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Aufgepasst: Diese Hausmittel senken einen zu hohen Blutdruck

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Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet: Fast jeder Zweite über 35 Jahren ist betroffen. Von einer Hypertonie sprechen Ärzte, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, also in mehreren Messungen der systolische Wert über 140 mmHg und der diastolische Wert über 90 mmHg liegt.

Blutdruck messen
© Gina Sanders - Fotolia

Hausmittel, die den Blutdruck senken

Wenn Sie die ersten Anzeichen von hohem Blutdruck verspüren, sollten Sie aktiv werden und versuchen, diesen zu senken. Dabei müssen Sie zum Blutdruck senken nicht gleich zu Medikamenten greifen. Es gibt viele Hausmittel, die Ihnen dabei helfen können:

  • Trinken Sie viel, nicht nur Wasser. Greifen Sie zu Tees wie Kamille oder Pfefferminze. Beide sind bekannt dafür, eine blutdrucksenkende Wirkung zu haben.
  • Kochen Sie kleingeschnittene Knoblauchzehen, Zwiebeln und Saft von ganzen Zitronen im Verhältnis 1:1:1 auf. In dunkle Flaschen abfüllen, dunkel und kühl lagern. Hiervon nehmen Sie pro Tag zwei bis drei Esslöffel zu sich.
  • Bekannt als Blutdrucksenker ist auch die Mistel. Allerdings muss diese Heilpflanze richtig dosiert werden und das kann nur ein Arzt. Fragen Sie ihn nach entsprechenden Mistelpräparaten.
  • Gönnen Sie sich Ruhepausen. Auch wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie jeden Tag genügend Zeit zur Entspannung einplanen. So verhindern Sie, dass Stress Ihren Blutdruck erhöhen kann.
  • Treiben Sie Ausdauersport. Werden Sie dreimal pro Woche dreißig Minuten lang aktiv, kann dies Ihren Blutdruck deutlich reduzieren.

Blutdrucksenkung durch das Hausmitttel Tee

Nun zeigt eine neue Studie, dass es eine weitere Maßnahme gibt, die zu dieser Liste hinzugefügt werden sollte. Wissenschaftler aus Taiwan berichten über den langanhaltenden Effekt, den Tee auf Hypertonie hat.

Die Wissenschaftler suchten für eine entsprechende Studie zum Thema Bluthochdruck-Risiko senken rund 1500 Teilnehmer aus, die 20 Jahre oder älter waren und noch nicht unter hohem Blutdruck litten.

Über ein Jahr mussten diese Teilnehmer Fragebögen zur Ernährung ausfüllen und sich immer wieder medizinischen Untersuchungen unterziehen. Nachdem die Forscher Daten wie Alter, Geschlecht und familiäre Bluthochdruckerkrankungen sowie Lebensumstände untersucht hatten, kamen sie zu folgenden Ergebnissen:

  • Rund 600 der Teilnehmer tranken mindestens eine halbe Tasse schwarzen oder grünen Tee pro Tag.
  • Bei jenen, die zwischen einer halben und zwei Tassen Tee täglich tranken, sank das Risiko für Hypertonie um mehr als 45 %.
  • Bei denen, die mehr als 2 Tassen Tee täglich tranken, reduzierte sich das Hypertonie-Risiko um 65 %.
  • Wurde mehr als ein Jahr lang täglich Tee getrunken, reduzierte sich das Risiko trotzdem nicht weiter.

Bluthochdruck-Risiko: Weitere Studien

Einige vorhergehende Studien haben ergeben, dass Tee trinken über kurze Zeit nichts bringt. Unglücklicherweise ist jeder, der einen gefährlich hohen Blutdruck hat, auf Medikamente angewiesen, um schnelle Ergebnisse zu erreichen, den Blutdruck zu senken und einen Schlaganfall zu vermeiden.

Aber wenn Ihr Blutdruck nur moderat erhöht ist, gibt es eine Reihe von Ernährungsänderungen, die Ihnen helfen können, Hypertonie unter Kontrolle zu bekommen.

