper drosselt seine Eigenproduktion, wenn Ihre Nahrung viel Cholesterin liefert: Dadurch bleibt Ihr Cholesterinspiegel im Blut relativ konstant. Bei 20 bis 25 Prozent aller Menschen ist dieser Regelmechanismus gestört: Sie reagieren auf hohe Cholesteringehalte in der Nahrung tatsächlich mit hohen Blutcholesterinwerten. Für die Mehrheit aller Menschen macht „cholesterinarme“ oder sogar „cholesterinfreie“ Kost also keinen Sinn.

Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Besonders cholesterinreich sind:

  • Innereien (Milz, Bries, Leber etc.)
  • fettreiche Wurstwaren (Salami, Leberwurst, Bratwurst)
  • Schalentiere (Muscheln, Garnelen)
  • Eidotter
  • fettreiche Milchprodukte (Käse, Butter, Sahne, Schmand)

Cholesterin ist nicht wasserlöslich und wird für den Transport in Ihrem Blut daher besonders verpackt. Dabei entstehen Fett-Eiweißkomplexe (Lipoproteine): Das HDL-Cholesterin (high density lipoprotein) und LDL-Cholesterin (low density lipoprotein). Bei Triglyceriden sind Fettsäuren an den Alkohol Glycerin gebunden.

Gesunde Ernährung und Bewegung

Cholesterinsenkende Lebensmittel sind auf dem Vormarsch; Joghurt und Margarine haben immer häufiger diese Zusatzaufgabe. Damit scheinen sie uns das Leben recht leicht zu machen: Schluss mit gesunder Ernährung und Bewegung.

Einfach den richtigen Joghurt essen, dazu die Margarine fingerdick aufs Brot streichen und schon gehören Probleme mit dem Cholesterinspiegel der Vergangenheit an. Natürlich ist diese Vorstellung zu schön um wahr zu sein; sogar viel zu schön.

Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Herzgesundheit durch solche Lebensmittel nicht verbessert wird. Es gibt keinen wirklichen Nachweis dafür, dass die in Joghurt oder Margarine enthaltenen Sterole, die das Cholesterin senken sollen, dies auch wirklich tun.

Um Ihren Cholesterinspiegel um 10 Prozent zu verringern, müssten Sie zwei oder mehr Gramm der Sterole pro Tag zu sich nehmen. Wenn Sie diesen Bedarf über natürliche Lebensmittel decken wollten, wären dies 425 Tomaten bzw. 150 Äpfel pro Tag.

Wenn Lebensmittel künstlich mit den Sterolen in solch einer Menge angereichert werden, kann dies sogar den gegenteiligen Effekt haben: Sie können Herz und Gefäßen schwer schaden. Daher sollten Sie die gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung doch nicht vernachlässigen. Nur sie schützt Sie vor den Schäden durch zu hohes Cholesterin.

Erst der Sport, danach das Essen

Bewegen Sie sich vor der Mahlzeit, kräftigen Sie nicht nur Ihre Muskeln, sondern tun auch etwas Positives für Ihren Cholesterinspiegel. Die körperlichen Aktivitäten regen den Stoffwechsel an und verbessern die Werte Ihres HDL-Cholesterin. Das wiederum senkt das Herzinfarktrisiko.

Wichtig: Wenn Sie nach dem Sport essen, sollten Sie beispielsweise fette Wurstwaren, Käse und gehaltvolle Milchprodukte meiden. Grund: Die darin enthaltenen gesättigten Fettsäuren lassen Ihren Cholesterinspiegel ansteigen.

Artischocken und Soja beeinflussen Ihre Blutfette günstig

Eine Möglichkeit, den Blutfettspiegel zu senken, besteht darin, mehr Sojaprodukte zu essen. Forschungsergebnisse belegen, dass der Verzehr von etwa 30 Gramm Sojaeiweiß am Tag den Gesamtcholesterinwert um 10 Prozent senken kann. Zudem wird dadurch das gute HDL erhöht.

Auch Artischocken wirken sich günstig aus. Die cholesterinsenkenden Inhaltsstoffe sitzen in den Blättern und werden in der Apotheke als Fertigpräparat angeboten. Ebenfalls nachgewiesen günstige Auswirkungen auf die Blutfette hat der Knoblauch. Gelbwurz (Curcuma) und Curry sollen auch effektiv sein. Knoblauch und Gelbwurz erhalten Sie als Fertigpräparat in der Apotheke.

So senken Sie Ihr Cholesterin ganz natürlich

Ob Sie Medikamente nehmen oder nicht: Es ist immer sinnvoll, dass Sie Ihr erhöhtes Cholesterin auch auf natürliche Weise senken. Erhöhte Blutfettwerte können Sie durch kleine Änderungen Ihrer Lebensweise etwa um 10 bis 15 Prozent senken. Dazu brauchen Sie etwas Geduld: Die Erfolge zeigen sich erst nach einigen Wochen.

