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16. Türchen: Weihnachten, das Fest des Sitzens: Tipps für den Rücken

Alle Jahre wieder: Mit jeder Kerze, die Sie auf dem Adventskranz entzünden, wird es gemütlicher, entwickeln sich Plätzchen und Gänsebraten fast zu Hauptnahrungsmitteln. Sie treffen Freunde und Bekannte noch einmal im alten Jahr und an den Feiertagen die ganze Familie. Das Sitzen wird besonders an den Weihnachtstagen zur Hauptbeschäftigung, aber Ihr gesamter Organismus und besonders der Rücken leiden darunter. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie das vermeiden.

Figürchen Weihnachten© Adobe Stock

Nicht zu lange sitzen

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Bleiben Sie nicht zu lange unbewegt sitzen! Bewegen Sie sich an der adventlichen Kaffeetafel oder beim Weihnachtsessen ruhig ein wenig hin und her, lehnen Sie sich interessiert nach vorne oder gemütlich zurück. Recken Sie sich ab und an zur Seite, um etwas anzureichen. Stehen Sie immer wieder kurz auf, um etwas vom Beistelltisch oder aus der Küche zu holen.

Die richtige Sitzhaltung? Gibt es nicht!

Früher dachte man, eine aufrechte Haltung könne Rückenbeschwerden verhindern, die durch zu viel Sitzen ausgelöst werden. Inzwischen ist längst nachgewiesen, dass dies nicht stimmt. Denn auch das gerade Sitzen bringt für den Rücken dieselben Probleme mit sich wie krummes oder gebeugtes Sitzen. Der Knackpunkt ist nicht die Haltung an sich, sondern wie lange wir in einer Position verharren: Immer wenn Sie zu lange und starr in einer Haltung bleiben, fallen Ihre Rückenmuskeln ins Koma.

Das klingt dramatisch, und für Ihre Muskulatur ist es das auch. Denn sie wird nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Darauf reagiert sie mit Verspannungen, die umso schmerzhafter werden, je länger die Bewegungslosigkeit dauert. Sauerstoff und Nährstoffe gelangen aber nur dann in ausreichender Menge zu den Muskeln, wenn sie bewegt werden. Mit jeder Bewegung, sei sie noch so klein, aktivieren Sie den Blutfluss. Blut und Lymphe sind die Transportmittel für Sauerstoff und Nährstoffe im Körper ebenso wie für die Entsorgung von Abfallstoffen der Zellen.

Lebkuchen

Wichtig: Ausreichende Versorgung des Rückens

Damit Ihr Rücken gut versorgt ist, brauchen Sie nicht unbedingt Sport zu treiben. Es reicht, wenn Sie sich im Alltag viel bewegen und zwar den ganzen Tag über immer wieder: Nehmen Sie jede Treppe, die Ihnen begegnet. Erledigen Sie Dinge zu Fuß oder mit dem Rad. Recken, strecken und bücken Sie sich bei der Hausarbeit.

Damit Sie auch das Sitzen an den Feiertagen ohne Rückenbeschwerden gut hinter sich bringen, finden Sie hier einige wertvolle Tipps:

Verändern Sie Ihre Sitzhaltung

Wechseln Sie Ihre Sitzposition bewusst alle paar Minuten, so wie es eingangs schon beschrieben wurde. Denn die beste Sitzposition ist die nächste.

Machen Sie kleine Bewegungen während des Sitzens

Es gibt viele kleine Bewegungen, die Sie ganz unauffällig zwischendurch machen können:

  • Kreisen Sie mit Ihren Füßen.
  • Heben Sie im Wechsel Fußspitzen und Fersen an.
  • Strecken Sie die Beine abwechselnd aus.
  • Kippen Sie das Becken nach vorn und nach hinten.
  • Ziehen Sie die Schultern bewusst zwischendurch zu den Ohren oder weit nach hinten.
  • Kreisen Sie mit den Schultern.
  • Drehen Sie Kopf und Hals von rechts nach links und wieder zurück.
  • Drehen Sie sich mit dem ganzen Oberkörper zu Ihrem Sitznachbarn.
  • Verrücken Sie Ihr Gesäß auf die Stuhl- oder Sesselkante und später wieder zurück.

Stehen Sie auf

Stehen Sie ganz bewusst mindestens einmal pro Stunde auf. Vielleicht holen Sie etwas aus der Küche, dem Keller oder gehen zur Toilette. Nutzen Sie diese kurzen Wege, um sich zu recken und zu strecken. Beugen Sie sich auch mit dem ganzen Oberkörper nach unten und lassen Sie die Arme hängen. Vielleicht haben Sie auch Lust, ein wenig zu hüpfen.

Lassen Sie die Geschenke zunächst einmal im Auto oder in einem anderen Zimmer und holen Sie sie erst später. Schon haben Sie sich kurz bewegt. Telefonieren Sie im Stehen, wenn Sie Ihre Weihnachtswünsche am Telefon überbringen.

Wechseln Sie die Sitzgelegenheit

Wechseln Sie vom Stuhl aufs Sofa oder auf einen Sessel. Tauschen Sie gelegentlich mit anderen Ihr Sitzmöbel. Sie werden überrascht sein, wie gut die Resonanz ist, wenn Sie fragen: „Ich möchte gerne mal etwas anders sitzen. Tauscht jemand mit mir den Platz?“

Rückenschmerzen

Gehen Sie spazieren

Der klassische Verdauungsspaziergang, der Weg zur Kirche oder ein Nachmittagsspaziergang vor dem üppigen Braten und dem Kuchengelage – all dies sind wunderbare Gelegenheiten, sich etwas länger zu bewegen. Auch gut und sehr besinnlich: ein Abendspaziergang durch Ihre Siedlung mit der weihnachtlichen Beleuchtung als Kulisse. All das wirkt auf Ihren Rücken wie eine Sauerstoff- und Nährstoffdusche.

Singen Sie Weihnachtslieder

Beim Singen atmen Sie tief ein und füllen Ihre Lungen mit Luft. So gelangt viel Sauerstoff ins Blut. Das klappt noch viel besser im Stehen. Also warum nicht die Weihnachtsstimmung mit einigen Weihnachtsliedern anheizen. Falls es zunächst nicht so schön klingt, lachen Sie darüber. Auch „schiefes“ Singen ist gut für den Körper und Lachen ist gut für Ihre Seele und Ihren Rücken, denn es entspannt.

Bleiben Sie entspannt und freuen Sie sich

Das Essen muss perfekt sein. Die Geschenke sollen jedem gefallen. Alles muss einwandfrei klappen. Mit solch hochgesteckten Erwartungen können Sie eigentlich nur verspannt mit Ihren Lieben am Tisch sitzen und Rückenschmerzen bekommen. Denn Stress geht direkt in den Rücken. Wenn Sie Ihre Erwartungen und Ihren Perfektionismus deutlich herunterschrauben, werden Sie innerlich lockerer und können sich viel mehr an diesem besonderen Zusammensein freuen. Das entspannt auch Ihren Rücken.

Und wenn etwas nicht klappt, dann lachen Sie darüber. In Erinnerung bleiben später nämlich nicht die perfekten Feste, sondern die lustigen und die, an denen etwas Besonderes passiert ist.

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