Beruhigen Sie Puls und Blutdruck durch Biofeedback

Biofeedback ist eine inzwischen bewährte Behandlungsform, die im Körper unwillkürlich ablaufende Prozesse sichtbar, hörbar und fühlbar macht. Zu diesen gehört zum Beispiel, dass Sie automatisch atmen oder dass Ihr Herz pausenlos Blut durch den Körper pumpt.

Die Idee dahinter: Wenn das gelingt, können Sie diese Tausende von Prozessen mit Ihrem eigenen Willen bis zu einem gewissen Grad steuern. Beeinflussen könnten Sie mit Hilfe des Biofeedbacks unter anderem Ihre Herzfrequenz, den Blutdruck, die Atemfrequenz, die Temperatur, die Muskelspannung und die elektrischen Ströme im Gehirn.

Bei Stress ist Biofeedback besonders hilfreich. Dadurch können bei Gelingen die Mengen der Stresshormone reduziert werden, die eine Reihe ungünstiger Auswirkungen im Körper entfalten können.

So funktioniert das Biofeedback: Ihr Gehirn sendet für alle Prozesse, die im Körper ablaufen, elektrische Signale aus, die über einen Monitor sichtbar oder einen Lautsprecher hörbar gemacht werden können. Der Patient sieht oder hört also seine Körpersignale.

In mehreren Sitzungen lernt er, diese Funktionen mit seinem Willen zu beeinflussen. Die wissenschaftliche Datenlage ist äußerst positiv. Eingesetzt wird das Verfahren von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und anderen Behandlern.

Der Effekt scheint auch von langer Dauer zu sein. Und natürlich ist diese Methode völlig nebenwirkungsarm und kostenungünstig. Für Ungeduldige ist diese Behandlung allerdings nichts, denn es dauert eine Weile, bis Sie diese beherrschen.

Blutdrucksenker: Weniger Nebenwirkungen nachts

Sie nehmen ein blutdruckregulierendes Medikament ein, vielleicht dazu noch in einer hohen Dosierung? Dann hatten Sie sicherlich schon einmal zusammen mit Ihrem Arzt bei einer Medikamentenumstellung oder Dosierungsanpassung mit Nebenwirkungen Ihres Blutdruckmedikaments zu kämpfen.

Eine kürzlich durchgeführte Studie mit dem Arzneistoff Nifedipin (Adalat®, u. a.), einem Kalziumkanalblocker mit verzögerter Wirkstofffreisetzung, kam zu folgendem Ergebnis: Wenn Sie dieses Mittel zu einem anderen Zeitpunkt einnehmen, können Sie die Nebenwirkungen reduzieren.

Die vor kurzem in der Fachzeitschrift „American Journal of Hypertension“ veröffentlichte Studie wies 180 zufällig ausgewählte Teilnehmer an, Nifedipin entweder abends vor dem Schlafengehen oder morgens einzunehmen.

Hierbei traten Nebenwirkungen wie Schwellungen der Beine (Ödeme), Kopfschmerzen und Hautausschläge auf. 13 Prozent der Studienteilnehmer, die Nifedipin am Morgen einnahmen, klagten über Ödeme. Jedoch war nur 1 Prozent der Studienteilnehmer von diesen Nebenwirkungen betroffen, die das Medikament abends einnahmen.

Insgesamt gesehen verzeichneten 17,5 Prozent der Teilnehmer mit morgendlicher Einnahme Nebenwirkungen, wogegen sich der Prozentsatz bei der Gruppe mit abendlicher Medikamenteneinnahme auf nur 4 Prozent belief.

Was die Wirksamkeit des Medikaments hinsichtlich der Blutdrucksenkung angeht, so wurden in beiden Gruppen ähnliche Ergebnisse erzielt.

Empfohlene Einnahme varriert

Experten der Mayo Clinic bewerten diese Studie als positiv, auch wenn nur wenige Patienten von diesen neuen Erkenntnissen profitieren werden. Zahlreiche andere blutdruckregulierende Medikamente gehen mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einher. Die meisten verursachen jedoch wenn überhaupt nur geringfügige Beschwerden und sind normalerweise gut verträglich.

