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Wechseljahre: Alle Infos rund um Menopause und Klimakterium

Ab Mitte 40 beginnt bei den meisten Frauen eine neue Lebensphase, die durch die Wechseljahre eingeleitet wird. Das auch Klimakterium genannte Phänomen bezeichnet die Lebensphase vor und nach der Menopause. Die Wechseljahre sind ein normaler physiologischer Prozess im Leben einer Frau. Wie bei der Pubertät, so handelt es sich also auch hier nicht um eine Krankheit, sondern einen natürlichen Lebensabschnitt. Starke Beschwerden bedürfen unter Umständen jedoch nichtsdestotrotz einer (ärztlichen) Behandlung.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Wechseljahre: Eine Zeit der Veränderungen
  2. Das klimakterische Symptom
  3. Die Hormonersatztherapie der Zukunft
  4. SERM: Neuartige Medikamente
  5. Managen Sie Ihre Wechseljahre auf natürliche Weise
  6. Diese Hausmittel helfen bei Hitzewallungen
  7. Ernährung: Trotz Wechseljahren schlank und fit bleiben
  8. Osteoporose: So schützen Sie Ihre Knochen

Frau in den Wechseljahren© Adobe Stock – Darren Baker

Die Wechseljahre: Eine Zeit der Veränderungen

Im Klimakterium findet eine Umstellung des Hormonhaushalts auf die neue Phase im Körper statt: Bei Einsetzen der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel drastisch, was zum Versiegen der Menstruation (Menopause) führt.

Viele Frauen beobachten, dass sich auch ihre Figur verändert: Fettpolster verlagern sich von den Hüften zum Bauch und der Taillenumfang nimmt zu. Dies bringt gleichzeitig gesundheitliche Nachteile mit sich, denn Fettgewebe am Bauch begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ II. Die gute Nachricht: Ein leichtes Plus auf der Waage im höheren Alter ist aus gesundheitlicher Sicht durchaus vorteilhaft, da es Sie beispielsweise vor Osteoporose im hohen Alter schützt. Durch die richtige Lebensmittelauswahl und mehr Bewegung können Sie sich aber vor einer zu starken Gewichtszunahme schützen.

Um die Lebensmitte eine Reifungskrise

Die Phase der hormonellen Umstellung trifft typischerweise mit einer Zeit zusammen, in der sich die äußeren Umstände einer Frau einschneidend ändern. Es sind ja nicht nur die biologischen Veränderungen, mit welchen die Frauen im Zuge der Wechseljahre umzugehen lernen: Mit rund 50 Jahren kommen oft weitere Gegebenheiten hinzu, die ihr Leben verändern. In vielen Fällen sind dies schmerzliche Verlusterlebnisse. Neben dem Ende der Fortpflanzungsfähigkeit, die manche Frauen als Verlust empfinden (aber bei Weitem nicht alle Frauen), treten auch diese einschneidenden Ereignisse ein:

  • Kinder gehen aus dem Haus (das „Leere-Nest-Syndrom“)
  • die Eltern altern
  • Partnerbeziehungen stehen nach dem Weggang der Kinder auf der Probe (wie die Ehestatistiken zeigen, steigen in dieser Zeit die Trennungsquoten an)
  • Familienfrauen bekommen mit der beruflichen Wiedereingliederung mehr Probleme als früher, da sich während ihrer Familienpause in ihrem erlernten Beruf viel gewandelt hat und ihre lange Arbeitspause sich auf dem heutigen Arbeitsmarkt als hinderlich erweist; in dieser Hinsicht haben es die Frauen leichter, die in ihrem Beruf blieben

Kommen auch Männer in die Wechseljahre?

Frauen kommen in die Wechseljahre, aber Männer auch. Doch während das Aufhören der Menstruationen die Frauen eindeutig mit dem Wechsel in eine andere Phase konfrontiert, machen sich die meisten Männer ihr „Climacterium virile“ nicht bewusst. Heutzutage spricht man dementsprechend auch viel von den Wechseljahren der Frau und zunehmend des Mannes. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass so viele Frauen um die 50 im Blickwinkel der Öffentlichkeit stehen und uns zeigen, was eine Frau in dieser für viele kritischen Zeit alles zu leisten vermag.

Eine große Rolle spielt darüber hinaus die gestiegene Lebenserwartung beider Geschlechter: Heute sind Frauen nach der Kindererziehung nicht am Ende ihres tätigen Lebens, sondern haben noch mehr als die Hälfte ihres bisherigen Lebens vor sich. Und sie können im Gegensatz zu früher noch eine lange Gemeinsamkeit mit dem Partner erwarten, die es zu gestalten gilt. Beide Geschlechter stellen sich folglich zunehmend den veränderten Bedingungen und definieren für sich neue Positionen. Dabei erhalten die Frauen die Chance, die biologische Markierung der Menopause als körperliches Signal für eine notwendige Auseinandersetzung mit den Veränderungen bewusst wahrzunehmen.

Die natürliche Stärke der Frauen

In den westlichen Industrieländern trifft der Prestigeverlust der älteren Menschen (nicht nur auf dem Arbeitsmarkt) die Frauen doppelt stark, da bei uns die ältere Frau immer noch einen geringeren gesellschaftlichen Stellenwert als die junge Frau hat. Doch zeigt sich gerade hier eine natürliche Stärke: In der Mehrzahl verkraften sie nach einer schmerzhaften Zeit der Anpassung diese Umstellungen besser als die Männer, die sich stärker über die Arbeit definieren.

