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Menstruationstasse: Alternative zu Tampons?

Inhalt

Kostengünstig, umweltschonend und gesundheitlich unbedenklich – Die Menstruationstasse gibt es bereits seit den 1930er Jahren, kommt allerdings immer mehr in Mode.

Der aufsteigende Produkttrend in der Monatshygiene macht dem altbewährten Tampon in Sachen Beliebtheit langsam Konkurrenz. Die Menstruationstasse soll nicht nur die Umweltbelastung und gesundheitliche Risiken von Tampons reduzieren, sondern uns Frauen mehr Flexibilität und Freiheit während unserer Menstruation ermöglichen.

  •  Doch was ist wirklich an diesen blutauffangenden Tassen und ihren Versprechungen dran?
  •  Bieten Sie wirklich eine sichere und zuverlässige Alternative zum altbewährten Tampon?
© Fotolia – Anastasiya

Unkompliziert und altbewährt: Der Tampon

Seit den 1930er gehören Tampons zu dem wohl beliebtesten Mittel gegen die lästige Monatsblutung. Unkompliziert und ohne große Sauerei lassen sie sich einführen und später wieder entfernen.

Ein paar der lästigen Nebeneffekte kennen wir jedoch alle:

  • Das unangenehme Tragegefühl, wenn der Tampon mal wieder verrutscht ist.
  • Die Angst, dass man nach wenigen Tragestunden einfach „ausläuft“.
  • Die Sorge, nicht genug Tampons bei sich zu haben.
  • Die Panik, dass der Tampon sich während dem Schwimmen „vollsaugt“.
  • Die Schmerzen, die beim Einführen und Entfernen des Tampons manchmal auftreten.
  • Die regelmäßigen sich summierenden Anschaffungskosten sowie der sich häufende Müll, der durch den hohen Verbrauch entsteht.

Gesundheitliche Risiken von Tampons

Abgesehen von den unangenehmen Nebenwirkungen gibt es jedoch weitere gesundheitliche Konsequenzen, die wir uns bei dem Tragen von den Wattebäuschen aussetzen.

Schaden Tampons unserer Gesundheit?

Tampons bestehen meist aus Baum- und Zellwolle, Kunstseide oder einer Kombination verschiedener Fasern, die mit synthetischen Stoffen umschichtet sind, um das Ein- und Ausführen zu erleichtern.

Nicht selten werden Sie zusätzlich eingefärbt oder gebleicht, um besonders weiß und „sauber“ auszusehen.

Zudem saugen Tampons nicht nur das Blut, sondern auch einen Teil der Scheidenflüssigkeit auf, welche jedoch grundlegend für eine gesunde Scheidenflora ist.

Die Folge:

  • Rückstände von Fasern bleiben zurück.
  • Die Scheidenwände und die Schleimhäute werden gereizt.
  • Die Scheidenflora wird aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gerissen.
  • Es kann zu Scheidentrockenheit kommen.
  • Scheidenpilz und andere Infektionen können leichter entstehen.
  • Die „Tampon-Krankheit“ – TSS (toxisches Schock-Syndrom) kann auftreten.

Folglich ist das beliebteste Mittel gegen die monatliche Blutung mit einigen Risiken und Nebenwirkungen behaftet. Doch schließt die Verwendung einer Menstruationstasse diese gesundheitlichen Folgen wirklich vollständig aus?

Die Menstruationstasse: Was ist das eigentlich?

Für das Damenprodukt, dass der monatlichen Hygiene bei der Regelblutung dient, existiert eine Vielzahl an verschiedenen Bezeichnungen wie z.B.:

  • Menstruationstasse, -becher, -kappe, -glöckchen oder -cup
  • Mens – oder Mondtasse
  • Mooncup, Diacup, Femmecup

Woraus besteht der Menstruationscup?

