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Hitzschlag, Sonnenstich & Co.: Richtig handeln bei Sommergefahren

Gerade für Babys und Kleinkinder hat der Sommer auch Schattenseiten, denn ihr empfindlicher Organismus kann zu viel Hitze und Sonne nur schlecht verkraften. Scheint einem die Sonne längere Zeit auf den Kopf, werden Gehirn und Hirnhäute gereizt. Das passiert gerade bei Kindern in den ersten Lebensjahren besonders schnell, denn die Schädeldecke ist noch dünn und oft genug ist auch der Haarwuchs noch spärlich. Durch die Hitze schwellen Gehirn und Hirnhäute an, können sich in der knöchernen Schädelhöhle jedoch nicht ausdehnen. Der steigende Druck auf das Gehirn führt zu den typischen Symptomen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was tun bei einem Sonnenstich?
  2. Hitzeerschöpfung und Hitzschlag
  3. Tipps für ein gesundes Training bei Hitze
  4. Sommegefahr: Insektenstiche im Mund- und Rachenraum

Sonnenstich, Hitzschlag© Adobe Stock – Jürgen Fälchle

Was tun bei einem Sonnenstich?

Waren Sie längere Zeit ohne Sonnenhut in der Sonne, deuten folgende Anzeichen, die oft erst nach einigen Stunden auftreten, auf einen Sonnenstich hin:

  • Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • hochroter, heißer Kopf, Haut am Körper eher kühl
  • Kopfschmerzen, oft auch Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Nackensteife (Sie können den Kopf nicht nach vorne beugen, sodass das Kinn die Brust berührt, da dies schmerzhaft ist)
  • eventuell hohes Fieber (häufig abends)

Im Akutfall richtig handeln

  • Begeben Sie sich in den Schatten.
  • Legen Sie sich mit erhöhtem Oberkörper auf den Rücken, das verringert den Druck auf das Gehirn.
  • Kühlen Sie den Kopf mit feuchten, kalten Tüchern, die Sie häufig wechseln. Alternativ können Sie auch eine Kühlkompresse verwenden, die Sie aber vor dem Auflegen in ein Tuch (z. B. Geschirrtuch) einschlagen.
  • Trinken Sie viel, aber nichts Eiskaltes. Ideal wäre ein salzhaltiges Getränk, etwa ein Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser oder eine Elektrolytlösung gegen Durchfall wie Oralpädon®).
  • Unterstützende homöopathische Behandlung mit Belladonna D12 (ersatzweise D6): Fünf Globuli oder eine Tablette alle fünf bis zehn Minuten, insgesamt dreimal, danach bei Bedarf stündlich bis zweistündlich.

Wichtig: Bitte rufen Sie in jedem Fall den Arzt, wenn Sie an einem der hier aufgeführten Krankheitsbilder leiden und sich nach den genannten Erstmaßnahmen nicht rasch und vollständig erholen. Bei Kindern unter zwei Jahren oder bei jeglichen Unsicherheiten sollten Sie sofort den Arzt verständigen. Schon ein Sonnenstich kann lebensbedrohlich sein. Besonders bei kleinen Kindern droht eine Hirnhautentzündung mit bleibenden Hirnschäden. Wenn die Körpertemperatur immer weiter ansteigt, drohen bleibende Organschäden. Das lebensbedrohliche Multiorganversagen (z. B. Nieren, Leber, Gehirn) ist die schwerwiegendste Komplikation.


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Mit diesen drei Regeln kommt Ihr Kind gesund durch den Sommer

  1. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind möglichst häufig im Schatten aufhält. Speziell zwischen 12 und 15 Uhr sollte es gar nicht in die Sonne. Lassen Sie Ihr Baby im Sommer keinesfalls im Auto, auch wenn dieses im Schatten steht, Sie Dach oder Fenster einen Spalt offen lassen und Sie ohnehin gleich wieder zurück sein wollen.
  2. Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder etwas zu trinken an oder stellen Sie ihm den Trinkbecher zur Selbstbedienung hin. Dauernuckeln sowie eiskalte Getränke bitte vermeiden. Geeignete Durstlöscher sind Mineral- oder Leitungswasser und Saftschorlen (ein Teil Saft plus zwei bis drei Teile Wasser bzw. ungesüßten Tee).Wenn Ihr Kind stark schwitzt (bei großer Hitze und/oder Spiel und Sport), ist ab dem Kindergartenalter eventuell ein isotonisches Getränk (z. B. Isostar oder Gatorade Sport Drink) sinnvoll. Ersatzweise können Sie Apfelschorle (ein Teil Saft auf einen Teil Wasser) geben.
  3. Lassen Sie Ihr Kind nicht ohne Sonnenhut oder Schirmmütze in die Sonne.

Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Bei hohen Temperaturen im Sommer können zwei verschiedene Notfälle auftreten. Die häufigere Hitzeerschöpfung entsteht, wenn man sich viel bewegt und deshalb stark schwitzt. Wird der Verlust an Flüssigkeit und Salzen nicht ausgeglichen, weil man nicht genug trinkt, kommt es zum Kreislaufversagen.

Der seltenere Hitzschlag oder Hitzeschock tritt bei feuchtheißer, schwüler Witterung auf, besonders wenn mand zu warm angezogen ist. Ist nämlich die Schweißabgabe durch ungeeignete Kleidung oder hohe Luftfeuchtigkeit nicht möglich, kommt es im Körper zu einem Wärmestau. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad an, weil die Kühlsysteme überfordert sind. In unseren Breiten tritt der eventuell tödliche Hitzschlag meist bei Babys auf, die längere Zeit in einem völlig überhitzten, parkenden Auto verbringen mussten. Die Gefahr besteht aber auch in überhitzten geschlossenen Räumen (Hallensport). Besonders gefährlich sind Ausdauersport (Langstreckenlauf, Radtouren) und überlange sportliche Aktivitäten (Fußballspiel mit Verlängerung, langes Tennismatch).

Tipp: An heißen Tagen sollten Sie sofort hellhörig werden, wenn Ihr Kind unleidlich wird und zu quengeln beginnt. Oft ist es dann von der Hitze erschöpft und braucht etwas zu trinken sowie Ruhe an einem möglichst schattigen, kühlen Ort.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Typisch für den Hitzschlag sind folgende Symptome:

  • anfangs hochroter Kopf, dann Haut am gesamten Körper gerötet, heiß und trocken
  • stumpfer Gesichtsausdruck, taumelnder, unsicherer Gang
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • hohe Körpertemperatur (Fieber über 38 °C)

Die Erstmaßnahmen ähneln denen beim Sonnenstich: Rufen Sie bei einem Hitzschlag immer sofort den Arzt. Bringen Sie Ihr Kind an einen kühlen, schattigen Platz. Legen Sie es mit erhöhtem Oberkörper auf den Rücken, sofern es nicht bewusstlos ist. Ziehen Sie Ihr Kind aus oder öffnen Sie zumindest seine Kleidung. Kühlen Sie die Haut mit feuchten Tüchern (Wasser nicht zu kalt, etwa 20 °C), die Sie regelmäßig wechseln. Duschen Sie Ihr Kind nicht kalt ab, das könnte zu einem Schock führen. Unterstützende homöopathische Behandlung mit Belladonna wie beim Sonnenstich. Gönnen Sie Ihrem Kind an diesem und am nächsten Tag Bettruhe. Auch an den folgenden Tagen sollte es geschont werden.