Aber für manche Frauen kommt in dieser Zeit so viel auf einmal zusammen, dass sie allein damit nicht fertig werden. Andere nehmen sich gar keine Zeit, sich mit ihren Wechseljahren auseinanderzusetzen. Sie sollten sich nicht scheuen, (psycho)therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Dort finden sich Frauen mit ähnlichen Schicksalen zusammen und bauen sich gegenseitig auf.

Starke Frau nach der Menopause© Adobe Stock – WavebreakMediaMicro

Das klimakterische Symptom

Die körperlichen Veränderungen bedeuten nicht für jede Frau eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens. Sie nehmen aber unter Umständen Formen an, die einen medizinischen Eingriff erfordern. Diese für die Veränderungen typischen körperlichen und psychischen Beschwerden fasst man unter dem Sammelbegriff klimakterisches Symptom zusammen. Dazu zählen:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Rückgang der Libido
  • Atrophie der Scheidenhaut
  • allgemeine Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Antriebslosigkeit
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Verdauungsbeschwerden
  • Harnwegsinfektionen
  • Stimmungsschwankungen
  • trockene Haut und Schleimhäute
  • Herzbeschwerden
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Muskelschmerzen

Die meisten dieser Beschwerden verschwinden, sobald die Phase der Wechseljahre abgeschlossen ist.

Wenn die Gelenke schmerzen

Auch Schmerzen in den Gelenken können durch den Abfall an Östrogenen bedingt sein. Die Beschwerden treten vor allem morgens auf und machen sich oft an den Fingergelenken bemerkbar: Die Finger sind steif und es dauert nach dem Aufstehen einige Zeit, bis sie wieder voll beweglich werden. Jede Bewegung verursacht Beschwerden – kein Wunder, dass die Betroffene als erstes ihre sportlichen Aktivitäten reduziert. Aber es sind nicht nur die Gelenke, die wehtun. Bisweilen schmerzen ganze Muskelpartien; vor allem im Rücken oder in den Armen.

Natürlich muss bei allen Weichteil- und Gelenkerkrankungen eine internistische Abklärung erfolgen. Treten die Beschwerden allerdings erstmals im Klimakterium auf, sollten Sie auch an ein Östrogendefizit denken. Östrogene fördern die Durchblutung und steigern die Synthese von Gelenkschmiere und Kollagenen (wichtige Bestandteile von Bindegewebe, Knorpel und Knochen). Fallen sie aus, vertrocknen die Gelenke. Oft vergehen diese Beschwerden, sobald sich ein neues hormonelles Gleichgewicht eingestellt hat. Aber es ist sinnvoll für Sie, sich in der gynäkologischen Praxis beraten zu lassen.

Die verschiedenen Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre umfassen einen Zeitraum durchschnittlich vom 45. bis zum 55. Lebensjahr und lassen sich in folgende vier Phasen einteilen:

  1. Prämenopause
  2. Menopause
  3. Perimenopause
  4. Postmenopause

Die erste Phase vor dem Aufhören der Menstruation nennt sich Prämenopause: Die Eierstöcke bilden zunächst viel Östrogen. Das Progesteron der zweiten Zyklushälfte fehlt in vielen Fällen, da es seltener zum Eisprung kommt. Als Folge lässt die Produktion von Östrogen nach. Diese ganze Zeit ist für rund ein Drittel der Frauen mit heftigen, behandlungsbedürftigen Wechseljahrsbeschwerden verbunden. Ein weiteres Drittel der Frauen erlebt leichte bis mäßige Symptome, die sie selten in die ärztliche oder heilpraktische Praxis führen. Das letzte Drittel merkt nichts davon.

Das Ende der Menstruationen nennt sich Menopause. In der Zeit danach (Postmenopause) stellt sich der Organismus vollends um und erreicht ein neues Gleichgewicht. Das kann sich individuell verschieden in Monaten bis zu einigen Jahren vollziehen.

Rauchen beschleunigt Eintreten der Wechseljahre

Dass Rauchen ungesund ist, ist sicherlich nichts Neues für Sie. Interessant ist nur immer wieder, auf wie viele Bereiche unseres Lebens sich die Zigaretten auswirken. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie als Raucherin rund ein Jahr früher in die Wechseljahre kommen im Vergleich zu Nichtraucherinnen? Ein Jahr klingt nicht nach allzu viel. Dennoch kann es negative Folgen auf Ihre Gesundheit haben. Die Östrogenproduktion sollte schließlich so lange wie möglich aufrecht erhalten werden, die letzte Monatsblutung so spät wie möglich einsetzen. Denn sinkt die Östrogenproduktion, steigen die Risiken für Osteoporose, Herzerkrankungen und andere Krankheiten.

Wissenschaftler hatten elf Studien aus den unterschiedlichsten Ländern mit über 50.000 Teilnehmerinnen ausgewertet und dabei den Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einem verfrühten Eintritt der Wechseljahre aufgedeckt. Dieser war zwar schon länger vermutet worden, konnte aber bis dato nie nachgewiesen werden.

Rauchstopp© Knut Wiarda – Fotolia

Verschiedene Therapieformen

Um Wechseljahrsbeschwerden beizukommen, steht Ihnen in der heutigen Zeit eine ganze Reihe an unterschiedlichen Möglichkeiten zur Verfügung: In der Medizin diskutiert man Nutzen und Schaden einer Hormontherapie. Im Allgemeinen sieht man in einer solchen nämlich keinen Vorteil außer einer kurzfristigen Linderung der Symptome; die Risiken übersteigen nach heutigem Kenntnisstand den Nutzen. Ansonsten funktioniert die Behandlung der klimakterischen Symptome gut mit pflanzlichen Heilmitteln. Darüber hinaus existieren alternative Heilmethoden wie Akupressur oder Bachblütentherapie. Östrogene beeinflussen die Beschwerden zusätzlich.

