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20. Türchen: Tipps für eine gesunde Verdauung auch an Weihnachten

Diese Leidensgeschichte ist leider kein Einzelfall: Klaus-Werner R., 62 Jahre, klagte lange Zeit über ein immer wiederkehrendes Druckgefühl in der Herzgegend. Atemnot und Angstzustände kamen hinzu. EKG-Untersuchungen zeigten keinen Befund. Das Herz von Klaus-Werner wurde als gesund eingestuft, doch die Probleme blieben. Ganz besonders schlimm war der Herzdruck letztes Jahr an Weihnachten kurz nach dem leckeren Gänsebraten seiner Frau. Es war so arg, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Glück im Unglück: Dort bekam er endlich die richtige Diagnose. Klaus-Werner R. leidet unter dem Roemheld-Syndrom.

Winter© Adobe Stock

Mögliche Symptome des Roemheld-Syndroms

  • Beklemmunsgefühl in der Brust
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • sinkender Blutdruck
  • Schwindel
  • Hitzewallungen
  • ständiges Aufstoßen
  • Angstzustände
  • Panikattacken

Das Fatale: Die Ursachen des Roemheld-Syndroms liegen gar nicht beim Herzen (obwohl die meisten Symptome darauf hindeuten), sondern im Magen-Darm-Bereich. Das erkennen selbst Ärzte nicht immer richtig. Sie stellen entweder gar keine oder mitunter eine falsche Diagnose (z. B. Angina pectoris oder Herzinfarkt). Und das bringt letztendlich eine falsche Therapie mit sich – eine Tortur für die Betroffenen.

Die Ursache: Zu viel Gas in Magen und Darm

Doch wie kann es zu den falsch gedeuteten Symptomen kommen? Bei Menschen mit Roemheld-Syndrom entstehen übermäßig viele Gase in Magen und Darm. Diese Gase drücken auf ihr Zwerchfell. Dadurch wird es in der Brustgegend eng, meist auf der linken Körperseite. Das Herz wird mehr oder weniger stark eingedrückt. Die Betroffenen geraten nicht selten in Panik: Atemnot oder Herzrasen sind Begleiterscheinungen. Der süddeutsche Arzt Ludwig von Roemheld (1871 bis 1938) war der Erste, der diesen Zusammenhang erkannte.

Das kann die übermäßige Gasansammlung auslösen

  • zu üppiges Essen
  • sehr fettiges Essen
  • verschluckte Luft
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • sehr ballaststoffreiche Kost
  • verlangsamte Darmtätigkeit
  • Schleimhautentzündungen im Magen und Darm
  • Nahrungsmittelintoleranzen (z. B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz)
  • gestörte Gallenblasenfunktion

Dennoch leidet nicht jeder mit Blähungen unter dem Roemheld-Syndrom. Dass sich die Gasbildung so massiv auswirkt, liegt häufig an besonderen körperlichen Bedingungen: Vor allem Menschen mit verlängertem Dickdarm sind betroffen. Aber auch Übergewicht begünstigt Roemheld: Ist es im Bauchraum ohnehin sehr eng, können große Gasmengen schnell „nach oben“ drücken.

Werden Sie selbst aktiv!

Kommt es bei Ihnen nach dem Essen zu den typischen Roemheld-Symptomen, sollten Sie Ihren Arzt gezielt darauf ansprechen. Vergewissern Sie sich aber auch, dass Sie tatsächlich nicht an einer Herzerkrankung leiden. Bestehen Sie also auf einem EKG, einem Herz-Ultraschall oder einem Kardio-MRT. Medikamentös behandeln Ärzte das Roemheld-Syndrom mit verdauungsfördernden Arzneimitteln. Eingesetzt werden die Wirkstoffe Dimeticon (z. B. sab simplex) oder Simeticon (z. B. in Lefax®). Die zwölf wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen finden Sie im Kasten unten:

Hilfetipps

Der gute Rat am Schluss: Vielleicht machen Sie es so wie Klaus-Werner R., der beschlossen hat, dieses Weihnachten viel spazieren zu gehen. Bewegung unterstützt nämlich die Verdauung und unterbindet die massive Gasbildung. Wenn er dann noch etwas zurückhaltender zulangt, verursacht die Weihnachtsgans in diesem Jahr ganz sicher keinen Druck in der Herzgegend.

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