MenüMenü

Hybrid Food und Food Pairing: Moderne Ernährungstrends

Inhaltsangabe:

  1. Greifen Sie zu gesunden Versionen
  2. Pseudo-Getreide für selbst gemachtes Hybrid Food
  3. So gesund ist Chia
  4. Ungewöhnlich kombiniert: So funktioniert „Food Pairing“
  5.  „Food Pairing Trees“ für neue Rezeptideen

Die Bezeichnung „hybrid“ kennen Sie vielleicht aus der Automobilindustrie: Umschrieben wird auf diese Weise die Verknüpfung verschiedener Antriebstechnologien; ein Zusammenspiel von Strom und Benzin beispielsweise.

Seit 2015 gibt es ein ähnliches Phänomen in der Lebensmittelindustrie: Hybrid Food heißt der Trend, bei dem unterschiedliche Nahrungsmittel miteinander kombiniert werden. Im Vordergrund steht dabei das Mixen von Zutaten verschiedener Kulturen: So werden der amerikanische Bagel und das französische Croissant zum Cragel. Ein Cronut wiederum ist eine Kreuzung aus Croissant und Donut. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn beim Hybrid Food gilt: Erlaubt ist, was schmeckt.

grüne Smoothies© pelambung (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Greifen Sie zu gesunden Versionen

Wollen Sie mehr Abwechslung in Ihren Speiseplan bringen, dann profitieren auch Sie von den ganz neuen Geschmackserlebnissen, die Hybrid Food mitsichbringt. Achten Sie dabei allerdings auf Ihre Gesundheit: Die Kombination aus Bagel und Croissant klingt zwar verführerisch, ist aufgrund des hohen Zuckergehaltes aber alles andere als gesundheitsfördernd: Regelmäßig konsumiert entsteht Übergewicht und die Folgen sind dann beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes mellitus.

Greifen Sie deshalb vorzugsweise zu gesundem Hybrid Food. Mischen Sie beispielsweise heimische Obstsorten mit exotischen Früchten: Zerschneiden Sie einen Apfel in feine Stücke, geben Sie eine in Scheiben geschnittene Kiwi hinzu und ein paar geviertelte Zitronenscheiben. Mischen Sie alles und schon haben Sie einen leckeren und vitaminreichen Hybrid-Obstsalat.

Pseudo-Getreide für selbst gemachtes Hybrid Food

Neben exotischen Früchten können Sie viele weitere ausländische Lebensmitteln nutzen, die immer häufiger in unseren Supermärkten oder Drogerien angeboten werden. Als ausgesprochen gesunder Bestandteil von Hybrid Food empfehlen sich die aus Mittel- und Südamerika stammenden Pseudo-Getreidesorten.

Zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe

  • Chia-Samen (z. B. Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Magnesium, Eisen, hoher Eiweißgehalt)
  • Amaranth (Lecithin, Lysin, hoher Eiweißgehalt)
  • Quinoa (Vitamin B2, zahlreiche Antioxidantien, hoher Eiweißgehalt)
  • Kaniwa (zahlreiche Mineralstoffe, z. B. Eisen und Kalzium, hoher Eiweißgehalt)

Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

Prima Checkliste gibt einen schnellen Überblick . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Chia-Samen, die heutzutage hauptsächlich in Mittelamerika angebaut werden, enthalten hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren (100 Gramm Körner bringen es auf 17,8 Gramm alpha-Linolensäure).

Besonders interessant fürVegetarier: Pseudo-Getreidesorten sind eine ideale pflanzliche Proteinquelle: 100 Gramm Kaniwa-Körner enthalten 15,7 Gramm Eiweiß. Amaranth verfügt über einen Proteingehalt von etwa 15 bis 18 Gramm und Quinoa bringt es auf etwa 14 Gramm pro 100 Gramm. Bedenken Sie: Damit Stoffwechselprozesse korrekt ablaufen können, sollten Sie täglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.