Eine abwechslungsreiche Mischkost mit wenig Fett, Fleisch und Zucker, dafür reichlich Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Milchprodukten bietet Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für Wohlbefinden und gutes Aussehen. Sie liefert, was Ihr Körper braucht, um gesund, heiter und gelassen durch die Wechseljahre zu kommen und sich eine gute Basis für weitere Gesundheit zu schaffen. Die Homöopathie kann mit der Traubensilberkerze „Cimicifuga racemosa“ gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen. Einen Jungbrunnen wünscht sich wohl so manche Frau. Den kann sie aber nur in sich selbst finden, indem sie sich auf ihre eigene, ihr innewohnende Kraft besinnt und ihre innere Fülle entdeckt. Kreativität hält Leib und Seele elastisch.

Die Hormonersatztherapie der Zukunft

In einer 2008 im „Journal of the American Medical Association“ veröffentlichten Studie fanden Forscher schwerwiegende Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie. Viele Frauen nehmen eine verbreitete Kombination von Östrogenen und Progesteron (Prempro) ein. Laut der Studie ist für sie das Risiko für Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen erhöht gegenüber der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt. Man brach die Studie aus diesem Grund vorzeitig ab. Angesichts dieses Studienergebnisses sind die Experten aufgefordert, den Nutzen der Hormonersatztherapie für die Gesundheit der Frauen neu zu überprüfen. Das Resultat dieser Studie bedeutet jedoch auch nicht das endgültige Aus für die Hormonersatztherapie. Es zeigte sich, dass das genannte Risiko bei Frauen, die Progesteron für weniger als fünf Jahre einnahmen, in geringerem Maß erhöht war. Therapien mit anderen Präparaten (etwa als Pflaster) oder andere Dosierungen von Progesteron testeten die Experten nicht. Es gibt für diese anderen Wirkstoffkombinationen zur Hormonersatztherapie also bisher keine Daten.

Die Hormonersatztherapie (HRT) der Zukunft stimmen die Mediziner aller Vermutung nach spezifischer auf die einzelne Patientin und deren persönliches Risikoprofil ab. Einige neue Techniken tragen voraussichtlich entscheidend dazu bei.

Genetische Tests: Individuell zugeschnitten

Eines Tages wird es unter Umständen möglich sein, mithilfe genetischer Untersuchungen festzustellen, für welche Patientin eine HRT einen hohen Nutzen hat und wer dadurch sein Krankheitsrisiko erhöht.

Schon heute kann man durch genetische Tests einige Patientinnen identifizieren, die anfällig für Komplikationen einer Hormonersatztherapie sind. Dazu zählen zum Beispiel Formen des Brustkrebses. Mit Gentests können die Ärzte eventuell auch Patientinnen identifizieren, die ihr Dickdarmkrebsrisiko mithilfe einer solchen Therapie verringern.

„Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren“ (SERM)

Derartige Medikamente wirken spezifisch auf Östrogenrezeptoren und regen diese an. Die Östrogenrezeptoren üben im menschlichen Körper an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Wirkungen aus. Ziel der Therapie ist, nur diejeinigen Östrogenrezeptoren in Zielgeweben anzuregen, die von der Hormonersatztherapie profitieren. Dazu gehören beispielsweise Knochen oder das Nervensystem. Gewebe, an denen die HRT Komplikationen auslöst (beispielsweise die Brust) soll die Therapie nicht anregen.

Ein solcher selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator (SERM) ist bereits auf dem Markt: die Substanz Raloxifen (Evista®). Eine abschließende Bewertung seines Stellenwertes in der HRT steht aus. Andere Wirkstoffe befinden sich in der Erprobungsphase.

Schutz vor Herzinfarkt durch Hormontabletten?

Von einer Hormonbehandlung nach der Menopause zum Schutz vor Herzinfarkten bei Frauen raten Experten heute ab. In umfangreichen Studien bewirkte die Hormongabe keine Verringerung der Herzinfarktrate. Und nicht nur das: Durch die Hormonbehandlung stieg gleichzeitig das Brustkrebsrisiko. Neben Ihrer genetischen Veranlagung hat Ihr persönlicher Lebensstil einen großen Einfluss auf die Gesundheit Ihres Herzens:

  • Stellen Sie das Rauchen ein.
  • Senken Sie einen eventuell bestehenden Bluthochdruck.
  • Halten Sie Ihre Blutfettwerte (Cholesterin, Neutralfette) unter Kontrolle.
  • Bauen Sie sowohl Übergewicht als auch Stress ab.
  • Bringen Sie viel Bewegung in Ihr Leben.

Bewegung © Adobe Stock – YakobchukOlena

SERM: Neuartige Medikamente

Es bieten sich neue Wirkstoffe an, die Osteoporose vorbeugen und für Frauen geeignet sind, die zusätzliche Östrogene nicht vertragen. Diese bezeichnet man als „Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren“ (SERM). Hinter diesem Namen verbirgt sich eine besondere Eigenschaft der Substanzen: Sie wirken auf spezielle Art lediglich auf bestimmte Östrogenrezeptoren (Empfangsstationen) im Körper und lassen andere unbeeinflusst.

Das erste Mittel dieser Art heißt Raloxifen-Hydrochlorid, das sich seit 1998 auf dem Markt befindet. In Deutschland ließ man es unter dem Namen Evista® zu. Ähnlich wie Östrogen, hemmt es den Knochenabbau und erhält die Knochendichte, die nach den Wechseljahren in vielen Fällen stärker abnimmt. Darüber hinaus verbessert es bei einigen Personen die Cholesterinwerte.

