MenüMenü

HNO: Alles rund um Hals-, Nasen- und Ohren-Medizin

Inhalt

Fast jeder Mensch muss mindestens einmal in seinem Leben zum HNO-Arzt. Diese Abkürzung bedeutet, dass der Mediziner für Hals, Nasen und Ohren zuständig ist. International wird auch das Kürzel ENT für „Ears, Nose and Throat“ verwendet. Alle drei Organe sind nämlich durch ein komplexes System miteinander verbunden. Wenn Sie also Halsschmerzen haben, ist es häufig sinnvoll, zu prüfen, ob auch in der Nase oder in den Ohren Beschwerden vorliegen. Hier erfahren Sie, warum die HNO-Kunde so wichtig ist und welche möglichen Krankheiten im System auftreten können. Dadurch können Sie diese besser erkennen und einschätzen, ab wann der Gang zum Arzt sinnvoll ist.

HNO Arzt. Hals-Nasen-Ohren-Arzt
© Image Point Fr – shutterstock

So sind Hals, Nasen und Ohren miteinander verbunden

Diese drei wichtigen Organe sind für das Schmecken, das Riechen und das Hören verantwortlich. Sie haben aber auch noch viele andere Aufgaben und unterstützen sich dabei gegenseitig. Die Ohren beispielsweise können nicht nur hören, sondern sind auch für den menschlichen Gleichgewichtssinn verantwortlich. Dabei ist das Mittelohr über die sogenannte Eustachische Röhre mit der Nasenhöhle verbunden. So lässt sich erklären, warum Sie bei Druck in den Ohren über Kieferbewegungen oder Gähnen einen Ausgleich erzielen können. Gerade beim Fliegen oder beim Durchfahren eines Tunnels ist das eine wichtige Technik, mit der Sie Ihren Gleichgewichts- und Hörsinn schnell wiederherstellen.

Die Nase kann nicht nur riechen, sondern sie ist auch zum Atmen unverzichtbar. Die feinen Nasenhärchen filtern die eingesogene Luft und feuchten sie ein wenig an. So fällt es der Lunge leichter, die bearbeitete Atemluft zu nutzen. Außerdem ist die Nase eng mit dem Geschmackssinn verbunden. Obwohl Sie es wahrscheinlich nicht merken, riechen wir unser Essen, während wir es kauen. Das zeigt sich beispielsweise dann, wenn Sie einen Schnupfen haben und sich darüber wundern, warum Sie Ihr Essen kaum schmecken können.

Ebenfalls anfällig für Erkrankungen ist der Mund- und Rachenbereich, der ebenfalls zum Kompetenzgebiet der HNO-Heilkunde gehört. Hier beginnt die Verdauung, hier schmecken Sie und hier strömt die Atemluft vorbei. Die Verbindung zwischen Mund und Nase lässt sich unter anderem dann erkennen, wenn Sie ein kohlensäurehaltiges Getränk konsumieren und sich dabei verschlucken. Die Flüssigkeit steigt in der Nase auf, da sie den falschen Weg gegangen ist. Der Halsbereich ist zudem eng mit der Verdauung verknüpft und hat zudem eine Direktleitung zur Lunge. Daher kann es sein, dass der HNO-Arzt Sie an entsprechende Experten weiterverweist.

Die Aufgabenbereiche des HNO-Arztes

Für Beschwerden im Bereich von Hals, Nase, Ohren, Mund und Rachen ist es immer sinnvoll, einen HNO-Experten aufzusuchen. Es kann sein, dass eine systemische Erkrankung wie beispielsweise Diabetes Mellitus vorliegt, aber in den meisten Fällen kann der Arzt mit den Beschwerden weiterhelfen. Gehen Sie regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung. Insbesondere ab einem gewissen Alter und bei bekannten Vorerkrankungen in der Familie ist dies sehr wichtig. Der Arzt kann alle Krankheiten dieser Organe behandeln, hilft Ihnen aber auch bei kleineren Beschwerden.

