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Sepia: Spezielle Wirkung in Homöopathie und Küche

Inhalt

Sepia wird aus dem aus dem Inhalt des Tintenbeutels vom Tintenfisch (Sepia officinalis) entnommen und hat nicht nur in der Küche eine interessante Wirkung, sondern vor allem im gesundheitlichen Bereich.

Schließlich gilt Sepia besonders in der Homöopathie als ein probates Mittel für Frauen, die unter Wechseljahrbeschwerden und anderen Frauenproblemen leiden. Auch bei Atemwegbeschwerden kann Sepia helfen.

So wurde die Wirkung von Sepia entdeckt

Die Erkenntnisse zu Sepia sind zwar wissenschaftlich nicht gesichert, aber viele Anzeichen deuten auf den wirksamen Effekt von Sepia hin. Die Wirkung der Tinte hat der Begründer der Homöopathie, Christian Friedrich Samuel Hahnemann, entdeckt. Er hatte beobachtet, wie ein befreundeter Maler körperliche Beschwerden bekam, als er an einem mit der Tintenfisch-Tinte befeuchteten Pinsel geleckt hatte. Als der Maler sein Werk beendet hatte und nicht mehr mit der Tinte in Berührung kam, verschwanden seine Symptome. Hahnemanns Neugierde war geweckt und er begann, mit Sepia zu experimentieren.

In der Küche kommt besonders die färbende Eigenschaft des Sepias zum Einsatz. Black Foods liegen im Trend und Sepia ist ein Mittel, um Lebensmittel schwarz zu färben.

Woher stammt Sepia?

Der Sepia officinialis lebt im Mittelmeer, in der Nordsee und im atlantischen Ozean. In Gefahrensituationen kommt der Inhalt seines Tintenbeutels zum Einsatz. Er lässt ihn frei, wenn sich Feinde nähern und kann dann in der schwarzen Wolke unbemerkt wegschwimmen.

Die Tinte kann dem Kopffüßler entnommen werden – sie ist schwarzbraun, dicklich und hat einen fischigen Geruch und Geschmack. Sie besteht primär aus dem Farbstoff Melanin, der ihr ihre dunkle Tönung verleiht. Sepia enthält viele wertvolle Aminosäuren sowie Spurenelemente und kann zahlreiche Beschwerden lindern.

Sepia in der Homöopathie

In der Homöopathie kommen Präparate mit Sepia bei verschiedenen Symptomen zum Einsatz. Besonders chronische Leiden werden mit Sepia behandelt. Um Sepia als das richtige Mittel zu identifizieren, ist es wichtig sich ein umfassendes Bild der Beschwerden zu machen. Diese Aufgabe hat ein Arzt oder Heilpraktiker, der dann Sepia als das passende Mittel zur Linderung der Beschwerden auswählen kann. Die Beschwerden können dabei vielfältiger Natur sein.

Typische körperliche Symptome:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche in den Wechseljahren
  • Haarausfall
  • Gefühl, als würde die Gebärmutter nach unten drängen
  • Scheidenausfluss
  • Wenn es durch trockene Scheidenschleimhaut nach dem Sex zu Blutungen kommt
  • Alterswarzen von braun-gelblicher Farbe und ein häufig vorhandener Juckreiz
  • Regelschmerzen
  • Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen

Typische seelische Symptome:

  • Reizbarkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Abneigung gegen Sex
  • Erschöpfung und Überlastung (in den Wechseljahren)
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • traurige Grundstimmung

Mögliche Auslöser für die Beschwerden:

  • Hormonelle Schwankungen, ausgelöst zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre
  • Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse

Abseits von Frauenleiden – weitere Anwendungsgebiete:

  • Husten
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Ekzeme, Hautpilz und Herpes
  • rissige Haut
  • Schuppenflechte
  • Akne
  • Bettnässen
  • Ischias-Schmerzen

Diese Symptome weisen auf Sepia als homöopathisches Mittel bei Beschwerden abseits von Frauenleiden hin:

  • Verstopfung
  • Milchunverträglichkeit
  • Urin, Stuhl oder Schweiß riechen schlecht
  • Schwacher Kreislauf, niedriger Blutdruck
  • Frieren, besonders an den Gliedmaßen

Sie verschlimmern sich durch:

  • Feuchtigkeit
  • Kälte
  • Vor Gewittern
  • Im Stehen
  • Vor und nach der Regelblutung
  • Morgens und abends
  • Nach Geschlechtsverkehr

Sie verbessern sich durch:

  • Heftige Bewegungen, Sport und Tanzen
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Schlaf
  • Bettwärme

Treten diese Symptome auf, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass eine Behandlung mit Sepia erfolgreich sein kann.

So erkennt man den Sepia-Typ

Das charakteristischste Merkmal des Sepia-Typs ist eine Schlaffheit, die sich am ganzen Körper bemerkbar macht und in Krampfadern, Verstopfung, Hämorrhoiden und einer Schwäche des Bindegewebes zeigt.

Sepia-Frauen: Sepia-Frauen sind auf der Gefühlsebene sehr gleichgültig und empfinden eine innere Distanz oder sogar Abneigung, unter Umständen sogar zu ihrer eigenen Familie. Sie empfinden das Zusammenleben mit anderen als Belastung und sind leicht reizbar.

Sepia-Männer: Sepia Männer charakterisiert die Schwierigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Ihnen fehlt die Fähigkeit sich selber zu motivieren, sie wirken schlaff, energielos und es fehlt ihnen an Stärke und Männlichkeit.

Sepia bei Kindern einsetzen

Kindern kann Sepia ebenfalls helfen. Diese Kinder wirken weinerlich, haben wenig Selbstbewusstsein und sind häufig ängstlich. Bei negativen Gefühlen kapseln sie sich stark ab und reagieren, indem sie sich zurückziehen. Häufig treten dann auch körperliche Symptome wie Hautausschlag oder Bettnässen auf.

Wann kommt Sepia in der Homöopathie zum Einsatz?

Genau genommen kann Sepia bei allen Beschwerden von Haarausfall bis hin zu Migräneattacken hilfreich sein, wenn diese Beschwerden aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts entstanden sind. Am Stärksten kann die Wirkung von Sepia auf die weiblichen Geschlechtsorgane sein. Das Mittel beeinflusst das weibliche Hormonsystem. Auch während einer Geburt kann Sepia verabreicht werden und sich besonders bei Wassergeburten positiv auswirken.

Aufgrund der hormonellen Schwankungen fühlen sich die Betroffenen oft überfordert und empfinden Gleichgültigkeit oder Abneigung. Neben den psychischen Leitsymptomen haben die betroffenen Frauen auch häufig migräneartige Kopfschmerzen und trockene Schleimhäute. Sepia kann dabei helfen, diese Beschwerden zu lindern.

Wie wird Sepia verabreicht?

Sepia wird in Form von homöopathischen Kügelchen (Globuli) verabreicht. Auch als Tropfen oder Tabletten ist Sepia erhältlich. Die Einnahme von homöopathischen Mitteln mit Sepia sollten mit einem Heilpraktiker oder einem Mediziner mit homöopathischem Schwerpunkt abgesprochen werden. Schließlich ist das Mittel nicht für den akuten Einsatz gedacht, sondern sollte über längere Zeit eingenommen werden. Die genaue Dosierung ist mit dem behandelnden Homöopathen abzusprechen.

In der Selbstbehandlung kann Sepia zwar ebenfalls eingesetzt werden, hier empfehlen sich jedoch niedrige Dosierungen. Charakteristisch für homöopathische Mittel ist, dass nach der ersten Einnahme eine kurzzeitige Verschlechterung der Symptome auftritt. Diese sogenannte Erstverschlechterung bessert sich in der Regel nach ein bis zwei Tagen. Ist dies nicht der Fall, sollte die Einnahme des Präparats unterbrochen und ein Heilpraktiker zu Rate gezogen werden. Weitere Nebenwirkungen sind bei der Einnahme homöopathischer Mittel darüber hinaus nicht bekannt.