Solange keine neuen Erkenntnisse vorliegen, sollten Sie bei auftretenden Nebenwirkungen beim Einsatz von Nifedipin Ihren Arzt fragen, ob er eine andere Tageszeit hinsichtlich der Einnahme für sinnvoll hält. Sicherlich werden auch weitere blutdruckregulierende Medikamente in absehbarer Zeit auf ähnliche Effekte hin überprüft werden.

Salzarme Ernährung hilft nicht jedem!

Meist wird Menschen mit Bluthochdruck empfohlen, sich salzarm zu ernähren. Denn Salz bindet Wasser im Körper, sorgt so für mehr Flüssigkeit im Herz-Kreislauf-System und erhöht dadurch unter Umständen auch den Druck in Ihren Blutgefäßen.

Allerdings: Das gilt nicht für jeden Bluthochdruck-Patienten. Tatsächlich sind nur etwa 50 Prozent aller Menschen salzempfindlich, reagieren also mit Blutdruckanstieg auf einen übermäßigen Salzkonsum. Genetische Unterschiede sind dafür verantwortlich. Vereinfacht gesagt: Botenstoffe, die den Flüssigkeitshaushalt regulieren, arbeiten nicht in jedem Organismus auf die gleiche Weise.

Salzempfindlich? Machen Sie den Selbsttest

Letztendlich profitiert also nur die Hälfte aller Bluthochdruck-Patienten tatsächlich von einer Salzreduktion. Wer dazu gehört, lässt sich nicht ohne Weiteres sagen. Deshalb wird eine verminderte Salzaufnahme meist jedem Betroffenen empfohlen.

Analoges Blutdruck-Messgerät - Nahaufnahme

Rechter und linker Arm: Die Blutdruckwerte sind unterschiedlichGrundsätzlich gilt, dass es immer einen Blutdruckwerte-Unterschied zwischen rechtem und linkem Arm geben wird. Das hat es damit auf sich. › mehr lesen

Ob Sie salzempfindlich sind, können Sie leicht selbst herausfinden: Ernähren Sie sich drei Wochen salzarm und messen Sie täglich Ihren Blutdruck. Wenn Sie einen Zusammenhang feststellen, der Blutdruck also nach unten geht, dann gehören auch Sie zu den salzempfindlichen Menschen. In diesem Fall sollten Sie tatsächlich versuchen, kochsalzreiche Lebensmittel zu meiden. Ersetzen Sie in Ihrem Speiseplan beispielsweise Salzkartoffeln durch Pellkartoffeln. Greifen Sie zu gegrilltem Fisch anstatt zu der geräucherten Variante.

Kochsalzreiche Lebensmittel

  • Gepökelte, gesalzene und geräucherte Fleisch- und Fischwaren (z. B. gekochter und roher Schinken, Pökelhering)
  • Fertigprodukte (z.B. Suppen, Saucen, Konserven)
  • Salzgebäck (z.B. Salzstangen, Käsegebäck)

Achten Sie bei der Essenszubereitung zudem darauf, dass Sie keine Gewürzmischungen mit Kochsalz verwenden. Versuchen Sie beim Kochen insgesamt nur sehr wenig zu salzen. Nutzen Sie stattdessen frische Kräuter und Gewürze, um Ihren Speisen Würze zu verleihen: Oregano beispielsweise sorgt für einen herben Geschmack. Greifen Sie häufig zu Nahrungsmitteln, die auch ohne Salz gut schmecken (z. B. Salat).

Aber auch wenn Sie nicht salzempfindlich sind, können Sie mit einer bewussten Ernährung einem Bluthochdruck entgegen wirken. Denn immer mehr kristallisiert sich in wissenschaftlichen Untersuchungen heraus, dass eine kaliumreiche Ernährung blutdrucksenkend wirkt. Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der an physiologischen Vorgängen in Ihrem Körper beteiligt ist. So unter anderem auch an der korrekten Einstellung des Blutdrucks.

