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Stress lässt Ihre Zähne knirschen

Den meisten Knirscherinnen ist es überhaupt nicht bewusst, was sich nächtens mit ihnen abspielt: Ihre Zähne verbeißen sich ineinander, Ihr Kiefer mahlt, die Kiefergelenke stehen stark unter Druck. Häufig erfahren die Knirscherinnen erst von ihrem Partner von ihren nächtlichen Aktivitäten – wenn er nämlich wegen des Knirschens nicht schlafen kann.

Zähneknirschen – in der Medizin unter dem Fachbegriff Bruxismus bekannt – ist verbreiteter als allgemein bekannt. Etwa ein Viertel aller Deutschen sind betroffen. Die meisten davon sind Frauen. Ebenso wenig bekannt ist, dass das nächtliche Knirschkonzert einen erheblichen Schaden anrichten kann.

Es schädigt nicht nur Ihre Zähne und verschleißt Ihre Kiefergelenke vorzeitig, es verursacht auch Beschwerden, die Sie niemals mit dem Zähneknirschen in Verbindung bringen würden – etwa Schulter-, Hüft- und Rückenschmerzen.

Belastete Frauen neigen eher zum Knirschen

Warum knirschen manche Menschen nachts mit den Zähnen und andere nicht? Meist ist das Knirschen ein Notventil des Körpers, um den täglichen Stress abzubauen. Studien haben nachgewiesen, dass die Betroffenen in Stressphasen besonders intensiv mit den Zähnen mahlen.

Auch belastende Ereignisse und unausgetragene Konflikte können dahinterstecken. Sind die Probleme gelöst, verschwindet der Knirsch-Spuk dann meist wieder. Die Persönlichkeit soll ebenfalls eine Rolle spielen. Die typische Zähneknirscherin ist eher zurückhaltend und ängstlich.

Sie tut sich schwer damit, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sie will sich ihre Ängste und Sorgen nach außen hin nicht anmerken lassen. Sie beißt gewissermaßen im doppelten Sinne die Zähne zusammen.

Aussprüche wie „Da muss man sich durchbeißen“, „Da muss man die Zähne zusammenbeißen“ oder „Dem muss man mal die Zähne zeigen“ weisen ziemlich deutlich darauf hin, dass auch der Volksmund schon um den Zusammenhang von seelischem Druck und Druck auf das Gebiss wusste.

Zähneknirschen schädigt Zähne und Kiefer

Gelegentlich stecken aber auch „geografische“ Unebenheiten dahinter: schief stehende Zähne, Zahnlücken, Deformationen des Kiefers oder schlecht sitzender Zahnersatz. Funktionsstörungen des Kiefergelenks können sich im gesamten Körper auswirken, etwa als Kopf- oder Rückenschmerzen und Organbeschwerden.

Mit diesen Folgen müssen Zähneknirscherinnen rechnen:

  • abgeschliffene Kauflächen
  • freiliegendes empfindliches Zahnbein
  • dunkel verfärbtes Zahnbein
  • gereizte schmerzende Zahnnerven
  • Auseinander- und Abbrechen der Zähne
  • Zahnfleischbluten, Parodontitis
  • Zahnverlust
  • Karies
  • Verlust von Knochensubstanz

Polierte Kauflächen lassen auf nächtliches Knirschen schließen

Morgens beim Aufwachen sind die Beschwerden am stärksten ausgeprägt. Schmerzen oder Knacken im Kiefergelenk, morgendlicher Muskelkater in der Kaumuskulatur, einseitige Schmerzen im Bereich des Kopfes sowie eine verkrampfte Kaumuskulatur, die Sie beim Kauen stört, sollten Sie alarmieren.

Wenn Sie dann in den Mund schauen, werden Sie womöglich feststellen, dass die Kauflächen von Ihren Zähnen oder der Zahnschmelz glänzend polierte Stellen aufweisen oder dass kleine Teile von den Zähnen abgebrochen sind. Dann sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen, der festzustellen versucht, welche Ursache hinter dem Knirschen steckt.

Das Knirschen kann diese körperlichen Symptome auslösen:

  • Nackenverspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Schulter-, Rücken- und Hüftschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Schluckbeschwerden
  • Schlafstörungen

Entspannungsverfahren können Ihnen helfen

Vor allem wird er Sie fragen, ob Sie stark unter Druck stehen und wie es Ihnen geht. Womöglich wird er Ihnen dann zusätzlich zur Zahnsanierung und einer Aufbiss-Schiene Entspannungstechniken wie autogenes Training, Hypnose, Yoga oder Tai Chi empfehlen.

Diese können den Stress so abpuffern, dass Ihre Zähne des Nachts nicht so strapaziert werden. Auch Akupunktur oder Bio-Feedback sind in vielen Fällen hilfreich. Möglicherweise wird Ihnen der Zahnarzt darüber hinaus Krankengymnastik für Ihr Kiefergelenk, Ihre Kaumuskeln und Ihren gesamten Zahnhalteapparat vorschlagen.

Dafür gibt es speziell ausgebildete Physiotherapeuten, die Ihnen mithilfe von Dehn- und Lockerungsübungen beibringen, Ihren Kiefer wieder normal zu bewegen. Entspannend wirken pflanzliche Medikamente, insbesondere Baldrian in Kombination mit Hopfen oder Passionsblume.

Diese sollten für längere Zeit dreimal täglich eingenommen werden. Ängste und Sorgen können auch homöopathisch gemildert werden. Hier sollten Sie primär einen entsprechend ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker befragen und sich von ihm das passende Homöopathikum empfehlen lassen.

Das Schüßler-Salz Nummer 7 (Magnesium phosphoricum D6) soll z. B. die Muskulatur entspannen. Auch eine osteopathische oder eine Cranio-sacral-Behandlung, bei der mit sanften Handgriffen etwaige Verspannungen gelöst werden, können sich sehr positiv auswirken.

Eine Beißschiene schützt Ihre Zähne

Ihr Zahnarzt wird zudem Ihren Gebissstatus sehr genau unter die Lupe nehmen. Er wird prüfen, ob Ihr Kiefergelenk noch einwandfrei funktioniert, ob Ihre Kieferknochen bereits in Mitleidenschaft gezogen sind und ob bei Ihnen Zahnfehlstellungen vorliegen.

Danach wird er Ihnen entsprechende Behandlungen und eine mögliche Sanierung Ihrer Zähne empfehlen. Damit Ihre Zähne nicht weiter belastet werden, wird der Zahnarzt Ihnen auf jeden Fall für nachts eine Aufbiss-Schiene ans Herz legen. Dieser Beißschutz besteht aus Kunststoff und umhüllt meist die untere Zahnreihe.

Dazu macht der Arzt einen passgenauen Abdruck Ihres Gebisses. Wenn Sie den Zahnschutz in der Nacht tragen, können sich Ihre Kiefer nicht mehr ineinander verhaken oder gegeneinander reiben. Die Aufbiss-Schiene wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.

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Alte Kommentare
  • Rose schrieb am 01.01.2011, 01:18 Uhr

    Ihr Bericht ist korrekt; ich leide ebenfalls unter TMJ, - wie Bericht beschreibt. Ich habe eine spezielle Schiene f. Tag u. Nacht, die den Kiefer in die richtige Position bringt, damit dieser wieder heilen kann u. die Knochen sich wieder aufbauen. Natuerlich erfordert dies auch die Einnahme v. guten Vitaminen/Mineralien, Kalzium, D3 etc.