Unterschiede zu Östrogen

Anders als Östrogen, regt Raloxifen nicht das Wachstum der Zellen in der Gebärmutterschleimhaut oder der Brustdrüse an. Es verursacht demnach keine Spannungsgefühle in den Brüsten oder erneute Blutungen, die häufigen Begleiterscheinungen von Östrogen. Als Brustkrebsmedikament entwickelt, gehört Raloxifen zur gleichen Gruppe von Medikamenten wie das bekanntere Krebsmedikament Tamoxifen. Erst während der Tests mit Raloxifen gegen Brustkrebs bemerkten Wissenschaftler, dass das Medikament darüber hinaus zum Schutz gegen Knochenschwund beitrug.

Es bleibt unklar, ob Raloxifen die Knochen so gut schützt wie Östrogen. Dazu sind weitere Studien vonnöten, die beide Medikamente miteinander vergleichen. Raloxifen eignet sich jedoch nicht zum Einsatz gegen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Gelenkschmerzen. Im Gegenteil: Bei manchen Frauen verstärken sich die Wallungen oder Neigungen zur Bildung von Blutgerinnseln. Man setzt es ausschließlich zur Vorbeugung der Osteoporose ein.

Wirkung von Tibolon

Für Frauen, deren Menopause bereits ein Jahr zurückliegt, ist zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden seit einigen Jahren zudem ein Präparat zugelassen. Dieses weist neben östrogenen Eigenschaften auch androgene und leicht gestagene Wirkungen auf: Tibolon. Die neue Wirkstoffkombination zeigt unterschiedliche Effekte auf die verschiedenen Körpergewebe:

  • Muskeln bleiben kräftiger
  • Fettgewebe bleibt fester
  • mehr Knochensubstanz bleibt erhalten
  • Scheidenhaut trocknet weniger aus
  • stimuliert weder Gebärmutterschleimhaut noch Brustgewebe

Aus der Zusammensetzung ergibt sich, dass zur Begegnung einer eventuell erhöhten Krebsgefahr durch Östrogene keine zusätzlichen Gaben von Gestagenen nötig sind. Allerdings können die enthaltenen Androgene ein männliches Behaarungsmuster mit vermehrter Körper- und Gesichtsbehaarung und Ausfall des Haupthaares begünstigen. Für Frauen, die nach den Wechseljahren ohnehin mehr Androgene als früher im Verhältnis zu Östrogenen aufweisen, ist dies kosmetisch vermutlich eine fragliche Alternative.

„Wunderhormon“ DHEA kein Jungbrunnen

Große Presse, nichts dahinter – so könnte man die neuesten Erkenntnisse über das „Wunder-Hormon DHEA“ zusammenfassen. Dehydroepiandrosteron bejubeln die Medien als Anti-Aging-Mittel und Jungbrunnen schlechthin. Viele Frauen und Männer probierten es bereits aus. Das Geschlechtshormon gilt als eine biochemische Vorstufe von Östrogen und Testosteron. Es soll Körper und Geist als Medikament verabreicht scheinbar ein wesentlich jüngeres Alter vorgaukeln. Befürworter behaupten, es spende mehr Energie, steigere den Muskeltonus, die geistige Leistungsfähigkeit und die Libido.

Wiebke Arlt von der Universität Würzburg stellte in einer veröffentlichten Studie allerdings fest, dass DHEA diesen guten Ruf zu Unrecht hat: Die Wissenschaftlerin nahm Hunderte von gesunden Männern zwischen 50 und 70 Jahren unter die Lupe und kam zu dem Schluss, dass das Hormon das Älterwerden des Körpers nicht aufhält. Nach einer viermonatigen Behandlung zeigten diejenigen, die das Hormon einnahmen, keinerlei positive Veränderungen bei Stimmung, Wohlbefinden oder Sexualität. Knochenstoffwechsel oder körperliche Leistungsfähigkeit hakte man ebenfalls unter dem Motto Fehlanzeige ab. Bedenklich stimmte darüber hinaus, dass gleichzeitig die Ausschüttung anderer Geschlechtshormone anstieg. Diese negative Erscheinung stellten Forscher bereits an Experimenten mit Mäusen fest. Sie erhöhen bei Frauen das Risiko von Brustkrebs, bei Männern die Gefahr von Prostatakarzinomen.

Wechseljahre© Adobe Stock – jd-photodesign

Managen Sie Ihre Wechseljahre auf natürliche Weise

Die Anti-Aging-Industrie boomt und die Ärzte mischen eifrig mit; insbesondere haben es ihnen Hormonpräparate angetan. Diese sollen die schwindenden Hormone ersetzen und Ihnen auch jenseits der Wechseljahre ewige Jugend schenken, allen voran die Östrogene. Doch Vorsicht: Sie handeln sich damit schwere Nebenwirkungen ein. Vertrauen Sie lieber auf natürliche Alternativen.

Vorsicht: Künstliche Östrogene!

Die Idee ist einfach und viel zu viele Ärzte finden sie leider immer noch bestechend: Wenn mit zunehmendem Alter bzw. im Zuge der Wechseljahre immer weniger Hormone ausgeschüttet werden, müssen diese eben von außen zugeführt werden. Doch die Auswirkungen der künstlichen Hormone können schwere Krankheiten auslösen.

Dass die Östrogene ein Jungbrunnen sind, wurde in keiner einzigen Studie nachgewiesen. Haut und Haare zeigten sich völlig unbeeindruckt. Außer bei den für die Wechseljahre typischen Hitzewallungen konnte kein positiver Effekt bei Wechseljahrsbeschwerden belegt werden. Selbst der Einsatz bei Osteoporose ist wegen der Risiken nicht mehr wirklich zu rechtfertigen; zumal es effektivere Mittel wie etwa Bewegung gibt. Tatsächlich wurde ein höheres Krebsrisiko der Gebärmutter und der Brust durch die künstlichen Hormone belegt. Doch Sie brauchen den Östrogenzusatz auch nicht. Denn zum einen versiegt Ihre eigene Produktion nicht ganz und zum anderen hält die Natur speziell für Frauen in den Wechseljahren einige wirksame Mittel bereit.

