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Schuppenflechte: Wetter hat wenig Einfluss auf Verlauf

Die Hautkrankheit Schuppenflechte gilt als nicht heilbar, lässt sich aber inzwischen gut behandeln, unter anderem mit Biologika: So blockieren Medikamente mit dem Wirkstoff Secukinumab gezielt bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe und lindern so die Beschwerden um bis zu 90 Prozent. Aber welchen Einfluss hat das Wetter auf den Schweregrad einer Schuppenflechte? Das wollten Wissenschaftler der Universitätsklinik Eppendorf in Hamburg in einer Studie herausfinden. Ergebnis: Die Wirkung der Sonne auf die erkrankte Haut ist gering.

Eigentlich heißt es ja, schönes Wetter ist gut für die Seele – und den Körper. Wärme und UV-Strahlen sind verantwortlich für verschiedene Reaktionen des Körpers: Unter anderem werden vermehrt Glückshormone (Endorphine) und Vitamin D produziert, und ein etwas erhöhter Herzschlag sorgt für eine bessere Durchblutung. Auch wer an Hautkrankheiten leide, der würde von den Sonnenstrahlen profitieren, so zumindest die Expertenmeinung bis dato.

Neue Studie der Uni-Klinik Hamburg Eppendorf

Doch genau dies muss jetzt in Zweifel gezogen werden. Ein Team von Wissenschaftlern der Hamburger Uni-Klinik in Eppendorf (UKE) hat in einer Studie die Zusammenhänge zwischen dem Schweregrad der Psoriasis und den vorherrschenden Wetterbedingungen untersucht. Bei der Studie werteten die Ärzte die Krankendaten von 4650 an mittelschwerer oder schwerer Psoriasis erkrankten Patienten über einen Zeitraum von acht Jahren aus. Die Erkrankten wurden regelmäßigen Befragungen und Untersuchungen unterzogen, um zu bestimmen, inwieweit die Krankheit anhängig von Durchschnittstemperatur, Niederschlag und Sonnenstunden verläuft. Das Team präsentierte seine Ergebnisse im April 2017 auf der Haupttagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin.

Zwei Verfahren für die Analyse

Zwei Analyseverfahren kamen bei der Untersuchung zur Anwendung: Der PASI (Psoriasis Area and Severity Index) und der VAS-Score (Visual Analog Scale). Beim PASI wird der menschliche Körper in vier Bereiche unterteilt – Kopf, Arme, Körperstamm und Beine – und der Grad der Erkrankung in einer 7-Punkte-Skala. Je größer die von der Schuppenflechte befallene Region der Haut, desto höher der PASI. Beim VAS-Score ordnen die Patienten den Grad ihrer Erkrankung von 0 bis 10 selbst ein: Je schlechter das Krankheitsbild, desto höher fällt entsprechend der VAS-Score aus.

Im jahreszeitlichen Verlauf kam es beim PASI und beim VAS nur zu geringen Ausschlägen. Bei Wärme ging es den Patienten etwas besser, bei Kälte etwas schlechter. Dabei führten Temperarturschwankungen auf der jeweiligen Skala aber nur zu einer Differenz von 0, 9 Punkten. Sowohl aus ärztlicher Sicht als auch aus der Sicht der Patienten hat das Wetter also nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Krankheit.

Schuppenflechte Wetter, Strand, Meer, Sonne© pixabay - sasint

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