Das Hygieneprodukt besteht vollständig aus unbedenklichen Materialen, wie weichen Silikon, Kautschuk oder medizinischem Kunststoff z.B. PTE, die als sehr verträglich gelten. Die weichen, hypoallergenen Textilien bieten somit:

  • Ein müheloses Einsetzen und Entfernen der Menstruationstasse.
  • Ein angenehmes Tragegefühl, dass bei dem richtigen Sitz nicht mal spürbar ist.
  • Eine vorteilhafte Anwendung ohne Beeinträchtigung der Scheidenflora.

Wie ist der Menstruationsbecher aufgebaut?

Das kelchförmige Gefäß setzt sich einmal aus dem „Cup“ – einem Becher, der das Blut auffängt sowie einem unten befestigten Stiel, der zum Herausziehen dienen soll, zusammen.

Die verschiedenen Hersteller und Vertreiber bieten dabei eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen und Größen an, die sich in ihren Längen, Durchmessern, Volumen, Härtegraden sowie verschiedenen Stiel- und Griffformen unterscheiden.

Der Hintergrund:Nur mit der richtigen Passform hält der Menstruationsbecher wirklich dicht, verrutscht nicht und sorgt für einen angenehmen Tragekomfort ohne Schmerzen und Druckgefühl!

Menstruationstasse: Die richtige Größe und Modell finden

Sie wollen die Menstruationstasse ausprobieren? Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Größenauswahl beim Ersteinkauf achten:

  1. Das Alter
  • Junge Frauen besitzen meist eine trainierte Muskulatur in der Beckenboden- und Scheidenregion. Sie sollten dementsprechend zu kleineren Größen greifen!
  • Die Muskulatur im Beckenbereich nimmt im Alter ab. Deshalb sollten ältere Frauen ein größeres Modell bevorzugen.
  1. Nach der Geburt
  • Frauen, die ihr Kind auf die natürliche Art gebärt haben, sollten sich nach einem größeren Modell umsehen.
  • Dabei spielt das Alter eine unbedeutendere Rolle.
  • Junge Mütter mit Kaiserschnitt müssen dies ebenfalls nicht berücksichtigen.
  1. Die Anatomie

Jede Frau ist individuell gebaut und ihre weibliche Anatomie einmalig, dennoch kann man pauschal angeben:

  • Kleine, schmal gebaute Frauen sollten zu kleinen Größen tendieren.
  • Kräftig gebaute sowie große Frauen sollten große Modelle ausprobieren.
  1. Die Stärke der Blutung

Zwar steht die anatomische Passform im Vordergrund, jedoch kann die Größenauswahl auch abhängig nach Stärke erfolgen:

  • Starke Blutung: Großes Modell
  • Geringe Blutung: Kleines Modell

Tipp:Falls ein junges, sportliches Mädchen eine stark auftretende Monatsblutung hat, sollte es dennoch zu einer kleinen Größe neigen und die Tasse einfach häufiger wechseln!

  1. Die Scheidenlänge

Fragen Sie Ihren Frauenarzt nach Ihrer Muttermundhöhe!

  • Je nachdem wie kurz oder lang Ihre Vagina gebaut ist, sollten Sie die Größe des Modells anpassen.
  1. Sportliche Aktivitäten
  • Generell gilt: Je stärker Ihr Beckenboden trainiert ist, desto kleiner sollte das Modell sein.

Bedenken Sie: Das sind alles nur Richtwerte – Jede Frau ist einzigartig und kann von der Norm dieser Kriterien abweichen.

Tipp: Diese Frauen sollten auf Menstruationstassen verzichten:

  • Frauen, die bisher noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, wird von der Anwendung abgeraten, da das Jungfernhäutchen reißen könnte.
  • Frauen, die nach einer Geburt noch unter Wochenfluss leiden.
  • Frauen mit vaginalen Infektionen, Jucken, Brennen oder ungewöhnlichen Ausfluss.

Wie funktioniert das Menstruationsglöckchen?

