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8. Türchen: Festtagsschlemmen trotz Intoleranz

Nahrungsmittelintoleranzen sind auf dem Vormarsch. Damit steigt auch die Anzahl der davon betroffenen Diabetiker. Bis zu 90 Prozent ahnen nichts von ihrer Krankheit. Dann drohen Mangelerscheinungen und sogar Krebs.

Weihnachtliche Nüsse, Früchte und Kekse© Adobe Stock

Laktoseintoleranz (Häufigkeit 1:7)

Laktose ist Milchzucker und besteht aus Galaktose und Glukose. Milch und Milchprodukte enthalten Laktose. Die Lebensmittelindustrie benutzt gerne Laktose, um Produkten ein größeres Volumen und Gewicht zu geben. Zudem verstärkt Laktose den Geschmack und lässt Nahrungsmittel knusprig braun werden. Deswegen finden Sie Milchzucker auch in industriell hergestellten Pommes frites.

Für den Abbau der Laktose ist das Enzym Laktase zuständig. Es gibt drei unterschiedliche Arten einer Laktoseintoleranz. Im Alter lässt die Verträglichkeit für Laktose generell nach (primäre Laktoseintoleranz). Wenn der Laktasemangel angeboren ist, sprechen Ärzte von einer Alactasie. Wenn andere Krankheiten (z. B. Sprue oder Dünndarmerkrankungen) zu einer Milchzuckerunverträglichkeit führen, ist das eine sekundäre Laktoseintoleranz.

Laktoseintoleranz© creatix - Fotolia

Klassische Symptome

Akne, Hautprobleme, Unruhe, Gliederschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Müdigkeit, Schlafstörungen, Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit

Möglichkeiten der Diagnose

  • Wasserstoff-Atemtest: Laktoseintoleranz führt zu mehr Wasserstoff im Atem. Der Test dauert drei Stunden.
  • Gentest: relativ neues Verfahren, leider sehr teuer; wird selten angeboten

Tipps für Diabetiker

  • Versuchen Sie, zwei Monate lang ohne Milchprodukte zu leben. Der Schuss Milch im Frühstückskaffee ist hiervon ausdrücklich ausgenommen. Wenn es Ihnen nach diesen zwei Monaten gesundheitlich besser geht, haben Sie zumindest eine leichte Form von Laktoseintoleranz.
  • Diese Form der Unverträglichkeit ist gar nicht so selten und wird im Alter häufiger. Sie können künstliche Laktase als Medikament einnehmen (z. B. Avitale Lactase 3500 FCC).
  • Essen Sie viel Grünkohl, Spinat, Brokkoli und Kartoffeln, damit Sie ohne Milch keinen Kalziummangel erleiden. Meist werden Joghurt, Buttermilch, Quark, Kefir, Butter und gereifter Käse in kleinen Mengen vertragen. Laktosefreie sowie Soja- und Kokosmilch sind Alternativen.

Histaminintoleranz (Häufigkeit 1:50)

Histamin steckt in fast allen lebenden Organismen. Es ist ein ganz wichtiges Hormon und ein Botenstoff für unsere Zellen. Bei einer Allergie wird Histamin schlagartig freigesetzt. Das Hormon wird im menschlichen Körper durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Menschen mit einer Histaminintoleranz haben zu wenig oder gar kein DAO im Körper.

Klassische Symptome

Augenjucken, Niesen, Kreislaufprobleme, Schwindel, Herzrasen, Kopfschmerzen, Migräne, Schwellungen, Quaddeln, Juckreiz, Ausschlag, Hautrötungen, aber auch Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall

Möglichkeiten der Diagnose

Sehr schwer zu diagnostizieren, nicht im Blut- oder Hauttest nachzuweisen. Eine längerfristige histaminarme Diät mit einer anschließenden Provokation gibt Hinweise.

Tipps für Diabetiker

Sie können Histamin nicht vollständig aus dem Weg gehen. Verzichten Sie auf Rotwein und lange gereiften Hartkäse (z. B. Emmentaler). Gleiches gilt für Schokolade, Tomaten, Wurst, Fischkonserven, Erdbeeren, Soja und Sauerkraut.

Fruktoseintoleranz (Häufigkeit 1:3)

Fruktose ist Fruchtzucker. Natürlicherweise kommt er in Obst, Gemüse und Honig vor. Die Industrie liebt Fruktose, besonders die isolierte Fruktose. Zu viel Fruktose schädigt Ihre Leber und hebt Ihren Blutzuckerpegel. Ganz selten kommt die echte (heriditäre) Fruktoseintoleranz vor (Häufigkeit 1:20.000). Dann fehlt ein spezielles Enzym in der Leber. Sehr viel häufiger beruht eine Fruktoseintoleranz auf einer schlechten Aufnahme der Fruktose über das Verdauungssystem.

Klassische Symptome

Übelkeit, Blähungen, Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall oder zu weicher Stuhl; daneben kann es zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen kommen.

