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17. Türchen: Die gesunden Heilkräfte der Mandeln

Mandeln sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Es müssen allerdings nicht unbedingt italienische Cantuccini, Zimtsterne oder Vanillekipferl sein. Mandeln lassen sich auch im Rahmen einer gesunden Rezeptur verarbeiten. Bieten Sie in diesen Tagen doch mal Mandelbrot als Adventsgebäck an.

Süße Weihnachten© Adobe Stock

Die Heilwirkung ist schon lange bekannt

Wenn Sie von Mandeln hören, dann denken Sie vielleicht, dass diese zu den Nüssen gehören. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich um Steinfrüchte. Der Mandelbaum gehört zu den Rosengewächsen und stammt ursprünglich aus Südostasien. Von dort aus verbreitete er sich bis zum Mittelmeerraum, wo die Mandel schon früh für ihre Heilwirkung geschätzt wurde.

Die alten Griechen in Delphi verbrannten das Harz des Mandelbaums beispielsweise bei Zeremonien, um damit Krankheitsgeister zu vertreiben. Auch im Mittelalter war die Frucht in unseren Gefilden für ihre Wirkung berühmt: So empfahl die Benediktinerin Hildegard von Bingen täglich zehn Mandelkerne zu verzehren, da diese die Gesundheit von Leber und Lunge fördern. Franziskanermönche brachten die Mandelbäume schließlich von Spanien nach Kalifornien, wo sich noch heute das größte Anbaugebiet befindet.

Eine Vielzahl gesunder Inhaltsstoffe

Mandeln sind reich an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen: Sie enthalten zum Beispiel die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium. Ferner besitzen sie pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und B-Vitamine sowie die Vitamine A, D und E. Außerdem liefern sie ungesättigte Fettsäuren und besitzen sekundäre Pflanzenstoffe, beispielsweise Schleimstoffe, die sich positiv auf die Verdauung auswirken.

Der Verzehr wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus

Einen positiven Nutzen haben zahlreiche Studien in den vergangenen Jahren belegen können. Im Jahr 2010 zeigten beispielsweise US-amerikanische Wissenschaftler der Universität für Medizin und Zahnmedizin in New Jersey, dass der regelmäßige Verzehr von Mandeln das „schlechte“ LDL-Cholesterin sinken lässt. Das war das Ergebnis einer Studie mit 65 Menschen, die rund 56 Gramm Mandeln täglich zu sich genommen hatten.

Mandeln senken LDL-Cholesterin

Dass der regelmäßige Verzehr von Mandeln den Cholesterinspiegel beeinflusst, bestätigt auch eine weitere Untersuchung von kanadischen Wissenschaftlern aus Ontario aus dem Jahr 2016. Demnach senken Mandeln den Wert für das „schlechte“ Cholesterin (LDL-Cholesterin). Auf das „gute“ Cholesterin (HDL-Cholesterin) haben sie indes keinen Einfluss.

Wie Mandeln genau wirken, ist noch nicht vollständig geklärt. Die kanadischen Forscher vermuten, dass die Kombination der Inhaltsstoffe den Blutfettspiegel verbessert. Sie geben in ihrer Studie an, dass man 45 Gramm Mandeln und mehr täglich zu sich nehmen sollte, um den LDL-Cholesterinwert günstig zu beeinflussen.

Mandeln stärken Ihre Knochen

Aber nicht nur auf den Cholesterinspiegel haben Mandeln Einfluss: Sie stärken auch Ihre Knochen. Kanadische Forscher der Universität von Toronto haben 2011 im Rahmen von Untersuchungen festgestellt, dass der Verzehr von 60 Gramm Mandeln am Tag die Knochendichte verbessert. Die Forschungsarbeit zeigte, dass die Freisetzung von Kalzium aus den Knochen beim regelmäßigen Verzehr von Mandeln herabgesetzt wird.

Mandeln beeinflussen Darmbakterien

Ebenfalls belegt ist eine förderliche Wirkung für den Darm. In einer Studie aus dem Jahr 2008 haben Forscher des Instituts für Nahrungsmittelforschung im englischen Norwich und der Universität im italienischen Messina untersucht, wie sich Mandeln auf zwei bestimmte Darmbakterien auswirken – genauer gesagt auf Bifidobakterien und das Eubacterium rectale. Beide kommen in einer gesunden Darmflora vor und unterstützen die Verdauung. Die Wissenschaftler haben Nährböden sowohl mit gemahlenen Mandeln als auch mit entfetteten gemahlenen Mandeln angereichert. Dann haben sie die Bakterien auf diesen beiden unterschiedlichen Nährböden ausgesetzt und beobachtet, wie die Mikroorganismen gedeihen.

Bei den normalen, nicht-entfetteten Mandeln kam es zu einem sehr starken Wachstum der nützlichen Bakterien. Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass sich die Fette der Mandeln positiv auf die Darmflora auswirken. Bereits 2003 haben kalifornische Forscher vom City of Hope Hospital in Duarte (USA) herausgefunden, dass Mandeln beim metabolischen Syndrom helfen. Damit fassen Mediziner verschiedene Symptome zusammen, die aufgrund von Stoffwechselstörungen entstehen. Dazu zählen unter anderem starkes Übergewicht, ein gestörter Fettstoffwechsel, ein erhöhter Blutzuckerspiegel und Bluthochdruck. In der Untersuchung der Forscher hat sich gezeigt, dass Mandeln übergewichtigen Personen beim Abnehmen helfen und unter anderem den Blutdruck senken.

Darmgesundheit© Adobe Stock – underdogstudios

Probieren Sie zur Abwechslung doch mal Mandelmus

Damit Mandeln ihre Wirkung komplett entfalten können, sollten Sie sie sehr gut zerkauen. Um sie verdaulicher zu machen, hilft es, sie beispielsweise vor dem Verzehr zu rösten oder sie mehrere Stunden in Wasser einzulegen. Aus Mandeln lässt sich Mandelmilch herstellen, die vor allem im Orient sehr beliebt ist. Dazu werden gemahlene Mandeln mit Wasser und Zucker vermengt. Die Milch ist mittlerweile auch bei uns im Handel erhältlich. Es gibt sogar Varianten, die nicht stark gesüßt sind.

Hierzulande erhalten Sie auch Mandelmus, das sich vielfältig in Ihren Speiseplan integrieren lässt. Beispielsweise um Soßen anzudicken, als Brotaufstrich (etwa mit einer Banane, Äpfeln oder Beerenfrüchten dazu) oder auch, um Desserts oder Kuchen zu verfeinern. Vor allem in der veganen Küche wird Mandelmus als Alternative für Milchprodukte geschätzt. Das Mus gibt es als helle und dunkle Variante. Das braune Mus besteht aus gerösteten Mandeln und deren Schale. Beim hellen Mus findet hingegen nur die blanchierte, weiße Mandel Verwendung.

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