Aufgrund seiner silikonartigen Beschaffenheit kann die Tasse ganz leicht zusammengefaltet und ähnlich wie der Tampon längs in die Vagina eingeführt werden.

Der Cup entfaltet sich im Inneren und saugt sich, durch den entstehenden Unterdruck, an der Scheidenwand fest. So kann die Tasse weder verrutschen noch auslaufen, wenn Sie richtig sitzt.

Im Gegensatz zum Tampon zieht Sie jedoch das Blut nicht in sich auf, sondern sammelt es in Ihrem „Cup“. Dieser kann abhängig nach Größe sogar 15 ml – 40 ml Blut aufnehmen, so dass die Tasse frühestens nach acht Stunden gefüllt ist.

Die Folge: Frauen müssen nicht mehr alle paar Stunden zur Toilette rennen, um Ihren Tampon zu wechseln!

Sobald der Becher vollgelaufen ist, kann die Menstruationstasse ganz leicht entfernt, gereinigt und wiederverwendet werden.

Ein weiterer entscheidender Vorteil gegenüber dem Tampon:Selbst, wenn die Tasse „voll“ ist, läuft sie durch das Vakuum nicht aus, sondern bleibt weiterhin dicht!

Menstruationstasse: Die 4 beliebtesten Falttechniken

1. Die „C“-Faltung bzw. „Herz“-Faltung

  • Vorteil:
    • Es ist eine sehr einfache Falttechnik.
  • Nachteil:
    • Die Falttechnik verkleinert die Tasse nur gering.

Und so geht’s:

  1. Pressen Sie die Tasse mit Daumen und Zeigefingern flach zusammen.
  2. Klappen Sie die Enden zueinander, sodass die Tasse wie ein „C“ oder auch „Herz“ geformt ist.

2. Die „S“-Faltung bzw. „Kobra“-Faltung

  • Vorteil:
    • Die Tasse wird besonders klein gefaltet – das erleichtert das Einführen.
  • Nachteil:
    • Die Falttechnik ist schwieriger – meist nur für Geübte geeignet.

Und so geht’s:

  1. Drücken Sie die Tasse flach zusammen.
  2. Formen Sie das Silikon wie ein „S“.
  3. Falten Sie die Enden dafür in entgegensetzte Richtungen.
  4. Pressen Sie die Tasse daraufhin im Zickzackverlauf zusammen.

3. Die „Punchdown“-Faltung oder „Muschel“-Faltung

  • Vorteile:
    • Tasse wird sehr klein gefaltet.
    • Es befindet sich mehr Luft in der Tasse – so kann sie sich besser entfalten.
  • Nachteile:
    • Die Faltung und Anwendung ist kompliziert.
    • Also nur für Fortgeschrittene geeignet.

Und so geht’s:

  1. Halten Sie die Tasse in nur einer Hand.
  2. Drücken Sie mit einem Finger den Rand an einer Stelle in die Mitte.
  3. Schieben Sie den ,,eingedrückten“ Rand nun leicht nach unten.
  4. Pressen Sie die Seitenränder zusammen.

4. Die „Abknick“-Faltung oder „Dreiecks“-Faltung

  • Vorteile:
    • Die Tasse wird durch die Faltung stark verkleinert.
    • Sie entfaltet sich sehr schnell und passt sich gut an.
  • Nachteil:
    • Die Anwendung benötigt ein wenig Übung.

Und so geht’s:

  1. Drücken Sie die Tasse flach zusammen.
  2. Knicken Sie das eine Ende schräg nach unten ab, sodass ein „Dreieck“ entsteht.

Anleitung: Menstruationstasse richtig einsetzen und entfernen

Das Einsetzen sowie das Entfernen einer Menstruationstasse erfordert insbesondere beim ersten Mal Ruhe, Geduld und auch ein wenig Übung. Also verlieren Sie nicht direkt den Mut, wenn es auf Anhieb nicht funktioniert!