Natürliche Hormone verlangsamen den Alterungsprozess

Mit einer relativ neuen Methode, der Therapie mit bioidentischen Hormonen, gelingt es, den Alterungsprozess zu verlangsamen und damit den Altersbeschwerden entgegenzuwirken. Synthetische Hormone sind in ihrer Struktur wie eineschlechte Kopie unserer körpereigenen Hormone, passen daher nicht genau oder binden an den falschen Rezeptoren an. Bioidentische Hormone sind dagegen vollkommen identisch mit der Struktur des jeweiligen Originalhormons in unserem Körper.

Daher mindern diese natürlichen Hormone auch das Risiko für alle Erkrankungen, die durch die fehlende Hormonproduktion in der zweiten Lebenshälfte begünstigt werden. Bioidentische Hormone mindern das Risiko für:

  • Alzheimer-Krankheit
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Osteoporose
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • erhöhte Blutfettwerte

Bioidentische Hormone als natürliche Wunderwaffe

Bei Frauen wirken die bioidentischen Hormone sexueller Unlust und Scheidentrockenheit entgegen, Männern verhelfen sie zu sexueller Potenz und einer gesunden Prostata. Bei beiden Geschlechtern kann die Therapie die sichtbaren Zeichen des Alterungsprozesses deutlich verlangsamen. Bioidentische Hormone werden aus einem Bestandteil der Yamswurzel, dem Diosgenin und/oder Sojapflanzen synthetisiert (Marker-Prozess). Aus diesen Ausgangssubstanzen können im Labor sowohl männliche als auch weibliche Hormone hergestellt werden, die entweder in Form einer Creme auf die Haut aufgetragen oder als Kapsel geschluckt werden.

Dabei handelt es sich bei den Endprodukten nicht um Phytohormone; auch wenn sie von einer pflanzlichen Substanz abgeleitet wurden. Bioidentische Hormone sind verschreibungspflichtige Arzneimittel, die der Arzt individuell verordnet.

Gesunde Ernährung in den Wechseljahren© Adobe Stock – jd-photodesign

So gleichen Sie Ihr persönliches Hormondefizit aus

Die Therapie mit bioidentischen Hormonen ist immer individuell auf die persönliche hormonelle Lage abgestimmt. Daher wird auch als erstes der Hormonstatus bestimmt. Das erfolgt in der Regel mit einem Speicheltest, den Sie mit etwa 135 € selbst bezahlen müssen. Anhand des im Test bestimmten hormonellen Profils wird nun exakt die Dosis der verschiedenen Hormone rezeptiert, die ihr persönliches Hormondefizit wieder ausgleicht. Über- oder Unterdosierungen, wie sie bei der Standardtherapie mit künstlichen Hormonen oder mit Präparaten aus Stutenurin fast unvermeidbar sind, werden dadurch ausgeschlossen.

Für die nach Ihren persönlichen Bedürfnissen hergestellten Biohormonpräparate müssen Sie mit Kosten in Höhe von 50 € pro Monat rechnen. Der größte Vorteil der Therapie mit bioidentischen Hormonen liegt darin, dass sie im Gegensatz zur Therapie mit synthetischen Hormonen so gut wie keine Nebenwirkungen hat.

Phytohormone helfen Ihnen durch die Wechseljahre

Wer sich in den Wechseljahren nicht quälen und dennoch auf der sicheren Seite sein möchte, ist mit pflanzlichen Alternativen gut beraten. Und genau da kommen die Phytohormone ins Spiel: Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Natur den menschlichen Hormonen sehr ähnlich sind. Daher können sie deren Wirkung auch perfekt nachahmen. Für ihre Wirksamkeit müssen alle Hormone zunächst an einen Rezeptor anbinden. Diese Rezeptoren finden sich in den verschiedensten Organen und Geweben.

Synthetische Östrogene, die bei der Hormontherapie zum Einsatz kommen, docken dabei an den alpha-Rezeptoren an, die vornehmlich im Brustdrüsen- und Gebärmuttergewebe vorkommen. Dadurch wird dieses Gewebe aktiviert, was vermehrt zu Krebserkrankungen führt. Pflanzliche Östrogene binden sich dagegen an die beta-Rezeptoren, die unter anderem im Herz-Kreislauf-System und in den Knochen liegen. Dadurch können sie nicht nur die hormonellen Schwankungen der Wechseljahre regulieren, sondern zusätzlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose schützen. Das Brustdrüsengewebe und die Gebärmutter bleiben von den Phytohormonen unbeeinflusst.

Die besten Quellen für pflanzliches Östrogen:

  • Soja
  • Granatapfel
  • Rotklee
  • Hopfen

Alle diese Pfanzen sind reich an Isoflavonen wie Genistein, Daidzein und Formononetin, weshalb sie ganz ähnlich wie das menschliche Östrogen wirken können. Wenn Sie sich entschließen, einen Versuch mit Pflanzenhormonen zu starten, sollten Sie allerdings etwas Geduld mitbringen. Anders als die chemischen Hormone benötigen die pflanzlichen nämlich ein paar Wochen, bis Sie ihre Wirkung spüren können.