Übergewicht in den Griff bekommen

Eine aktuelle Senioren-Langzeitstudie (GISELA) konnte nachweisen, dass unser schützendes HDL-Cholesterin im Blut in direktem Zusammenhang mit dem Bauchumfang steht: Je dicker der Bauch, desto niedriger das HDL. Für Männer liegt die gefährliche Grenze bei einem Bauchumfang von 102 cm, bei Frauen etwas niedriger bei 88 cm.

Nutzen Sie das „Medikament“ Bewegung

Durch regelmäßige körperliche Aktivität (Ausdauersport) werden Ihre Blutfette als Energielieferanten verbraucht. Dadurch steigen Ihre HDL-Werte, die Konzentration an LDL-Cholesterin und Triglyceriden sinkt. Als Richtwert empfehlen sich drei Kilometer in 30 Minuten (flottes Gehen/Walking) am besten täglich.

Ernähren Sie sich cholesterinarm

Wählen Sie Ihre Ernährung auch als gesunder Mensch so, dass Sie nicht mehr als 60 g Fett und 250 bis 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich nehmen. Cholesterinreiche Lebensmittel sind beispielsweise viele Fertigprodukte, aber auch einzelne Lebensmittel wie Speck, Sahne, fettreiches Fleisch, Wurst oder Käse und die Haut bei Fisch und Geflügel.

Essen Sie viele Ballaststoffe

Diese senken erhöhte Blutfettwerte gleich dreifach:

  1. Sie schleusen cholesterinreiche Gallensäuren aus Ihrem Körper. Als Folge muss Ihr Körper neue Gallensäuren aus Cholesterin bilden und dadurch sinkt der Cholesteringehalt im Blut.
  2. Sie verringern die Aufnahme von Cholesterin durch die Darmwand in Ihr Blut.
  3. Sie senken Ihre körpereigene Cholesterinproduktion.

Ihre Abbauprodukte (z. B. Propionat) gelangen aus dem Darm ins Blut und hemmen in der Leber ein Enzym, das für die körpereigene Cholesterinproduktion notwendig ist. Der wertvolle Ballast steckt nur in pflanzlichen Lebensmitteln: Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, besonders Haferflocken und Haferkleie.

In Hafer steckt der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan, der cholesterinreiche Gallensäuren besonders effektiv aus Ihrem Körper schleust. Wenn Sie jeden Tag 80 g Haferflocken oder 40 g Haferkleie verzehren, erzielen Sie bereits eine gute Wirkung. Ideal sind drei Portionen Hülsenfrüchte pro Woche. Linsen, Bohnen, Erbsen und Kichererbsen enthalten Saponine, die das Cholesterin im Darm binden und Ihre Blutwerte senken.

Werden Sie gegen hohe Triglyzeridwerte aktiv

Sie steigern das Risiko für eine Arteriosklerose und beeinflussen das Fließverhalten Ihres Blutes negativ. Das Blut wird „dicker“, fließt langsamer und das begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln. Als normal gelten Blutwerte von unter 200 mg/dl (2,26 mmol/l). Triglyceride bildet Ihr Körper vor allem aus überschüssigem Zucker und Alkohol.

  • Bauen Sie Übergewicht ab – langsam aber kontinuierlich.
  • Steigern Sie Ihre körperliche Bewegung. Minimum: etwa zwei Stunden pro Woche.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Am besten verzichten Sie ganz auf alkoholische Getränke. Oft können Sie dadurch Ihre Triglyceridwerte bereits normalisieren.
  • Meiden Sie Zucker, der schnell ins Blut schießt (Trauben- oder Haushaltszucker). Vorsicht bei zuckerhaltigen Getränken (Limonaden) und Süßigkeiten.

Meiden Sie tierische Fette

Sie sind reich an gesättigten Fettsäuren, die zu einem Anstieg des gefäßschädigenden LDL-Cholesterins im Blut führen. Ersetzen Sie tierische Fette (Butter, Sahne) durch hochwertige pflanzliche Fette aus Nüssen, Ölsaaten (Mohn, Sesam, Leinsamen, Kürbiskerne) und Ölen (Oliven-, Walnussöl).

