Zunächst stand die Steviapflanze unter Krebsverdacht
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Stevia
vom 1. Dezember 2011, 06:00 Uhr
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Viele Länder haben sich mit der Zulassung von Stevia zunächst schwergetan. Denn lange Zeit standen die Stevioglykoside im Verdacht, Krebs zu fördern. Im Tierversuch hatte sich gezeigt, dass diese sekundären Pflanzenstoffe in großen Mengen bösartige Tumore auslösen können. An der Studie wurden jedoch zwei Dinge kritisiert: Zum einen waren viel zu große Mengen zum Einsatz gekommen, die für Menschen mit einem normalen Geschmacksempfinden nicht mehr erträglich sind. Zum anderen war die Studie von einer Firma für Konkurrenzprodukte (z. B. dem künstlichen Süßstoff Aspartam) finanziert worden.
Inzwischen ist der Pflanzensüßstoff vom Krebsverdacht freigesprochen worden. Die europäische Sicherheitsbehörde für Lebensmittel, die European Food Safety Authority (EFSA), hat Stevia nun positiv bewertet. Sie weist daraufhin, dass die Stevioglykoside in weiteren toxikologischen Tests keine giftigen, krebserregenden oder negativen Hinweise gezeigt hätten. Damit stand einer generellen Zulassung nichts mehr im Wege. Die EFSA empfiehlt als Richtlinie für den täglichen Verzehr den Genuss von 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten. Insgesamt sollten Sie nicht mehr als 250 Milligramm am Tag zu sich nehmen.
Bereits kurze Zeit zuvor hatte das bayerische Verwaltungsgericht in München entschieden, dass aus Stevia gekochter Tee als Süßungsmittel für Joghurt verwendet werden dürfe. Dem vorausgegangen war ein Rechtsstreit der Andechser Bio-Molkerei und der Lebensmittelüberwachung des Landesamts Starnberg. Stevia war bis dahin unter anderem der EU nicht zugelassen, weil es unter die sogenannte Novel-Food-Verordnung für neue Lebensmittel fällt. Hersteller, die Stevia-Produkte als neues Lebensmittel auf dem Markt bringen wollen, müssen aufwendige und teure Zulassungsverfahren auf sich nehmen. Im Februar 2011 stellte die Andechser Bio-Molkerei den ersten Stevia-Joghurt vor. Allerdings war Stevia da noch nicht zugelassen. Das Argument der Molkerei: Bei dem zugesetzten Süßstoff handele es sich nicht um ein neu entwickeltes Lebensmittel, sondern um gängigen pflanzlichen Stevia-Tee. Das Gericht gab der Molkerei Recht.
Hier geht's zum vorigen Beitrag: Pflanzensüße Stevia zum Dezember generell zugelassen
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Maria (01.12. 2011 14:49 Uhr):
Guten Tag, ich habe mir Stevia aus den USA mitgebracht und es ist in kleine Tütchen, a 1Gramm verpackt. Wenn ich mir eine große Tasse Tee mache, benutze ich die Hälfte davon. Ihrem Bericht nach, sollte man aber nur maximal 250mg täglich zu sich nehmen. Sind Ihre Angaben richtig? MfG Maria
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