Sepia in der Küche nutzen

Auch in der Küche hat Sepia ihren Platz. Die Tinte wird besonders gerne dafür genutzt, um andere Lebensmittel einzufärben. Für den puren Genuss ist die Tinte nicht geeignet. Dafür eignet sich dann doch eher der Tintenfisch, aus dem sie entstammt.

Pasta, Reisgerichte und vieles mehr können mit Sepia eingefärbt werden, die vielen Gerichten eine ganz besondere Optik verleiht. Doch Achtung beim Verarbeiten: Die Tinte ist stark färbend und schwärzt nicht nur die Finger, sondern auch die Kleidung und lässt sich nur schwer wieder herauswaschen.

Wo gibt es die Tinte zu kaufen?

Die Tinte ist bei Fischhändlern erhältlich und muss unter Umständen vorbestellt werden. Manche Händler geben ihren Kunden beim Kauf eines Tintenfischs gleich noch eine Tüte mit der Tinte dazu. Mit ihr können dann die Beilagen zum Fisch auf Wunsch eingefärbt werden.

Sepia ist auch als getrocknetes und gemahlenes Pulver im Reformhaus oder im Internet erhältlich und muss nicht zwingend in flüssiger Form an Lebensmittel gegeben werden. Wird das Pulver in Wasser aufgelöst, hat es ebenfalls eine schwarz-färbende Wirkung. Der fischige Geschmack ist auf diese Weise etwas dezenter, aber immer noch vorhanden.

Lebensmittel mit Sepia einfärben

Um Reis oder Pasta mit Sepia schwarz einzufärben, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann Pasta nicht einfach über die Zugabe von Tinte in das Nudelwasser schwarz gefärbt werden. Die bereits fertigen Nudeln nehmen die Farbe nicht an – vielmehr wird einfach nur das Wasser schwarz. Die Tinte muss bei der Herstellung der Nudeln in den Teig eingearbeitet werden, weshalb man schwarze Pasta nur dann erhält, wenn man sie selber herstellt.

Rezept für schwarze Nudeln für 2 Personen

Zutaten:

  • 200 g Mehl
  • 2 Eier
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Beutel Sepia-Tinte

Zubereitung:

  1. Die Zutaten werden zusammen mit der Tinte zu einem glatten, schwarzen Teig verknetet.
  2. Anschließend muss der Teig 30 Minuten lang ruhen.
  3. Danach kann er auf einer gemehlten Fläche ausgerollt und in Form gebracht werden. Dies geht sowohl mit einer Nudelmaschine als auch von Hand mit einem Messer oder Teigroller. Der Teig sollte immer gut gemehlt werden, um zu verhinder, dass die einzelnen Nudeln aneinanderkleben.
  4. Die Pasta kann dann sobald sie fertig ist in kochendes Wasser gegeben werden und ist nach etwa 2 Minuten fertig.

Mit Sepia eingefärbte Pasta schmeckt besonders gut zu Meeresfrüchten, Lachs oder anderen fischigen Saucen. Auch eine leichte Zitronennote passt gut zum sehr „meerigen“ Aroma des Sepias. Alternativ kann fertige schwarze Pasta auch immer häufiger im Supermarkt gekauft werden.

Rezept für schwarzes Risotto

Ein Risotto kann mit Sepia problemlos schwarz eingefärbt werden, wenn die Tinte im Zuge des Kochvorgangs immer wieder mit zum Reis hinzugegeben wird. Sie zieht dann wie auch die andere Flüssigkeit langsam in den Reis ein und färbt ihn schwarz.