  • wenig Fett: 60 bis 80 g reichen pro Tag aus
  • jeden Tag zwei bis drei Esslöffel Oliven- oder Rapsöl: Sie sind reich an Ölsäure, die Ihr LDL-Cholesterin senken. Weitere gute Quellen sind Nüsse (Ausnahme: Kokosnuss, Paranuss).
  • ein- bis zweimal pro Woche: Fisch, Eier, mageres Geflügel, Süßigkeiten
  • drei- bis viermal pro Monat: mageres Fleisch wie Rind-, Schwein- oder Lammfleisch ohne sichtbares Fett
  • selten: Frittierfette wie Kokos- oder Palmfett (sind reich an gesättigten Fettsäuren). Sie stecken oft in Blätterteig und fettreichen Süßigkeiten.

Genießen Sie zweimal pro Woche fettreichen Fisch

Das kann Makrele, Hering, Wildlachs oder Thunfisch sein, egal ob frisch, tiefgekühlt oder aus der Konserve. Fetter Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die Ihren Triglyceridspiegel senken, die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und Ablagerungen in den Blutgefäßen vorbeugen

Wählen Sie cholesterinsenkende Nahrungsmittel

Bereits 75 Gramm getrocknete Apfelscheiben täglich können Ihren LDL-Cholesterinwert in einem halben Jahr um bis zu 23 Prozent senken. Das wies eine amerikanische Studie kürzlich nach. Der Grund: Die Pektine im Apfel binden Gallensäuren, sodass die Leber neue Gallensäuren bilden muss.

Dazu ist körpereigenes Cholesterin erforderlich und deshalb sinkt der Blutspiegel. Folgende Nahrungsmittel wirken sich auf Ihre Blutfette aus und sind im Gegensatz zur medikamentösen Senkung des Cholesterinspiegels garantiert nebenwirkungsfrei und gut zubereitet auch lecker:

  • Hülsenfrüchte: Alle Hülsenfrüchte, speziell Kichererbsen, enthalten Saponine, die Cholesterin aus der Nahrung so binden, dass es nicht mehr ins Blut gelangt. Außerdem binden sie Gallensäuren. Diese müssen aus vorhandenem Cholesterin neu gebildet werden und dadurch wird das umgewandelte Cholesterin ungefährlich.
  • Knoblauchund Bärlauch: Neue Übersichtsstudien zeigen, dass Knoblauch nicht für einen Anstieg des schützenden HDLs sorgt. Aber ein in Knoblauch enthaltener Wirkstoff hemmt die Herstellung von Cholesterin im Körper und senkt damit das schädliche LDL. Der einheimische Bärlauch wirkt genauso, aber um ein Vielfaches stärker als Knoblauch.
  • Ingwer: Wagen Sie sich an den asiatischen Geschmack, denn zwei Gramm Ingwer pro Tag senken nachweislich Ihre Cholesterinwerte.
  • Nüsse: Es stimmt, dass Nüsse kalorienreich sind und Fette enthalten. Dennoch konnten kalifornische Forscher in 25 Studien nachweisen, dass etwa 70 Gramm Nüsse täglich den Gesamtcholesterinwert um 5,1 und das LDL um 7,4 Prozent senken. Warum? Nüsse enthalten Inhaltsstoffe, die sich auf Ihre Blutfette positiv auswirken.
  • Flohsamen: Diese enthalten lösliche Ballaststoffe, die über die Menge und Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit den Cholesterinspiegel senken.
  • Leinsamen: Schon drei Teelöffel geschroteter Leinsamen pro Tag senken den Cholesterinspiegel im Verlauf von drei Monaten um mehr als 10 Prozent; allerdings gilt das nur bei Männern. Forscher führen diese Wirkung von Leinsamen auf ihren Inhaltsstoff Lignan zurück. Dieses pflanzliche Östrogen scheint deshalb bei Frauen, die genug Östrogen im Blut haben, nicht mehr zu wirken. Trotzdem ist Leinsamen sinnvoll und gesund. Es hilft zum Beispiel bei Verstopfung und ist zugleich ein wichtiger Lieferant wertvoller Mineralien.
  • Grüner Tee: Durch seine Gerbstoffe und Saponine hemmt grüner Tee die Aufnahme von Fetten aus der Nahrung.
  • Schokolade: Die in Bitterschokolade enthaltenen Polyphenole können Ihren HDL-Wert hochschrauben.
  • Pflanzliche Öle: Diese sind reich an Phytosterinen, deren cholesterinsenkende Wirkung wissenschaftlich abgesichert ist. Es muss sich allerdings um unbehandelte, native Öle handeln.

Schützen Schokoriegel Sie vor hohem Cholesterin?

Functional Food, also Nahrung, die Ihnen einen Zusatznutzen liefern soll, ist mittlerweile in Deutschland weit verbreitet. Neu sind Schokoriegel, die damit werben, dass sie gut für Ihr Herz sein sollen. So werden die Riegel, unter anderem von Mars, als herzgesund vermarktet.