So führen Sie den Menstruationsbecher richtig ein

  1. Reinigen Sie die Menstruationstasse sorgfältig, bevor Sie sie einsetzen.

Tipp:Kochen Sie den Cup vor dem Erstgebrauch mind. 10 Minuten ab.

  1. Waschen Sie Ihre Hände gründlich!
  1. Setzen oder stellen Sie sich bequem hin.

Tipp:Trockenübungen sind erlaubt. Im Gegensatz zum Tampon ist es nicht schädlich, die Tasse auch ohne Blutung einzuführen. Üben Sie also so oft Sie möchten für den Ernstfall!

4.  Falten Sie den Becher zusammen – Probieren Sie dabei ruhig die verschiedene Falttechniken aus (Besonders beliebt: Die „C“- bzw. „Herz“-Faltung).

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  1. Führen Sie die gefaltete Tasse in Ihre Scheide ein.

Tipp: Benetzen Sie die Kappe vorher mit ein wenig Wasser oder befeuchten Sie Ihren Scheideneingang mit Gleitgel – Das erleichtert das Einführen!

  1. Überprüfen Sie ob die Tasse richtig sitzt: Streichen Sie mit dem Zeigefinger am Tassenrand entlang – Wenn Sie sich vollständig entfaltet hat, wird Sie sich rund anfühlen.

Tipp:Falls sich die Tasse nicht richtig entfaltet:

  • Umfassen Sie den Stiel und schieben Sie den Becher sanft auf und ab.
  • Tasten Sie sich bis zum Tassenrand vor und drehen Sie den Cup leicht. 
  • Wenn Sich die Kappe nicht richten lässt: Probiere Sie es von vorne.

Die Tragedauer: Der Menstruationsbecher kann je nach Stärke der Blutung ca. acht bis zwölf Stunden getragen werden und muss danach entfernt und geleert werden.

So entfernen Sie den Menstruationscup ganz leicht

  1. Lockern Sie den Menstruationsbecher: Tasten Sie sich bis zum Stiel und ziehen ihn ganz leicht (!) nach vorne.

Tipp:Spannen Sie Ihren Beckenboden an und unterstützen Sie Ihr zaghaftes Ziehen mit sanftem „Pressen“.

  1. Ziehen und „Pressen“ Sie, bis die Menstruationstasse so weit nach vorne gerutscht ist, dass Sie sie umfassen können.
  1. Drücken Sie den Cup leicht zusammen – Das löst das entstandene Vakuum.

Tipp:Falls Sich der Unterdruck nicht verflüchtigen sollte:

  • Schieben Sie Ihren Finger vorsichtig zwischen die Scheidenwand und den Becherrand. So sollte Sich das Vakuum letztlich lösen.
  1. Falten Sie die Menstruationstasse, um sie hinaus zu holen.

Tipp:Falls Sie Angst haben, dass der Cup überlaufen könnte:

  • Setzen Sie sich beim Entfernen auf den Toilettenrand oder stellen Sie sich unter die Dusche.
  1. Entfernen Sie den Menstruationsbecher langsam.

Tipp:Nehmen Sie sich Ruhe und Zeit für das Hinausholen und setzen Sie sich nicht unter Druck!

  1. Entleeren Sie den Inhalt der Tasse – am besten in der Toilette.

Haltbarkeit: Die Menstruationstasse ist wiederverwendbar und nachhaltig

Aufgrund des eingesetzten Materials gehört die Mondtasse im Gegensatz zu Tampons nicht zu den Einweg- und Wegwerfprodukten. Stattdessen sprechen die Hersteller von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 10 Jahren – Das hat natürlich auch Ihren Preis: 15 – 40 Euro muss Frau für eine dieser Mondtassen ausgeben.

Um die Qualität und Funktion der Tasse jedoch zu erhalten, ist die richtige Pflege und Reinigung wichtig.

