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Zahnpflege - so geht's richtig!

Heutzutage bekämpfen sie Plaque, hemmen die Zahnsteinbildung, reduzieren die Empfindlichkeit. Die Zeiten, in denen Zahncremes nur versprachen, Löchern in den Zähnen vorzubeugen, gehören der Vergangenheit an. Aber welche Art von Zahnpasta benötigen Sie, um Ihre Zähne zu reinigen und zu schützen?

Warum Zähneputzen?

Nach jeder Mahlzeit verwandelt der Körper im Mund Nahrungsteilchen von Bakterien in Säuren. Zahnverfall tritt ein, wenn diese bakteriell erzeugten Säuren die Mineralien der Zahnoberfläche durchdringen und zerfressen. Diese Säuren bilden klebrige Ablagerungen (Plaque) die an der Zahnoberfläche haften.

Plaque zerstört die Zähne und verursacht Karies. Er greift darüber hinaus das Zahnfleisch und anderes zahntragendes Gewebe an, wodurch es zu Zahnausfall kommen kann. Er gilt als Hauptursache für Mundgeruch.

Zwar entfernt man durch die mechanische Bewegung beim Zähneputzen einen Teil der Bakterien und Plaque, die der Zahnpasta zugesetzten Reinigungs- und Schleifmittel verstärken jedoch die Reinigung. Seit der Einführung von fluorierten Zahncremes 1955 verbesserte sich die Kariesprophylaxe erheblich.

Fluorid schützt vor Zahnzerstörung, indem es die Zahnoberfläche verstärkt. Bei Zahnfleischschwund spielt der Schutz durch Fluorid eine wesentliche Rolle, denn die Zahnoberfläche unterhalb des normalen Zahnfleischrandes ist weich und kann leicht zerstört werden. Die Kombination aus Fluorid als Trinkwasserzusatz und einer fluorierten Zahncreme gilt als der beste Schutz vor Karies.

Ein Apfel ersetzt nicht das Zähneputzen

Lange kolportierte man die Regel, wer abends vor dem Schlafengehen noch einen Apfel nasche, könne sich im Notfall das Zähneputzen sparen. Nichts da, sagt der Zahnarzt Dr. Markus Achenbach, Vorsitzender der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit.

Zwar fände beim Kauen eines harten Apfels eine mechanische Reinigung statt, doch ein Apfel hinterließe im Mund Speisereste, die genauso vergären wie andere. Übrig bleiben Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Der Fruchtzucker des Apfels begünstigt die Karriere von Karies.

Dennoch: Ein Apfel anstatt eines süßen Betthupferls ist besser und weniger aggressiv. Wer keine Zahnbürste nach dem Apfelgenuss findet, sollte seinen Mund wenigstens ein paar Mal mit Wasser durchspülen.

Zahnfleischentzündungen sind nicht nur ein Schönheitsproblem

Besonders ein Zahnkeim, der Porphyromonas gingivalis, ist sehr gefährlich. Er kann im Körper Ihre Herzklappen besiedeln. Dort führt er zu Myokarditis. Das ist eine lebensgefährliche Entzündung des Herzmuskels.

Diese Entzündung kann auf Dauer zu Herzrhythmusstörungen führen und schließlich den plötzlichen Herztod auslösen. Auf der anderen Seite kann eine Zahnfleischentzündung, die jahrelang unbehandelt bleibt, dafür sorgen, dass das Immunsystem tätig wird und sich gegen den eigenen Körper richtet.

Es kommt dann zu gefäßzerstörerischen Reaktionen. Infolge dieser Abläufe werden die Gefäße löchrig. Der Gerinnungsprozess des Blutes tritt schneller ein, es kommt zur Arteriosklerose und zu Herzkrankheiten, die meist in einem Infarkt enden. Das lässt sich mit Zahlen belegen:

Menschen, die unter Zahnfleischentzündungen, der so genannten Paro­dontitis, leiden, erkranken doppelt so oft an Herzinfarkt und 3-mal so häufig an Schlaganfällen wie Menschen, deren Zahnfleisch gesund ist. Das haben Vergleiche medizinischer Unterlagen ergeben. Und Parodontitis ist keine seltene Erkrankung. Jeder zweite Deutsche leidet darunter.