Verantwortlich dafür sollen die Flavonoide und Phytosterole sein. Sie sollen das Herz schützen und den Cholesterinspiegel senken. Noch sind die Riegel in Deutschland nicht erhältlich, aber ihre Markteinführung ist geplant.

Was ist dran an dem Herzschutz aus dem Schokoriegel? Es gibt eine neue, wenn auch sehr kleine, Studie der Universität Illinois. Diese scheint die Wirksamkeit der Riegel zu bestätigen. Die 50 Teilnehmer machten zunächst eine Diät.

Dann erhielt die Hälfte von ihnen vier Wochen lang zwei der Schokoriegel. Das Ergebnis: Wenn die Teilnehmer die speziellen Schokoriegel aßen, sank ihr Cholesterinspiegel um rund 5,3 Prozent.

Zwar handelt es sich nur um eine kleine Studie, aber das ist nicht entscheidend. Negativ fällt dagegen auf, dass der Hersteller die Studie finanziert hat. Da bleibt die Frage, wie aussagekräftig die Ergebnisse sind.

Und noch etwas wirft kein positives Licht auf die Riegel: Um denselben Effekt zu erreichen, wie er in der Studie erzielt wurde, müssten Sie pro Tag zwei Riegel essen. Das sind 200 Kalorien, die Sie zu sich nehmen, im Monat also rund 6.000 Kalorien mehr.

Wenn sie nicht daran denken, diese auch wieder einzusparen, indem Sie zum Beispiel auf andere Süßigkeiten verzichten, nehmen Sie im Jahr unglaubliche 44 Kilogramm zu. Und dann ist Ihr Herz garantiert nicht mehr geschützt.

Impfung gegen Cholesterin?

Aufgrund der vielen Nebenwirkungen von Statinen suchen Wissenschaftler schon länger nach einer Alternative zu diesen Medikamenten. Forscher eines Biotech-Unternehmens aus Wien (AFFiRiS) haben nun einen Wirkstoff entwickelt. Seine Funktionsweise: Er aktiviert das Immunsystem, das daraufhin Antikörper gegen das Enzym PCSK9 bildet.

Hierbei handelt es sich um ein Enzym, das verhindert, dass das schlechte LDL-Cholesterin aus dem Blut entfernt wird. Ist es dagegen von einem Antikörper blockiert, dann kann es abtransportiert werden. Es gibt zwar eine neue Art von Cholesterinsenkern, die genau auf diese Weise funktionieren. Aber diese Medikamente wirken nur für eine kurze Zeit und sind zudem recht teuer.

Wie wirkt die Impfung?

Die Forscher haben dagegen einen Impfstoff entwickelt, der unter die Haut gespritzt wird. Doch wirkt dieser überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, hatten die Wissenschaftler Mäuse geimpft, die genetisch ein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkungen aufwiesen.

Die Mäuse wurden, genau wie eine Kontrollgruppe, mit sehr fetthaltigem Futter gemästet. Bei den geimpften Tieren war der Cholesterinspiegel um 53 Prozent geringer. Zudem ließen sich in ihren Arterien rund 64 Prozent weniger Ablagerungen nachweisen als bei den ungeimpften Mäusen. Die Entzündungen an den Gefäßwänden waren ebenfalls um 21 bis 38 Prozent reduziert.

Ein weiterer großer Vorteil des Impfstoffs ist seine dauerhafte Wirkung. Tabletten müssen Sie täglich einnehmen. Der Impfstoff dagegen wirkt recht lange. Während der gesamten Studiendauer, die sich über 18 Wochen hinweg erstreckte, hielt die Wirkung an.

Die Forscher gehen davon aus, dass dementsprechend auch beim Menschen die Antikörper lange Monate nach der Impfung noch aktiv und wirksam sind. Wahrscheinlich, so die Wissenschaftler, ist dann nur eine Auffrischungsimpfung im Jahr nötig, um die positive Wirkung auf die Gefäße zu erhalten.

Erste Studie am Menschen läuft

Natürlich handelt es sich bei diesem Versuch nur um einen ersten Tierversuch. Nichtsdestotrotz hat dieser ein vielversprechendes Ergebnis. Schon vor über 1,5 Jahren ist an der Universität in Wien zudem eine Studie gestartet, mit der untersucht werden soll, wie sicher der Wirkstoff für den Menschen ist. Diese Untersuchung soll Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Forscher aus Deutschland beobachten diese Studie interessiert, weisen aber auch auf mögliche Nebenwirkungen hin, die man unbedingt beobachten muss. Denn bei Menschen, die Statine nehmen, hat sich gezeigt, dass ein durch die Medikamente verringerter Cholesterinspiegel nicht nur positive Auswirkungen hat. Er kann das Diabetes-Risiko deutlich erhöhen. Dies muss dann natürlich beobachtet und beachtet werden.

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