Risikofaktoren für Zahnerkrankungen: Altersbedingte Risikofaktoren
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Risikofaktoren für Zahnerkrankungen
GNL5356
Je älter Sie werden, desto größer wird Ihr Risiko für Erkrankungen im Mundraum. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:
- Mundtrockenheit (Xerostomie) – Eine zu geringe Speichelproduktion im Mund ist ein weit verbreitetes Problem älterer Menschen. Viele halten das für kaum mehr als nur eine lästige Plage. Allerdings können Sie ohne eine ausreichende Speichelmenge die Zähne weder reinigen und desinfizieren noch remineralisieren. Sie entwickeln infolgedessen möglicherweise einen sich schnell ausbreitenden Karies oder Parodontitis Mundtrockenheit ist keine natürliche Folge des Alterungsprozesses, sondern wird vielmehr durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst.
- Diabetes – Wenn Sie Diabetiker sind, haben sie ein erhöhtes Risiko für Parodontitis. Denn die Zuckerkrankheit kann die Widerstandsfähigkeit des Zahnfleischs gegenüber bakteriellen Infektionen und Plaquebildung senken. Das Risiko steigt sogar noch an, wenn Ihr Diabetes schlecht eingestellt ist.
- Osteoporose – Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen einem Mineraldichteverlust der Knochen, der mit einer Osteoporose einhergeht und der Parodontitis. Wenn die Knochen, die Ihre Zähne in Position halten an Dichte verlieren, fördert das möglicherweise den degenerativen Prozess bei der Entzündung des Zahnhalteapparates.
- Krankheiten und Zustände, bei denen der Patient seine Körperpflege vernachlässigt – Menschen, die an neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Huntington-Chorea (Veitstanz, führt in späteren Stadien häufig zu Demenz) leiden, haben eventuell Probleme damit, ihre Zähne und das Zahnfleisch ausreichend zu pflegen. Die Mundpflege kann auch dann zum Problem werden, wenn die Bewegungsfähigkeit Ihrer Arme oder Hände aufgrund eines Schlaganfalls oder Erkrankungen wie Arthritis oder Parkinson eingeschränkt ist.
- Medikamente – Bestimmte Arzneimittel können eine chronische Verdickung und Entzündung des Zahnfleischs (Makrulie oder Gingivitis hyperplastica) verursachen. Dazu gehören das Antiepileptikum Phenytoin sowie Ciclosporin, ein Wirkstoff, der nach Organtransplantationen die Abstoßungsreaktion unterdrückt und viele Calcium-Kanal-Blocker, die bei Herzerkrankungen oder zu hohem Blutdruck verordnet werden. Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise eine der folgenden Behandlungen verordnen: professionelle Zahnreinigung, Antibiotika oder operative Entfernung des überschüssigen Zahnfleischs bei einer Makrulie (chronische Verdickung des Zahnfleischs).
- Menopause – In den Wechseljahren kann das Absinken des Östrogenspiegels im Blut das Risiko für Karies oder Parodontitis erhöhen, da die Frauen durch die Hormonumstellung häufig an Mundtrockenheit leiden.
- Verschleiß – Nach lebenslanger Beanspruchung kann auch ein gesundes Zahnfleisch zurückgehen. Wenn Ihre Zahnwurzeln durch den Rückgang des Zahnfleischs freigelegt werden, kann das Risiko für eine Wurzelkaries ansteigen.