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Akute Blinddarmentzündung: Kennen Sie diese 5 Symptome?

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„Eine Blinddarmentzündung – das ist doch nur was für Kinder und junge Erwachsene!”, werden Sie jetzt vielleicht denken. Doch weit gefehlt: Nur etwa 10 Prozent der akuten Blinddarm-Erkrankungen treten bei Kindern oder Jugendlichen auf, bei den übrigen 90 Prozent sind sämtliche anderen Altersgruppen vertreten. Deshalb sollte auch jeder normale Erwachsene die typischen Symptome einer Blinddarmentzündung kennen.

Da eine Blinddarmentzündung eine ernsthafte Erkrankung darstellt und unbehandelt zu ernsthaften Komplikationen führen kann, sollte jeder Verdacht daher umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Als Blinddarmentzündung bzw. Appendizitis wird die Entzündung des sogenannten Wurmfortsatzes (Appendix) bezeichnet. Beim Wurmfortsatz handelt es sich um ein wurmförmiges Anhängsel des Blinddarms, der wiederum Teil des Dickdarms ist. Aus medizinischer Sicht ist der Begriff Blinddarmentzündung zwar nicht korrekt, dennoch hat sich dieser im allgemein gültigen Sprachgebrauch eingebürgert.

Während der Blinddarm bei einigen Vogelarten etwa bestimmte Verdauungsfunktionen übernimmt, erfüllt dieser beim Menschen keine zentrale Funktion. Dennoch kann die Entzündung des Blinddarms bzw. des Wurmfortsatzes nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern zu spät behandelt auch gefährliche Folgen haben.

Bei der Blinddarmentzündung handelt es sich um die am häufigsten auftretende Erkrankung im Bauchraum und kann alle Altersgruppen betreffen. Bei Kleinkindern sowie älteren Menschen jedoch ist ein Auftreten eher selten. Eine akute Blinddarmentzündung entsteht zumeist dann, wenn der Wurmfortsatz entzündet (durch Darmbakterien), verstopft (durch Kotsteine und Fremdkörper) oder abgeknickt ist.

Welche Symptome bei Blinddarmentzündung?

In den meisten Fällen beginnt eine Appendizitis mit Bauchschmerzen in der Magengegend bzw. in der Gegend um den Bauchnabel. Hinzu kommen häufig Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber. Nachfolgend finden Sie 5 typische Anzeichen für eine akute Blinddarmentzündung im Überblick.

5 typische Symptome für einen akut entzündeten Blinddarm:

  1. „Wandernder Schmerz“: Ist der Blinddarm entzündet, bereitet er meist starke Bauchschmerzen. Diese beginnen kolikartig im Oberbauch in der Gegend des Magens oder auch in der Region um den Bauchnabel. Sie wandern anschließend innerhalb weniger Stunden weiter in den rechten Unterbauch, denn dort befindet sich der Blinddarm. Die Bauchdecke ist zudem unnatürlich angespannt und zumeist sehr druckempfindlich.
  2. Fieber: Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 39 Grad Celsius. Dabei ist ein Unterschied von über 1 Grad Celsius zwischen der in den Achseln und im After gemessenen Temperatur typisch. Zudem ist der Puls häufig beschleunigt. Achtung: Eine Blinddarmentzündung ohneFieber ist bei jungen Menschen eher selten, kommt bei älteren Personen aber durchaus vor!
  3. Bewegungsschmerz: Die Schmerzen verstärken sich beim Husten, Laufen, Rennen oder Hüpfen, insbesondere beim Anheben des rechten Beines.
  4. Magenbeschwerden: Gleichzeitig leidet der Kranke unter Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
  5. Stuhlverhalten: Sehr oft kommt es auch zu Verstopfung, gelegentlich auch zu Durchfällen.

Wird eine Blinddarmentzündung erst nach 36 Stunden oder später entdeckt, steigt das Risiko, dass der Wurmfortsatz platzt und sich der entzündete Inhalt in frei in die Bauchhöhle ergießt, auf über 65 Prozent. Das kann dann zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung führen. Umso wichtiger ist eine rasche Diagnose, damit ein möglicher Blinddarmdurchbruch frühzeitig verhindert werden kann!