Deshalb sollten Sie Übergewicht abbauen

Nehmen Sie einen Bluthochdruck niemals als gegeben hin, sondern tun Sie etwas dagegen, denn auf Dauer schadet der erhöhte Druck Ihren Gefäßen oder auch den Nieren. Versuchen Sie mit einer fett- und zuckerarmen Ernährung mögliches Übergewicht abzubauen, denn auch so lässt sich Bluthochdruck entgegenwirken. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Gewichtsverlust senken Sie Ihren Blutdruck um etwa 2 mmHg.

Mit kaliumreichen Speisen senken Sie Bluthochdruck

Immer mehr kristallisiert sich in wissenschaftlichen Untersuchungen heraus, dass eine kaliumreiche Ernährung blutdrucksenkend wirkt. Dazu sollten Sie wissen: Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der an mehreren physiologischen Vorgängen in Ihrem Körper beteiligt ist.

So unter anderem auch an der Einstellung des Blutdrucks. Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf hat im Jahr 2013 insgesamt 33 Studien mit über 128.000 Probanden ausgewertet: Patienten, die mehrere Wochen über 3 Gramm Kalium täglich zu sich nahmen, konnten ihren Bluthochdruck deutlich senken:

Der systolische Blutdruck reduzierte sich in den Studien durchschnittlich um 3,49 mm Hg, der diastolische Blutdruck ging um 1,96 mm Hg zurück. Kalium finden Sie vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Bananen, Erbsen, Pistazien, Trockenobst oder Kartoffeln, Spinat und Champignons.

Eine Tagesmenge von 3 Gramm erreichen Sie beispielsweise mit zwei Bananen und 100 Gramm getrockneten Aprikosen. Oder auch mit 200 Gramm weißen Bohnen.

Kaliumreiche Lebensmittel

(Empfohlene Tagesmenge: mindestens 3 Gramm; also 3.000 mg)

*Kaliumgehalt in mg pro 100 Gramm Lebensmittel:

Fleisch: Kalb, Rind, Hammel, Wild jeweils 249-460*

Fisch: Rotbarsch, Scholle, Makrele, Kabeljau, Hering, Seelachs, Forelle jeweils 294-465*

Früchte:

  • Aprikosen (getrocknet) 1700*
  • Pfirsiche (getrocknet) 1100*
  • Datteln (getrocknet) 790
  • Feigen (getrocknet) 780*
  • Pflaumen (getrocknet) 700*
  • Aprikosen (frisch) 440*
  • Bananen 420*

Gemüse:

  • Bohnen (weiße) 1310*
  • Erbsen (getrocknet) 880*
  • Linsen (getrocknet) 810*
  • Fenchel 784*
  • Spinat 662*
  • Mangold 550*

Getreide:

  • Weizenkleie 1390*
  • Weizenkeime 780*

Teigwaren:

  • Pumpernickel 454*
  • Haferflocken 335*

Nüsse:

  • Pistazien 972*
  • Erdnüsse 740*
  • Mandeln 690*
  • Paranüsse 670*

Kaliumreiches in den Alltag integrieren

Kaliumreiches Obst und Gemüse lässt sich ganz einfach in den Alltag integrieren: Schneiden Sie morgens eine Banane in Ihr Müsli, essen Sie mittags zum Nachtisch eine Handvoll getrocknete Früchte oder verzieren Sie abends Ihr Brot mit Mangold und Spinat.

Es ist schwierig, nur über die Nahrung zu viel Kalium zu sich zu nehmen. Aber wenn Sie sich kaliumreich ernähren, ist ein Kalium-Nahrungsergänzungsmittel unnötig und kann in Extremfällen sogar zu Nierenschäden und anderen Komplikationen führen. Es geht eben um die Balance. Und – wie immer – fragen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel nutzen, um den Blutdruck zu senken.

Was Sie außerdem gegen Bluthochdruck tun können: Integrieren Sie viel Bewegung in Ihren Alltag. Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport und versuchen Sie mögliches Übergewicht abzubauen.

Auf diese Weise ersparen Sie sich vielleicht sogar eine medikamentöse Therapie, die immer auch das Risiko von Nebenwirkungen birgt. Bewusste Ernährung ist nun einmal die beste Medizin.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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