Zum Beispiel kommt es recht häufig vor, dass die Ohren jucken oder schmerzen. Das kann daran liegen, dass Sie Wattestäbchen falsch benutzen. Zudem haben viele Patienten das Problem, das sich im Laufe der Zeit viel Ohrenwachs im Innenohr ansammelt und dieses irgendwann wie ein Pfropfen verschließt. Das hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern basiert auf genetischer Veranlagung und Anatomie. Der HNO-Arzt berät Sie dabei, wie Sie Ihre Ohren am besten reinigen, und kann eine professionelle Reinigung vornehmen. Ebenso hilft der Arzt bei Schnarchen, Schlafproblemen, Schwindel oder Mundgeruch. Daher sollten Sie sich nicht scheuen, auch bei Alltagsbeschwerden einen Termin auszumachen.

Darüber hinaus sind natürlich alle Erkrankungen, die mit den genannten Organen zu tun haben, Aufgabe des HNO-Arztes. Auch Atemprobleme und Allergien gehören zu seinem Kompetenzbereich. Manchmal ist es sogar der Zahnarzt, der ein entsprechendes Problem entdeckt und Sie zum Spezialisten überweist. Schmerzen im Bereich von Hals, Ohren und Nase sollten Sie so schnell wie möglich untersuchen lassen. Diese Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Untersuchungsmethoden des Hals-, Nasen- und Ohrenarztes

Der HNO-Spezialist wird Sie zunächst zu Ihren Beschwerden befragen. Das gezielte Fragen kann zum Beispiel aufzeigen, dass auch andere Probleme bestehen, die Sie nicht unbedingt mit dem HNO-Bereich in Verbindung gebracht hätten. Zudem wird der Experte so eingrenzen, wo Ihre Beschwerden liegen und welche möglichen Krankheiten der Grund dafür sein können.

Besonders wichtig ist in der Hals-, Nasen- und Ohrenkunde die Inspektion. Die optische Untersuchung der drei Organe lässt sich mit einem entsprechenden Gerät recht gut vornehmen. Dazu gehören Otoskop, Rhinoskop und Laryngoskop, die in dieser Reihenfolge für Ohren, Nase und Rachen eingesetzt werden. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft, kann sich aber etwas unangenehm anfühlen oder drücken.

Eine spezielle Untersuchungsmethode des HNO-Arztes besteht zudem in der Perkussion, dem Abklopfen von Stirn, Wangenknochen und gegebenenfalls auch der Brust. Denn auch Stirn- und Kieferhöhlen gehören zum System der Organe und sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Wenn Sie eine Sinusitis haben, entsteht dort eine Entzündung, da die Höhlen zuschwellen und die Verbindungen verstopft werden. Sollte es beim Klopfen schmerzen, weiß der Arzt, dass eine Entzündung vorliegt. Bei Klopfen auf die Brust oder den Rücken kann er ebenfalls feststellen, wo es Ihnen wehtut.

Darüber hinaus ist es möglich, dass Sie zum Röntgen geschickt werden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der HNO-Arzt das Innenohr oder den Rachenbereich noch genauer untersuchen möchte. Auch ein Ultraschall kann dabei helfen, zu sehen, wo Probleme oder Anomalitäten vorliegen. Funktionstests der Sinne wie Hörtests, elektrophysiologische Untersuchungen mit Elektroden, Computertomographien, Magnetresonanztomographien sowie Abstriche der Schleimhäute gehören zu den weiteren Untersuchungsmethoden, die Sie in der HNO-Praxis erwarten.