Symptome einer Blinddarmentzündung

Symptome bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen

Ältere Personen zeigen im Zuge einer Blinddarmentzündung oftmals keine oder deutlich weniger ausgeprägte Symptome, was es mitunter schwer macht, eine Erkrankung zu erkennen. Umso wichtiger ist es wiederum, dass im Zweifels- bzw. Verdachtsfall umgehend ein Arzt konsultiert wird. Nur auf diese Weise können Komplikationen vermieden werden.

Auch bei Kindern fällt eine exakte Diagnose nicht immer leicht, da Schmerzen zunächst schubweise auftreten können. Die Schmerzen können aber auch von Beginn an auf den gesamten Bauchraum ausstrahlen. Auch krankheitsuntypische Schmerzen sind möglich. Zudem sind Kinder häufig nicht in der Lage, Schmerzen genau zu lokalisieren, was eine Diagnose ebenfalls erschwert.

Abhängig von der exakten Lage des Wurmfortsatzes und wegen seiner unmittelbaren Nähe zu Eierstöcken und Eileiter kann eine exakte Diagnose auch bei Frauen Probleme verursachen. Nicht selten wird eine Blinddarmentzündung daher fälschlicherweise als Eierstock- oder Eileiterentzündung interpretiert.

Bei Frauen, die schwanger sind, ist der Appendix häufig nach oben verrutscht, weswegen krankheitstypische Druckschmerzen fehlen können und daher irrtümlich auf herkömmliche Schwangerschaftsleiden geschlossen wird. Aber auch bei Menschen, die über eine ungewöhnliche Lage des Wurmfortsatzes verfügen, sind atypische Symptome denkbar und dementsprechend ärztlich abzuklären.

Häufigkeit von Blinddarmentzündung

Können Masern zu einer Blinddarmentzündung führen?

Masern gelten immer noch als Kinderkrankheit und damit als „harmlos“, obwohl längst bekannt ist, dass diese alles andere als harmlos sind. So kann die Erkrankung beispielsweise schwerwiegende Hirnhautentzündungen auslösen. Aber stimmt es denn, dass Masern auch zu einer Blinddarmentzündung führen können?

Masern können tatsächlich den Blinddarm so beeinflussen, dass es zu einer akuten Entzündung kommen kann. Grund dafür ist eine Lymphknotenschwellung, die dann letztendlich zur Entzündung führt. Die Symptome gleichen denen einer Blinddarmentzündung ohne Maserninfektion: Es kommt zu sehr starken Bauchschmerzen. Wird der Bauch abgetastet, äußern sich die Schmerzen durch Druck und Klopfen, häufig auf der rechten unteren Bauchseite. Zudem spannt sich die Bauchdecke an.

Meist wird mit der Operation nicht gewartet, bis die Masern abgeklungen sind. Denn bei einer akuten Blinddarmentzündung kann es zu einem Durchbruch des Blinddarms kommen. Die nachfolgende Vereiterung der Bauchhöhle kann lebensgefährlich sein.

Sie haben wahrscheinlich eine Blinddarmentzündung: Was sollen Sie jetzt tun?

Wenn Sie Symptome einer Appendizitis zeigen, sollten Sie möglichst rasch einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Schon bevor Sie losfahren, können Sie jedoch einige Dinge tun, um die Diagnosestellung (und die Behandlung) einfacher und genauer zu machen.

Sich merken, wie bzw. wo die Schmerzen angefangen habenDas ist das Erste, wonach Ihr Arzt fragt: wann und wo die Schmerzen angefangen haben und wo sich diese jetzt befinden.
Höhe des Fiebers notierenFalls Sie Ihre Körpertemperatur gemessen haben, sollten Sie sich die Ergebnisse merken oder diese notieren.
Nichts essen oder trinkenDa die Möglichkeit besteht, dass Sie operiert werden müssen.
Medikamente mitnehmen (mit Verpackung)Falls Sie Schmerz- bzw. Fiebermittel eingenommen haben, bringen Sie diese zum Arzt mit. Medikamente können mögliche Symptome lindern, was die Untersuchungsmethoden beeinflusst.

Wo im Körper befindet sich der Blinddarm?