Gesunder Tipp

Mischen Sie einen Esslöffel der Körner doch ganz einfach unter einen einheimischen Salat (z. B. Spinat oder Rauke) und produzieren Sie sich so Ihr ganz eigenes, gesundes Hybrid Food. Weiterer Vorteil von Pseudo-Getreide: Die Körner sind frei von Gluten und können deshalb problemlos bei einer Unverträglichkeit verzehrt werden. Lassen Sie es sich schmecken!

So gesund ist Chia

Chia gehört zu den Salbeigewächsen, ist in Mexiko beheimatet und gelangte von da aus nach Spanien. Der Name „Chia“ leitet sich von der Sprache der Ureinwohner Mexikos ab und bedeutet übersetzt „Kraft“ oder „Stärke“, weil die Mayas überzeugt waren, dass die Samen ihnen Kraft verleihen. Heute konnte die Wissenschaft nachweisen, dass die Chia-Samen tatsächlich wahre Kraftpakete an Nähr- und Vitalstoffen sind.

Das alles steckt in den kleinen Samenkörnern:

  • Proteine
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Die Vitamine B1, B3 und E
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Eisen

Außerdem ist Chia-Samen reich an Antioxidantien wie beispielsweise Flavanolen und ist extrem ballaststoffreich.

Kleine Körner als natürliches Heilmittel

Zwar ist Chia kein Medikament, dass man zur Heilung von Krankheiten einnimmt, dennoch gilt es in der ganzheitlichen Naturheilkunde als Heilmittel, mit dem man viele Krankheiten lindern und ihnen vorbeugen kann. Erste Aufzeichnungen über die Heilkraft von Chia finden sich bereits in über 500 Jahre alten Büchern der Azteken. Diese von der Wissenschaft inzwischen bestätigte heilsame Wirkung kommt nicht alleine durch die Vitalstoffe in den Samen zustande, sondern auch dadurch, dass Chia den Körper entsäuert und von Giftstoffen bereit.

Chia-Samen haben sich besonders bewährt gegen:

  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Arthrose und Gelenkschmerzen
  • Diabetes
  • Reizdarm
  • Sodbrennen
  • Wundheilungsstörungen

Essen ohne Kohlenhydrate?

Diese Lebensmittel sollten Sie dann meiden . . .

Hier Klicken und Gratis abrufen ➜


Außerdem kann Ihnen der Samen helfen, wenn Sie ein paar Pfunde abnehmen möchten.

Zwei Esslöffel sichern Ihnen die „Rundumversorgung“

Um von den Vitalstoffen maximal zu profitieren, sollten Sie Chia-Samen roh essen. Beim Kochen würden ein Teil der Vitalstoffe zerstört und ungesunde Stoffe (z. B. Transfettsäuren) gebildet. Die von Ernährungsexperten empfohlene Tagesdosis für den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen liegt bei 15 Gramm, was etwa zwei Esslöffeln entspricht. Damit können Sie sich eine Art Pudding oder ein Müsli zubereiten, das Sie am besten gleich morgens zum Frühstück essen.

Natürlich können Sie die Samen auch pur knabbern. Chia-Samen wird inzwischen in fast allen Supermärkten sowie auch im Internethandel angeboten. Der Preis liegt etwa bei 20 Euro pro Kilogramm. Es lohnt sich durchaus, eine kostengünstigere Großpackung zu kaufen, da die Samenkörner mehrere Jahre lang haltbar sind.

Lecker und gesund: Grundrezept für Chia-Gelee

Verrühren Sie für eine Portion Gelee zwei Esslöffel Chia mit 200 ml Flüssigkeit. Hier sind außer Wasser auch Vollmilch, Mandelmilch oder Kokosmilch geeignet. Innerhalb von zehn Minuten bildet sich ein geleeartiger Pudding. Diesen Pudding können Sie mit Honig, Nüssen oder kleingeschnittenen Früchten verfeinern.