Ätherische Öle helfen gegen Wechseljahrsbeschwerden

Ätherische Öle sind flüchtige Substanzen, die den Pflanzen als Lock- und Schutzstoff dienen. In der Aromatherapie eingesetzt, können sie die Beschwerden bei den unterschiedlichsten Erkrankungen lindern. Dass sie auch gegen die Beschwerden der Wechseljahre helfen können, hat jetzt eine Studie der Universität Teheran ergeben. Bei dieser Studie erhielten die betroffenen Frauen Massagen mit einem ätherischen Lavendelöl. Daraufhin besserten sich die Beschwerden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein Lavendelöl erhielt.

Diese ätherischen Öle werden gegen Wechsejahrsbeschwerden eingesetzt:

  • Lavendel
  • Vetiver
  • Muskatellersalbei
  • Salbei

Von der positiven Wirkung dieser Öle können Sie auch ohne Massage profitieren. Geben Sie einfach ein paar Tropfen in eine Duftlampe oder in Ihr Badewasser. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie ausschließlich natürliche Öle verwenden. Chemisch hergestellte Duftöle sind zu therapeutischen Zwecken nicht geeignet.

Sojapräparate wirkungslos gegen Wechseljahrsbeschwerden

Viele Frauen schlucken Sojapräparate, um ihre durch die Wechseljahre verursachten Beschwerden zu lindern. Fraglich war bisher aber, wie gut diese pflanzlichen Präparate wirken. Dieser Frage sind nun Forscher des amerikanischen National Health Institute nachgegangen, die 250 Frauen zwischen 45 und 60 Jahren entweder ein Scheinmedikament oder ein Sojapräparat gaben. In diesem Fall nahmen die Studienteilnehmerinnen 200 mg Soja-Isoflavon pro Tag – das ist doppelt so viel wie asiatische Frauen täglich zu sich nehmen. Bei diesen sind die Wechseljahrsbeschwerden unbekannt. So war der Verdacht entstanden, dass Soja helfen könnte.

Nach fünf Jahren, in denen die Frauen medizinisch begleitet wurden, erhielten die Wissenschaftler das ernüchternde Ergebnis: Die Sojapräparate wirken nicht besser als Scheinmedikamente. Weder Knochendichteverlust noch trockene Scheidenschleimhäute, Schlafbeschwerden oder Hitzewallungen wurden besser gelindert als bei Einnahme eines Placebos. Zwar beziehen sich die Ergebnisse nur auf die ersten fünf Jahre der Einnahme. Allerdings ist auch zu beachten, dass Sojapräparate nicht so harmlos sind, wie sie immer dargestellt werden. Bei Frauen, in deren Familien Brustkrebsfälle aufgetreten sind, erhöhen auch sie das Brustkrebsrisiko.

Diese Hausmittel helfen bei Hitzewallungen

Schweißausbrüche und Hitzewallungen sind die häufigsten Symptome in der Zeit der Wechseljahre. Die meisten Frauen sagen, dies sei im Prinzip noch nicht einmal immer unangenehm. Allerdings erweise sich der Umgang mit den oft plötzlich einsetzenden Hitzewallungen als besonders schwierig, wenn sie sich in der Öffentlichkeit ­ (etwa im beruflichen Umfeld) einstellen.

Hitzewallungen an sich sind harmlos und müssen nicht behandelt werden, wenn Sie nicht das Bedürfnis haben. Hat sich Ihr Körper an seine neue Hormonmischung gewöhnt, verschwinden sie von selbst wieder. In manchen anderen Kulturen gelten sie sogar als Zeichen für eine gute Gesundheit.

