Zwangsleiden: Sie müssen es lernen, dem Zwang ins Auge zu schauen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Zwangsstörungen
vom 9. Februar 2012, 00:00 Uhr
GNL5356
Psychologen haben erkannt, dass die erfolgreiche Behandlung eines Zwangsleidens auf diesen drei Säulen fußt:
1. Die Konfrontation mit der angstauslösenden Situation: Der Zwang lässt sich nur bewältigen, wenn Sie ihm ins Auge schauen. Sie müssen es lernen, die „aufdringlichen" und zwanghaften Gedanken und die daraus resultierenden quälenden Reaktionen Ihrer Seele und Ihres Körpers auszuhalten und zu überwinden. Bei dieser Konfrontation müssen Ihnen Experten (beispielsweise Neurologen, Psychiater, Psychotherapeuten) zur Seite stehen. Es geht dabei letztlich um die Frage: Wo liegt die Ursache Ihres Problems?
2. Kognitive Verhaltenstherapie: Wenn Sie Ihre quälenden Gedanken dingfest gemacht haben, werden Sie in der Therapie immer wieder damit konfrontiert - bis es zu einer Abnahme Ihrer Angst und Unruhe kommt. Die dabei auftauchenden Gefühle werden mit dem Therapeuten gemeinsam bearbeitet. Sie sollen dadurch lernen, Ihre Gedankenmuster und die Bedeutung für Sie zu verändern. Das wird wieder und wieder geübt.
3. Änderung Ihres Lebensstils: Sie müssen es allmählich wieder lernen, ein normales und gesundes Leben zu führen. Denn der Zwang hat dieses wahrscheinlich völlig durcheinander gebracht. Der Therapeut wird Ihnen beispielsweise helfen, Strategien zu finden, wie Sie Ihren Alltag wieder besser bewältigen und mit Stresssituationen umgehen. Wie können Sie Ihre Freizeit sinnvoll gestalten und das Leben wieder genießen lernen? Erleichterung verschafft Ihnen dabei vor allem die bekannten Maßnahmen: regelmäßige Bewegung, viel frische Luft, ausreichend Entspannung und ganz besonders die Wiederaufnahme der soziale Aktivitäten.