Die goldenen Regeln der Zahn- und Mundpflege

  1. Putzen Sie die Innen-, Außen- und Kauflächen Ihrer Zähne vom Zahnfleisch zum Zahn hin (von „Rot“ nach „Weiß“) zwei Minuten lang.
  2. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume mit einem Interdental-Bürstchen (aus der Drogerie, 12 Stück 3 bis 8 €) oder verwenden Sie Zahnseide.
  3. Massieren Sie Ihr Zahnfleisch mit einer zweiten, weichen Zahnbürste in sanft kreisenden Bewegungen.
  4. Spülen Sie Ihren Mund mit einem pflanzlichen Mundwasser. Gurgeln Sie auch zweimal, damit die Schleimhaut im hinteren Teil der Mundhöhle gestärkt wird.
  5. Säubern Sie bei starkem Zungenbelag Ihre Zunge mit einem speziellen Zungenschaber. Das Spülen mit der Sauerstofflösung TheraBreath™ (500 ml ca. 14 € im Versandhandel) unterstützt den Abbau des Belags.
  6. Bürsten Sie Zahnprothesen mit einer eigenen, mittelharten Zahnbürste gründlich ab. Halten Sie die Einwirkungszeit des Prothesenreinigers genau ein. Liegt die Prothese länger in der Lösung, wird ihr Kunststoff brüchig.
  7. Stärken Sie Ihre Zähne einmal pro Woche mit einem Remineralisierungsgel (z. B. Elmex Gelee, 25 g ca. 6,50 €).

Zahnpflege: Schutz vor Wurzelkaries

Jeder fünfte Deutsche leidet unter frei liegenden Zahnhälsen, weil sein Zahnfleisch zurückgegangen ist. Die Folgen sind Schmerzen bei jedem Essen – egal ob heiße, kalte, süße oder saure Speisen den Zahnhals berühren. Die Schmerzen werden durch winzige Kanäle am Zahnhals ausgelöst.

Hier werden die Reize direkt an den Nerv weitergeleitet. Auch bei solchen frei liegenden Zahnhälsen kann Ihnen Fluorid helfen. Es verschließt die winzigen Öffnungen wieder. So können die Reize, die durch die Speisen ausgelöst werden, nicht mehr an die Nerven weitergeleitet werden und Sie können wieder schmerzlos essen.

Darüber hinaus verhindert Fluorid auch Zahnhals- und Wurzelkaries, die meist direkten Folgen frei liegender Zahnhälse. Normalerweise gelangen Sie mit Ihrer Zahnbürste nicht bis in die Zahnfleischtaschen hinein.

Dort können Sie auf diese Art die Bakterien nicht reduzieren. Fluorid dagegen gelangt auch in diese Taschen und kann dann hier die Bakterien vermindern.

Extratipps für strahlende Zähne

  • Tee, Kaffee, Rotwein und Nikotin legen hartnäckige Schleier auf den Zahn. Sie heften sich besonders intensiv an bereits vorhandene Zahnbeläge oder Kunststofffüllungen. Da hilft Ihnen nur putzen. Trotzen die unschönen Flecken dem Putzen, können Sie ab und zu etwas Meersalz auf die angefeuchtete Zahnbürste geben. Bei sanft kreisenden Bewegungen massieren die filigranen Kristalle den Belag ab. Wenn die Flecken nicht weichen wollen, muss der Zahnarzt nachschauen, ob es sich nicht in Wirklichkeit schon um Kariesflecken handelt.
  • Wenn Sie gerne Obst und Zitrusfrüchte essen beziehungsweise sie als Saft trinken, brauchen Ihre Zähne ebenfalls eine Portion Extrapflege. Die Fruchtsäure macht nämlich die Zähne stumpf. Ein altes Hausmittel ist Backpulver: Einen halben Teelöffel in einem Glas Wasser auflösen und damit gurgeln und spülen. Das neutralisiert die Säure. Reines Backpulver sollte nicht über die Zähne gerieben werden, denn das greift den Zahnschmelz zu sehr an.
  • Die Zahncremes, die speziell zur Zahnaufhellung angepriesen werden, arbeiten entweder mit bleichendem Wasserstoffperoxid oder mit scheuernden Substanzen. Sie sollten nur ab und an verwendet werden, denn sie greifen bei häufiger Anwendung den Zahnschmelz ebenfalls an.