Hitzewallungen© britta60 – Adobe Stock

Diese Tricks erleichtern Ihnen die „heißen Zeiten“

  • Zwiebelprinzip – Kleiden Sie sich nach diesem Prinzip: viele verschiedene Schichten ­ Hemdchen, T-Shirts, Sweatshirts, Blusen, von denen Sie je nach Hitzegefühl beliebig viele der Reihe nach loswerden können. Bevorzugen Sie Baumwolle oder synthetische Materialien aus der Sportbekleidung (sehr hilfreich: Sportunterwäsche), die die Feuchtigkeit schnell an die Oberfläche transportieren und verdunsten lassen.
  • Schlafen Sie im Baumwoll-T-Shirt und legen Sie sich ein weiteres oder zwei zur Reserve ans Bett.
  • Legen Sie sich nachts zwischen zwei Laken, dann brauchen Sie nicht gleich die ganze Bettwäsche zu wechseln, wenn Sie stark schwitzen. Eine andere Variante: Legen Sie ein zweites Deckbett bereit und tauschen Sie die beiden jeweils aus, wenn Sie geschwitzt haben. Dann kann eines immer trocknen.
  • Körperliche Aktivität – Frauen, die viel in Bewegung sind, leiden selten unter Hitzewallungen. Schon wenn Sie zweimal wöchentlich eine halbe Stunde an der frischen Luft spazieren gehen, werden Sie eine Verbesserung verspüren.
  • Zu vermeidende Lebensmittel – Verzichten Sie auf Zigaretten, Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und scharf gewürzte Speisen, denn sie treiben Ihre Temperatur in die Höhe.
  • Verwöhnprogramm – Gönnen Sie sich in Stresszeiten ein solches; ­ etwa besinnliche Badestunden, Massagen, Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation.
  • Stabiler Kreislauf – Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kreislauf abgehärtet ist: Treiben Sie regelmäßig Sport, nutzen Sie Sauna oder Dampfbad und beginnen Sie den Tag mit Wechselduschen. Morgendliche Trocken-Massagen mit Bürsten oder Handschuhen machen Ihren Körper ebenfalls weniger anfällig für Hitzewallungen.
  • Kaltes Wasser – Bekommen Sie tagsüber Hitzewallungen, halten Sie beide Handgelenke unter fließendes kaltes Wasser. Der Wasserstrahl sollte dort auftreffen, wo normalerweise der Puls gefühlt wird. Das kann Ihnen bereits über einen Hitzeschub hinweghelfen.
  • Wassertreten – Dies ist ein weiteres bewährtes Mittel gegen Hitzewallungen am Tag. Füllen Sie eine Badewanne knöcheltief mit kühlem Wasser. Gehen Sie nun in der Wanne spazieren bzw. treten Sie auf der Stelle. Ein Fuß ist immer im Wasser, einer in der Luft. Hören Sie auf, wenn der Kälteschmerz einsetzt.
  • Entspannungs- und Atemübungen – Auch diese können Ihnen helfen. Bestens bewährt haben sich beispielsweise Yoga-Übungen.
  • Regelmäßiges Massieren der Kreuzbeingegend – Das hilft ebenfalls: Setzen Sie sich bequem hin und lassen Sie den Oberkörper locker nach vorne hängen, mit beiden Händen entlang des Kreuzbeines und der Lendenwirbel ruhig und nicht zu stark hin- und hermassieren.
  • Wenn Sie Schwindelgefühle plagen: Tränken Sie einen Waschlappen mit kaltem Wasser, leicht auswringen und von der rechten Hand zur Schulter hin waschen, noch einmal zurück, dann wieder bis in die Achselhöhle hinauf. Mit dem anderen Arm verfahren Sie genauso. Zum Schluss einige Male mit dem Lappen über Brust und Nacken reiben. Den Lappen immer wieder nass machen.
  • Wassergüsse – Diese helfen Ihnen bei „Ameisenlaufen“ in Armen oder Beinen. Schrauben Sie den Brauseteil der Dusche ab und lassen Sie das Wasser warm auf die Haut laufen, sodass es eine „Platte“ bildet. Nun den Wasserstrahl von der Außenseite des rechten Fußes bis zur Leistengegend führen, etwas verweilen, an der Innenseite zurückkehren und mit dem anderen Bein die gleiche Prozedur. Dann an der Außenseite der rechten Hand bis hin zum Schulterblatt duschen, etwas verweilen, an der Innenseite zurückkehren und den anderen Arm vornehmen. Ist Ihr Körper richtig erwärmt, die gleiche Prozedur mit kaltem Wasser wiederholen. Wasser kurz abstreifen und für eine Viertelstunde ins Bett legen.

Ernährung: Trotz Wechseljahren schlank und fit bleiben

Die Wechseljahre sind bei Ihnen als Frau noch einmal Zeiten von großen Veränderungen. Mit zunehmendem Alter verändert sich Ihr Körper nicht nur äußerlich, sondern auch von innen: Ihre Muskelmasse geht zurück, dafür vergrößern sich die Fettspeicher. Dadurch verbraucht Ihr Körper weniger Energie. Das führt natürlich leicht zu Übergewicht, wenn Sie Ihre Ernährung jetzt nicht anpassen.

Ein leichter Anstieg des Körpergewichts im höheren Alter ist noch kein Grund zur Panik. Doch achten Sie darauf, dass Ihnen das Problem nicht entgleitet: Setzen Sie auf reichlich Bewegung und ernähren Sie sich sehr bewusst.

Bewusstes Leben © Adobe Stock – absolutimages

So wählen Sie die richtigen Lebensmittel aus

Ihr Körper benötigt mit zunehmendem Alter zwar weniger Energie, gleichzeitig steigt aber Ihr Bedarf an Nährstoffen, denn er kann jetzt Vitalstoffe oft nicht mehr so gut verwerten wie in jungen Jahren. Ideal sind für Sie jetzt Lebensmittel mit geringem Energie-, aber hohem Nährstoffgehalt. Das sind meist gering verarbeitete Lebensmittel, so zum Beispiel:

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, Gebäck, Kuchen oder Fertiggerichte liefern Ihrem Körper viele Kalorien, aber nur wenige lebenswichtige Nährstoffe.

Achten Sie auf Ihre Ernährung!

Essen Sie jeden Tag drei Portionen Gemüse oder Salat und zwei Portionen Obst. Dabei entspricht eine Portion entspricht zum Beispiel:

  • 1 Möhre
  • 1 Schälchen Salat
  • 2 Handvoll zerkleinerter Brokkoli
  • 1 Apfel
  • 1 Dessertschälchen Beerenobst

Setzen Sie bei jeder Mahlzeit auf den Baustein Eiweiß, zum Beispiel:

  • Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch
  • Geflügel
  • Fisch

Sparen Sie an tierischen Fetten (Fleischwaren, Sahne, Butter). Gönnen Sie Ihrem Körper bei der Zubereitung jeden Tag zwei bis drei Esslöffel Oliven- oder Rapsöl. Wählen Sie Kohlenhydratquellen mit niedriger Blutzuckerwirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln). Sie sind außerdem reich an Ballaststoffen, die lange sättigen. Frisches Gemüse und Obst liefern viel Vitamin C, das für die Bildung von Kollagenfasern in Haut und Knochen wichtig ist. So halten Sie Ihre Haut elastisch und stärken Ihre Knochen.

Mäßiger Alkoholgenuss verhindert Übergewicht

Viele Frauen nehmen durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren zu und kämpfen ständig mit den Pfunden auf den Hüften. Dass es auch vom Alkoholkonsum abhängt, ob und wie viel Frauen in der Menopause zunehmen, zeigte inzwischen eine große amerikanische Studie: Die „Women’s Health Initiative“ wertete die Daten von 15.920 Frauen aus, die älter als 50 Jahre waren. Zu Beginn der Studie hatten die Frauen ein normales Gewicht. Der Beobachtungszeitraum betrug sieben Jahre. Hier das Ergebnis:

  • Die Mehrzahl der Frauen trank dabei wenig Alkohol, nur 17 Prozent nahmen pro Tag mehr als 14 g reinen Alkohol (z. B. in einem Glas Wein) zu sich.
  • Ein Drittel der beobachteten Frauen gab an, gar keinen Alkohol zu trinken.
  • Das geringste Risiko für Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit hatten nach der Auswertung der Forscher die Frauen, die regelmäßig Alkohol tranken: Ihr Risiko, fettleibig zu werden, war um 88 Prozent geringer als bei den abstinenten Frauen.