Möglichkeiten der Diagnose

Ihr Arzt führt den Wasserstoff-Fruktose-Atemtest oder sogar einen Gentest durch. Sie selbst könnten einen Provokations-Test „wagen“: Trinken Sie morgens auf nüchternen Magen lediglich ein Glas Apfelsaft. Bekommen Sie bis zum Mittagessen massive Verdauungsprobleme, haben Sie eine Fruktoseintoleranz.

Tipps für Diabetiker

Verzichten Sie unbedingt auf isolierte Fruktose in industriell hergestellter Nahrung. Ein paar Gramm Obst am Tag vertragen fast alle Patienten. Als Diabetiker dürfen Sie keinen Traubenzucker zum Obst geben, um die Fruktose verträglicher zu machen. Meiden Sie Sorbit, Mannit, Isomalt und Xylit. Tabletten mit dem Enzym Glukose-Isomerase (z. B. Fructaid) können helfen. Sie müssen dann die Fruktose wie Glukose berechnen.

Glutenunverträglichkeit (Häufigkeit 1:100)

Gluten steckt in vielen Getreidearten, vor allem in Weizen. Aber auch Roggen, Dinkel, Gerste, Emmer, Grünkern und Hafer enthalten Gluten. Es handelt sich um ein Eiweiß, das im wahrsten Sinne des Wortes „klebt“. Deswegen lieben Bäcker diesen Weizen. Die Nahrungsmittelindustrie setzt Gluten gerne als Bindungs- oder Lockerungsmittel ein.

Eine Glutenunverträglichkeit ist gleichbedeutend mit der Autoimmunkrankheit Zöliakie (Sprue). In diesem Fall zeigt der Dünndarm mikroskopische Veränderungen seiner Schleimhaut. Daneben können Sie auch eine Glutensensitivität haben. Dann fehlen Ihnen die Antikörper gegen Gluten. Die Diagnose einer Glutensensitivität kann somit nur als Ausschlussdiagnose gestellt werden.

Klassische Symptome

Mangelerscheinungen (Eisen, Zink, Folsäure, Kalzium oder Vitamin D), erhöhte Leberwerte, neurologische Probleme, Depressionen, Migräne, Entzündungen der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen und Müdigkeit

Möglichkeiten der Diagnose

  • Nachweis von Antikörpern gegen Gluten

Tipps für Diabetiker

Es gibt keine Heilung bei einer Zöliakie. Doch wenn Sie sich für den Rest Ihres Lebens glutenfrei ernähren, regeneriert sich die Darmschleimhaut und dann verschwinden auch die Symptome.

Rezept für Diabetiker: Schoko-Mandel-Küsse

Zutaten (für etwa 40 Küsse):

  • 300 g glutenfreies Maismehl (z. B. Kuchen- und Kekse-Mix der Firma Schär)
  • 100 g gehackte und geschälte Mandeln
  • 100 g geriebene Bitterschokolade (70 Prozent)
  • 150 g Butter
  • 120 g Erythrit
  • 1 Prise Salz
  • 1 Tütchen Bourbon-Vanillezucker
  • 1 Esslöffel Kakao
  • 3 Eier
  • ½ Fläschchen Bittermandelaroma
  • 4 Esslöffel Mandellikör (Amaretto)
  • 1 Teelöffel gemahlene Flohsamenschalen
  • 2 Teelöffel Weinstein-Backpulver
  • 1 Beutel dunkle Schokoglasur

Zubereitung

  • Rösten Sie die gehackten Mandeln zehn Minuten im Backofen bei 150 Grad, bis sie hellbraun sind.
  • Reiben Sie die Schokolade und mischen Sie sie mit den Mandeln. Rühren Sie die Butter mit dem Erythrit, dem Salz, dem Vanillezucker und dem Bittermandelaroma schaumig.
  • Geben Sie nach und nach die drei Eier dazu.
  • Vermischen Sie das Mehl, das Backpulver, die Mandel-Schoko-Mischung, den Kakao sowie die Flohsamen mit dem Mandellikör und geben Sie alles zu der Buttermasse. Verrühren Sie den Teig gründlich.
  • Dann geben Sie den Teig in einen Spritzbeutel.
  • Legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus und formen Sie 40 kleine Häufchen. Streichen Sie die Häufchen mit Ihren nassen Fingern glatt. Den Backofen haben Sie zuvor mit Unter- und Oberhitze auf 170 Grad vorgeheizt.
  • Lassen Sie die Schoko-Mandel-Küsse zwölf Minuten lang backen.
  • Nehmen Sie die Bleche heraus, heben Sie die Plätzchen vom Backpapier und lassen Sie sie auf einem Gitterrost auskühlen.
  • Währenddessen erwärmen Sie die Schokoladenglasur.
  • Füllen Sie die flüssige Glasur in einen Gefrierbeutel ein. Schneiden Sie eine Ecke des Gefrierbeutels ab und träufeln Sie die Glasur kreuz und quer über die Plätzchen.

Nährwertangaben (pro Plätzchen):

  • 72 Kalorien
  • 6 g Fett
  • 2 g Proteine
  • 6 g Kohlenhydrate
  • 0,5 Broteinheiten
  • 1 g Ballaststoffe
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