Mundspülungen sind unnötig

Mundspülungen werben damit, dass sie Karies und Bakterien vermindern. Aber diese Spülungen sind meist herausgeworfenes Geld. Das ergab eine Untersuchung der Stiftung Warentest im Jahr 2003. Von 25 untersuchten Lösungen verminderten nur zwei tatsächlich Plaque und Karies.

Eine von beiden enthielt aber Chlorhexamed. Dieser Stoff ist dafür bekannt, dass er auf Dauer die Zähne hässlich verfärbt. Nur eine Mundspülung war einigermaßen empfehlenswert – es handelt sich hier um das Produkt der Firma Meridol.

Zahnfeinde und ihre schädliche Wirkung

  • Zuckerhaltiges – z. B. Schokoriegel, Lutschbonbons, Kuchen, Kekse, Fruchtsäfte, Softdrinks, Honig, Nuss-Nougat-Creme, Obst. Kariesbakterien nutzen Zucker für ihre eigene Ernährung und scheiden Milchsäure als Abfallprodukt aus. Diese greift Ihren Zahnschmelz an und macht ihn bröckelig. In klebriger Form haben die Bakterien besonders lange Zeit für ihr „Futter“.
  • Obst: Ein bis zwei Portionen pro Tag. Sie liefern zwar Säuren, aber auch wichtige Vitamine und Pflanzenstoffe.
  • Stärkehaltiges – z. B. Chips, Salzstangen, Weißbrot, gesüßte Cornflakes aber auch stärkehaltige Lebensmittel mit leeren Kohlenhydraten wirken kariogen, denn sie werden noch im Mund in einzelne Zuckerbausteine zerlegt.
  • Säurehaltiges – z. B. Zitrusfrüchte/Obst, Fruchtsäfte, Softdrinks, Tomaten, Essiggurken, Kaffee, Sekt, Wein machen Ihren Zahnschmelz weich und somit angreifbar. Softdrinks sind nicht nur süß, sondern auch mit Zitronensäure versetzt. Dadurch sind sie gleich doppelt schädlich für Ihre Zähne. Das gilt auch für Fruchtsäfte. Nach dem Verzehr von säurehaltigen „Zahnfeinden“ bitte nicht sofort die Zähne putzen, denn das schädigt den schützenden Zahnschmelz unwiderruflich. Haben Sie beispielsweise abends ein Glas Rotwein getrunken, spülen Sie zuerst den Mund mit Leitungswasser aus und warten Sie 30 bis 60 Minuten bis zum Zähneputzen. Essen Sie Obst oder die Süßigkeit am besten nach der Hauptmahlzeit als kleine Nachspeise. So sind ein paar Gummibärchen auf einmal zahnfreundlicher, als sie über den gesamten Nachmittag zu verteilen.