So reinigen Sie den Menstruationsbecher richtig vor und nach Ihrer Monatsblutung

Vor und nach der Regelblutung ist die Reinigung des Bechers besonders wichtig. Um den Cup gründlich zu säubern sowie alle Bakterien abzutöten, sollten Sie die Tasse abkochen.

  • Legen Sie die Menstruationstasse für höchstens 20 Minuten in kochendes Wasser.

Tipp: Achten Sie darauf, dass genug Wasser im Topf ist, sodass der Becher sich bewegen kann und nicht an den heißen Boden gelangt!

  • Für die Ungeduldigen: Übergießen Sie den Mooncup mit Desinfektionsmittel sowie kochendem Wasser und lassen Sie ihn kurz ziehen.
  • Verpacken Sie den Becher bis zur nächsten Regelblutung in einem atmungsaktiven und reinen Behältnis.

So säubern Sie den Ladycup während Ihrer Monatsblutung

Die Tassenreinigung zwischen dem Entleeren und dem Wiedereinsetzen ist dagegen nicht so aufwendig!

  • Leeren Sie die Menstruationstasse vollständig.
  • Spülen Sie den Cup kurz mit warmen Wasser aus.
  • Setzen Sie ihn wieder ein.

Toxisches Schock-Syndrom: Kann TSS auch bei Menstruationstassen auftreten?

Das Toxische Schock-Syndrom, auch allgemein bekannt unter der „Tamponkrankheit“, ist zwar eine seltene aber höchst gefährliche Krankheit, die immer wieder in Zusammenhang mit den kleinen Wattebäuschen gebracht wird.

Doch wie sieht das bei den gesundheitlich unbedenklichen Menstruationstassen aus?

Aber von Vorne: Was ist das toxische Schock-Syndrom?

TSS ist ein lebensgefährliches Syndrom, dass zu Organversagen und unbehandelt zum Tod führen kann. Hervorgerufen durch bestimmte Bakterien (genauer: Toxine von den Bakterien „Staphylococcus aureus“ oder den „Streptokokken“) kommt es zu ersten Symptomen wie z.B. Fieber, Ausschlag und Blutdruckabfall – Anzeichen, die auch auf eine einfache Grippe deuten könnten.

Die darauffolgenden Symptome verweisen auf die ernstzunehmende Gefahr der Erkrankung:

  • Muskelschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Benommenheit
  • Leber- und Nierenschäden
  • Kreislauf- und Multiorganversagen

Tampons als Auslöser für das toxische Schock-Syndrom

Nicht selten wird eine Verknüpfung zwischen dem Gebrauch von Tampons und dem TSS hergestellt.

Denn:Der Einsatz von Tampons begünstigt die Infektion mit dem TSS:

  • Bakterien gelangen durch das „Einführen“ des Tampons in die Scheide.
  • Die synthetischen Materialien des Tampons bieten eine optimale Brutstätte für die gefährlichen Bakterien.
  • Insbesondere wenn der Tampons zu lange in der Scheide verweilt, besteht ein erhöhtes Risiko an TSS zu erkranken.

Menstruationstassen als Risikofaktor des toxischen Schock-Syndroms

Bisher galt die Menstruationstasse speziell wegen ihrer gut verträglichen Materialien als ungefährlich und somit auch nicht als Risikofaktor oder Auslöser des toxischen Schock-Syndroms.

Doch neue Studien ergaben nun, dass nicht nur der Gebrauch von Tampons eine Infektion hervorrufen kann, sondern auch die Verwendung von Menstruationstassen.

1. Menstruationstassen können TSS auslösen

Eine Studie der Western University in London:

2015 wurde im „Canadian Journal of Infectious Diseases and Medical Microbiology“ ein Fall einer 37-jährigen Frau veröffentlicht, die sich mit dem toxischen Schock-Syndrom infizierte.

Der Auslöser: Sie begann mit dem Gebrauch einer Menstruationstasse.