Dieses Ergebnis erschien zunächst ungewöhnlich, denn Alkohol liefert mit 7 kcal/g mehr Energie als Kohlenhydrate oder Eiweiß. Dieses vermeintliche Paradox lässt sich jedoch leicht erklären: Alkohol stellt die Gefäße weit, erwärmt den Körper und steigert dadurch den Energieverbrauch. Zusätzlich wird Alkohol über einen anderen Soffwechselweg (mikrosomal) abgebaut, wodurch weniger ATP benötigt wird. Nun soll diese Studie nicht zu einem höheren Alkoholkonsum animieren, schließlich gilt auch hier, wie bei allem: Die Dosis macht das Gift. Denn bei der Gewichtszunahme scheint es mit Alkohol ähnlich zu sein wie bei der Koronaren Herzkrankheit: Geringe Mengen wirken schützend, größere Mengen bewirken das Gegenteil.

Osteoporose: So schützen Sie Ihre Knochen

Mit den Wechseljahren schwindet der Schutzeffekt Ihrer Hormone (Östrogene), die den Knochenabbau bis dahin verzögern und den Aufbau fördern. Besonders stark ist der Substanzverlust der Knochen in den fünf Jahren vor und nach Ihrer Menopause. Diese Abbauprozesse können Sie nicht verhindern, aber einmal mehr durch viel körperliche Bewegung und eine bewusste Ernährung verlangsamen.

Entscheidend ist hier eine gute Versorgung mit dem Mineralstoff Kalzium zur Vorbeugung von Osteoporose. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Sie in Ihrem Alter täglich 1.000 mg Kalzium mit der Nahrung aufnehmen. Das setzen Sie besonders leicht mit drei Portionen Milch und Milchprodukten pro Tag um.

Vitamin D in den Wechseljahren© jd photodesign – Fotolia

So decken Sie Ihren Kalziumbedarf

Ihren Kalziumbedarf können Sie ganz leicht mit natürlichen Lebensmitteln decken:

  • Essen Sie täglich ein bis zwei Scheiben Hartkäse (z. B. Allgäuer, Emmentaler, Bergkäse, Parmesan). Eine Scheibe enthält rund 300 mg Kalzium.
  • Trinken Sie täglich einen Liter kalziumreiches Mineralwasser (150 mg Kalzium / l).
  • Gönnen Sie Ihren Knochen täglich kalziumreiches Gemüse wie Brokkoli, Fenchel, Grünkohl, Porree, Mangold oder Spinat.
  • Ideal sind kalziumreiche Zwischenmahlzeiten wie Joghurt oder ein paar Nüsse.
  • In kleinen Portionen kann Ihr Körper das Kalzium besonders gut aufnehmen.
  • Eine kalziumreiche Spätmahlzeit (Glas fettarme Milch / Buttermilch) vor dem Schlafen vermindert den Knochenverlust in der Nacht.

Achten Sie auf Ihre Versorgung mit Vitamin D

Ebenso wichtig wie Kalzium ist Vitamin D  für Ihre Knochen. Es fördert die Aufnahme des Kalziums aus der Nahrung und seinen Einbau in Ihre Knochen. Ihr Körper kann Vitamin D mit Hilfe der UVB-Strahlen des Sonnenlichts aus Vorstufen in der Haut selbst bilden. Also gehen Sie so oft wie möglich an die frische Luft und tanken Sie etwas Sonnenlicht, auch im Winter.

Ihre Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung lässt allerdings mit zunehmendem Alter nach. Setzen Sie daher vermehrt Lebensmittel auf Ihren Speisplan, die Vitamin D enthalten. Dazu zählen:

  • Fettfische wie Hering, Makrele und Lachs
  • Leber
  • Eier
  • Pilze

Osteoporosebrüche erhöhen Sterberisiko deutlich

Osteoporose wird „nur“ mit einer verringerten Knochendichte und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche in Verbindung gebracht. Forscher der University of Sidney in Australien fanden aber nun heraus, dass diese Knochenbrüche wiederum die Todesrate deutlich erhöhen: Ein Drittel aller sturzbedingten Todesfälle entstehen mittlerweile durch Osteoporose. Denn durch die Brüche kommt es schnell zu schwerwiegenden Komplikationen wie Embolien, Geschwüren oder Lungenentzündungen. Ein Viertel aller Betroffenen stirbt dabei noch innerhalb des ersten Jahres nach dem Bruch.

Die australischen Wissenschaftler werteten die Krankheitsdaten von über 250.000 Menschen aus, die im Durchschnitt 63 Jahre alt waren. Über einen Zeitraum von sechs Jahren prüften sie, wer gestorben war und woran. Das Ergebnis: Patienten mit Knochenbrüchen starben doppelt so häufig, egal um welche Frakturen es sich handelte. Selbst scheinbar alltägliche Brüche wie ein Armbruch erhöhten das Sterberisiko. Nur Finger- und Zehenbrüche wirkten sich nicht aus. Die Wissenschaftler richten einen dringenden Apell an Ärzte, deutlich mehr Wert auf die Osteoporosebehandlung zu legen, um Knochenbrüche von vornherein zu vermeiden.

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