Zutaten für 2 Personen:

  • 150 g Risotto-Reis (Arborio oder Carnaroli)
  • 1 Beutel Sepia-Tinte
  • 1 Schuss Olivenöl
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 ml Weißwein
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 50 g Parmesan
  • 1 Stich Butter

Zubereitung:

  1. Zunächst die Schalotte und die Knoblauchzehe klein schneiden und in Olivenöl anschwitzen.
  2. Dann den Reis hinzufügen und ganz leicht anrösten. Anschließend mit Weißwein ablöschen.
  3. Dann wird die Tinte hinzugefügt und gut verrührt.
  4. Anschließend wird dann immer wieder mit ein paar Minuten Pause dazwischen eine Kelle Brühe hinzugefügt, die dann in die Reiskörner einzieht. Sobald die Flüssigkeit verdampft ist, wird wieder eine neue Kelle hinzugegossen. Der Topf köchelt dabei die ganze Zeit. Wichtig ist, häufig umzurühren.
  5. Wenn das Risotto die gewünschte Konsistenz hat (der Reis sollte noch ganz leicht bissfest sein, damit es nicht zu matschig ist), wird der Parmesan hineingerieben. Anschließend das Stück Butter hinzugeben. Es macht das Risotto extra cremig.

Das schwarze Risotto hat durch die Tinte einen von Natur aus leicht fischigen Geschmack. Es kann entweder als Beilage zu Meeresfrüchten serviert oder pur gegessen werden. In Spanien ist schwarze Paella sehr beliebt. Diese Reispfanne mit Hühnchen und Meeressfrüchten wird ebenfalls beim Kochvorgang mit Tinte eingefärbt und der Geschmack des Sepias ergänzt die Paella perfekt.

Black Food: Der Food Trend aus Asien

Auch Brot, Pizza-Teig, Kekse oder Burger-Brötchen schwarz einzufärben ist ein Trend, der sich besonders in Asien immer stärker entwickelt. Dort werden vor allem mit schwarzen Bohnen, mit Aktivkohle und mit Algen viele Lebensmittel eingefärbt, was für einen besonderen optischen Effekt sorgt.

Mit Sepia zum Färben sollte allerdings vorsichtig umgegangen werden. Da das Produkt einen starken Eigengeschmack besitzt, ist es nicht für alle Arten von Black Food geeignet. Grundsätzlich gilt aber: Was in Pasta-Teig funktioniert, funktioniert auch in Brot-, Keks- oder Pizza-Teig. Gerade bei süßen Speisen sollte allerdings sehr vorsichtig dosiert werden, da das Ergebnis sonst schnell ungenießbar werden kann.

Vorsicht bei Weichtier-Allergien

Wer auf Weichtiere wie Muscheln oder eben Tintenfische allergisch reagiert, sollte sich von Sepia fern halten. Auch die Tinte des Fischs kann eine allergische Reaktion auslösen und selbst mit Sepia eingefärbte getrocknete Pasta aus dem Supermarkt sollte bei einer bekannten Allergie gemieden werden.

Mit Sepia schreiben

Früher wurde Sepia als Tinte genutzt, um zu schreiben oder zu zeichnen. Dafür wurden eine Feder oder ein Pinsel in die Tinte getaucht. Heute wird Sepia dafür nicht mehr verwendet.

Sepia ist vielfältig einsetzbar

Sepia kommt häufig in der Homöopathie zum Einsatz und lindert Frauenleiden und Wechseljahrbeschwerden. Auch Männer können von der Sepia-Wirkung profitieren, zum Beispiel bei Husten, Migräne oder Verstopfung. Für Kinder sind homöopathische Präparate mit Sepia ebenfalls geeignet. Sepia wird meist als Globuli verabreicht und sollte am besten in Absprache mit einem Homöopathen eingenommen werden, um die optimale Dosierung zu finden. Auch kann er den Prozess begleiten und die Entwicklung der Symptome beobachten.

In der Küche wird Sepia primär zur Färbung anderer Lebensmittel verwendet. Sepia kann sowohl in getrockneter, pulverisierter Form als auch als flüssige Tinte gekauft werden. Der Eigengeschmack von Sepia ist stark, weshalb sie am besten zu herzhaften Gerichten mit Meeresfrüchten und Fisch passt. Besonders mit Sepia gefärbte Pasta ist sehr beliebt und kann oft bereits fertig im Supermarkt gekauft werden.

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