So gehen Sie richtig gegen Mundbakterien vor

  • Lassen Sie Ihr Parodontitis-Risiko testen. Es gibt mittlerweile einen Gentest, der Aufschluss über Ihre Paro­dontitis-Neigung gibt: den GenoType- PST-Test. Ist das Risiko bei Ihnen erhöht, sollten Sie schon beim geringsten Zahnfleischbluten Ihr Zahnfleisch auf Parodontitis untersuchen lassen, um auch Ihr Herz zu schützen.
  • Wie weit ist Ihr Mundraum schon besiedelt? Es gibt einen Test, der zeigt, welche Bakterien sich bereits in Ihrem Mund angesiedelt haben: den so genannten Interleukin-Test. Diesen sollten Sie spätestens alle zwei Jahre machen lassen. Die Kosten müssen Sie selbst übernehmen, sie liegen bei 75 Euro. Eventuell trägt die private Krankenversicherung einen Teilbetrag.
  • Bei gefährlichen Keimen hilft nur Antibiotikum. 99 % aller Mundkeime sind harmlos für Ihr Herz. Gefährlich allerdings ist der Porphyromonas gingivalis, der Ihr Herz angreifen kann. Hier muss Ihr Zahnarzt tätig werden und ihn mit Antibiotika bekämpfen.

So schützen Sie Ihr Zahnfleisch

  • Spülen Sie Ihre Bakterien einfach weg. Studien haben ergeben, dass Sie 2-mal täglich 30 Sekunden mit Mundspülung gurgeln sollten. Das reicht aus, um Bakterien im Mundraum zu eliminieren (bis auf den oben erwähnten Porphyromonas gingivalis).
  • Salbei stoppt Mundgeruch. Eine Mundspülung mit Salbei- oder Kamillentee eignet sich, wenn Sie Mundgeruch bekämpfen oder vorbeugen wollen, der auch durch Mundbakterien entstehen kann. Einfach zwischendurch mit dem Tee gurgeln – er darf ruhig noch warm sein.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung. Das Vitamin verknüpft Gewebebausteine, die so genannten Kollagene. So sorgt es auch im Zahnfleisch für Kraft und Widerstandsfähigkeit.
  • Trinken Sie Tee. Grüner Tee enthält viele Polyphenole. Diese Pflanzenstoffe sorgen dafür, dass in Ihrem Mund ein ausgewogenes, gesundes Mikroklima herrscht. Darüber hinaus ist in Tee viel Fluor enthalten, er vernichtet Zahnbakterien. Sie können grünen Tee auch als Mundspülung verwenden. Gurgeln Sie 3-mal täglich mit ungesüßtem grünen Tee, hemmen Sie Entzündungen und bremsen die Vermehrung von Bakterien.
  • Regen Sie Ihren Speichelfluss an. Ausreichend Speichel verhindert ebenfalls eine Besiedelung der Zähne mit Bakterien. Kauen Sie zum Beispiel rohe Karotten zu Brei – das fördert den Speichelfluss.
  • Hartkäse: Das Kauen regt den Speichelfluss an und sein Fett bildet einen Schutzfilm auf Ihren Zähnen. Käse ist zudem eine gute Kalziumquelle, das zur Stärkung des Zahnschmelzes und der Kieferknochen wichtig ist. Ihre Zähne profitieren also von einem kleinen Käsehäppchen zum Abschluss eines Menüs oder zum Wein.
  • Naturjoghurt: Neben Kalzium liefert er Milchsäurebakterien, die Zahnbeläge verhindern und Entzündungen vorbeugen. Ein guter Begleiter also zu Obst.
  • fetter Seefisch: Fetter Seefisch wie Lachs und Hering enthält neben Fluorid vor allem viel Vitamin D, das Sie für starke Zähne und Kieferknochen benötigen. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung das Risiko für Parodontitis.
  • rote Paprika: Enthält neben Vitamin C, das Ihr Zahnfleisch vor Entzündungen schützt, auch Carotinoide, die Ihre Mundschleimhaut stärken. Kohl bietet ebenfalls viel Vitamin C plus schützende sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Zwiebeln: Die Schwefelverbindungen (auch bioaktive Pflanzenstoffe) bekämpfen sehr erfolgreich schädliche Bakterien im Mund. Der japanische grüne Meerrettich „Wasabi“ übrigens auch, aber Vorsicht: extra scharf!
Zahnpflege Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Zahnpflege – Die besten Hilfsmittel für Ihre Beißer

„Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“ – Diesen Spruch aus der Werbung kennen Sie sicher noch. Aber dazu gehört nicht nur, wie die Reklame uns damals weismachen wollte, die richtige Zahnpasta.

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