Häufige Erkrankungen im HNO-Bereich

Neben Halsschmerzen treten im Bereich von Hals und Rachen eher wenige spezifische Krankheiten auf. Bekannt ist allerdings die Mandelentzündung. Auch der Kehlkopf ist anfällig für Entzündungen oder sogar Krebs. Die meisten Patienten lassen sich allerdings wegen Mundgeruch behandeln. Sogar Stottern oder andere Probleme beim Sprechen kann der HNO-Arzt untersuchen und diagnostizieren. Eventuell verweist er Sie an einen Logopäden oder Sprachheilkundler weiter. Da der Halsbereich sozusagen eine Verkehrskreuzung zwischen verschiedenen Körperfunktionen wie Kauen, Verdauen und Atmen darstellt, erkrankt er recht häufig.

Die Nase ist vor allem von Schnupfen betroffen. Diese übermäßige Schleimproduktion ist unangenehm und geht häufig mit einer Grippe einher, stellt aber meistens keine große Gefahr für die Gesundheit dar. Wenn Sie eine chronische Erkältung haben oder unter Schmerzen leiden, kann es sein, dass eine Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt. Viele HNO-Patienten lassen sich behandeln, weil sie schnarchen. Dabei liegt eine Störung im Nasenbereich vor, die nicht nur akustisch sehr störend ist, sondern auch gesundheitsgefährdend sein kann. Denn im schlimmsten Fall tritt ein Atemstillstand auf. Daher sollte der HNO-Arzt genau untersuchen, warum Sie schnarchen.

Die Ohren erkranken zum Glück nicht so häufig. Wenn allerdings eine Entzündung vorliegt, ist das oft sehr schmerzhaft. Bei Musikern sowie gestressten Patienten ist ein Hörsturz recht häufig. Auch ein Tinnitus, ein hoher, störender Ton, kann gefährlich sein und sollte schnellstmöglich behandelt werden. Schwindelgefühle oder Gleichgewichtsstörungen werden meistens ebenfalls in den Ohren verursacht und verlangen eine professionelle Behandlung.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über die häufigsten Erkrankungen an Hals, Nasen und Ohren in dieser Reihenfolge. Da diese Organe und die mit ihnen verbundenen Sinne besonders wichtig sind, sollten Sie bei Beschwerden unbedingt einen Experten aufsuchen.

Erkrankungen im Halsbereich

Zum Bereich des Halses gehören in der HNO-Heilkunde die Mundhöhle, der Rachen, der Kehlkopf, die Speiseröhre sowie die unteren Atemwege. Kleine Kinder müssen oft zum HNO-Arzt, weil sie Kleinteile verschluckt oder eingeatmet haben. Das kann auch Erwachsenen passieren und es ist sehr wichtig, die Funktionsweise der Atemwege stets zu garantieren. Daher sollten Sie, auch, wenn es Ihnen peinlich ist, dem Arzt erklären, welche Fremdkörper sich eventuell im Körper befinden.

Der Rachenbereich kann sich entzünden. Er ist als Pharynx bekannt und anfällig für die sogenannte Pharyngitis, eine Entzündungskrankheit, die vor allem Kinder betrifft. Sie zeichnet sich durch starke Halsschmerzen aus, lässt sich allerdings schnell heilen. Bei Infektion während des Geschlechtsverkehrs kann der Rachenbereich zudem von Gonorrhö betroffen sein.

Der Larynx, das heißt der Kehlkopf, ist bei Kindern ebenfalls ein wenig anfälliger als bei Erwachsenen. Krankheiten wie Laryngozelen, Papillome oder Stimmbandknötchen treten bei ihnen häufiger auf. Jungs, die sich in der Pubertät befinden und Probleme mit dem Stimmbruch oder ihrem Adamsapfel haben, können ebenfalls den HNO-Arzt konsultieren. Auch die Stimmbandlähmung sowie mögliche Geschwüre im Bereich von Rachen, Mund und Kehlkopf sind Aufgabe des Experten.

Mandelentzündung: Sollte man die Mandeln entfernen?