Beim Blinddarm handelt es sich um einen Teil des Dickdarmtraktes. Der Blinddarm liegt beim Menschen im rechten Mittel- bzw. Unterbauch und ist mit einer Länge von 6 bis 8 Zentimetern nicht besonders groß. Der Wurmfortsatz ist ein Anhangsgebilde am unteren Ende des Blinddarms. Zumeist erreicht er eine Länge von 2 bis 20 Zentimeter. Die genaue Lage des Wurmfortsatzes ist zwar variabel und hängt von der Anatomie des jeweiligen Menschen ab, für gewöhnlich findet er sich jedoch im rechten Unterbauch.

blinddarmDie variable Lage macht eine exakte Diagnose somit nicht immer ganz einfach. Auch wenn Schmerzen nicht genau lokalisierbar sind oder im ersten Augenblick nicht auf eine Blinddarmentzündung schließen lassen, sollte im Verdachtsfall eine medizinische Abklärung erfolgen – beim Arzt oder im Krankenhaus.

Während lange Zeit angenommen wurde, dass der Wurmfortsatz im menschlichen Organismus keinerlei Funktionen übernimmt, ist inzwischen jedoch erwiesen, dass dieser spezielle Zusatzfunktionen für die Körperabwehr erfüllt. Darüber hinaus spielt der Wurmfortsatz auch bei der Entwicklung des Immunsystems im Kindesalter eine Rolle. Allerdings ist der Appendix bzw. Wurmfortsatz nicht überlebensnotwenig, sodass keine Probleme zu erwarten sind, wenn dieser im Zuge einer Blinddarm-OP entfernt werden muss.

Auf welcher Seite befindet sich der Blinddarm?

Blinddarm bzw. Wurmfortsatz befinden sich immer auf der rechten Seite des menschlichen Körpers und zwar im rechten Unterbauch.

Allerdings können bei einer akuten Blinddarmentzündung oder einem Blinddarmdurchbruch die Schmerzen auch auf den gesamten Bauchraum ausstrahlen und entsprechend diffus sein.

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Kirschkerne sind nicht Schuld an der Blinddarm-EntzündungUns wurde als Kind immer gesagt, wer Kirschsteine verschlucke, bekäme eine Blinddarmentzündung. Stimmt das? Erfahren Sie hier mehr! › mehr lesen

Treten Symptome, die einer Appendizitis gleichen, auf der linken Seite auf, können diese auf eine sogenannte Divertikulitis (entzündliche Ausstülpungen der Darmschleimhaut) hindeuten und sollten daher ebenfalls umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Wie kommt es zu einer Blinddarmentzündung oder Appendizitis?

Eine Blinddarmentzündung ist in der Regel eine bakteriell indizierte Entzündung des Wurmfortsatzes. Bakterien wie E.coli oder Enterokokken sind dabei klassische Krankheitserreger. Aber auch Kotsteine (verhärtete, eingedickte Stuhlbrocken) können zu einer akuten Appendizitis führen, indem diese eine Verstopfung des Wurmfortsatzes verursachen.

Einfache vs. zerstörerische Blinddarmentzündung

Fremdkörper wie Obstkerne, Parasiten oder ähnliches sind dagegen eher selten Auslöser für die Erkrankung. Eine Blinddarmentzündung kann dabei unterschiedliche Ausprägungen haben. Während in vielen Fällen nur eine leichte bis mittlere Reizung vorliegt, kann es mitunter jedoch auch zu einer starken Entzündung und in der Folge zu einem Blinddarmdurchbruch kommen.

Somit wird klinisch gesehen zwischen einer einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) und einer zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) unterschieden.

Solange sich am Wurmformsatz kein Eiter gebildet hat, kann sich eine einfache Blinddarmentzündung sogar zurückbilden und konservativ (mittels Einnahme von Antibiotika) ausheilen. Sobald eine fortgeschrittene oder starke Entzündung mit Eiterbildung vorliegt, ist eine Blinddarmoperation zwingend notwendig, um das Durchbrechen des Blindarms zu verhindern.

Wie gefährlich ist ein Blinddarmdurchbruch?

Bei einer zerstörerischen Blinddarmentzündung besteht ein erhöhtes Risiko, dass das entzündete Gewebe des Wurmfortsatzes aufplatzt. Ist das der Fall wird von einem Blinddarmdurchbruch bzw. einer Blindarmperforation gesprochen. Auf diese Weise können Bakterien, Eiter und Kot frei in die Bauchhöhle gelangen. Die Folge kann eine Bauchfellentzündung sein. Diese kann ohne rasche Operation lebensbedrohlich werden oder gar tödlich verlaufen.

