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18. Türchen: So bleibt das Fest der Liebe stressfrei und harmonisch

Schon Wochen vor den Festtagen führen uns die Medien in anrührenden Bildern vor, wie glückliche Familien gemeinsam unter dem Tannenbaum sitzen. Doch die Realität sieht anders aus: Jeder Zehnte ist am Heiligen Abend alleine und enttäuscht.

Aktuelle Krankenhausdaten zeigen, dass an den Weihnachtstagen ein Drittel mehr Menschen mit einem Herzinfarkt in Kliniken eingeliefert werden als im Jahresdurchschnitt. Woran liegt das? Die Hauptursache dafür ist nach übereinstimmender Meinung aller Experten Stress. Ganz oben auf der Liste steht hier der Stress, der entsteht, wenn man versucht die Erwartungen der Familie und Freunde zu erfüllen. Genauso groß ist allerdings auch der Stress, wenn die Erwartungen an Freunde und Familie nicht erfüllt werden.

Frohe Weihnachten© Adobe Stock

Weihnachten soll einfach schön und harmonisch sein

Zu keiner Zeit im Jahr gibt es so viel Streit wie an den Weihnachtstagen. Das liegt auch daran, dass es zum Weihnachtsfest ein „Muss“ ist, sich zu freuen. Wenn man sich aber nicht freuen kann und die idealisierten Vorstellungen nicht der Realität entsprechen, sind in den eigenen Gedanken die Anderen schuld daran. Schon ist der Zündstoff gelegt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Beisammensein an den Weihnachtstagen quasi eine Pflicht ist. Die ungewohnte Nähe und das zwangsweise Beieinandersitzen erlauben keinen Rückzug und werden nicht selten als Bedrängung empfunden.

So vermeiden Sie Enttäuschungen

Wir können nur enttäuscht werden, wenn wir vorher eine Erwartung gehabt haben wie eine bestimmte Situation verlaufen oder wie sich bestimmte Personen verhalten sollen. Vielleicht stellen Sie sich vor, wie Sie gemeinsam mit Kindern und Enkelkindern oder mit einem liebenden Partner die Feiertage verbringen.

Wenn dann die Kinder lieber den Urlaub unter Palmen bevorzugen als mit der Mutter unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen, Ihr Partner Ihnen eine praktische Küchenmaschine schenkt oder wenn Sie gar keinen Partner haben, ist der Katzenjammer vorprogrammiert. In jedem Fall wird es das Weihnachtsfest Ihrer Kindheit nicht mehr geben und es ist besser, wenn Sie sich von diesen Erwartungshaltungen lösen.

Was wüschen Sie sich zu den Festtagen?

Je mehr Erwartungen Sie daran haben, wie die Feiertage zu sein haben, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, enttäuscht zu werden, und Sie fühlen sich als Opfer. Wenn Sie allerdings die Erwartungen und Forderungen in Wünsche umformulieren, ist die Nichterfüllung erheblich weniger schmerzhaft. Nicht erfüllte Erwartungen führen zwangsläufig zu Enttäuschungen, nicht erfüllte Wünsche schlimmstenfalls zu neuen Wünschen.

Mit diesen Gedanken wird die Erwartung zum Wunsch

  • „Ich würde mir wünschen, am Heiligabend bei meinen Kindern zu sein.“
  • „Ich würde mich sehr freuen, wenn mein Partner ein persönliches Geschenk für mich hätte.“
  • „Ich möchte die Feiertage so gerne mit einem Partner verbringen.“

Wenn der Wunsch unerfüllt geblieben ist, sind Sie nicht enttäuscht und können denken: „Schade, dass es nicht geklappt hat, es wäre schön gewesen.“ Auf diese Weise werden Sie frei davon, perfekt glücklich wie von der Werbung vorgegaukelt sein zu müssen.

Tannennadeln© Adobe Stock

Überlegen Sie sich Anti-Stress-Strategien

Damit die weihnachtlichen Tage nicht zur Nervenzerreißprobe werden, sollten Sie sich beizeiten Strategien überlegen, um Streit, schlechte Laune und Frustrationen zu vermeiden.

Diese Tipps helfen Ihnen, Streit zu vermeiden

  • Lassen Sie sich Freiräume und verlangen Sie von Ihrem Partner oder den Kindern keine permanente Anwesenheit.
  • Trinken Sie keine großen Mengen Alkohol, damit Sie nicht verleitet werden, Dinge zu sagen, die Sie später bereuen würden.
  • Laden Sie Familienmitglieder, die sich bei jeder Familienfeier streiten, nicht gemeinsam ein, sondern verteilen Sie die Besuche auf die Feiertage.
  • Vermeiden Sie Reizthemen. Was Sie das ganze Jahr über nicht klären konnten, müssen Sie Weihnachten nicht aufs Tapet bringen.
  • Wählen Sie bewusst Ihre Einstellung und lassen Sie sich von Anderen nicht runterziehen.

Und wenn es dann doch zu Enttäuschungen und Streit gekommen ist, muss das nicht das Ende der Weihnachtsharmonie sein. Psychologen wissen: Zu Weihnachten werden Streitereien schneller vergessen und Versöhnungen finden viel leichter statt.

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