Sowohl Kinder als auch Erwachsene können sich durch Viren und Bakterien oder durch eine andere Erkrankung wie das Pfeiffersche Drüsenfieber eine Mandelentzündungeinfangen. Diese ist auch als Angina Tonsularis bekannt und kann sehr schmerzhaft sein. Die Mandeln befinden sich im hinteren Gaumen und sind zu sehen, wenn Sie gähnen oder den Mund aufreißen. Die durch einen Erreger entzündeten Mandeln schmerzen beim Schlucken und sorgen für starke Halsschmerzen, die teils auch in den Ohren und im ganzen Kiefer zu spüren sind. Zudem haben manche Patienten Fieber, vermehrten Speichelfluss, Mundgeruch und Kopfschmerzen. Die Lymphknoten am Hals schwellen an und ein allgemeines Krankheitsgefühl stellt sich ein.

Häufig kann eine Mandelentzündung mit Antibiotika effektiv und schnell behandelt werden. Sie ist vor allem in den ersten Tagen sehr ansteckend. Wenn allerdings Viren der Auslöser für die Entzündung sind, können Antibiotika nicht wirken. In diesem Fall wird der HNO-Arzt andere Medikamente verschreiben. Patienten empfinden es oft als angenehm, kalte Getränke oder Eiscreme zu sich zu nehmen. Es ist empfehlenswert, viel zu trinken und entzündungslindernde Bonbons aus der Apotheke zu lutschen.

Erst, wenn eine Mandelentzündung häufiger auftritt oder gar droht, chronisch zu werden, ist eine Mandelentfernung ratsam. Diese wurde früher bereits beim ersten Ausbruch einer Mandelentzündung verschrieben, was aber aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist. Wichtig ist, dass Ihr Arzt Sie gründlich über die Vor- und Nachteile sowie die bestehenden Risiken bei einer Operation aufklärt.

Epiglottitis (Kehldeckelentzündung): Darauf sollten Sie achten

Bakterielle Erreger können Epiglottitis verursachen, eine gefährliche Krankheit, für die Kinder deutlich anfälliger sind als Erwachsene. Die Epiglottis ist der Kehldeckel, der sich bei dieser Erkrankung entzündet. Normalerweise dient er dazu, beim Schlucken die Luftröhre kurzzeitig abzudecken, um zu verhindern, dass dort Flüssigkeiten oder Speisebreit eintreten. Wenn sich der Kehldeckel entzündet, schwillt er an und engt den Rachenraum ein.

Patienten haben Schmerzen beim Schlucken, das sich teils als schwierig gestaltet, und hohes Fieber. Zudem können Atemprobleme bei einer Epiglottitis auftreten. Manchmal schwillt der Kehldeckel so schnell und so stark an, dass der Erstickungstod droht. Bei Verdacht auf eine Epiglottitis sollten Sie daher so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Falls bereits Atemnot vorliegt, ist es besser, direkt den Notarzt anzurufen.

Achten Sie darauf, dass der betroffene Patient sich nicht hinlegt, da dann der Kehldeckel ein wenig zurückfällt und die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass er den Kehlkopfeingang verschließt. Im Krankenhaus ist es gut möglich, die Epiglottitis zu behandeln. In akuten Fällen muss der Patient künstlich beatmet werden, bis die Schwellung wieder abnimmt.

Antibiotika helfen in den meisten Fällen, den Kehlkopfdeckel wieder auf seine normale Größe zu bringen und die Entzündung zu beenden. Auch Cortison kann zur Abschwellung beitragen. Da Epiglottitis ansteckend ist, sollten vorbeugend auch andere Mitglieder des Haushaltes mit Antibiotika versorgt werden. Zudem ist es möglich, gegen die Bakterien, die außerdem eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen können, zu impfen. Gerade bei Säuglingen ist das sehr empfehlenswert. Sowohl Meningitis als auch Epiglottitis sind seit der Erfindung des Impfstoffs in den 1990er Jahren zurückgegangen.