Darüber hinaus kann eine Blinddarmentzündung Eiterablagerungen in Darm und Bauchraum zur Folge haben, welche zu langwierigen Entzündungen und Störungen der Darmtätigkeit – bis hin zur Darmlähmung – führen können.

Wie erkennt man eine Blinddarmentzündung?

Eine akute Blinddarmentzündung erkennt man in erster Linie an langeanhaltenden Bauchschmerzen. Am Anfang treten diese häufig im in der Bauchmitte um den Bauchnabel herum oder in der Magengegend auf. In den darauffolgenden Stunden wandert der Schmerz zusehends in den rechten Unterbauch. Mit Fortwirken der Erkrankung wird das Schmerzgefühl in der Regel stärker und die Schmerzen strahlen in den gesamten Bauchraum aus.

Hinzu kommen Anzeichen und Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall oder Verstopfung sowie Fieber (gewöhnlich nicht sehr hoch). Manche Betroffene klagen zudem über starkes Schwitzen, erhöhten Puls oder eine angespannte Bauchdecke an der betroffenen Region. Ferner kommen im Zuge einer Blinddarmentzündung häufig auch Bewegungsschmerzen hinzu. So kann das rechte Bein oftmals nur noch unter (starken) Schmerzen angehoben oder belastet werden. Laufen, Springen oder Rennen verstärken das Schmerzgefühl zusätzlich.

Wer den Verdacht hat, eine Blinddarmentzündung zu haben, kann zunächst selbst den Bereich des rechten Unterbauchs abtasten. Wenn dies Schmerzen verursacht, sollte man sich umgehend in ärztliche Obhut begeben. Das gilt auch für den Fall, dass beim Anheben bzw. Abwinkeln des rechten Beines oder in Bewegung Schmerzen auftreten. Aber auch bei anderen Blinddarm-Symptomen wird eine ärztliche Abklärung dringend angeraten. Nur ein Arzt kann sicher feststellen, ob eine Blinddarmentzündung vorliegt oder nicht.

Diagnose durch den Arzt: Wie wird eine Blinddarmentzündung diagnostiziert?

Wichtig für den Arzt ist die Kenntnis der genauen Vorgeschichte (Anamnese). Er wird u. a. folgende Fragen stellen:

  • Wann und wo haben die Schmerzen angefangen?
  • Wo sitzen die Schmerzen aktuell?
  • Haben Sie erbrochen, ist Ihnen übel?
  • Haben Sie Fieber?
  • Leiden Sie an Verstopfung oder Durchfall?

Diese Fragen ergänzt der Arzt anschließend durch eine Reihe körperlicher Untersuchungen. Dabei wird der Bauchraum auf Verhärtungen abgetastet bzw. werden bestimmte Schmerzpunkte überprüft:

  • Er wird Ihren Bauch abtasten. Drückt er dabei vorsichtig in den rechten Unterbauch, werden Sie bei einer Blinddarmentzündung reflektorisch dagegen anspannen.
  • Drückt er ca. 15 bis 30 Sekunden lang sehr tief in den Bauch und lässt dann plötzlich los, verstärken sich Ihre Schmerzen ganz erheblich.

Schmerzpunkte bei einer Blinddarmentzündung

Hat der Arzt ein Ultraschallgerät, kann er auch durch diese einfache Untersuchung eine Blinddarmentzündung feststellen. Meist wird dies, genau wie eine Blutabnahme, jedoch erst im Krankenhaus gemacht. Die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) steigt bei einer Appendizitis auf Werte über 10.000/µl.

Wichtig: Haben Sie zu Hause bereits ein Schmerz- oder Fiebermittel eingenommen, müssen Sie dies Ihrem Arzt berichten. Dadurch können die akuten Beschwerden und Symptomen nämlich „maskiert” und verschleiert werden: Das Fieber ist weg und der Schmerz bei der Untersuchung wesentlich geringer. Nehmen Sie nach Möglichkeit die Verpackung der eingenommenen Medikamente mit zu Ihrem Arzt. Essen und trinken Sie wegen der eventuell erforderlichen Operation nichts mehr. Möglichweise werden Sie aber ohnehin keinen

Hunger mehr verspüren.