Tipps für ein gesundes Training bei Hitze

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  • Bei Hitze Tempo runter. Denn Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit belasten Ihren Körper bereits. Ein zu intensives Training provoziert dann Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwächegefühle und Muskelkrämpfe. Es empfiehlt sich, bereits ab Temperaturen von 20 Grad kürzer, langsamer und vorsichtiger zu trainieren.
  • Kein Sport in der prallen Sonne. Vorsicht bei Sport zwischen 12 und 15 Uhr: Zu dieser Zeit ist die Sonneneinstrahlung besonders intensiv und ein Training daher ungünstig.
  • Schützen Sie Ihren Kopf vor UV-Strahlung. Tragen Sie eine luftdurchlässige Kappe. Legen Sie Ihre Kopfbedeckung vor dem Sport in den Kühlschrank: Ein kühler Kopf erleichtert Ihnen Sport bei Hitze.
  • Bevorzugen Sie helle Kleidung, die weniger Sonnenstrahlen aufnimmt als dunkle Stoffe. Wählen Sie luftige Kleidung mit Funktionsfasern. Sie saugt den Schweiß nicht auf und bildet so eine kühlende Schutzschicht.
  • Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt. Wer den ganzen Tag über nichts trinkt, kann das Flüssigkeitsdefizit nur schwer durch Herunterschütten einer großen Wasserflasche am Abend ausgleichen. Ideal ist es, wenn Sie über den Tag verteilt etwa stündlich ein kleines Glas Wasser (150 Milliliter) trinken. Wichtig: Wenn Sie Durst verspüren, fehlt Ihrem Körper bereits Flüssigkeit.

Sommergefahr: Insektenstiche im Mund- und Rachenraum

Schönes Wetter zieht auch ungeliebte Plagegeister an wie beispielsweise Wespen, deren Stiche allseits gefürchtet sind. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, die erste Regel lautet: Wenn Ihnen eine Wespe zu nahe kommt, Ruhe bewahren und keinesfalls nach den kleinen Biestern schlagen, denn dann können sie richtig wütend werden.

Wenn Sie gestochen wurden, ist das äußerst schmerzhaft, aber bei Weitem nicht lebensgefährlich, außer Sie wurden in den Mund oder Rachen gestochen beziehungsweise Sie sind gegen Wespenstiche allergisch. Bei harmlosen Stichen entfernen Sie den Stachel vorsichtig mit einer feinen Pinzette. Drücken Sie bitte nicht an der Stichstelle herum, denn dann verbreitet sich das Gift. Waschen Sie stattdessen mit lauwarmen Seifenwasser ab oder reinigen Sie das betreffende Hautareal mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke. Danach kühlen Sie den Stich und halten Sie den betroffenen Körperteil möglichst ruhig. Finger weg vom Stich. Nicht kratzen, auch wenn es juckt.

Erste Hilfe bei Stichen in Mund und Rachen

Wenn Sie eine Wespe oder Biene verschluckt haben beziehungsweise in Mund oder Rachen gestochen wurden (z. B. weil das Tier von Ihnen unbemerkt an Ihrem Kuchen saß oder in Ihrem Getränk paddelte), ist das ein akuter Notfall. Sie bekommen durch das Anschwellen der Schleimhäute und durch die Verengung der Atemwege rasch Luftnot und drohen zu ersticken. Dadurch geraten Sie in Panik und laufen blau an. Sie sollten umgehend den Notarzt rufen oder besser noch rufen lassen oder gleich in die nächste Klinik fahren. Beachten Sie auch diese Tipps:

  • Versuchen Sie, bis zum Eintreffen des Notarztes ruhig zu bleiben. Wenn jemand anderes gestochen wurde, versuchen Sie, ihn zu beruhigen.
  • Öffnen Sie enge Kragen, Hemden und Gürtel.
  • Lutschen Sie Eiswürfel.
  • Trinken Sie aber nichts, denn da besteht die Gefahr, dass Sie sich verschlucken und ersticken.
  • Wenn Sie allergisch gegen Stiche sind, sollten Sie immer Ihr Notfallset dabei haben. Lassen Sie sich dieses von Ihrem Hautarzt zusammenstellen.

Das sind die Symptome einer allergischen Reaktion oder von Massenstichen (zum Beispiel 30 bis 40 Wespenstiche):

  • Fieber mit Schüttelfrost
  • Atemnot
  • Übelkeit, Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • hochroter Kopf
  • Juckreiz
  • Schwindel

Auch in diesem Fall müssen Sie sofort den Notarzt rufen, Denn sonst kann es zum allergischen Schock kommen, der innerhalb weniger Minuten tödlich enden kann.

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Alte Kommentare
  • shanie schrieb am 20.05.2014, 23:03 Uhr

    Super Artikel,kann man auch als Erwachsener der ein grosses wissen hat noch einiges dazu lernen. danke an den Verfasser,so werden meine Kids sicher besser durch den Sommer kommen