Weitere Krankheiten des Kehlkopfes

Der Kehlkopf befindet sich direkt über der Luftröhre und ist wichtig für die Lautbildung, das heißt, für das Sprechen. Nicht nur der oberste Teil des Kehlkopfes, die Epiglottis, sondern auch der ganze Kehlkopf inklusive der Stimmlippen kann sich entzünden. Patienten sind heiser und haben Husten, da sich die Kehlkopfschleimhaut durch Viren entzündet. Bei leichten Fällen ist es oft ausreichend, diese Laryngitis durch schleimlösende Medikamente, Dampfinhalationen und die Schonung der Stimme zu kurieren. Wenn zusätzlich noch eine Infektion mit Bakterien vorliegt, wird der HNO-Arzt ein Antibiotikum verschreiben. In drastischen Fällen können sich Komplikationen aus der Laryngitis ergeben, die manchmal sogar zu Atemnot führen.

Wichtig: Bei Atemproblemen müssen Sie direkt den Notarzt anrufen, da diese lebensgefährlich sind.

Darüber hinaus kann der Kehlkopf an Krebs erkranken. Dies ist der häufigste Krebs im Bereich von Kopf und Hals. Rauchen und Alkohol sind die Hauptursachen für Kehlkopfkrebs, obwohl die Wissenschaft nach wie vor an den Ursachen forscht. Bei Männern und bei älteren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit für Kehlkopfkrebs deutlich höher. Der Krebs äußert sich vorerst durch andauernde Heiserkeit und Probleme beim Schlucken. Es kann auch sein, dass der Patient dauerhaft einen Kloß im Hals spürt. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte der HNO-Arzt aufgesucht werden.

Im frühen Stadium kann Kehlkopfkrebs recht gut behandelt und operativ über den Mund entfernt werden. Das hat den großen Vorteil, dass dem Patienten seine Stimme erhalten bleibt. Ist die Krankheit allerdings schon fortgeschritten, muss manchmal der ganze Kehlkopf entfernt werden. Dann kann der Erkrankte nicht mehr ohne Geräte atmen und verliert seine natürliche Stimme. Vor allem Raucher sollten sich daher regelmäßig auf Kehlkopfkrebs testen lassen.

Nasenpolypen: So können sie entstehen

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen in der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen. Sie sind an sich nicht gefährlich, können aber je nach ihrer Größe und ihrer Position die Atmung beeinträchtigen. Wer schnarcht, nicht gut riecht oder häufig an Sinusitis und anderen Infektionen der oberen Atemwege leidet, weist alle Symptome eines Polypen auf. Die kleineren Wucherungen lassen sich meist mithilfe von cortisonhaltigem Nasenspray oder anderen Medikamenten zum Schrumpfen und Verschwinden bringen. Wenn allerdings größere Wucherungen vorliegen, kann es nötig sein, diese operativ zu entfernen.

Polypen können durch Allergien oder anatomische Abweichungen entstehen. Manche von ihnen werden mehrere Zentimeter groß. Wenn Sie Veränderungen an Aussprache, Mundgeruch, Riechvermögen oder Schnarchen bemerken, sollten Sie Ihren Verdacht auf Polypen bei einem HNO-Arzt ansprechen. Patienten atmen meistens automatisch hauptsächlich durch den Mund, da die Polypen die Nasenatmung beeinträchtigen. Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung ist es wohltuend, zu inhalieren und Nasenduschen zu verwenden. So halten Sie Ihre Schleimhäute feucht, was die Atmung erleichtert. Zudem ist es sehr wichtig, ausreichend zu trinken. Das trägt zur Gesundheit Ihres ganzen Körpers bei.

Hilfe gegen Schnarchen: So kann Ihnen der HNO helfen

Auch für den erholsamen Schlaf sind Hals, Nase und Ohren als System sehr wichtig. Sie regulieren Ihre Atmung und sorgen dafür, dass Sie ungestört schlafen können. Allerdings gibt es viele Menschen, die schnarchen. Das stört meistens vor allem den Partner oder die Mitbewohner, die aufgrund der akustischen Belastung nicht schlafen können. Es ist daher sehr wichtig, Schnarcher auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen.