Wie wird eine Blinddarmentzündung behandelt?

In den meisten Fällen wird der Wurmfortsatz operativ entfernt. Während sich Ärzte und Wissenschaftler lange Zeit sicher waren, dass bei einer Blinddarmentzündung eine Operation und somit die Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendektomie) unumgänglich ist, zeigen aktuelle Studien auch alternative Ansätze. So kann vor allem bei Erwachsenen eine Blinddarmentzündung, welche frühzeitig erkannt wird und unkompliziert verläuft (geringer Entzündungsgrad) mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer fortgeschrittenen Blinddarmentzündung hingegen ist eine Operation zwingend erforderlich. Auch Kindern bleibt ein operativer Eingriff zumeist nicht erspart.

Blinddarmentzündung
Bei Erwachsenen kann frühzeitig erkannte Blinddarmentzündung mit Antibiotika behandelt werden. Kinder brauchen meistens eine Appendektomie (Blinddarmentfernung). © Adobe Stock - decade3d

Der behandelnde Arzt wird schließlich die geeignete Therapieform – konservativ durch Medikation oder operativ – festlegen. Für den Fall eines chirurgischen Eingriffes stehen dabei zwei unterschiedliche Operationstechniken zur Verfügung. Anhängig vom Krankheitsbild bzw. dem Stadium der Erkrankung wird sich der Arzt zwischen einer offenen Appendektomie (offene Operation) oder einer laparoskopischen Appendektomie (minimalinvasiver Eingriff) entscheiden. Beide Eingriffe gelten als Routineoperationen. In Deutschland werden jährlich zwischen 100.000 und 150.000 derartige Operationen vorgenommen.

Wichtig: Bringen Sie Ihr Kind zum Arzt oder in die nächste Klinik, wenn es unter plötzlich und stark einsetzenden Bauchschmerzen leidet, gleichzeitig Fieber hat und zusätzlich Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder heftigen Durchfall. Bei Säuglingen können Unruhe oder Apathie, Trinkschwäche, Fieber, Blässe, vermehrtes Schwitzen und wiederholtes kurzes oder anhaltendes Weinen auf starke Bauchschmerzen hindeuten.

Das sollten Sie zusätzlich beachten: Geben Sie kein Schmerzmittel, um nichts zu verschleiern. Legen Sie Ihrem Kind keine Wärmflasche auf den Bauch. Geben Sie ihm wegen der eventuell erforderlichen Operation nichts mehr zu essen oder zu trinken (es möchte meist ohnehin nichts!).

Wie lange bleibt man bei einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus?

Die Dauer eines Krankenhausaufenthalts nach einer Blinddarmoperation liegt für gewöhnlich bei 4 Tagen, sofern der Blinddarm nicht durchgebrochen ist oder andere Kompilationen aufgetreten sind. Die Entfernung der Nähe erfolgt in der Folge ambulant. Bei einem Blinddarmdurchbruch dauert der Krankenhausaufenthalt zumeist 7 Tage oder länger.

Wichtig ist, dass man sich in den ersten Tagen nach der Operation schont und ruckartige Bewegungen vermeidet. Auch das Gehen kann anfangs noch Probleme bereiten, ausreichend lange Ruhepausen bzw. Schonphasen sind deshalb wichtig für eine rasche Genesung. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit nach einer Blinddarm-Entfernung beträgt 2 bis 3 Wochen.

Wie einer Blinddarmentzündung vorbeugen?

Grundsätzlich gibt es keine speziellen Maßnahmen, um einer Blinddarmentzündung präventiv vorzubeugen. Allerdings hilft eine gesunde Ernährung (z.B. Ernährung mit einem hohen Faser- und Ballaststoffanteil) dabei, das Immunsystem nachhaltig zu stärken. Dank einem starken und gesunden Immunsystem wird es für eindringende Bakterien schwieriger sich entsprechend auszubreiten und Entzündungen im Körper auszulösen.

Deshalb gilt: Zeigen Sie akute Symptome einer Blinddarmentzündung, zögern Sie nicht und suchen Sie umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus auf. Nur dort kann mit Sicherheit abgeklärt werden, ob eine Erkrankung vorliegt.

 

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