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Nesselsucht: Wenn beim winterlichen Sport die Haut juckt

Die guten Vorsätze sind da: Nach den endlosen Schlemmereien über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel soll es dem Winterspeck an den Kragen gehen. Mit Joggen, Fahrradfahren oder Einheiten im Fitnessstudio. Aber einige von uns kämpfen im Anschluss an die Übungen mit geschwollener Haut, Quaddeln und Juckreiz. Dahinter kann eine Hauterkrankung stecken: die Nesselsucht.

Nesselsucht, auch Urtikaria genannt, ist eine Hauterkrankung, die in vielen Fällen auf einer allergischen Reaktion beruht. Grundsätzlich unterscheiden Mediziner drei Arten von Nesselsucht:

  • akute (spontane) Urtikaria
  • chronisch spontane Urtikaria
  • chronisch induzierbare Urtikaria

Die beiden spontanen Urtikaria-Arten treten ohne offensichtlichen Auslöser auf, bei der chronisch induzierbaren Form jedoch sind es bestimmte Reize, die die Nesselsucht immer wieder heraufbeschwören. Sie wird daher zur besseren Übersicht weiter unterteilt in:

  • cholinergische Urtikaria
  • Kälteurtikaria
  • Druckurtikaria
  • Vibrationsurtikaria
  • Lichturtikaria
  • Urtikaria factitia
Nesselsucht bei kleinem Jungen

Sport im Winter
© unsplash, ben-white

Für den Sport im Winter sind die beiden erstgenannten Formen die relevantesten. Bei der cholinergischen Urtikaria entstehen die Symptome durch eine Erhöhung der Körpertemperatur. Das kann durch Schwitzen, Hitze oder auch einfach nur Stress erfolgen. Häufiges Symptom bei einer cholinergischen Nesselsucht ist eine gerötete Haut, die von etwa stecknadelkopfgroßen Quaddeln übersät ist – diese treten vor allem an Armen, Beinen, Brust und Bauch sowie auf dem Rücken auf. Bei Abkühlung des Körpers klingen die Symptome meist wieder rasch ab.

Wer an dieser Form der Nesselsucht leidet, sollte generell, also auch beim Sport, darauf achten, dass die Kleidung locker und nicht zu eng anliegt. Bei einem akuten Urtikaria-Schub können das Ausziehen von Kleidungstücken, ein Abkühlen an der frischen Luft, ein Kaltgetränk oder spezielle Cremes helfen, die Symptome zu lindern. Wird die Nesselsucht durch psychische Reize wie Stress ausgelöst, kann der behandelnde Arzt ein Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis verschreiben.

Die Kälteurtikaria springt dagegen auf kalte Luft, kalte Flüssigkeiten oder kalte Gegenstände an. Wo die Temperaturgrenze bei dieser Form der Nesselsucht liegt, ist von Patient zu Patient verschieden – bei einigen genügt bereits ein kalter Schweißfilm auf der Haut, um die Urtikaria auszulösen. Die Quaddeln entstehen meist nach einigen Minuten und können den Betroffenen für einige Stunden quälen.

Menschen mit einer Kälteurtikaria müssen im Winter besonders auf den Schutz der Haut achten, gerade bei sportlicher Betätigung unter freiem Himmel. Abhängig vom Grad der Nesselsucht sind das Tragen von Handschuhen oder einer Skimaske hilfreich.

Bei beiden geschilderten Formen der Urtikaria verordnen Ärzte häufig Antihistaminika, um die Symptome zu lindern beziehungsweise zu unterdrücken. Zeigen derlei Therapien keine oder nicht ausreichende Erfolge, kann die Nesselsucht mit sogenannten Biologika behandelt werden. Dazu gehört auch der Wirkstoff Omalizumab, der ursprünglich gegen allergisches Asthma entwickelt wurde. Omalizumab wird Betroffenen einmal im Monat injiziert.

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