Darüber hinaus kann das Schnarchen auf eine gesundheitliche Einschränkung hinweisen. Je nach Patient gibt es sehr unterschiedliche Auslöser und Ursachen für das Schnarchen. Es kann sein, dass die Nase verstopft ist, weshalb die laute Atmung durch den Mund erfolgt. Auch Polypen können die Atmung so stören, dass es zum Schnarchen kommt. Übergewicht und Alkoholkonsum befördern das Schnarchen ebenfalls.

Zudem ist in vielen Fällen eine Schlafapnoe für das Geschnarche verantwortlich. Diese Krankheit kann lebensgefährlich werden, wenn es zum Atemstillstand kommt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Patient beim Schlafen lange Atempausen macht und dann schnappartig Luft holt. Das kann in vielen Fällen auch mit Schnarchen verbunden sein. Häufig ist es der Bettpartner, der die Schlafapnoe bemerkt.

Betroffene sollten sich bei einem HNO-Experten in Behandlung begeben, um die Ursachen für die Atemprobleme zu klären. Es gibt spezielle Schlafmasken, die bei der Atmung helfen und im Falle eines sehr langen Aussetzers Sauerstoff zuführen. Zudem bedroht Schlafapnoe die Lebensqualität, da Patienten nicht erholsam schlafen und daher tagsüber oft müde werden.

Weidenkätzchen verstreuen Pollen
© kimsonal – Fotolia

Heuschnupfen und Allergien: Mit dem Prick-Test Klarheit schaffen

Eine weitere typische Erkrankung im Nasenbereich ist Heuschnupfen. Millionen Deutsche sind von dieser Allergie betroffen, die vor allem im Frühling und Sommer ausbricht. Die sogenannte Pollensaison, die Hauptblütezeit von Bäumen und Blumen, setzt sehr viele Pollen frei, auf die Patienten allergisch reagieren. Sie niesen häufig, haben eine laufende Nase und juckende Augen. Kurz vor Ausbruch des Heuschnupfens haben Allergiker häufig einen Juckreiz oder ein unangenehmes Brennen im Hals.

Zu den Symptomen gesellen sich häufig auch weitere Erkrankungen wie eine Grippe oder eine Sinusitis. Menschen mit Heuschnupfen sind besonders empfindlich für Entzündungen im HNO-Bereich und haben sehr sensible Schleimhäute. Wenn Husten oder Atemnot zum Heuschnupfen hinzukommen, ist besonders viel Vorsicht geboten.

Heuschnupfen ist die häufigste Allergie in Industrieländern und dauert meistens von April bis August. Ob Sie davon betroffen sind, kann ihr HNO-Arzt diagnostizieren. Auch der Hautarzt ist in der Lage, durch einen Prick-Test zu prüfen, ob Sie auf Pollen allergisch reagieren. Wenn Ihre Nase permanent verstopft ist, kann es sein, dass stattdessen eine Hausstaubmilbenallergie vorliegt. Dabei reagieren Patienten auf Staub und andere winzige Partikel wie etwa tote Hautzellen, die sich in Innenbereichen unweigerlich befinden. Durch spezielle Matratzenbezüge und eine verbesserte Hygiene ist es möglich, die Hausstauballergie einzudämmen.

Auch andere Allergien wie etwa eine Tierhaarallergie kann beim HNO-Experten diagnostiziert werden. Da das HNO-System häufig von den Symptomen betroffen ist und zudem durch die Atmung den Erreger aufnimmt, kann beim HNO-Arzt für Linderung der Beschwerden gesorgt werden. Tropfen, Nasensprays und andere Mittel spezielle für Allergiker werden in der Apotheke oder vom HNO-Arzt verschrieben.

Ohrendruck: Was tun, wenn es drückt?