2. Menstruationskappe als größerer Risikofaktor wie Tampons

Eine Studie des nationalen Referenzzentrums für Staphylokokken (HCL):

Die Ergebnisse der französischen Studie bewiesen, dass die Menstruationstassen ein höheres Risiko bergen, an dem hochgefährlichen Syndrom zu erkranken.

Dies habe aber laut der Studie nichts mit dem Material der Tassen zu tun, sondern aufgrund des größeren Durchmessers der Cups, welche die Bildung der Giftstoffe durch den Sauerstoff und der Luftzufuhr begünstigt.

So schützen Sie sich vor dem toxischen Schock-Syndrom

Auch bei dem Gebrauch von Menstruationstassen besteht ähnlich wie beim Tampon ein Risiko an TSS zu erkranken. Doch dies geschieht äußerst selten und kann durch die richtige Handhabung reduziert werden.

Halten Sie sich immer an die Gebrauchsanweisung:

  • Tragedauer:
    • Achten Sie darauf, den Tampon oder Ihren Mooncup nicht zu lange zu tragen.
    • Wechseln Sie häufiger Ihren Tampon und entleeren Sie Ihre Tasse regelmäßig.
  • Qualität:
    • Legen Sie bei dem Kauf der Hygieneprodukte auf gute Qualität – selbst, wenn das bedeutet, dass Sie ein wenig mehr investieren müssen!
  • Hygiene:
    • Waschen Sie Ihre Hände vor dem Einsetzen und Entfernen der Tasse oder des Tampons sehr gründlich.
    • Kochen Sie die Menstruationskappe ausreichend ab und sorgen Sie dafür, dass der Cup in einem reinen Behältnis gelagert wird.

Die Menstruationstasse: Eine Alternative zum Tampon?

Der neue Trend lässt nicht an sich rütteln – Der Aufstieg der Menstruationstasse hat ausschlaggebende Gründe, die den Tampons langsam alt aussehen lassen!

Um herauszufinden, ob eine Umstellung das Richtige für Sie ist, haben wir Ihnen nochmal alle Vor- und Nachteile, die eine Menstruationstasse Ihnen bietet, aufgelistet.

Die Vorteile: So überzeugt die Menstruationstasse

  • Das Material ist gesundheitlich unbedenklich und löst keine Allergien aus.
  • Die Scheide wird nicht beeinträchtigt und trocknet nicht aus.
  • Die Tasse kann bis zu 12 Stunden getragen werden und vermeidet lästige Toilettengänge.
  • Selbst, wenn die Tasse „voll“ ist, bleibt sie weiterhin dicht.
  • Die Tasse ist nachhaltig: Die Tasse besitzt eine sehr lange Lebensdauer und die Umwelt wird somit nicht belastet.
  • Sie sind kostengünstig, denn: Die Anschaffungskosten rentieren sich wieder.
  • Angenehmer Tragekomfort.
  • Sportliche Aktivitäten werden nicht eingeschränkt!

Ganz ohne geht es nicht: Die Nachteile der Menstruationskappe

Doch auch die trendige Alternative zum altbewährten Tampon zieht einige Folgen nach sich, die manche Frauen von einer Umstellung abschrecken könnte.

  1. Der Kontakt zum eigenen Blut
  • Der Tassenwechsel ist nun mal ein blutiger Vorgang. Da kann auch mal etwas daneben gehen.
  • Die Frau muss sich mit ihren eigenen Regelflüssigkeiten auseinandersetzen.
  • Der Anblick vom eigenen Blut ist hier unumgänglich. Das fällt vielen Frauen schwer.
  • Frauen, die einen Menstruationscup verwenden, benötigen häufig einen guten Bezug zu Ihrem eigenen Körper.
  1. Die Anschaffung
  • Zuerst muss die richtige Passform gefunden werden: Das kann eine Menge Zeit und Geld beanspruchen!
  • Der Mindestpreis von 15 Euro ist im Gegensatz zu einer Tamponspackung doch etwas happig.
  1. Der Aufwand mit der Hygiene
  • Die Menstruationstasse muss gereinigt und gepflegt werden – Da ist Arbeits- und Zeitaufwand vorprogrammiert.
  • Besonders bei öffentlichen Toiletten wird es mit der Hygiene schwierig.
  1. Die Anwendung
  • Das Einsetzen und Entfernen erfordert viel Übung.
  • Anfänglich benötigt Frau massenhaft Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen.