Ungewöhnlich kombiniert: So funktioniert „Food Pairing“

Die besten Ideen erblicken oftmals rein zufällig das Licht der Welt: Der Chemiker François Benzi stand eines Tages in seinem Garten. Das Aroma von Jasmin zog durch die Luft. Plötzlich glaubte Benzi, im Jasmin-Duft den Geruch von Leber erkannt zu haben. Als Parfümeur und Aromaspezialist kannte er sich mit Düften bestens aus. Die ungewöhnliche Entdeckung ließ ihm keine Ruhe: Bei einem gemeinsamen Abendessen servierte er Freunden Leberpastete mit Jasminblüten. Seine Gäste waren begeistert.

Wenige Zeit später kam Benzi mit Heston Blumenthal ins Gespräch. Blumenthal ist Küchenchef im Restaurant „The Fat Duck“, das als eines der besten der Welt gilt. Auch Blumenthal hatte bereits bemerkt, dass Lebensmittel, die vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammen passen, eigentlich ganz interessante Geschmackskompositionen ergeben. Gemeinsam experimentierten Benzi und Blumenthal und kamen zu der Erkenntnis: Eine Zutat harmoniert mit einer anderen, wenn beide möglichst viele gemeinsame Aromakomponenten besitzen. Das war die Geburtsstunde des „Food Pairings“.

„Food Pairing Trees“ für neue Rezeptideen

Chemiker, die auf die Idee von Benzi und Blumenthal aufmerksam wurden, analysierten die verschiedenen Geschmacksstoffe in Lebensmitteln. Es gab viel zu entdecken: Denn egal ob Obst, Gemüse, ein Stück Fleisch oder Kaffee – jedes Lebensmittel enthält Hunderte Aromen. Diagramme wurden erstellt, die aufzeigen, wie ähnlich sich Lebensmittel hinsichtlich ihrer Aromakomponenten sind. „Food Pairing Trees“, die wie Familienstammbäume aufgebaut sind: Je kürzer die Verbindung von zwei Lebensmitteln dargestellt ist, umso ähnlicher sind sich deren Aromen und umso besser würden diese beiden Zutaten zusammenpassen.

Food Pairing Trees werden mittlerweile von Köchen weltweit genutzt, um ganz neue, ungewöhnliche Rezepturen zu entwickeln. Dabei entstehen durchaus Kompositionen, die überraschen: Kaviar mit Schokolade beispielsweise, Erdbeeren und Lammfleisch oder auch knusprige Hähnchenhaut auf Mousse au Chocolat. Weitere Beispiele und Informationen finden Sie auf der Internetseite www.foodpairing.com. Hier gibt es kostenpflichtige Angebote für Profi-Köche, aber auch kostenfreie Rezepte für den Hobbykoch.

So profitieren Sie von Food Pairing

In jedem Fall lohnt es sich für Ihre Geschmacksknospen, die Idee Food Pairing einmal auszuprobieren. Kombinieren Sie gesunde Lebensmittel doch einfach mal ungewöhnlich. Wie wäre es beispielsweise mit Aubergine, Ziegenfrischkäse und Granatapfel? Dabei handelt es sich um Lebensmittel, die laut Food Pairing-Theorie gut miteinander harmonieren. Schneiden Sie Auberginen in dünne Scheiben. Bestreichen Sie die Scheiben mit Ziegenfrischkäse. Geben Sie klein gehackte Schalotten, etwas Schnittlauch und Granatapfelkerne darüber. Alles für etwa 20 Minuten bei 200 Grad im Ofen erhitzen.

Food Pairing ist übrigens auch als Getränk möglich: Schneiden Sie einen Apfel und eine Gurke klein und geben Sie diese gemeinsam mit etwas Minze, einem Schuss Wasser, einem Spritzer Zitronensaft und ein paar Basilikumblättern in Ihren Mixer. Mischen Sie alles so lange, bis Sie eine homogene Flüssigkeit erhalten.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

Regelmäßig Informationen über Ernährung erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Christine Pauli. Über 344.000 Leser können nicht irren.