Die Ohren erkranken zum Glück nicht so häufig. Allerdings passiert es fast jedem, dass beim Fliegen oder beim Durchfahren von Tunneln ein unangenehmer Druck in den Ohren entsteht. Auch Taucher kennen das Gefühl gut. In Kombination mit einer Erkältung oder einer Entzündung der Ohren kann der Druck allerdings gefährlich werden. Denn das Trommelfell und weitere kleine Teile im Ohr wie etwa Steigbügel- und Hammerknochen können brechen und reißen. Wenn zusätzlich zum Druck Ohrenschmerzen, Schwindelgefühle, Hörverlust oder ungewohnte Geräusche auftreten, sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Die folgenden Strategien helfen dabei, den Ohrendruck zu lindern:

– Kauen

– Gähnen

– Schlucken

– Nasenspray

– Spezial-Stöpsel für das Fliegen

– breites künstliches Grinsen in Kombination mit Gähnen

– Nase zuhalten und Überdruck im Mund erzeugen (Niesen imitieren)

Übrigens spüren kleine Kinder diesen Ohrendruck besonders stark. Solange keine zusätzliche Erkältung oder gar eine Nebenhöhlenentzündung vorliegt, ist der Druck nicht gefährlich. Geben Sie Ihrem Kind nach Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken oder machen Sie gemeinsame Gähn-Übungen, um das unangenehme Gefühl zu lindern.

Sollte der Ohrendruck oder das Gefühl, nicht mehr richtig hören zu können, auch nach dem Flug oder dem Tauchen vorhanden sein, sollten Sie spätestens nach einem Tag einen Ohrenarzt aufsuchen. Es kann sein, dass sich Ohrenschmalz gesammelt hat oder ein wenig Wasser im Ohr vorhanden ist. Der Arzt hilft mit speziellen Instrumenten dabei, den Druck zu minimieren und eventuelle Verschmutzungen aus dem Ohr zu entfernen.

Pfeiffersches Drüsenfieber – Ein Leben lang im Körper

Ein weiteres Beispiel für eine Krankheit, die das gesamte HNO-System betrifft, ist das Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst und fast ausschließlich per Speichel übertragen. Daher heißt diese Krankheit auch „Kusskrankheit“. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind vom Pfeifferschen Drüsenfieber betroffen.

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, da die Symptome denen einer normalen Erkältung ähneln. Fieber und angeschwollene Lymphknoten deuten auf eine Infektion hin. Hinzu kommen ständige Müdigkeit sowie eine Entzündung der Mandeln. Ärzte können das Pfeiffersche Drüsenfieber im Blutbild erkennen.

Frau tastet an ihren Lymphknoten, Konzept Pfeiffersches Drüsenfieber
© Adobe Stock – M.Dörr & M.Frommherz

Die Krankheit lässt sich recht gut therapieren, obwohl die Erreger meist lebenslang im Körper bleiben. Daher ist es möglich, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber zu einem späteren Zeitpunkt erneut wieder ausbricht. Der HNO-Arzt wird zunächst Ruhe, viel Schlaf und einen Verzicht auf körperliche Anstrengungen verschreiben. Mit klassischen Medikamenten wie Ibuprofen und Paracetamol können Fieber und Schmerzen bekämpft werden.

Nur in schweren Fällen des Pfeifferschen Drüsenfiebers sind weitere Medikamente oder gar eine Operation möglich. Die meisten Patienten erholen sich von allein wieder, vorausgesetzt, sie halten sich an die Vorgaben des HNO-Arztes. Für etwa vier bis sechs Wochen sollte auf alle Anstrengungen verzichtet werden. Nach etwa zwei Monaten ist das Drüsenfieber bei den meisten Betroffenen wieder abgeklungen.