Kann der Menstruationscup den Tampon ersetzen?

Die Menstruationstasse erfüllt genau wie der Wattebausch alle Anforderungen an ein sicheres und zuverlässiges Hygieneprodukt für die Regelblutung. Somit ist belegt, dass der Cup eine vertrauenswürdige Alternative zum Tampon ist.

Das ist jedoch nicht alles:Die Tasse bietet nicht nur dieselben Vorteile wie der Tampon, sondern beeindruckt mit Nachhaltigkeit und sehr guter Verträglichkeit!

Die Umstellung auf eine Menstruationskappe ist für jede Frau sinnvoll, die neben verlässlichen Schutz, auch Wert auf ein umweltgerechtes und gesundheitsschonendes Produkt legt – sowie keine Berührungsängste mit ihrem eigenen Blut hat!

Für welches Produkt jede Frau sich dann letztendlich entscheidet, liegt in ihrem eigenen Ermessen!

Menstruationstasse oder Tampons: Der direkte Vergleich

Beide Produkte, der altbewährte und unkomplizierte Tampon sowie die trendige und umweltschonende Menstruationstasse, garantieren einen sicheren Schutz durch Ihre Monatsblutung. Dennoch besitzen Sie unterschiedliche Eigenschaften und somit verschiedene Vor- und Nachteile.

Wichtig:Jede Frau sollte individuell nach ihren Wünschen und Bedürfnissen entscheiden, welches Mittel für die monatliche Regelblutung das Richtige für sie ist. 

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, haben wir für Sie nochmal alle wichtigen Aspekte der Menstruationstasse und des Tampons zusammengefasst:

 

Die Menstruationstasse

 

 

Der Tampon

 

Die Größe: Verschiedene Größen und ModelleVerschiedene Größen
Das Material:Meist weiches, hypoallergenes SilikonBaumwolle, Kunstseide, synthetische Fasern
Die Funktionsweise:Die Tasse saugt sich an der Scheidenwand fest und sammelt das Blut in Ihrem „Cup“.Der Wattebausch saugt das Blut in sich auf.
Die Anwendung:Einsetzen und Entfernen ist ein blutiger Vorgang, der Übung und Geduld erfordert.Unkompliziertes und müheloses Einführen und Herausholen.
Die Tragedauer:Der Menstruationsbecher kann je nach Volumen bis zu 12 Stunden getragen werden.Der Tampon kann je nach Größe 8 Stunden getragen werden.
Das Tragegefühl:Bei richtiger Anwendung: nicht spürbarBei richtiger Anwendung: nicht spürbar
Der Aufwand:Die Tasse ist wiederverwendbar und benötigt ausreichend Pflege und Hygiene.Der Tampon ist ein Wegwerfprodukt und benötigt keinerlei Aufwand.
Die Kosten:Die Anschaffungskosten betragen zwischen 15 und 40 Euro.Packungspreise beginnen hier schon ab 1 Euro.
Die Lebensdauer:Menstruationstassen sollen bis zu 10 Jahren halten.Der Tampon ist ein Einwegprodukt.
Der gesundheitliche Aspekt:Menstruationstasse ist gut verträglich. Die Scheidenflora wird nicht beeinträchtigt.Die Materialzusammensetzung ist bedenklich. Scheidentrockenheit und Infektionen können begünstigt werden.
Der Umweltaspekt: Die Tasse ist durch ihre Wiederverwendbarkeit absolut umweltschonend.Bei Produktion und Verbrauch wird enorm viel Müll erzeugt. Hohe Umweltbelastung.
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