Fazit: Hals, Nasen und Ohren als eines unserer wichtigsten Systeme

Wie Sie sehen, sind Hals, Nasen und Ohren untrennbar miteinander verbunden. Zugleich sind sie essenziell für Sinne wie Schmecken, Riechen und Hören. Daher ist es empfehlenswert, sehr gut auf die entsprechenden Organe zu achten. Insbesondere für Patienten einer anderen Krankheit wie etwa Diabetiker gilt, dass eine Erkrankung des HNO-Systems ernste Folgen haben kann. Wichtig ist, dass Sie auf eine gesunde Ernährung achten, viel trinken und nach Möglichkeit auf Alkohol und Nikotin verzichten, denn diese Stoffe lösen viele Erkrankungen im Bereich Hals, Nase und Ohren aus.

Wenn starke Schmerzen auftreten oder Sie plötzlich nicht mehr hören, schmecken oder riechen, sollten direkt den HNO-Arzt aufsuchen. Bei Atemnot ist es sogar angebracht, einen Notarzt anzurufen. Die häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich sind allerdings Grippe, die Mandelentzündung und Heuschnupfen. Sie alle verlaufen normalerweise ohne Komplikationen und lassen sich schnell heilen. Für Krebserkrankungen sind Nase, Ohren und Hals nicht sehr anfällig. Dennoch sollten Sie auf Anzeichen für Rachenkrebs oder Kehlkopfkrebs achten.

Lassen Sie insbesondere im Alter oder als Risikopatient regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim HNO-Arzt vornehmen. Das vernetzte System ist zentral für den Körper, da auch die Atmung wesentlich von Mund, Rachen und Nase abhängt. Wenn Sie eine Grippe oder eine ähnliche Erkrankung nicht mithilfe von Hausmitteln bezwingen können, ist es ebenfalls wichtig, den Arzt aufzusuchen. Alle plötzlichen und alle schmerzhaften Änderungen im System können gefährlich sein. Daher ist es sinnvoll, im Zweifelsfall lieber einmal zu oft zum HNO-Arzt zu gehen als einmal zu wenig. Bleiben Sie gesund!

 

Nach oben
Über den Autor
Redaktionsteam FID Gesundheitswissen

Profitieren Sie von der Expertise unserer jeweiligen Experten und erhalten Sie detaillierte Informationen zu Ihrem Lieblingsthema.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter vom Redaktionsteam FID Gesundheitswissen. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz
Alle Themen aus dem Bereich HNO
HNO Teresa-Sophie Wienecke Heiserkeit: Wann Stimm-Probleme auch ernst sein können

Heiserkeit ist nicht nur für Menschen lästig, die gerne und viel reden. Lesen Sie hier welche schweren Erkankungen hinter Stimmproblemen stecken können.

Asthma bronchiale Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Richtige Atmung: Müdigkeit und Verspannungen reduzieren

Durch die richtige Atmung bekommen Sie Müdigkeit und Verspannungen in den Griff. Was: Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie einfach weiter!

HNO Helmut Erb Nasenspülung: Die schonende Alternative bei Erkältung & Co.

Spülungen mit Salzwasser tun Ihrer Nasenschleimhaut gut. Lesen Sie, wie bei Schnupfen, Heuschnupfen und Nebenhöhlenentzündungen die Nasendusche hilft.

Erkältung Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Grippale Infekte: Im Dschungel der frei verkäuflichen Erkältungsmittel

In Apotheken und Drogerien stapeln sich die frei verkäuflichen Erkältungsmittel in den Regalen. Aber worauf sollten Sie dabei achten?

Grippe Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Grippe während der Schwangerschaft – Risiken, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung

Wenn Frauen ein Baby erwarten und an einer echten Grippe erkranken, ist der Verlauf oft schwerer als bei Nicht-Schwangeren.

Gesundheit Themenübersicht

Sie gelangen mit Hilfe der unteren Buchstabenleiste schnell und direkt zu allen Themen auf fid-gesundheitswissen.de. Über das jeweilige Thema gelangen Sie zum passenden Artikel.